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Hanaiirr AMtr.

ZAgleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage, mit belletristischer Beilage/ und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

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Die IsPaMz, vnrmondzeilc ek deren Raum

10 Ph.

Die -spalt. $e® 20 Ps«.

DiebfpaMseS«, 80 P,,.

M 15L

Dienstag den 10. Juli

1877.

Anilinfabrikation zu Berlin Dr. MartiuS, den Ingenieur und Fabrik- , drrektor Petzold, den Geheimen RegierungSrath Direktor der Königlichen , Gewerbe-Akademie Reuleaux. den Direktor des chemischen Laboratoriums , deS V-remS für Rüb..:zuck-r.Industrie Dr. Scheibler, das Mitglied der C Königlichen Akademie der Wissenschaften Dr. Sievi-ns, den Professor . und Lehrer an d.r Königlicher Gewebe-Akademie Dr. Weber, den Ge« Birnen Bergrath und Lehrr an der Kör-iMchm ZerZ-Akademie Dr. , Wedding, den Professor an der Königlichen Universität zu Berlin Dr. ; Wichelhaus. Die konstituirende Sitzung des Patentamts findet nächsten , Dunstsg Statt.

: Berlin, 9. Juli. Se. Majestät der Kaiser und König fhb

t gestern vor dem Diner in Go5!L $ einzoffen und von den Spitzen

Tagerscha«.

Berlin, 6. Juli. Die militärische Lage ist nahezu unver- ändert. Daß der Vormarsch bu Russen in Bulgarien sehr langsam geht, ist so begreiflich, daß sich in bi^er Belebung noch gar kein Ur- i Jtil über die wi kliche LeistungSfäh^keit der Russen bilden läßt. Der augenblickliche Mißerfolg in Asien, welchen übrigens j-tzt russische Blätter s lbst eingestehen, ist aller Wahrscheinlichkeit nach dadurch ent« stand .;, daß die russisch n Führer, von La ersten leichten Erfolgm br- rauscht, in wenigen Wochen ganz Armeniens sich bemächtigen zu können glaubten, und dabei weder die örtlichen Schwierigk.iten, noch die Wider­standsfähigkeit der Türke« »« Jgten. Solche Fehler pflegen sich immer schw. zu rächen. UebrigenS wird man gut thun, den Uebertreibungen der Türken im Glück gegenüber so vorsichtig zu. sein, wie gegenüber den Schilderungen, welche noch vor wenigen Tagen die Runde machten. Die russischen Berichte find jedenfalls viel zuverlässiger, was die Verluste betrifft. Diejenigen an Offizinen, welche bekanntlich stets annähernd im gleichen Verhältnisse zu den Gesammtverlusten stehen, werden eben« fog?t, wie jede Beförd^ung und B-. schung in den russischen amtlichen Organen veröffentlicht, so daß massenhafte Berschweigungen gar nicht möglich fbb. Die Nordd. A. Z. kovstai.rt, daß die politische Seite der Orientkrise seit dem bulgarischen Manifeste des Zaren und der mg- lischen Flottendemonstratlon in der Besikabai eine gesteigerte Empfind­lichkeit zeige. Sie occeptirt, darf man sagen, die -- erstch^ungen der Wiener Korrespondenten der Rat. Z., daß der Eindruck der gedachten Prouamation in Wien nachhaltig ein mißlicher sei, indem sie dieselben reproduzirt. Sie bemerkt zum montenegrinischen Zwischenfall, eS sei Thatsache, daß türkischer Seits Truppendiskokationen vorgenommen wer­den, die den Montenegrinern Lust ru.schaffen, was also wohl den Ge­rüchten von östreichischen Präventivmaßregeln im Sinne einer Interven­tion zu Gursten des Bergvolks zur Grundlage diene. Die Nachricht, daß die Besikskaiengelegenheit in Rußland tiefe Verstimmung hervor­gerufen, glaubt die Nordd. A. Z. dadurch auf ihren thatsächlichen Werth zurückzuführen, daß sie daran erinnc.t, wie eine gewisse Portion Miß­trauen in alles englische mit zu den Traditionen des national-russischen Patriotismus gehöre. Eine hochinteressante Nachricht kommt der Nat. Z. aus Wien: Baron Hirsch will auf der außerordentlichen Ge­neralversammlung der Aktionäre b^ türkischen Bahnen im August den Antrag stellen, die Kompagnie solle liquidiern und ihre Linien eine? »strich. G.,ellschaft übertragen. Dre Nachricht erregt nach der Ver- fich^ng des Blattes in maßgebenden politischen Kreisen WenS Ssn- fatwn. Der östreichische Einfluß würde dadurch wie ein Querriegel zwis)en die Russen und Konstantinopel hineingeschoben. Das mag po- litische Vortheile bieten, wird aber sicher auch ernste Engagements nach sich ziehen, die beim Suezkanal, den Rußland freiwillig von seiner Ak­tion ausgeschlossen, in viel minderem Maße zu fürchten. Der Fall ist also nicht analog. DaS Blatt zweifelt trotzdem nicht, daß der Bor­schlag durchgeht. lSchv, Merk.

