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Zugleich Amtliches Organ für KreiS und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondent.
Freitag den 13. Juli»
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1877.
festen Stellungen zwischen Schumla und Rustschuk zusammen, um den Russen eine entscheidende Schlacht zu liefern. Kosakenabtheilungen streifen bis Osmanbazar und Dranowa. — Kaiser Alexander befindet sich feit gestern in Zarowitz. — Zwischen den rumänischen Batterien von Rastu und der türkischen Batterie bei Lom palanka fand gestern ein heftiger Geschützkampf statt, welcher indessen resultatlos verlief. — „Deutsche Zeitung" auS Bukarest, 11. d.: Rußland hat den rumänische» Bahnen «.uerdings ICO Lokomotiven zur Verfügung gestellt. Gerücht- weise verlaut:!, der Czarewitsch werde die Dobrudscha-Armee, Fürst Karl von Rumänien die zwischen Widdi» und Nikopolis operirettde Armee, der Großfürst Nikolaus die Centrums« Armee.kommandiren und letzterer zugleich die Obc Leitung übernehmen.
— Paris, 11. Juli. Ein aus Sistowa heute hier eingetroffe- neS offiziöses Schreiben meldch wie folgt: „Nachdem die Russin m Tirnowa eingstüdi sind, wird das Centrum der Armee die Hand so schnell als möglich dem linsen Flügel geben, welcher die Dobrudscha b S Medjidie besitzt hat, und der sich BarnaS bemächtigen soll. Der gehei me Plan der Russen besteht darin, die Türk n zu einer großen Schlaft zu zwingen, ehe sie an den Balkan ankommen, weil, wenn sie sich in den dml> a Engpässen festsetzen, die Russen dieselven erstürmen müßen, ehe sie nach Adrianopel gelangen können. DeS russische Hauptquartier will dies um jeden Pre.S vermeiden, da der Krieg dann sehr lange dauern könnte. Der Großfürst Nikolaus, der die Lage sehr gut aufgefaßt hat, sagte: Wir dürf-n in dem Balkan nicht die bedauernswerthe Erfahrung mach:», welche Napoleon I. in den spanischen Gebirgen machte. Hierzu fei bemerkt, daß, wie man in gewöhnlich wohl unterrichteten Kreisen versichert, der Plan des Oberbefehlshabers der türkischen Donau-Armee darin besteht, die russische Armee in der Bulgarei aufzureiben, ohne sich auf eine entscheidende Schlacht einzulasse». Man beschuldigte vielfach den Oberbefehlshaber der türkischen Donau-Armee, daß er sich durch russischen Einfluß zu seiner etwas zweideutige» Haltung habe bestimme» laffe»; doch soll dies keineswegs der Fall sein." Das Schreib m meldet ferner, daß bis jetzt vier bulgarische Legionen gebildet worden sind. Die Bestimmung dieser Truppen ist, während der großen militärische» Ope- rationur die Nachhut zu bilden und während der Vormarsches den Plänklerdienst zu versehen. Es soll dne bulgarische Abtheilung gewesen sein, welche unter dem Oberbefehl des Oberste» Dotturow in Sistowa zuerst eindrang. Wie man in den hiesigen Kreisen erfahre» hat, sandte das Slawische Comite von Moskau 200,000 Rubel nach Prag. D:r Zweck dieser Geldsendung, welcher andere Nachfolgen werden, ist dazu bestimmt: 1) Slawische Comites in Böhmen zu errichte»; 2) denen, welche von der österreichischen Regier ng wegen der slawischen Sache verfolgt werden, Unterstützung oder die Mittel zur Flucht zu gewähre»; 3) slawische Propaganda in Galizien, Kroatien und hauptsächlich i» Dalmatien zu machen. — Nach Berichte» aus London sind die Grenz« streitigkeiten zwischen Persien und der Türkei geregelt worden, so daß Rußland nicht mehr auf Persiens Unterstützung zählen kam. (tom.36t.)
— Paris, 12. Juli. Die Lsgitimisten haben ein Wahlkomite konstituirt, welchem der Senator Bernard als Präsident, ferner die Senatoren Graf de la Monneraye, Herzog von Riv öre, Baron Rosöne und der Deputiere und frühere Minister Baron Laicy als Vize-Präsident und Graf Gobert de Mun als Generalsekretär angehöre». DaS Comite hat in einem an alle Gesinnungsgenossen gerichteten Aufrufe zur Beisteuer von Geldbeiträgen aufgrfordert. — Dem „Momteur" zufolge wird das Wahldekret nunmehr bestimmt an einem der nächsten Tage publizirt werden.
