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Ijininucr Meizer.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Torrespondenz.
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Donnerstag den 12. Juli.
1877.
Amtliches.
Polizei-Verordnung.
Auf Grund des §. 11 der Verordnung über die Polizei-Verwaltung vom 20. September 1867 verordnen wir für den Umfang des Regierungsbezirks Caffel die nachstehende Zusatz-Bestimmung zu §. 4 der von uns Mter dem 23. Dezember 1869 erlassenen Polizei-Verordnung in Betreff der Lagerung und Aufbewahrung von Petroleum und ähnlichen flüchtigen Mineralölen, unter Hinweisunz auf die NachtragS- bestimmung vom 14. November 1870.
Zusatz zu §. 4. Abweichungen von den vorstehenden Bestimmungen können in einzelnen Fällen von der OrtSpolizei-Behörde mit Genehmigung der Vorgesetzten Regierung zugestanden werden. Die OrtSpolizei- Behörde hat in solchen Fällen die nach Maßgabe der Umstände erforderlichen Vorsichtsmaßregeln und das Moximalquantum, sowie die Gestaltung der zu lagernden feuergefährlichen Stoffe speciell vorzuschreiben. Wird die Lagerung von Quantitäten über 600 Pfund in den mit den BerkaufSlokalien in Verbindung stehenden Kellern oder zu ebener Erde belegenen Speicherräumen gestattet, so sind mindestens die im §. 3 für die Lagerung von Quantitäten bis zu 600 Pfund aufgeführte» Bedingungen vorzuschreiben.
Caffel den 25. Juni 1877.
Königliche Regierung, Abth. des Innern.
Wird veröffentlicht.
Hanau am 7. Juli 1877.
D-r Landrath.
— Berlin, 10. Juli. Die Einziehung der preußischen dem Thalersuße angepaßten Kassenanweisungen steht bevor, nur ist ein Termin dafür noch nicht angesttzt. Dagegen fehlt eS nicht an fortgesetzten Aufforderungen, diese Papiergeldzeichen umzuwechseln. Selbst die früher außer Cmr gesetzten GeldzeicheuydeS preußischen StaatS können hier in Berlin umgewechselt werden. — Schon früher einmal hatte sich der General-Postmeister im Reichstage gegen eine weiter gehende Beschäftigung von Frauen im Postdienst- ausgesprochen; jetzt enthält auch die von dem Berner „Internationalen Postbureau" in deutscher, französi- scher und englischer Sprache herauSgegebene Zeitschrift „Union Postale" «neu Aussatz eine» deutschen Postbeamten, welcher sich gegen dir Verwendung der Frauen im Postdienst erklärt, alle Gründe für und wider ^en einander abwägt und dabei zu dem Schluffe kommt, daß der wervlrche Organismus so große und gewaltige Anstrengungen auf die »auer nicht ertragen könne, was gar nicht auSschließe, daß es auch Männer gebe, welche jenen Anstrengungen nicht gewachsen seien. [«m«. stg.i w« .i -Die h«Mi> Admiralität hat bekanntlich auf ihren Werften die eingehendsten Versuche über die Qualität der Steinkohlen angestellt, tMitAa^'t^ dann ergab, daß der Verwendung der heimischen west- , ^® "iN nur nichts im Wege stehe, sondern daß dieselbe Ä iV1™^ englische Kohle in vielen Fällen übertreffe. Seitdem JL"« ^?iralität zum Gebrauche der westfälischen Kohle übergegangen «^^t dieselbe in den heimischen Häfen beständig. Hat aber un« sere Flotte, bte ausschließlich aus Dampfern besteht, die heimischen Hä« hL e A^6 letzt wieder, verlassen, so ist sie hauptsächlich auf eng. Jn e "»gewiesen, deren Bezug möglicherweise einmal abgeschnit« M-^» " k"»»- Diese Erwägung leitet nun ganz von selbst auf den «tnfi»*» ■' °re eS tlicht im höchsten Grade wünschenswerth erscheine, we- ^.^^"^ ^ Europa für unsere Flotte bestimmte, mit heimischen Kohlen m.Atir^ i» haben. In dem Vereine zur AuSfuhr
a^, ber sich im Mai d. I. in Westfalen gebildet hat, hi^ ®, ^ache bereits zur Sprache gekommen und erwogen worden, ob Mit «^ neutrale holländische Hafen Vlissingen als Kohlenstation für tretun^s^N^^ Schiffe ins Auge zu fassen sei. Die Hauptver-
8 ^^^ns hat nun m Mgster Zeit die Aufmerksamkeit der ae^i»!^^»?"!^ ^oge zu lenken gesucht und ihrerseits den unmaß- ;^^ Vorschlag gemacht, durch VermittelMg cmiäWsr solider deut- Wer Häuser in brftimmten Seeplätzen, z. B. in Blissingen, Liffado«, ;
. Carthagena, Catonia usb vielleicht Alixandria größere Kohlendepots zu errichten, um wenigstens einigermaßen und soweit augenblicklich möglich, den Bedarf der Dampfer zu decken. Die Engländer sind uns bekanntlich schon dadurch voraus, daß sie überall Punkte in Besitz haben, wo sie befestigte Kohlenstationen errichten können. (Berl. Tgbl.)
