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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
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M 159.
Mittwoch den 11. Juli.
1877.
Amtliches.
Der dem Konrad Schmidt in Kikianstädte« am 23. Januar d. I. sub Nr. 106 ertheilte LekitimationSschein zum Aufkauf von Federvieh und kleinen vierfüßigen Thieren ist demselben abhanden gekommen. Vor Mißbrauch wird gewarnt. Eine Duplikat Ausfertigung des Schei- »er wird dem rc. Schmidt »»gestellt werden.
Hanau am 7. Juli 1877.
Der Landrath.
Bewerber um die erledigte 2. Sckulstelle zu W i nd e ck e n, mit welcher neben freier Wohnung und 90 Mark für Feuerung ein Einkommen von 1000 Mark und nur noch der höhere Kirchendienst verbunden ist, werden hierdurch aufgefordert, ihre mit den nöthigen Zeugnissen versehenen Meldungsgesuche bei dem Kchulvorstande binnen 3 Wochen einzu- reichen.
Hanau am 9. Juli 1877.
Namens des KchulvorstandeL: Der Landrath.
Gefunden: Auf der Straße von Hanau nach Roßdorf ein Portemonnaie mit Geld; Empfangnahme beim Ortsvorstand zu Roßdorf. 13 Stück Brief Couverte mit der Aufschrift „W. A. Wolfs Nachfolger, Frankfurt a. M.", nebst Briefpapier.
Verloren: Ein sogenanntes Wirkmesser.
Hanau am 11. Juli 1877.
_____________________Königliches Landrathsamt._____________________
Tagesscha«.
Vom Kriege.
, A. b. Echw. Merk.
Die Erfolge der Türken in Armenien bestätigen sich. Muktar Pascha, die feindliche Armee vor sich hertreibend, ist 5 Wegstunden vor Kars eingetroffen, die Russen sollen bis hinter Kars zurückgegangen, Großfürst Michael sogar nach TifliS zurückgekehrt sein. Inzwischen scheinen die Türken aber doch sich überzeugt zu haben, daß ihnen alle Erfolge, sei es in Armenien, sei es in Montenegro, wenig nützen, wenn es ihnen nicht gelingt, auf dem entscheidenden Kriegsschauplatz, nämlich dem an Donau und Balkan, dem eindringenden Feind die Spitze zu bieten. Daher der Entschluß, die Montenegriner vorderhand ganz un« behelligt zu lassen und alle verfügbaren Truppen auf das wichtigste Krregstheater abzuschicken. Nur dürfte es bereits zu spät sein, dem Eindringen der Russen an dieser Stelle noch einen erfolgreichen Wider- Q«^!^»rusetzin. Die Türken behaupten, daß sie auf der Linie Rustschuk-Widdin, also gerade auf dem Gebiet, wo die Russen jetzt operrren, eine Armee von 165,000 Mann besitzen, aber vergebens sucht man nach irgend einer Spur von Thätigkeit dieser Armee, welche die Russen so wenig ernsthaft hindert, vorwärts zu kommen, als sie dieselben gehindert hat, die Donau zu überschreiten. ES macht einen ko- mischkn Eindruck,, wenn Korrespondenten, die übereifrig den Türkm zu- gethan sind, versichern, die Türken haben einen heroischen Widerstand gelerstet, in einer Reihe blutiger Gefechte südwärts von Sistowa seien sie Sieger geblieben, „noch viele solche Siege der Russen, und ihre Operatwnsarmee in Bulgaren kxistirt nicht mehr.- Thatsache ist, daß die Russen Wetter kommen. Eine offizielle Depesche theilt mit, daß nach einem kurzen, unbedeutenden Gefechte am Jantrafluffe die Stadt Bjela
3uli von Dragonern, am 6. von nachfolgender Infanterie besetzt worden ist, und eine andere, nicht offizielle, und «och immer nicht sehr wahrscheinlich klingende, diesmal aber doch mit mehreren Details geschmückte Nachricht will wissen, daß auch das wichtige Tirnowa am 6. Juli kvon den Russen eingenommen sei. Die letztere Nachricht mag wi-derum verfrüht sein; daran ist doch nicht mehr zu zweifeln, daß die russische Armee in wenigen Tagen vollends in solcher Stärke auf bulgarischem Boden stehen wird, daß man der Vertheidigung Abdul KerimS, von den Festungen abgesehen, wenig Gutes mehr prophezeien kann. Dazu kommt aber der wichtige Umstand, daß der russische Plan auf die Egehung der Festungen gerichtet und so angelegt zu sein scheint, daß Sie Russen sich diese Umgehung auch erlauben dürfen. Zum erstenmal
wagen es die Russen in ihren Feldzügen gegen die Türken, an daS türkische Festung Viereck von Westen her zu geh?» und sich in Bulgarien zwischen Widdin einerseits und Rufischuk und Schumla andererseits ein- zuschieben. Im Jahre 1854 mußte nach einem Versuch gegen Kalafat und Widdin die Hauptanstrengung auf Silistria gerichtet werden. Diesmal hat ein kühnerer und für die Türkei viel bedrohlicher Plan befolgt werden können, Dank dem Umstand, daß die Eisenbahnen den Rusie« erlaubte», mit einemmal viel größere TruppenMüssen sammt Geschütze« und Borräthm auf den feindlichen Boden zu werfen, Dank ferner der Mitwirkung Rumäniens und der Zauderpolitik Abdul KerimS, der sich hinter seine Festungen einschloß. Jetzt können die Russen aus dem zwischen Bistowa, Bjela und Tirnowa liegenden Gebiet die Basis ihrer Operationen gegen die zweite Bertheidigungslinie der Türken, den Balkan, machen, ohne sich weiter um das Festungsviereck zu kümmern, daS sie blos im Schach zu halten, aber nicht zu nehmen brauche».