— London, 12. Juli. Daily News schreibt, Lord Beacons- field sei seiner fortgesetzten schwachen Gesundheit wegen gewillt, seinen Posten als Premier-Minister niederzulegen, sobald es der Stand der Staatsangelegenheiten gestatte. Das genannte Blatt besitzt seiner scharf oppositionellen Stellung halber wohl, wenig zuverlässige Verbindungen mit ministeriellen Kreisen; indessen ist die Zeitbestimmung, „sobald es der Stand der Staatsangelegenheiten erlaubt", eine höchst elastische, namentlich wenn man Disraeli's Alter in Rücksicht zieht.
Amtliches.
Johann Friedrich Läpp aus Dörnigheim ist als Todtenbeschaser für dasige Gemeinde vereidigt worden.
Hanau am 10 Juli 1877.
__________________________Der Landratb._______________________"
Bekanntmachung.
Dienstag den 7. August d. I., von 10 Uhr Vormittags ab, sollen hierselbst ungefähr 100 Grstütpferde, bestehend auS Mutterstuten (meistens bedeckt), 4jährigen Hengsten und Stuten und jüngeren Fohlen, meistbietend gegen Baarzahlung verkauft werden.
Sämmtliche vierjährigen und älteren Pferde sind mehr oder weniger geritten. Die zu verkaufenden Pferde werden am 6. August, Nachmittags von 3 bis 6 Uhr, auf Wunsch an der Hand gezeigt.
Für Personenbeförderung zu den bezüglichen Zügen vom und"zum Bahnhöfe wird am 5., 6. und 7. AugM gesorgt sein.
Trakehnen, den 27. Mai 1877.
Der Landstallmeister
(aez.) von Da fiel. ___________________
Tagesschau.
— Berlin, 11. Juli. Der Staats-Anzeiger enthält eine Erklärung, daß die Nachricht, als ob der Johanniter-Orden es abgelehnt, für türkische Verwundete als für Ungläubige etwas zu thun, unwahr sei, da das Ordensspital in Beirut bereits Muselmänner aufgenommen hat und nach Maßgabe seines Raumes ferner aufnehmen wird.
—> S. M. S. „Hertha" ist am 10, d. Mts. in Gibraltar eingetroffen und beabsichtigt am 11. deff. Mts. die Heimreise fortzusetzen. — Briefsendungen rc. für S. M. S. „Victoria" sind vom 12. IM ab nach Plymouth zu dirigiren.
— Der Minister der geistlichen Angelegenheiten hat durch Verfügung vom 15. v. M. entschieden, daß die Altkatholiken, so lange sie nicht ihren förmlichen Austritt aus der katholischen Kirche auf Grund des Gesetzes erklären, jetzt durch Zwangsvollstreckung im Verwaltungswege zu den Kirchensteuern der katholischen Gemeinden herangezogen werden können, da die früher ihnen deshalb ertheilte Befreiung auf jetzt nicht mehr zutreffenden Voraussetzungen beruht haben. am)
— Karlsruhe, 11. Juli. Mit der gewohnten Pünktlichkeit, um 1 Uhr 40 Min., und bei schönstem Kaiserwetter traf der Sonder« Zug hier ein, der den Deutschen Kaiser nach Schloß Mainau führt. Der hohe Herr hatte sich jeden Empfang verbeten; es waren aber auf dem Perron außer dem preußischen Gesandten, Grafen Flemming, und seiner Gemahlin die Staats-Minister, Generäle und andere höhere Offiziere zur Begrüßung anwesend. Der Kaiser, der sehr wohl und heiter aus- sah, unterhielt sich auf das freundlichste mit den Herren und Gräfin Flemming und setzte nach kurzem Aufenthalte die Reise fort. Heute Abend ist der Kaiser in Constanz eingetroffen und, nach herzlicher Begrüßung durch den Großherzog und die Großherzogin am Bahnhöfe, ; unter enthusiastischen Kundgebungen der Bevölkerung nach der Insel Mamau weiter gereist. Die Krankheit des Erbgroßherzogs war ein rheumatisches Fieber in Folge von Erkältung. Nachdem das Fieber durch die umsichtige und energische Behandlung des Geh. Raths vr. Friedrich gehoben ist, die Krankheit also als überstandes betrachtet werden kann, wird der Prinz in Kürze seine Studien wieder aufnehmen können, die er auch im Winter« Semester noch in Heidelberg fortzusetzen gedenkt. sKsl«, gtg.)
— Die Eröffnung der Eisenbahnlinie Nürnberg-Schnabel- waid-Bayreuth findet laut Bekanntmachung der Bahnverwaltuna am 15. d. M. statt.
— Wien, 12. Juli. Wie das „W. T. B." heute aus München meldet, ist der Kaiser heute früh dort eingetzoffen und im PalaiS der Prinzessin Gisela abgestiegen. Derselbe gedenkt Abends nach Possen- Hofe» weiterzureisen.
m "7 Wien, 12. Juli. Telegramme hiesiger Morgenblätter. «Neue sr. Presse" auS Bukarest, 11. d.: Die Türken ziehen sich in