an . nT Berlin, 7. Juli. Der Reichs-Anzeiger meldet amtlich : Sc- Majestät der Kaiser und König haben allergnädigst geruht, zu Mitglie­der.: drs Patentamtes zu ernennen, und zwar 1) zu ständigen Mitglie- oern: den Kaiserlichen Geheimen Ober- RegierungSrath und Vortragenden Rath im Reichskanzleramt Dr. v. Möller, den Kaiserlichen Geheimen RegierungSrath und Vortragenden Rath im ReichSkanzleramt Nieberding, den Königlich Preußischen Ober-TcibunalSraih Wentzel; 2) zu nicht ft^ wtgen Mitgliedern: den Admiral,tätSrath Brix, den Jazenteur bei l:® Kaiserlichen General-Telegraphenamt vr. Brix, den Geheimen Re- grerungSrath, Direktor -er EtaatSdruckerei, Busse, den Lehrer an der I Königlichen Gewerbe Akademie ConsentiuS, den Dirigenten der Versuchs- i stat.on deS Verein- der SpirttuLfabrikanten in Deutschland Dr. Delbrück,

Ingenieur und Lehrer an der Königlichen Bau- und Königlichen I Gewerbe-Akademie Dr. Dörgens, den Ober-Berg- und Baurath Gebauer, i den RegierungSrath und Professor an dem Polytechnikum zu DreSden $ Dr. Hartig, den Geheimen RegierungSrath und Professor an der König- t "Hen Universität zu Berlin Dr. Hofmann, den Professor und Lehrer an 5 krr Königlichen Berg-Akademie Kerl, den Direktor der Gesellschaft für

i der B-Hördeu auf der Schloßbrücke empfangen worden. Heute findet . im Königlichen Residenzschlosse ein großes Six; und Abends großer ! Zapfenstreich der Garnison statt.

Berlin, 9. Juli. Das heute erschienene Reichs-Gesetzblatt

bringt das heute schon in Wirksamkeit tretende Pferde-Ausfuhrverbot. Die darüber sprechende kaiserliche Verordnung lautet: Wir Wilhelm re. verordnen im Namen des Deutschen Reichs, nach erfolgter Zustimmung der Bundesregierungen, waS folgt: § 1. Die AuSfuhr von Pferden ist über sämmtliche Grenzen gegen das Rußland bis auf Weiteres ver­boten. §. 2. Das ReichSkanzleramt ist ermächtigt, Ausnahmen von diesem Verbot zu gestatten und etwa erforderliche Controlmaßregeln zu treffen. §. 3. Gegenwärtige Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Berküudunq in Kraft. Urkundlich rc. Gegeben Bad EmS, 7. Juli 1877.

(L 8.) Wilhelm. (Gegengez.) Fürst v. BiSmarck.

Berlin, 9. Juli. Nach den Zusammenstellungen des Reichs« Gesundheitsamtes hat die Kindersterblichkeit in der deutschen Metropole gegmwä..ig »ine so erschreckende Höhe e^.eicht, wie sie in keiner ändert» - Großstadt Europas beobachtet wird. Während der letzten Juniws^r stürben in Berlin über 700 Kinder unter einem Jahre, meist an Brech­durchfall und Diarrhöe. Es ist das eine in früheren Jahren nie er­reichte TodeSziffer. Die hiesige Gesellschaft für öffentliche Gesundheits« pfl-gs hat eine besondere Commission zur Ermittelung der Ursachen die­ser Erscheinung niedergesetzt und dabei in erster Reihe eine Untersuchung der Nah^ngsverhältnisse in daS Auge gefaßt. («<»«. stg.)

Zu dem neuen Reichs-Patentgesetze werden nach derKöln. Ztg." amtliche Erläuterungen erscheinen, welche sich besonders auf daS AnmeldungSverfahren beziehen. Den Anspruch auf Eriheilung des Pa­tents hat, wie hier nur erinnert sein mag, derjenige, welcher die E-fin- dung zuerst nach Maßgabe des Patentgesetzes angemeldet hat. Auch muß die Anmeldung stets schriftlich und in deutscher Sprache erfolgen. Jede Anlage der Anmeldung muß, sofern es sich nicht um Modelle oder Probestücke handelt, in zwei Ex-mplaren eingereicht werden. Zeichnun­gen werden nicht geknifft und nicht gerollt. Alle Maß- und Gewichts­angaben erfolgen nach metrischem System. Ist durch die Anmeldung den vorgeschriebenen Anforderungen nicht genügt, so verlangt das Pa­tentamt von dem Patentsucher, unter Bezeichnung der Mängel, bereit Beseitigung innerhalb einer bestimmten Frist; wird dieser Aufforderung nicht innerhalb der Frist Folge geleistet, so ist die Anmeldung zurück- zuweisen.

Wien, 8. Juli. Man meldet demR. Wien. Tageblatt": Flüchtlinge aus Widdin berichte», daß dir Stadt bereits zerstört, das Handelsviertel und das Hotel des österreichischen Consuls abgebrannt seien. Englische Officiere sollen in Widdm unter Osman Pascha die Operationen leiten. Auch in Florentin und Bregowa sollen sich eng­lische Officiere befinden. Bei Simnitza wird jetzt hauptsächlich A tillerie über die Donau befördert. Doa Carlos ist in Kalafat einget'offen. Die Stasi Rikopolt ist niedergebrannt, während dir Festungswerke dem Bombardement Widerstand geleistet habe». Ein russischer Dampfer wurde, nachdem er Widdin passirt hatte, von einem bei Nikopoli lie­genden türkischen Monitor angegriffen, woraus der Cap-tän das Schiff versenkte, bissen Wrack alsdann von den Türken geplünd.tt wurde. Die Türken haben Truppen gegen den Timok vorg-sSoben."

Wie», 9. Juli. Die vorliegende Ädreffe der serbische»