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Mhrltch 9 Mark. ©siSj. 4 N. 50 P.
Vierteljährlich s Mari 25 Pfz.
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Hiviliner Anzeiger.
Z«Ae8h Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,'
" und Samstags mit der Berliner Provinzial-Torrespondenz.
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Mittwoch den 18. Juli.
1877.
Amtliches.
Die ledige Famy Strauß ans Großkrotzenburg hat um Paß | nach Amerika gebeten.
Hanau am 17, Juli 1877.
Der Landratb.
Gefunden: Ein QmtiungZbuch über Hausmiethe, sowie Heimath- schein auf den Namen „Adam Reibert von Langenbergheim nebst Familie". Ein schwarzer Regenschirm mit weißen Beschlägen und Kett- chen; am 14 d. Mts. aus dem Wochenmarkt stehen geblieben. Ein Messer. Ein leeres Portemonnaie. Eine gedruckte Schürze.
Hanau am 18. Juli 1877.
Königl. Landrathsamt.
T « ger s ch a «.
— Berlin, 15, Juli. Betreffs der Fortentwicklung der Tarifreform und Förderung der einheitlichen Gestaltung des gesammten Ei- fenLahntarif- und ExpeditionsWesens hatte die geschäftAführende Direktion des sogenannten TarifverbakdeL die nicht dem letzteren angehörenden ' deutschen Eisenbühnverwaltungen nach der Mittheilung der Zeitung des f Vereins derselbe» zu einer Kovferenz ein geladen, um in Gemeinschaft mit den Tarifverbands- Verwaltungen darüber in Berathung zu treten, welche anderweitige Erurichtungen im Tarifverbande zu treffen sein möchten, um nach Einführung des einheitlichen TarifsysteMs auf allen Bahnen des Deutschen Reiches die Eisgangs erwähnten Ziele zu erreichen. Mit Rücksichr auf die von dem preußischm Handels mmisterium neuerdings beabsichtigte Einsetzung einer deutschen Tarifkommission hat jedoch die Tarifverbands Konferenz auf eine weitere Berathung des Gegenstandes verzichtet. Der Verein deutscher Eisenbahnen bereitet; übrigens eine Denkschrift über den ministeriellen Antrag in Rede vor. ; — Die Beendigung des GeneralstabSwerks über den letzten Krieg steht: noch nicht bevor, da namentlich dir Nachträge auch die Verwaltungs« und Verpflegung^-, wie die Lazareth- Angilegenherten umfassen sollen. Sobald diese gewaltige Arbeit zum Abschlüsse g-. kommen ist, wird die vor AuSbruch des letzten KriegeS schon gehegte Absicht, die Kriege der Jahre 1813 bis 1815 in ähnlicher Weise zur geschichtliche» Darstellung-, zu bringen, wieder aufgendwmm werden, was um so dankenswerther' wäre, als es an einer solchen Geschichte dieser großen Kriege noch gänzlich fehlt. Die Vollendung, welche das neue Werk erlangen konnte, wird dem anderen «och Herauszugebenden schon um deßhalb nicht vergönnt sein, weil die Zeugen des Befreiungskampfes nicht mehr am Leben ind. Die Verdienste Gseisenau's um denselbm sind unvergessen, eben o wie die Thatsache, daß zur Z-it der ungewessenen Demagogen-Ber- olgungen Gneisenau als ein gefährlicher, unter Wittgenstein'sche hohe Polizeiaufsicht gestellter Mann gegolten hat. Der Feldmarschall, welcher 1831 nach dem preußische« Polen von seinem Monarchen gesandt wurde, blieb bis an sein Lebensende verdächtig. (*«* b*«-)
— Der preuß. Staatsmin. a. D. Dr. M. A. v. B-thman-Holl- Weg ist am 14. Juli auf seinem Schlosse Rhein- ck bei Koblenz nach dreitägiger schmerzloser Krankheit im Alter von 82 Jahren sanft entschlafen. Geb. 8. April 1795 zu Frankfurt a. M., Habilitirte er sich, nachdem er sich schon 1817 in Verona mit Entzifferung der Handschrift der Institutionen des GajuS beschäftigt hatte, auf der Univ. Berlin 1819 als Privatdozent, wurde daselbst ein Jahr darauf außerord. Professor und 3 Jahre später ordentl. Professor für Zivrlrecht und Zivil- prozeß. 1829 wurde derselbe auf seinen Wunsch an die Univ. Bonn versetzt, wo er 1842 die Professur nieder legte und das Kuratorium der Universität übernahm, das er bis 1848 führte. 1845 wurde v. Beth- man« zum Mitglieds des preuß. StaatSrathS ernannt, war im preuß. Landtage parlamentarisch thätig von 1849—1855 und wurde sodann im Herbste 1855 vom Prinzregenten in daS Ministerium Schwerin- AuerSwald zum Kultusminister berufen, von welcher Stelle er im Frühjahr 1862 im Beginne des Verfassungskonflikts mit seinen Kollegen zmücktrat. <8»«. M-rr.>
— Bei einer Kontravention gegen die Branntweinstmergesktze ist,
nach einem Erkenntniß deS Ober-Tribunals vom 12. Juni 1877, in der Regel als Kontravenient derjenige anzusehen, welcher die Steuer z« entrichten hat und deshalb auch für die Beobachtung der im Steuer« interesse gegebenen Vorschriften zu sorgen verpflichtet ist. Straflosigkeit: des Brennereibesitzers tritt nur dann ein, wenn die OrdnungSwidrigteft durch einen nicht vorher zu sehenden und nicht abzuwendende» Zufall veranlaßt worden ist, sowie (nach dem BundeSqesktz vom 8. Juli 1868) wenn als der eigentlich Schuldige ein Verwalter oder Gew rbSgehülse außgewittelt ist, bei dessen Anstellung und Beaufsichtigung, oder ein auf den Gewerbebetrieb Einfluß übender Hausgenosse, bei dessen Beaufsichtigung Seitens des Brennereitreibenden nicht fahrlässig zu Werke ce- gangen ist. Wird dem Letzteren eine solche Fahrlässigkeit NEchgewiesen, so haftet derselbe auch in diesen Fällen subsidiarisch für die von dem eigentlich Schuldigen wegen Unvermögens nicht beizutreibenden Geld- strafm.
