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Hananer Änjcigcr.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erschein!! täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial- Corresportdenz.
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Dienstag den 31. Juli.
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10 Pf,.
m- «Balt. 3a« 20 Ptg.
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1877.
Bestellungen
auf den _
„Hananer Anzeiger66 für die Monate August und September werden von allen Postanstalten, sowie von der Expedition, Waisenhaus, Hammergasse Nr. 9, entgegengenommen.
Zugleich bemerken unsern verehrl. Abonnenten, daß wir im Laufe der nächsten Tage mit dem Abdruck des größeren, höchst interessanten und spannenden Romans „Der Echvtzgeist" von Karl Zastrow beginnen werden.
______________________Hie Expedition.
Amtliche».
Mittwoch den 1. August c. findet auf dem Exerzierplatz eine größere Gefechtsübung mit scharfen Patronen statt. Es wird gegen den Puppenwald gejS offen und ist das Betreten des hinter demselben lre- genden Raums bis auf „eine Entfernung von 3600 Metern vom Exerzierplatz mit Gefahr verbunden. Die entsprechenden Vorsichtsmaßregeln (Ausstellnns von Sicherheitsposten rc.) werden getroffen werden. — DaS Publikum wird gewarnt.
Hanau am 30. Juli 1877.
Der Landrath.
Am 25. d. MtS. wurde in der Gemarkung Eckenheim ein fremder Mann an einem Baum erhängt aufgefunden.
Signalement:
Alter: zwischen 35 bis 40 Jabren; Statur: mtersetzt; Haare: blond; Bart: rother Schnurr- und kleiner Kinnbart; Gesicht: rund; Nase: breit; Größe: Mittel; Kleidung: ein grauer Sommerrock, gelbgraue Hose, dunkle Weste, schwarz, seidene Mütze.
Um Nachricht über den Unbekannten wird ersucht.
Hanau am 27. Juli 1877.
Der Landrath.
— Aus Bad Gast ein wird vom 28. d. Mts. gemeldet: Kaiser Wilhelm, welcher sich des besten Wohlseins erfreut, nimmt täglich die amtlichen Vorträge entgegen, setzt die Badeeur fort und besucht die Promenaden oder macht Ausfahrten in die Umgegend. Seine Abreise ist auf den 7. August festgesetzt.
^ - Berlin, 29. Juli. Die Neue Züricher Zeitung enthält nachstehende Bemerkungen, welche darauf hinzudeuten scheinen, daß man m der Schweiz Gefahren von den französischen Festungsbauten an der nordwestlichen Grenze besorgt: „Zwischen Montböliard und dem bei Damvant nach Frankreich hinüberragenden Stück Schweizergebiet sind etwa vier Befestigungen errichtet worden, wovon namentlich zwei die Schweiz, interessire», die auf dem Lomont, der Fortsetzung des zwischen dem Pruntruterland und Delsbergertha gelegenen schweizerischen Gebirges stehen, rechts und links von der über das genannte Gebirge von Blamont über Pierre Fontaine und Montecheroux nach St. Hip- Polyte führenden Straße. Diejenige rechts befindet sich ungefähr 4 Kilometer, diejenige links etwa 8 Kilometer von der Schweizergrenze entfernt. Obschon noch nicht vollendet, sind diese Werke bereits mit
Mann besetzt und mit etwa 100 Geschützen armirt; die Vollendungsbauten werden mit großem Eifer betrieben. Ihre Be- 7,^ung scheint zunächst darin zu bestehen, die genannte Straße Bla- mont- St. Hippolyte über den Lomont und die Straße von Pruntrut über ÄW,#,<J!1^ Pont de Noihe und die von Norden nach Bla- mont führenden Wege zu beherrschen und so den Vormarsch eitler feind- uchen Truppe durch das Defilü von Pont de Roide und von da gegen Besantzon oder Pontarlier zu hindern. Im Anfang des Jahres 1871 UE diese Straße eine ziemlich wichtige Rolle, indem der preußische G^Neral Debschltz^ auf derselben vorrückte. Es könnte aber auch mit Hülse dieser Festungen ein Durchmarsch über Schweizergebiet gegen Bafel erleichtert werden. Jedenfalls werden wir unsere Grenze in jener
Gegend weder besetzen noch vertheidigen können, falls unsere Neutralität verletzt werden sollte; die Geschütze der französischen Festungen würden nicht ermangeln, unsere zunächst der Grenze stehenden Truppen zurückzutreiben Auch der mögliche Fall einer Belagerung dieser Festungen dürst " .......
dürfte für das so nahe gelegene Schweizergebiet schwere Nach- sich führen. Dies dürfte ungefähr die Bedeutung dieser
theile mit sich führen. Dies dürfte ungefähr die Bedeutung dieser Festungen für die Aufrechterhaltung der schweizerischen Neutralität sein; der Gegenstand hat mit Recht die Aufmerksamkeit der Bundes-Versamm- lung auf sich gezogen."
