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Mit dem betreffen« *tn Postaus,chia,. Meeinzelne Num­mer 10 Ps g.

LMer ÄiQtiyr.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis And Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,! und Samstags mit der Berliner Provmzisl--CorrespondkNj.

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Montag den 23. Juli.

1877.

Amtliches.

Die Herren Ortsvorstände, aus deren Gemeinden sich Kinder in dem hiesigen Waisen- Hause befinden, wollen, so weit dies noch nicht geschehen, umgehend über die Unter­bringung der Waisen in Privatpfiege aesäl- lige Auskunft ertheilen.

Hanau, 20. Juli 1877.

Der Landrath _______________Schrötter._______________

Für den Ludwig August Stirn Sotzn des Pfarrers Stirn zu Escher?heim ist um Entlassung aus ^m Preußischen Unter­thanen'Verbände behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht worden.

Hanau am 20. Juli 1877.

Der Landrath.

hatte« im I 1829 die RUm nach Forcirung des KüstenpossÄ die ' übrig« Pässe vom Süd« aus angegriffen und überwältigt. Die wei- - ter westliÄ eigene?? Pässe kommen zunächst schwerlich in Betracht, da ; sie zu weit von der Operationsbasis der Russen obliegen.

__

Berlin, 21. Juli. Ge. Mäjestät der Kaiser unb König er­freuen Sich, wie aus Gastein gemeldet wird, fortdauernd des beste« Wohlbefindens und setzen die Badekur und die täglichen Spaziergänge trotz der ungünstigM Witterung regelmäßig fort.

Berlin, 20. Juli. (Köln. Ztg.) Die MH-ilungIlisten fäe die ländlichen Urwahlbezirke wurden bisher vielfach nur in den Land- raths-Aemtern ausgelegt. Das Abgeordnetenhaus hatte dieses Verfah­ren als den bestehenden BestimmuRgen nicht entsprechend gefunden und die StaatSregierung aufgefordert, dahin zu wirken, daß in Zukunft die Listen in den betreffenden Urwahlbezirken oder we»igstens i» der Ge­meinde auSgelegt würben. In Folge dessen hat der Minister des In­nern jetzt die Provinzialbehörden angewiesen, die Ausführbarkeit dieses ; Verlangens fsfizustellm. Das Ober-BerwaltungSgericht hat dm Grundsatz festgestellt, daß die in dem Zuständigkeitsgesetz bestimmte 21täyge Frist, innerhalb welcher Beschwerde eingelegt und Klage gegen polizei­liche Verfügungen erhoben werden kann, nicht auf die Anbringung der Rechtsmittel im Vnwaltungs-Streitvrrfabrm zu übertragen sei. Für diese gelte vielmehr die im Gesetz von 1875 bestimmte 10täzige Frist. Der Minister des Inner» hat den Verwaltungsbehörden hiervon zur Nachachtung Kenntniß gegeben. In Folge der von Zigeunerbande« mehrfach verübten Verbrechen hat die Regierung zu Opprln jetzt ver­fügt, daß solche Bande» sie mögen mit Reise Legitimation versehe« fein oder nicht über die Landesgrenze zurückgebracht werden sollen.

Briefsendunge» rc. für S- M. S.Hertha" sind von heute ab nach Kiel zu dirigiern.

DiePost" schreibt:Zwischen der deutschen und belgische« Regierung ist ein Vertrag über die Behandlung hilfsbedürftiger Unter- l thauen beider Länder und deren Zurückbeförderung in ihr Vaterland abgeschlossen worden. Derselbe wurde am 7. M. Namens des Deutsche« Reichs von dem deutschen Gesandte» in Brüffel, Grafen Brandenburg, Namens BelgienS von dem Minister des Auswärtigen, Grafen d'ASpre« mont Lynden, unterzeichnet."

Bernburg. Ein hiesiger Kaufmann empfing vor einigere Monaten von einem französischen Hause eine Partie Rothwein, der ihm j aber so verdächtig erschien, daß er in diesem Falle eine genauere U«-- i tersuchung der Waare für geboten hielt. Eine Prüfung im Labora- ! torium des gerichtlich vereidigten Chemikers Dr. Wackenroder hat den« auch in der That ergeben, daß hier ein gewöhnlicher Obstwein gelie­fert ward, dessen Säure mit Alkalien nur ungenügend abgestumpft, dessen herber Geschmack durch Alaunzusatz bedingt und dessen Farbe: durch Campecheholztinctur hervorgebracht ist. Die Fälschung dieser Flüssigkeit ist daher unzweifelhaft. Der Kaufmann, dem die Gesund­heit seiner Kunden indessen höher steht, als aller Profit, stellte daS miserable Zeug dem Lieferanten selbstredend zur Verfügung, welcher nunmehr vermuthlich sich bemühen wird, durch einen anderen Vermitt- ler diesen vermeintlichenBordeaux" an den Mann zu bringen und dies wird auch ohne Zweifel gelingen, wenn nicht alle Freunde des edlen Rebensaftes und alle Händler so vorsichtig und gewissenhaft sind wie jener hiesige Kaufmann und vorher sich die Waare genau besehen. Vorläufig wollen wir in diesem Sinne das Publikum aufmerksam ge­macht haben, damit solchen Wein-Bauernfängern verdientermaßen das Handwerk gelegt werde.