— Der Antrag eines Angeklagten, seine Ehefrau oder andere nahe Anverwandte als Entlastungszeuge« zu vernehmen, darf, nach einem Er« kenntmß des Ober-Tribunals vom 15. Juni 1877, vom Richter nicht ohne Weiteres verworfm werden, vielmehr hat er die Erheblichkeit einer derartigen Vernehmung mit Rücksicht auf die konkrete Sachlage zu prüfen.
— Nach einem Erkenntniß des Reichs-Ober-Handelsgerichts, I. Senat, vom 26. Mai 1877, gehört „das durch die Sicherheit des Eisenbahntransport s gebotene Reinigen der unterwegs geschwärzten Scheiben der Schaffnercoupäs während der Fahrt durch die betreffenden Eisenbahnbeamten, wegen der durch die schwankenden Bewegungen der Wagen bedingten unsicheren Stellung des reinigenden Beamten und wegen der behufs schleuniger Herstellung der Durchsichtigkeit der Scheiben und baldiger Beendigung dieser von der Beobachtung der Zuges momentan abziehenden Thätigkeit erforderlichen Eile der Reinigung unbedenklich zu den besonderen und eigenthümlich gefährlichen Verrichtungen des Eisenbahnbetriebes und birgt seiner Natur nach die mögliche Gefahr einer Verletzung der mit solcher Verrichtung dienstlich beschäftigten Beamten in sich."
. — Darmstadt, 11. Juli. Der Kaiser ist heute Morgen um lOVs Uhr hier ange kommen. Er wurde vom Großherzo. und der Großherzogin am Bahnhöfe empfangen und reiste um 11 Uhr 35 M. weiter.
— Wi-n, 11. Jali. Aus Odessa wird gemeldet! Die Nachricht, es fei den Türken gelungen, die Torpedos an der Ostküste des PontuS zu entfernen, wird als völlig unbegründet bezeichnet.
— Paris, 10. Juli. Der Postdirector hat den Briefträgern die Vertheilung von Zeitungen und Drucksachen, die nicht in den Post- büreaux niedergelegt waren, sowohl in als außer ihrem Dienste verboten, und nicht nur mit Absetzung, sondern auch mit gerichtlichen Strafen gedroht.
— London, 11. Jali. Die englische Flotte in der Besika-Bai wird, wie das „Reutersche Bureau" hört, durch 4 weitere Panzerschiffe, den „Shannon", „Temeraire", „Hercules" und den „Thunderer" oder „Dreadnought" verstärkt. (R.«. st«.).
— Die Civiltu Cattolica bringt in ihrem Heft vom 16. Juni unter der Ueberschrift: „Der Weltkreis im Vatican" einen zweiten Artikel über die Bedeutung der zahlreichen Pilgerzüge, welche das Jubiläum des Papstes nach Rom geführt, findet in denselben den un- widerleglichen Beweis dafür, daß das Papstthum noch nicht todt fei, und schließt seine Ausführungen mit folgendem hoffnungsreichen Blick in die Zukunft: „Thatsächlich ist die Welt gegenwärtig mit nichts Anderem beschäftigt, als mit zwei Fragen, der orientalischen und der römischen. Die eine wird militairisch, die andere moralisch ausge- kämpft. Wer weiß, ob dieselben nicht nach dem Rathschluß Gottes in ihren Folgen enger zusammenhängen, als es den Anschein hat? Wer weiß, ob die friedlichen Scharen, welche kommen, um ihre Proteste im Vatican zu erneuern, nicht die Vorboten von Ereignissen sind, welche die Revolution zerstören?" Die „Köln. Ztg." bemerkt hierzu: „Diese Worte beweisen, daß der Vatican seine Hoffnung auf die Wiederherstellung des früheren Zustandes der Dinge keineswegs aufgegeben hat. Interessant ist es unter diesen Umständen, daß die Siüiltä in ihrem neuesten Heft (vom 7. Juli) eine lange Corresvondenz aus Frankreich veröffentlicht, worin behauptet wird, die deutschen, französischen, schweizerischen und italienischen Blätter, welche das neue Cabinet Mac Mahon's als ein Werkzeug der clericalen Reaction zum Verderben des Deutschen Reichs und des Königreichs Italien bezeichneten, seien nur Reptile, welchen der böse Bismarck einige fette Brocken aus dem Vermögen des Königs Georg in das Maul geworfen habe.
— Ueber den Zustand des Papstes berichtet man aus Romr