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und die Centralbahn. Auf die Zuficherung der Nordostbahn und der Centralbahn, den direkten Verkehr zwischen Immens«.Rothkceuz-Luzern vermitteln zu wollen, behielten sich in der NachmittagSsitzung die Ab geordneten der Kantone Bern und Solothurn die Berichterstattung an ihre Regierungen vor, wie denn auch die Diskussion eine Annäherung von Tessin und Luzern herbriführte. Der BundeSrath wurde mit der Bestellung einer Siebner-Kommission zur Aufstellung eines Repartitions- Vorschlag» für die von der Schweiz verlangten 8 Mill. Fr. beauftragt, welcher einer später» Konferenz vorgelegt werden soll. ES scheint, daß der Bundesrath beabsichtigt, die Nachsubvention möglichst auf die Be- theiligten zu verlegen, und nur für einen allsälligen ungedeckte» Rest durch diese letzteren BundeShülfe in Anspruch zu nehmen. (NZür.Z.)

Konstantinopel, 31. Juli. Gestern Abend langte bei der Pforte der Bericht über öfe Erstürmung von Lowatz an. 170 von den Russen dort internirtr türkische Kriegsgefangene wurden befreit. Die- selben waren gefesselt und in Kette«; sie berichteten, daß sie grausam be« handelt worden seien. Die Montenegriner haben am Donnerstag Niksttsch angegriffen und sind mit großen Verlusten zurückgeschlagen worden. Die gegen Stlistria vorrückenden russischen Trupp m sind neuerdings zurückgewiesen worden. Ein in den Moscheen v rlesener Erlaß deS Scheik-ül-JSlam ewpfichlt Ruhe und Ergebung, und ermähnt die Bevölkerung, all; Feindseligkeiten gegen die Christen zu vermeiden. Der türkische Botschafter in Wien ist mit Mittheilungen der hohen Pforte an Midhat Pascha beauftragt worden und soll dessen Antwort hieher übermitteln. Ueber die Absichten der Pforte bezüglich deS frühe­ren GroßsezirS fisb hier die widersprechendsten Gerüchte in Umlauf. Pera, 31. Juli. Bester« fa«d bei EZkisaghra, wohin die Russen sich von Karabunar zurückgezogen hatten, eine große Schlacht statt, deren Ausgang für die Türken günstig war. Weitere» ist noch nicht bekannt. Prinz Reuß hat dem Großvszir Edhem Pascha einen Besuch ge« macht. (»«in. Zgt.)j

New-York, 30. Juli. Der Dampfer ^Jtaly" von der Na- tioval-DampMffs-Compagnis (C. Mejsingsche.Linie) ist hier eiuge« trvffen.

New-York, 30. Juli. In New OrleanS ist die Miliz zu den Waffen einberufen worden, weil die Arbeiter einiger Industriezweige daselbst mit einem Strike drohen.

Ueber den Krawall in Chicago meldet ein Telegramm der TimeS" vom 26. d. M. folgende Einzelheiten:

Die ganze Nacht hindurch (am Mittwoch) bedrohten große Pöbel- Haufen verschiedene Lokalitäten ; Patrouillen bewachten indeß die Straßen und hielten die Aufrührer im Schach. Hmte Morgen (Donnerstag) er« schienen die Aufrührer wieder in Twrlfth »Street, Remburg-Avenue und Halftead Avenue. Die Polizei und die Bürger bemühten sich, dieselben zu zerstreuen, aber der Wärl war zu stark. Die Polzei griff ihn i« Twelfth Street an und verwundete 15 Personen, aber sie wurde schließlich zurückzeworfen, wobei mehrere Polizisten getödtet oder ver- mundet wurden. Die» verursachte große Bestürzung. Aufrührerbanden erlangten die Uebermacht über einen groß;« Theil von Süd CH eago. Als die Handelskammer zusammentrat, wurden die Geschäfte surpendirt und dir Mitglieder ersucht, sich in dem Direktionsgebäude mit ihren Waff'N zu versammeln, um sich, vorbehaltlich der Befehle de» Mayors, für Schutzmaßregeln zu organisiren. Gegen 11 Uhr kündigten häufige Scharmützel an, daß der Pöbel noch zu stark für die Polizei sei. D-r Pöbel vergrößerte sich, und da er sich über einen großen Diürikt ver­breitete, schickte der Moyor ein Regiment Milizen zur Verstärkung der Pol-zei ab und suchte auch den Beistand der Bundestruppen »ach, der sofort gewährt wurde. Reguläre Truppen mit Kanonen marschirten kurz vor Mcktag nach dem erregten Distrikt. Es fand sodann ein all­gemeiner Angriff gegen die Aufrührer statt, Seitens der Kavallerie mit gezogenem Säbel und Seitens der Infanterie, die im Sturmschritt vor- ging, während die Artill tte ein Kattätschenfeuer eröffnete. Die Auf­rührer zerstreuten sich endlich, nachdem eine große Anzahl derselben ge- tödtet oder verwundet worden war. Ihr Gesammtverlust wird auf 150 Personen geschätzt."