Wien, 21. Juli. DiePresse" meldet: Am 17. d. schlüge« General Gurko mit der Brigade Leuchtenberg und Fürst Mirrky mit seiner Brigade Äruf Pascha, welcher mit 1b Bataillonen die Stellung der Russen südlich des Balkans durchbrechen wollte. Die Türken er­litten eine vollständige Niederlage. Acht Kanonen, vier Fahnen und beträchtliche Munitionsvorräthe fielen mit dem türkischen Lager in die Hände der Sieger. Ei» Telegramm derDeutschen Zig " aus Sim- nitza vom 18. d. mrldrt: Das Hauptquartier des Kaisers Alexander und

TKge » s ch a «.

Der Balkanübergang der Ruffe».

A. d. Schw. Merk.

Die nächsten Tage werdrn wohl Näheres über den Ort bringen, an welchem die Rossen den Balkan Überschritten; schon jetzt aber ist deutlich zu erkennen, daß dieses Gebirge keineswegs die unübersteigbare Barriöre bildet, welche den Vormarsch eines tüchtige», mit den modernen Hülfsmitteln ausgestatteten Heeres lange aufzuhalten vermöchte. Zur geographischen Orientirung über die Pässe, welche die Russen wählen konnten, möge folgendes, der trefflichen Schrift von Jirecek: Die Heerstraße von Belgrad nach Konstantinopel und die Balkanpässe. Eine historisch-geographische Studie. Prag 1877 entnommene dienen. An 18 Stellen, führt der kundige Verf. an, kann man den Balkan vom Schwarzen Meer bis an die serbische Grenze überschreiten; eine Reihe dieser Pässe sind in alter und neuer Zeit von Heeren pasfirt worden und haben deßhalb auch historische Bedeutung. Der erste Balkanpaß ist der Köstenpaß über den Kap Emiueh. Dort erzwängen im I. 1829 die Russen den Uebergang, unterstützt von ihrer Flotte, welche Anchialo (südlich von Kap Emi»eh) besetzt hatte. Die Forcirung dieses Passes war Heuer außer Frage, da die türkische Flotte das Meer beherrscht. Ebenso konnten die Nächstliegenden westlichen Pässe zwischen Pronad (Pranady) und Aidos, der zwischen Tschalykawak, Dobrol und Karnabad, und der von Kotel nicht benützt werden wegen der Nähe von Schumla. Der Paß, welcher von Tirrowa am leichtesten zu erreichen, ist der von Schipka; über ihn führt eine gute Römerstraße, über ihn verfolgte Kaiser Decius im I. 250 die Gothe», welche unter Kniva 70,000 ^ann stark über die Donau gegangen waren und sich anschickten, Phi­lippopel zu belagern. Den Balkan hatten sie vorher entweder ebenfalls durch den Schipkapaß überschritten oder durch den westlich liegenden Paß von Trojan. Den Schipkapaß hatten die Türken offenbar stark befestigt, weil sie hier den Uebergang vermutheten; aber zwischen dem- selben und dem östlich gelegenen Paß von Kotel liegen noch mehrere Uebergänge, darunter der Saumpfad von Turdica, der vor wenigen Jahren durch polnische Ingenieure in türkischen Diensten zu einer viel- sach gewundenen und steilen Bergstraße ausgebaut wurde, dieser mündet bet Chainkioi (Khankioi) in das obere Tundsathal. Eine andere Ein­sattelung weiter westlich, auf den Karte» nicht benannt, mündet ebenfalls f^' ?^ w^Winlich ist, daß die Russen von Tirnowa aus, ausbreitend, die Flußthäler aufwärts stiegen» bis sie den Turvicapaß und andere Balkanübergänge erreichten und glücklich passir-

Ehankloi theilte sich die russische Macht; die Kosacken eilten ","^^en Bergrücken, welcher Jenisagra vom oberen Tundsa- <SaL» en^ besetzten an dem genannte» Ort die Eisenbahn, die Hauptmacht marschirte flußaufwärts nach Kasanlyk, um von dort aus me Vertheidiger des Schipkapaffes im Rücken aKzugreifen. Sehnlich -