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«»Hrlich 9 Marl. Halbj. 4 R. 50 P.

Vierteljährlich Kart 25 Pfg. Für auswärtige Abonnenten «tt dem betreffen» »en Postausschlag- einzelne Nunl- nur 10 $jg.

M 172.

Hannner An^ißtr.

Zugleich Amtliches Organ für KreiS und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,;

' und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

Donnerstag den 26. Juli.

Prei», Die I jxaliiz« »«rMonkjeilc -»> deren Ran«

10 Pfg.

Die Sipalt. gs» ao Big.

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80 Bk.

1877.

Tagerschan.

DerR. u. St.-Anz." enthält folgende allerhöchste Ver­ordnung :

Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen rc.

verordnen im Namen des Deutschen Reichs, auf Grund der Gesetze vom 22. Juni 1833, 10. Mai 1838 und 18. Juli 1866, sowie des die Bezirksvertretungen, die Kreisvertretungen und die Wahlen für die Gemeinderäthe betreffenden Gesetzes vom 24. Januar 1873, für Elsaß- Lothringen, was folgt: §. 1. Die Bezirkstage werden am 20. Au­gust dieses Jahres eröffnet und spätestens am 1. September dieses Jahres geschlossen. §. 2. Die erste Sitzungsperiode der Kreistage beginnt am 6. August, die zweite am 10. September dieses Jahres. Die Dauer einer jeden dieser Sitzungsperioden wird auf höchstens fünf Tage festgesetzt. Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unter­schrift und beigedrucktem Kaiserlichen Jnsiegel. Gegeben Bad Gastein, den 20. Juli 1877. <u. 8.) Wilhelm. Fürst v. Bismarck.

Berlin, 23. Juli. Das chemische Laboratorium des ReichS- GesundheitSamts ist nunmehr in seiner Einrichtung fertiggestellt und unter der technischen Leitung des als ständiger Hülssarbriter bei dem Amte fungirmden Professors der Chemie Dr. Sell in Thätigkeit getre- ten. Zur Assistenz ist demselben unter Anderen rh von dem preußi­sche« Kriegs-Ministerium zu diesem Zwecke nach Berlin kommandirter Militärarzt, Dr. Petri, vom 1. rheinischen Infanterie. Reg. Nr. 25 zu- getheilt. Dem Amte sind bereits aus allen Theilen Deutschlands Zu- seudungLu verdächtiger Gegenstände, sowohl NshrMgsmtttel als Klei- dungSMcks u. s. w., zugegangen; doch werden nur solche Gegenstände untersucht, über welche eine Aufklärung im öffentlichen Interesse, uam-nt- lich für die vorzubereitende Gesetzgebung angezeigt erscheint, während Untersuchungen im Privatinteresse oder Zwecke örtlicher Gesundheit^. Polizei nicht im Aufgabenbereiche des ReickZamtes liegen. Für die zu letzterem Zweck erforderliche Untersuchung wird die Einrichtung stäLLi- scher BL-fuchsstMonen, vielleicht auch so^ar für größere ländliche Gs- bietstheils, wie solche in England gesetzlich bestehen, in Aussicht zu nehmen sein.

Berlin, 25. Juli. (Telegramm derKöln. Ztg.«) Die Verfälschung der Lebensmittel, wie sie in neuerer Zeit wieder feftgeHt worden, wird vermuthlich die Reichsgefitzgebung demnächst beschäftigen, und wenn auch von der Rechsregiernng in dieser Beziebung die Jni- Uative nicht ergriffen werden sollte, so wird es an darauf bezüglichen Anträgen von Reichstagsmitgliedern nicht fehle», so daß die Lefetz- gebung sich doch mit der überaus wichtigen Angelegenheit befassen wird. Zu wünschen wäre nur, daß thatkräftige Mittel zur Beseitignng des furchtbaren Usbelstandes ergriffen würden, der besonders da übel wirkt, wo gesundheitSg-fährlSche Surrogate die Fälschung herbeiführen, wüh- ßleWgültigs Surrogste eins mildere Beurtheilung verdienen. In England hat die Gesetzgebung bisher im Wes-utlichen auch noch nicht viel erreicht.

,. , ~ ®en, 25. Juli. Bei Preßvergehen ist, nach einem Er­kenntniß des Ober-Tribunals vom 21. Juni 1877, der verantwortliche Redakteur nur dann auf Grund des Preßgesetzes als Thäter, resp. wege»t Fahrlässigkeit zu bestrafen, wenn die Strafbarkeit der von ihm begangenen Handlung durch den Inhalt der Druckschrift begründet wird, nicht aber, wenn die Druckschrift objektiv nichts Strafbares ent­hält und nur Einsender oder Verfasser wegen Verletzung einer beson­deren, gerade ihm obliegenden Verpflichtung strafbar erscheint.