— Für die rechtliche Beurtheilung eines Vereins als eines „politischen" ist, nach einem Erkenntniß des Ober-Tribunals vom 15. Juni 1877, nur die Zweckbestimmung des Vereins, nicht die Art der Ausführung dieser Zwecke entscheidend. Ist konstatirt, daß der Zweck des Vereins dahin geht, politische Gegenstände in Versammlungen z« erörtern, so fällt der Verein unter die Bestimmungen des Vereinsge- setzes über politische Vereine, gleichviel ob thatsächlich politische Themata erörtert worden sind oder nicht.
— Das Appellationsgericht zu Posen hatte in einer Handelssache in Beziehung auf die Hingabe eines Wechsels an Zahlungsstatt oder zahlungr halber ausgesprochen, daß zur Annahme eines Wechsels an Zahlungsstatt auch bei Handelsgeschäften, unter Ausschluß einer stillschweigenden Erklärung, eine ausdrückliche erforderlich ist, und daß ferner derjenige, welcher einen Wechsel zahlungshalber angenommen hat, danach ohne Weiteres berechtigt ist, gegen Rückgabe desselben baare Zahlung zu fordern. Beide Aussprüche wurden vom Reichs-Ober- HandelSgericht, III. Senat, durch Erkenntniß vom 4. Juni 1877, für rechtsirrthümlich erklärt, da es zur Annahme eines Wechsels an Zah-- lungsstatt im Handelsverkehr keiner ausdrücklichen Erklärung bedürfe und derjenige, welcher einen Wechsel zahlungshalber angenommen habe, verpflichtet sei, zunächst aus dem Wechsel die Befriedigung zu suchen.
— München, 13. Juli. Die Frage der Kanalisirrmg Münchens beschäftigt, nach dem „Schw. Merk.", schon seit geraumer Frist Fachmänner wie Einwohnerschaft. Der zur Ausarbeitung der Pläne berufene Ingenieur Gordon aus Frankfurt a. M. hat sich bekanntlich in sehr ausführlicher Weise für SHwemmkanäle ausgesprochen, während der Ingenieur- und Architektenverein, sowie die Wandervrrfammlung bayerischer Landwirthe energisch gegen eine solche Art der Stadtreinigung und Entwässerung aufgetreten sind. Auf Gordon's Seite steht grundsätzlich in Petienkofer einer der bedeutendsten und angesehensten Autoritäten. Unter solchen Umständen mag die Entscheidung den dazu berufenen städtischen Kollegien schwer genug fallen. Es ist daher sehr begreiflich und ebenso erfreulich, daß «och weitere, besonders m theils fähigere Kräfte zur Borverhandlung herbeigezogen werden können. Stabtingenteur Bürkli-Ziegler in Zürich, ein Mann von ane-kannten? wissenschaftlichem Rufe und reicher, praktischer Erfahrung, hat sich, wie in der' heutigen Magistratssitzung mitgetheilt wurde, bereit erklärt, in Verbindung mit dem Oberbaurath Wiebe in Berlin, der gleichfalls im höchsten Ansehen steht, ein Gutachten über die Gordon'schen Plane und Vorschläge abzu- geben und so neues, vorzügliches Material zur gründlichen Beurtheilung und endgültigen Entscheidung der schwerwiegenden Angelegenheit zu be- schaffen.
— Rose «heim, 17. Juli, Abends. Kaiser Wilhelm ist gestern Abend hier eingetroffen. Als er von der Insel Mainan abretste, begleiteten ihn der Großherzog und die Großherzogin über den Bodensee bis L ndau, wo er enthusiastisch empfangen wurde. In Kempt«-» und hier ist er ebenfalls mit großem Jubel begrüßt worden. Der Bahnhof war hier festlich geschmückt. Die vorbereiteten Bergfeuer konnten wegen des Regens nicht angezündet werden. Um 9 Uhr Abend« brächte die