— Berti», 10. Juli. Das Reichspatentamt hat unter dem 7. d. an die Behörde» des Auslandes, welchen gleichfalls die Leitung des Patentwesens anvertraut ist, folgende Zuschrift gerichtet: „Das Patent- amt hat auf Grund des Patentgesetzes für das Deutsche Reich vom 25. Mai d. I. so eben seine Thätigkeit begonnen. Dieses Gesetz, hochwichtig und bedeutsam für die heimische Industrie, wird in sÜNer Wirkung zugleich weit über die Grenzen der letzteren hmausreichen. Das Bestreben, für das Patentwesen richtige und die verschiedenen Interessen ausgleichende Grundsätze zu gewinnen, ist seit längeren Jahren in weiten Kreisen lebhaft hervorqetreten und hat in den Verhandlungen bei Gelegenheit der Weltausstellung in Wien seinen Ausdruck gefunden. An diese Verhandlungen haben sich die Vorarbeiten für das deutsche Patentgesetz angkschloffen, dasselbe geht von freien Anschauungen aus, dem Ausländer steht derselbe Schutz für seine Erfindung zu Grbote, wie dem Inländer. Andererseits hat die Gesetzgebung Vorkehr getroffen, daß der Patentschutz nur wirklichen, nicht vermeintlichen E findungen zu Theil werde, und daß der Patentinhaber das ihm gewährte Recht nicht fit einseitiger, egoistischer Weise ausbeute. Die Orffentlichkeit des Verfahrens und die Bekanntmachung der Patentschriften gewährleisten, daß die Erfindung nicht blos Gegenstand der ausschließlichen Berechtigung fein darf, sonder« zugleich zu einem Gemeingut und zu einer Grundlage für weiteren Fortschritt sich gestaltet. Diese Grundsätze, auf welchen das deutsche Patentgesetz aufgebaut ist, erscheinen einer allgemeinen, internationalen Anwendung fähig. Das Patentamt, welches derselben für die praktische Verwirklichung Folge zu geben im Begriff steht, empfindet in demselben Augenblick das Bedürfniß, in eine lebendigere Beziehung zu denjenigen Behörden des Auslandes einzutreten, welchen gleichfalls die Leitung des Patentwesens anvertraut ist. Eine solche Beziehung und ein dienstwilliges Einvernehmen werden die Grundsätze klarer stelle«, welche auf dem bezeichnete» Gebiete heilsam erscheinen und werden denselben in leichtester Weise Geltung verschaffen können. DaS Patentamt beehrt sich demgemäß, das Gesetz vom 25, Mai, und die zur Ausführung beffeiben ergangene kaiserliche Verordnung vom 18. Juni d. J. hier beizufügen. Weitere Bestimmungen wird das Patentblatt, welches dem Gesetze entsprechend herauszugeben ist, regelmäßig Nachfolge» lassen. Dieses Blatt wird die von dem Patentamt? erlassenen Verordnungen, Vorschriften und Bekanntmachungen enthalte», es wird auch Raum für sonstige Mittheilungen aus dem Patentwesen deS In- und Auslandes bitten, welche für sie Industrie von Interesse erscheinen. Die Beröf- fentlichunge» der Beschreibungen und Zeichnungen patentirter Erfindungen werden in besonderen Heften unter dem Namen „Patektschriften" «eben dem Hauptblatte ausgegeben werden. Hiedurch ist zugleich der Umfang bezeichnet, innerhalb dessen dem Patentamts gleiche Mittheilun- ge» der verwandten Behörden des Auslandes willkommen sein würden; die wichtigeren derselbe» könnten durch das Patentblatt eine vielleicht erwünschte größere Verbreitung finden. So weit die dortseitigen Vorschriften, Beschlüsse und Entscheidungen nach den bestehenden Einrichtungen nicht durch den Druck veröffentlicht werden sollten, würden auch schriftliche Mittheilungen dankbar entgegengenommen werden. Das dies-