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HkKKK, 1. August 1877.

7 Gestern trieb sich ein s. g.Harzer" Bogelhändler i« hiesiger Stadt herum, bot allenthalben Kanarienvögel a» und setzte, wie wir vernommen, auch eine ganz erkleckliche Zahl ab. Der Händler verkaufte sie mitunter zu ganz hohen Preisen, unter der Angabe, eS seien gelernte Mannch-n, gab sogar einen zweiten und dritten Vogel mit dem Bemer« ken zu, man möge sich den besten herauSsuchea, nach einiger Zät hole er Die anderen wieder ab; natürlich mußte der eine Vogel bezahlt wer« den. Die Käufer sind nun, wenn nicht alle, so doch größtentherl» rein« gefallen, weil sie fast werthlose Kanarienweibchen theuer bezahlten. Zu­dem gab der Händler noch einen falschen Namen an, so daß derselbe für seine unredliche Handlungen nicht einmal belangt werden kann. ^ä sei h rrmit vor demselben, fall» er heute noch weiter operiren sollte, Nachdrücklichst gewarnt.

(Zur Beachtung.) Seit einiger Zeitlichen sich östreichische Guldenstück- von diesem Jahrgang in hiesiger Stadt und werden all Zwei Markstücke unterzubringen gesucht, ebenso werde« Versuche gemacht, holländische Zweiguldenstücke für Fünf-Markstücke an den Mann zu bringen. Man sehe sich daher vor.

Für die wallonische Kirche traf gestern au» der Mrtz'schen Fa­brik eine Handspritze ein, welche demnächst einer Probe unterworfen werden soll, die Spritze findet auf dem Bodenraum Aufstellung.

Versteigern«-»- und Berpachtungs-Kaleuder für Donnerstag den 2. August 1877.

Bon Vormittag» 9 bi» 10 Uhr findet bei Königl. Amtsgericht II dahier Termin zum Verkauf der dem Gastwirth Julius Spang zuste- henden Grundvermögens, die ideelle Hälfte von Brandvers. Nr. 1 der Frohnhofsgasse, statt (s. Nr. 138Han. Anz.").

gär heute. Spar- und Bauvrrein: Abends präcis 9 Uhr Generalversammlung bei Gastwirth Brehm. Bei günstiger Witterung: Concert im Bürgerverein.

MC* Dem heutigen Blatte ist der seiner Zeit unseren verehrlichen Abonnenten vrisorochene Bericht über den am 1. und 2. Juli dahier abgehaltenen 1. Feuerwehrtaa, beigelegt. D. Red.

Bockenheim 29. Juli. Der Bierverbrauch an den vier Kirch- Weihtagen in hiesiger Stadt stellte sich nach den zur BerbrauchSabgabe gelangten Quantitäten um 1000 Liter höher, wie im vorig?« Jahre. Es kamen nämlich 62,333 Liter gegen 61,200 Liter in 1876 zur An­meldung. (F«. An,.)-

Marburg, 30. Juli. Im Festschmuck prangt die Stadt ihre Jubel Gäste würdig zu empfangen. An der Bahnhofsstraß? ist eine mächtige Ehrenpforte errichtet, die mit den Bildniffm Philipp bei Großmüthigen und Kaiser Wilhelms geschmückt ist, und die die ein« ziehenden Gäste mit folgendem Gruße bew'llkommt:

