844
Liedertafel eine Serenade. Heute Morgen um 9 Uhr haUder Kaiser die Weiterxeiie nach Gastein angetrete«.
-^W i e n, 17. Juli. Telegramm des „N. W. Tageblatts" aus Odetza: Vier türkische Monitors haben sich in der Nähe von Sebasto- pyl vor Anker gelegt.
— Wien, 17, Juli. Anläßlich der gestern eingetroffenen überaus wtchtigen Meldungen vom europäischen Kriegsschauplatz besprach ich, so schreibt, ein Korrespondent der „Köln. Ztg." derselben in einem Telegramm, heute Morgen mit dem General Klapka die militärische Lage. Klapka hält das militärische Los der Türkei in Europa für besiegelt. Der Balkan sei, Da»? der beispiellose» Trägheit der türkischen Führer so Wt wie verloren, die denkbar beste natürliche Schranke ohne Schwert- * strerD sen Russen in die Hände gefallen. Eine große Schlacht zu lie« -Hßrm-sE^d^LLikrn nicht mehr im Stande, da das endlich beschlossme D-pMen ß«t KWka's Plan. zwei selbständige Corps zu bilden, nun ^dicht ÄtEWsWmhrt werden könne, ton OSmau Pascha, der in Wid- ^M-Misch und Lowpalanka höchstens 40000, allerdinzs gute Soldaten
8 WLenagelt und könne durch eine starke russische Division -Mer^RrL-llerix in Schach gehalten werden; zwischen Wid-° kschÄ sei tote kein türkischer Soldat mehr, der noch ir» j»y BMtzmg habe. Suleiman komme zu spät, wenn das ^bKeM ^Mschiedm und vielleicht schvA Friede gemacht sein Nur ihre Waffesehre könnte die Türkei noch retten, wenn sie . ,'WG im Frstnngrviereck zafammenzöge und dm den Balkan zu Dw«Wt WWM« .Ruffe» eine offene Schlacht anböte; aber auch zu -dieM 'EntHluffe werde sich das alte Weib Abdul Kerim schwerlich In Nikopoli müßten die Ruffe« mindestens 6000 Türke» »b 40 Pute Geschütze erbeutet haben. Alle Muselmänner
3:
, MWs Atz 40 gute Geschütze erbeutet haben. All« Muselmänner 'flöhen KW AWiÄopel und Konstantinopel und verbreiteten Entsetzen „ to zur Hauptstadt. Hier sei eine Rrvoluüou sehr wahrscheinlich, die WWDhAWMM^Mahwud Damat, Redif, Gafvet und den Sultan e?^Die Türkei werde jetzt in nächster Zeit entweder W'D^r Europa, wie angedeutet, aufgeben und von Asien iMMM müssen. Klüpka hält es für höchst wahrschein- läÄ> % Gallipolt ein Corps auSschiffen werde. Klapka dMM-Hls durch die Faulheit der türkischen Führer her« DMM-Tmkü betrübt, über die Generäle sehr erbittert. — (Die Zukunft Griechenlands.) Der „Schw. Merk." IyfWMtpMsS'dM'WWlnung eines athenischen Korrespondenten des Daily ^MHHoGWÄSghmtigSWrikchmland langsam, aber sicher einer bedeu- M ZÄaMrrntzWch». Die in den letzten 10 Jahren gemachten rMMtsuWkllMsßMd schnell« zu nennen. Wären keine anderen WräfMinWechchmltz/>isw ist die Ansicht dieses in Griechenland lebenden WmlskMrBtchsr und griechische, so würde die erstere in wenigen »Mn MßWMrben. Allein diese zu verdrängen, sei Kinderspiel
93
*3
HMMluWLe, imitndrm breitbrüstigen Slaven zu wetteifern. Mil« MNMMr.NutMthHnen blickten auf Athen als auf den Mittelpunkt "^AeB»MoiKM HMsurMN. Jeder Fortschritt des kleinen Königreiches HMOkzMWMäSlsMdLHSfen, Schulen und Kollegien werde als gute ^WnlWdtWMSkrdeDzZnhWL begrüßt. „Wenn ich in Athen ober Gyra .SStzuPW-Mchsffrrrs^WflWer und schönere Gebäude sehe oder von neu chulen und milden Stisturgen höre, so fühle zu einer nothwendigen Kette gefügt wird.