~ Dre Nvidd. Lllg. Ztg. melAt:Ueber das legislatorische Stadrum der Reform des Wasserrechts kmsiren in der Presse maantg*

inkorrekte Angaben und hieran geknüpfte unrichtige Folgerungen, oenen gegenüber uns folgende zuverlässige Mittheilung zugeht: Der nach mehtiahngen Vorarbeiten im landwirthschaftlichen Ministerium kürzlich zum vorläufigen Abschlüsse gebrachte Entwurf wird zunächst hinsichtlich seiner prinzipiellen Grundzüge der Verständigung im StaatS-Ministerium

ü legen, und sobald für die hiernach fest erröten Prinzipien die allerhöchste Zustimmung erbeten und erlangt ist, zur Begutachtung an

die Behörden und sonst berufenen Organe gelangen. Erst nachdem auf diesem Wege die ausgiebigste Gelegenheit zur Erörterung der eben so schwierigen als gewichtigen Materie von den verschiedenen hierbei in Betracht kommenden juristischen, administrativen und wirthschaftlichen Gesichtspunkten aus geboten worden ist, wird die definitive Fixirung der Vorlage und deren Einbringung bet dem Landtage der Monarchie erfolgen. Ein anderes Verfahren ist an maßgebender Stelle niemals beabsichtigt gewesen, selbst auf die Eventualität h^n, daß hiedurch ei« Aufschub bis zu der Session des Jahres 1878 unvermeidlich würde."

Zu den Fragen, welche das UntenichtSgZnchtsMsch zu löst» haben wird, gehört auch die wegen des NachMittags-UnterrichtS, gegen welchen sich ärztliche wie pädagogische Autoritäten ausgesprochen habe». Hauptsächlich kommen dabei die größeren Städte in Betracht, in denen die Entfernungen einen Ledeutenden Einfluß üben. Uebrigens heißt es, f daß für die verschiedenen Kategorien von Schulen eine bestimmte Stun- ; denzahl für den wöchentlichen Unterricht festseAellt werben werden wird. Auch die PLnsiossverhättnissö der Lchrer hofft man, wenigstens in den Grundzügen, durch das Unterrichtsgesetz gkorduet zu sehen. In dieser Beziehung sind gerade aus Lehrerkre'ise« so viele Vorschläge h^ivorge- gangen, daß eine feste Regelung nicht schwierig sein wird. ES darf nicht unerwähnt bleiben, daß sich auch Stimmen gegen einen fünfstün- digen nach einander staLtfmdenden Vormittags-Unterricht erklärt haben- : Die Lösung des Problems ist in der That schwierig. NlS vo: «mmchr = 41 Jahren der damalige RegiernngS -Medieinalrath Dr. Lorinsrr i» : Oppel« in seines epoHemschrnde« Schrift«Zum Schutze der Gesund - heit in Schulen" zuerst die Schäden der Unterrichtrweise dar legte, wa« j rm es die von dem damalige« Unterrichttminister Freiherr« v. Alte«« i Rein zu WinuAgsLüßerungM aufgeforderte« SchuldirccloreK, welche Lo-- ; eisferS Änfichte» bekämpften. Heute sind diese Ansichten zu allgemeine» : m Geltung gekommen. «w

AdS Hilde-heim, 21. Juli, meldst die Osnabr. Ztg. dem Bischof vo« HitdeShum sei vom Cultus»Minister telegraphisch die wei­tere Ausübung kirchlicher Fur-kLignen für das Bisthum Padrrhsr» ver- ' boten worden.

Die Weser-Ztg. kann bestimmt erklären, das die wiederholt auftsucheRds Nachricht, die Borvertzandlungen wesm Bremens Zollan­schluß an Las ReichsZebiet hätten Aussicht auf Erfolg, mit allen weiter daran geknüpften Schlußsolgsrungen vollständig ur begründet sei; Ver- ! Handlungen irgend welcher Art über tiefe Angelegenheit fänden nicht : Statt und hätten Nicht Statt gefunden.

Hamburg. Für den Bedarf der russisHenArmee im gegen­wärtigen Kriege ist die hiesige Firma M. L. Würzburg mit bedeuttu- den Lieferungen betraut worden. Im Auftrag der russischen Armeever- waltung hat dieselbe in voriger Woche 840 Kisten Conserven ßö=>$ Art und außerdem eine große Ladung Mehl und Fleischwaaren nach Brody (an der russischen Grenz?) spedirt. Dieser Sendung soll am 1. August eine zweite, welche ungefähr 1000 Kisten umfassen wird, und am 15. topft eine dritte vorläufige letzte Sendung in entsprschendeM Umfange Nachfolgen.

Aus Leibnitz wird derW. Pr." unterm 19. ds. geschrie­ben:Ein ganz eigenthümlicher Fall eines tödtlichen Bienenstiches ist heute hier passirt. Der siebenjährige Knabe einer Malitäte». Besitzerin streifte mit den nackten Fußzehen über eine Kleeblume und wurde ba&ei von einer Biene gestochen. Der Mutter des Kindes gelang eS bett Stachel sogleich aus dem Fleische zu ziehen, trotzdem stellte sich bei dem Kinde sofort Brechreiz und Fieber ein, die unteren Extremitäten er­starrten nach und nach, Körprr und Gesicht wurden blau und in einer halben Stunde nach dem Stiche war das arme Kind eine Leich'"

Würzburg, 22. Juli. Bor dem hiesigen Schwuröerichtk stand gestern ein merkwürdiger Gauner nnd Dieb, der Weber Sauer von Hanau. (Ist kein Hanauer, sondern stand nur hier in Arbeit D Red.) Von seinen 39 Lebensjahren hat er bereits 14 im ^uchthause zugebracht, dle übrrge Zeit war dem Einbruch, Diebstahl und Raub und der räuberischen Erpre sung gemchmet. Als Terrain für seine Tbätia- k-it suchte er großentheils die Pfarrhäuser auf dem Lande U in G