Salvete Comilitones I

Die als Philister Ihr einst zur alten Heimath gezogen,

Heil Euch! die Ihr zur Stadt fröhlicher Musen gekehrt. f

Die Zahl der Fest-Theilnehmer beträgt bil jetzt gegen 600. Je­denfalls werden die Abendzüge uns noch zahlreiche Gäste bringe«. Die Zahl derbemoosten Häupter ist jetzt schon keine geringe, einer dieser H treu zählt 126 Semester 1 Mögen die Jabeltage der grli btr« Alma Philippina All « heitre Burschenfreude reichlich spenden l (Oserh.Ztg.)

Marburg, 31. Juli. (UniversttätS-Jubiläums- Feier) Daß unsere Stadt heute im vollen Festschmuck prangt war voraussichtlich und für uns um so mehr selbstverständlich, als wir davon überzeugt sind, daß Marburgs Bürger missen, was sie unserer Universität und ihrer eigenen Ehre schuldig sind. Nachdem im Laufe deS gestrige« TageS die Feftgenoffen, darunter manch' altbemoostrS Haupt, zahlreich ringe« troffen, fand gestern Abend auf Lederer'S Terrasse die allqemeine Be­grüßung derselben im Namen deS FestkomiteS durch Herrn Dr. Buchenau statt. Redner hieß alle alte und junge Commilttonen herzlich willkom« men, allen eine, wenn auch nicht offizielle, doch um so herzlichere frohe Feier in Aussicht stellend. Durch das Wiedersehen jahrelang getrennt gewesener Freunde gestaltete sich die WckkommenSfeier thatsächlich zu einem Jahrzehnte überbrückenden Anknüpfungspunkt der Festfreude, der dem ruhigen Beschauer eine Reihe ebenso vieler heiterer als ergreifender Semen deS WiedererkennenS gewährte. Herrschte in Lederer'S freund­lichen Räumen, unterstützt durch einen guten Trunk kühlen Gerstensaftes auch überall ein fröhliches Thun, so war der Brennpunkt des burschi­kosen Lebens doch im Saal die Stätte, wo die vrrschtedensten alten Corps- und Bervindungsstudenten noch einmal im Feuer jugendlicher B-geisterung die frohen Studentenlieder erschallen ließen. Nur schwer konnten wir uns von diesem, so manche alte schöne Erinnerung wach- rufenden Anblick trennen. Nur aus kurze Zeit war das muntere Trei­ben durch die präcis halb 11 Uhr inscenirte Beleuchtung der Elisabeth- Kirche unterbrochen, um dann in neuer Aera bis zur späten Nachtzeit, richtiger gesagt, frühe» Morgenzeit fortgesetzt zu werden.

Den heutigen Festtag eröffnete die programmmäßige Reveillr, der die Morgenserenade vom Schloßthurm folgte. Der ganz wie vorgesehen großartige Festzug kam, nachdem derselbe die bereit» bezeichneten Straßen durchzogen, erst nach 10 Uhr auf dem Marktplatz an. ,

Die Festrede hielt Herr Prof. Cäsar, der seit vierundvierzig Jahren mit kurzen Unterbrechungen unserer Universität zuerst als Sti^ dirender dann als Docent angehört hat. Er wollte bei dieser zumeist froher Erinnerung und heiterem Genuß gewidmeten Ferer mit einigen ernsten Worten den Gedanke« und Empfindungen einen andeutenden Ausdruck geben, welche die Quelle der gehobenen Stimmung einer f« mannigfach gestalteten Festgenossenschaft feien. Er suchte diese zumal in der hohen Bedeutung der deutschen Universitäten, auch für das nationale Leben, welche Universität»feste zu Festen der ganzen Nation und zu wahren Volksfesten stempeln. Er wendete sich dann zu einem Blick auf die Geschichte der Universität und verweilte besonders bei den Zwecken ihrer Stfftung im Jahr 1527 und ihrer Erneuerung im Jahr 1653. Mit kurzen Worten erinnerte der Redner an den Antheil, welchen Marburg in neueren Zeiten an der Cultur« und politischen Entwicklung