:e
d» fl
$ frl dn« 8« »N«! »AM »nM »Mi
■ Md 939 3MS «3 «S
«sO -uzD KNi! »sdl
, wenn er hört, daUGeld für Kollegien straßen so nützlich sein würden, aber der daß Menschen durch Ideen und nicht durch Erst vor wenigen Tagen traf ich eine eit an, die in Wunder über die Schönheit Hören waren. Sie hatten Freudenthränm Mbe seine Hauptmacht in seinem nationalen e Stärke fei nicht groß, die Macht des Landes, o«mnm berechnet, sei klein. Dennoch sei dieses n uO Lernen, im Familienleben und persön- chrM.als alle guten, schlechten oder unbedkuten« ^--- Menge Fabel» über die Verworfenheit
W und verdienten kaum eine Widerlegung, zum Kriege nicht gerüstet und die alte Ra- d Anerkannt sei. Jedenfalls sei das Land n "Jahre 1867, habe zwar Heer und Flotte und Schifffahrt, UnterrichtSwesm und öf- Was das vielbesprochene Räuberthum stüver mit einem scherzhaften Hinweise auf Londoner Ereignisse seine Ansicht dahin aus, die Nachbarschaft PkSso^ichÄ "wie OlaWath bei London. Seit dem Ueberfalle M MefsMm - im MW 1870 sei in Griechenland eine ächte
^en^ ,. . ....... .^. ^,^, ^,v „, .................
^ ^M^EmM vorKkomOeK Auch das Gerichtsverfahren im jetzigen ÄS ;ä»ä^ «^“ - * " ^v ^A^^' ^o^ ^Drr Fravyüs meldet: Ein Rundschreiben 5iö dW'sMnffMS go^W fvÄsrtNe Präf«tten auf, die Wahlkandidaten
zu verpflichten, sich aller Schriften zu enthalten, die von der beruhigen«
den Politik deS MarschallS abweichen könnten. Der Minister hoffte daß diese Aufforderung von der Vorsicht und dem Patriotismus der Männer verstanden werden würde, die sich mit der Absicht, die Politik des Präsidenten zu vertreten, vor das Land stellen. Die Regierung denke im Uebrigen, daß es nicht schicklich sei, wenn die Kandidaten Rundschreiben an die Wähler erlassen, bevor die Wahlperiode eröffnet ist. (Köln. Zgt.)
— London, 17. Juli. Der „Standard" schließt eine Besprechung deS UebergangS der Russen über den Balkan mit der Versicherung, England werde einer Bedrohung Konstantinopels durch die russische Armee gegenüber nicht passiv bleiben und eine Besetzung Konstantinopels durch die Russen niemals zugeben.
— St. Petersburg, 16. Juli. Offizielles Telegramm aus Turnmagurelli vom 15. er.: Nach einem heftigen Kampfe, welcher gestern früh vier Uhr begamr und bis zum Einbruch der Nacht fort- dauerte, hat sich Nikopolis heute bei Tagesanbruch bedingungslos ergeben. Unsere Truppen fochten mit beispielloser Bravour und nahmen die befestigten Positionen eine nach der anderen. Zwei Paschas und an 6000 Mann regulärer Truppen fielen gefangm in unsere Hände.
— Simnitza, 16. Juli. General Gurko erhielt das Georgs- krmz und Großfürst Alexei einen Ehrensäbel. Ein Kaiserlicher Befehl verordnet die Auszahlung von 2 Rubeln an jeden Soldaten als Extralöhnung für den glücklich vollführten Donauüvergang. <». s. ©t..s .