— Kiel, 22. Juli. Ueber die ihrer Vollendung nahen Marine- anlagen vor Ellerbeck, an denen seit etwa 9 Jahren gearbeitet wird, schreibt die „Kieler Zeitung": Die Marineanlagen umfassen einen Flächenraum von ca. 100 Morgen. Gegen Süden gehen sie nahe an WilhelMinenhöhe heran, gegen Norden greifen sie in das alte Ellerbeck hinein, nach Westen stoßen sie an den Hafen und haben eine fast V» Stunde lange Wasserlinie, nach Osten dringen sie fast eben so tief in das Land hinein. Die Lage im Allgemeinen ist günstig; die Nähe des Stadt bietet manche Vortheile, namentlich sind sie mit den Eisenbahnlinien leicht in Verbindung gesetzt; von Norden her werden sie erst innerhalb FriedrichSort sichtbar, und von außen her, etwa von der Höhe von Gülk, sind sie selbst mit weittragenden Geschützen nicht zu erreichen. Von der Landseite sind sie durch Benutzung natürlicher Terraineinschnitte, der Schwentine im Norden, des Tröndel- und Wrllsees im Osten, deS
Schulensees und der Eider im Süden, durch den Kanal im Westen, leicht zu vertheidigen. Nach der Landseite hin ist die ganze Anlage von einer hohen Mauer umgeben, an der Wasserfeste ist sie durch Felsmauern und Vorsitzen eines BohlenwerkeS gegen das Abnagen durch Wasser gesichert. DaS für die Marineanlagen bestimmte Terrain wurde zunächst planirt, dabei, die Höhen bis auf 10 Fuß über den Wasserstand deS Hafens abgegräben, eine Arbeit, welche nebst anderen Arbeiten schon neun Jahre dauert. Für den ErdtranLport arbeiten Hunderte von Arbeitern und unaufhörlich schafft man hier noch beständig durch Eisen- bahnzüge die ungeheuren Erbmassen fort, theils zur Ausfüllung der südlichen Spitze des HafenS, theils zu Dammschüttungen vor der Kaiserlichen Werft wie vor dem flachen Ufer von Ellerbeck. Die anliegenden Höhen zu Wilhelminenhöhe, an der Werftstraße und bei Ellerbeck überragen den Boden der Werft um 70 bis 80 Fuß. Mit dem Fort« Weiten der Abgrabung ging man sogleich an den Ausbau der einzelnen Abtheilungen. Zuerst sorgte man für den Schiffsbau. Für denselben sind drei Hellinge angelegt und die erforderlichen Werkstätten und Ma- schinenhäusir gebaut. Neben den Hellingen arbeiten die großartige» Maschinen für die Herstellung der Etsintyeile des Schiffskörpers, für die Bearbeitung des Panzers und für die Anfertigung all der große» und kleinen Theile einer vollendetet» Schiffer. Hier wrrd seit Jahren rüstig gearbeitet; der „Friedrich dex Große" ist schon vom Stapel gelassen, ein anderer Kriegsschiff steht wieder im Bau. — Großartiger noch, wenigstens in der Anlage, sind die Tiefbauten zweier Wasserbassins. Das größere von beiden liegt mit seiner Langsiite hart unter Ellerbeck in einer Länge von ca. 1700 Fuß und einer Breite von annähernd 1200 Fuß; das andere ist etwas kleiner. Beide haben eine Tiefe von fast 60 Fuß und reichen über 33 Fuß unter den Wasserspiegel deS Ha- sinS hinab. ES war keine geringe Arbeit, dieselben auSzugraben, zum Theil in einem Erdreiche, das nicht mit Hacke und Spaten zu bearbeiten, sondern nur durch Sprengen zu zerkleinern war. Und daneben war es keine geringe Mühe, das an Stellen aus der Tiefe aufbrechende Grund- waffer zu entfernen. Ei» von Maschinen getriebenes Pumpwerk mußte Tag und Nacht daran arbeiten. Diese Bassins behalten im Grunde den natürlichen Boden, nur die Seitenwände sind aufgemauert • auch wieder eine kolossale Arbeit, denn am Boden sind die Mauern 24 Fuß dick, oben im Kamm noch 7 Fuß bei einer Höhe von wenigstens 40 N'.sD-e Steim werden mit Maschinen herangefahren, ja sogar bet SÄS^ ?°b sroße Bassin bekommt
Verbindung mit dem Hafen durch einen offenen Einlauf dicht vor Tl- snTrMtth Te ^" ^gt südlich von dem großen, st.ht mit die- ^ durch ein Thor von diesem abgeschlossen werden. Die Bassins dienen als Lagerplätze für Kriegsschiffe