— Bukarest, 16. Juli. Der Uebergang über den Balkan erfolgte auf zwei verschied men Punkten. Den Schipkapaß benutzten die Donschen Kosaken mit reitenden Batterien. Ein nur den Balkanbewohnern bekannter Saumpfad diente der Infanterie zum Uebergang. Eskrzagra und Jenizagra befinden sich im Besitz der russischen Truppen. Die russische Kavallerie streift auf der zur Bahnlinie Philippopel-Adrianopel führenden Stroße. (R. u. st«.)
— AuS Bukarest vom 16. d. M., wird der W. „Presse" telegraphirt: Heute Nachmittag wurde in Giurgewo starker Kanonendonner, von der Rückseite Rustschuks her kommend, gehört. Die türkische Polenlegion ist aufgelöst worden.
— Ko nstantinopel, 16. Juli. Die Russen halten die Bahnstation von Jeni Zagra besetzt, sie sollen den Balkan in der Richtung des eisernen Thores passirt haben. Der Kommandant von Adrianopel, Reuf Pascha, trifft Anstalten, die Russen anzugreifen. — Der Direktor der rumelischen Eisenbahnen ist in Adrianopel eingetroffen, um alles Bahnmaterial rückwärts zu schaffen. — Mehemed Ali Pascha ist in Nisch an gekommen. — Nach hier vorliegenden Nachrichten rück. n die Russen auch in der Dobrudscha vor. — Die Russen drangen in der Dobrudscha bis zum Römerwall vor, wo eine Schlacht stündlich zu erwarten ist. Das Corps Suleiman Paschas benutzt von Albanien aus größtentheils Landwege.
8 o t i e ».
HKL« 18 IM 18W.
— Nicht nur in Essen, sondern auch in Mühlheim an der Ruhr, sowie in Steele eröffneten die Mitglieder unseres Stadttheaters einen Cyklus von Vorstellungen. Wir constatiren mit großem Vergnügen, daß das Urtheil des Kritikers, wie wir aus der „Essener Zeitung" ersehen, ein recht günstiges ist. Derselbe schreibt aus Essen vom 14. Juli:
„Recht erfreulich ist es, daß nunmehr in Folge der allgemein anerkannten guten Leistungen der „Hanauer Gesellschaft" die Vorstellungen, wie außerhalb der Stadt, so auch hier bei recht gut besetztem Hause stattfinden. In der That ist auch Dank des Fleißes des Personals, welches dabei von einem recht tüchtigen Regisseur, Herrn Berthold, geleitet wird, in letzter Zeit sowohl im Schauspiel, wie Lustspiel und in der Posse recht treffliches geleistet worden, wie die Darstellungen von: „Ultimo", „Der lange Israel", „Bajazzo", „Mutter und Sohn", „Marie-Anne" bewiesen haben. Die Leistungen jedes Einzelnen nun zu registriren, würde zu weit führen, jedoch möge über einzelne Darstellungen, so über „Marie-Anne" und die gestrige Posse „Faselhans" Einiges erwähnt werden. Ueber den Werth des Volksschauspieles „Marie-Anne" ein weiteres Urtheil zu fällen, ist wohl nicht nöthig; das Stück besitzt eine Menge von Rühr- scenen, die stets beim weiblichen Publikum von Wirkung sein werden. Die Darstellung anlangend, nennen wir in erster Linie Frl. Plähn als Trägerin der Titelrolle. Wie in der Deborah, so sahen wir auch hier ein recht lebensvolles Bild des schwergeprüften Weibes; wie weit freilich dies von der jungen Künstlerin selbst geschaffen oder der Regie zugesprochen werden muß, bleibe dahin gestellt; es ist schon früher hierorts bemerkt worden, daß Frl. Plähn sehr reiche Mittel für das dramatische Fach besitzt, und daher ist es umsomehr im Interesse der Kunst Pflicht der Kritik, darauf aufmerksam zu machen, daß dieselbe bezüglich der künstlerischen Verwendung dieser Mittel noch Manches zu lernen hat, und dazu gehört beispielsweise die Fähigkeit, auch in der leise geführten Konversation den warmen Gefuhlston zu treffen und verständlich zu bleiben. Mit vieler Wahrheit und ohne Effekt-