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MESMW» V-riL-

WW» 9 Mark. HvlSj.«R.!U>P.

Merteljährlich

r Mari 25 Pfg. ^r auswärtige Wsnnenten

mit »ein betreff«, m P»Saufschlag KteeinzeKleL«»» «er 10 Pfg.

Hnnaurr Anzrign.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinziell-Correspondenz.

F»serti,ut- Preilr

Dir Ijp-Mg« atmonbjcite * beten Raum

10 P!».

Die 2ftalt See ao P,g.

Mk-ttzaMgaza» so W

M 157.

Montag den 9. Juli

1877.

Amtlicher.

Indem ich die unterm 19. September v. I. für den diesseitigen Bezirk erlaffene Polizei-Verordnung, die Vertilgung der Kleeseide be­treffend, in Erinnerung bringe, empfehle ich den Herrn Bürgermeistern und Ortsvorständm bei der Ausführung Folgender zur geuauen^Be- achtung:

1) die nachstehend näher beschriebene BertilßuugSarbMsoll immer durch ganz zuverlässige Personen geschehen;

2) sie darf und kann zweckmäßig bewirkt werden, sobald man Seide auf dem Felde bemerkt, muß aber spätestens bei beginnender Blüthe derselbe« erfolgen;

3) man hat genau darnach znUehm, wie weit die Seidefäden sich in den Klee, oder Luzerne «. f. w. verfolgen lassen, und geht mit der Vertilgung-Arbeit noch V$V* Meter über den SeideplatzMina«^. Ist der Klee kurz wird z. B. die Seide nach dem ersten Schnitt bemerkt, so kann man den Platz gleich tief ««graben; steht jedoch viel Klee da, so daß die tiefe Unterbringung und Erdbedeckung erschwert ist, so wird er am besten mit der Sichel im angegebenen Umfange abge- schnilten, in der Mitte des Platzes auf einen Haufen gebracht und nach genügendem Abwelken tief mit unter gegraben. Oder man bringt ihn sorgfältig auf ein Laken oder Tuch, so daß Nichts verloren geht, trock­net ihn auf einem Platz ohne Pflanzenwuchs außerhalb deS Kleefeldes und verbrennt ihn dann. Es ist weder zulässig, daß der mit Seide behaftete Klee verfüttert, noch in den Mist oder Compost gegraben werde. Auch darf auf den Seid« Plätzen nur dann ein Beweiben stattfinden, wenn noch krim Seide dort geblüht hatte; ;

4) das UmgradtL deß Platzes selbst soll möglichst tief geschehen, mit dem Spaten gerade herunter gestochen und dir Scholle so gewendet werden, daß der Kleekopf (oder Luzerne- «. s. w.) nach unten und mög­lichst tief unter die Erde gebracht wird. Das hier Gesagte gilt ebenso für die FlachSseide;

5) wird Seide auf Wiesen, Wald-, Wege- und Grabenrändern ». s. w. bemerkt, so ist sie hier in gleicher Weise zu vernichten;

6) auf Luzerne-Felder« wird man in den meiste» Fällen eine Wiederansaat der gegrabenen Stellen vornehmen, was auch auf Klee- äcker» zuweilen noch lohnend sei« kann; doch läßt man sie zuvor etwa 14 Tage li gen, um sicher zu sei«, daß die Seide nicht wieder zum Vorschein kommt.

Innerhalb dieser Zeit möge man sich auch überzeugen, ob nicht einzelne Fäden übersehen wurden, deren Vertilgung nachgeholt werden muß.

Cafsrl, den 26. Juni 1877.

Der Vorsitzende der landwirthschaftlichen Central-Bereinr für der Regiernngsbezirk Cafsel.

Wendelstadt.

Gefunden: Ein Portemonnaie mit Geld. Ein weißeS Tasche«. t«ch, P. H. 11 gez. E ne seidene Mütze. Ein Hundemaulkorb. Eine schwarze SMfasijacIe. Eine silberne Uhrkette.

Zugelaufen: Ein junger gelber Hund mit weißer Brust.

Verloren: Eine Geldrolle, enth. 3 Mark in 5-Pf.« Stücken.

Hauau am 9. Juli 1877.

Kösigl. Landrathsamt.

Tage-schau. sZ e b e t r a ch t u « g e «.

«. d. Echw. Merk.

Der am 24. Mai 1873 von den Franzosen an Thiers verübte Undank scheint immer bedenklichere Krisen nach sich z« ziehen. Der Tagesbefehl Mec Mahon's vom 1. Juli wird allgemein als Drohung «it einem Staatsstreich gebrütet für den Fall, daß bei den Neuwahlen der Kammer die republik. Mehrheit wiederkehre, und kann auch kaum anders ausgelegt werden. Inzwischen nimmt jetzt schon der Kampf zwischen den einzelnen Parteien, welche dereinst die moralische Gewalt in Anspruch nehmen wollen, einen immer heftigeren Charakter an.

Wenn nach allen Nachrichten die Bonapartisten durch ihr Uebergewicht in der Besmte«hierarchie und durch den Umstand, daß ihr Prätendent durch die Natur der Dinge segeben ist (während die Orleanisten beten zwei in petto haben und Graf Chambord ««annehmbare Bedingnngt« stellt), wenn die Bonapartisten danach j tzt die meisten Siegesanssichte« haben, so ist folgendes nickt zu vergessen. Was man den BonapartiS- m«S nennt, wie ihn Heinrich v. Treitsckke in erschöpfender Weise dar- gelegt hat, ist ein wesentlich persönliches Regiment, welches sich auf dem Boden verzweifelter Zustände entwickelt hat. Von der Freiheit behält eS nur die Formen bei und die abgehetzt-, durch das Uebermaß von Freiheit oder Frechheit eingeschüchterte Welt fügt sich ^ern, froh gerettet zu werden, diesem System, welches die Gchlßnde der R vol«tio« schließt, Ordnung, Ruhm und Wohlstand verspricht. Die zwei Borbedingmgerr sind also eine bedeutende, lebeZerfahrene Persönlichkeit und ein omh°r- gegangener ganz unerträglicher Zust-nd: Beides trifft nicht ein. Na­poleon IV. ist ein weißeS Blatt und seit der Kommune find 6 Jahre verstrichen. Am 15. Mai 1877 führten die Franzosen politisch wie materiell ein von vielen Völkern beneidetes Dasein, und wenn Nspoleon III. vom Ruhm Nspoleon'S I zehrte, so hat Napoleon IV. vom Ruhm seines Vaters einen weit schmäleren Bisse«.

In den deutschen Münzstätte» sind bis zum 30. JuKi 1877 geprägt worden an Goldmünzen: 1,120,347,180 Mark Doppel- kronen, 345,597,680 Mk. Kronen; 4,327,640 Mk. Halbe Kronen; hiervon auf Privatrechnung: 194,040,359 Mk.; an Silbermünzen: 71,653,095 Mark d-Markstücke, 96 636,868 Mk. 2-Markstücke, 143,512,165 Mk. 1-Markstücke, 57,640,572 Mark Pf. 50-Pfennigstücke, 35,717,922 Mark 80 Pf. 20-Pfennig stücke; an Nickelmünzen: 23,502,530 Mark 70 Pf. 10-Pfennigstücke, 11,657,813 Mk. 75 Pf. 5-Pfennigstücke; a» Kupfermünzen: 6,213,207 Mark 44 Pf. 2-Pfennigstücke, 3,382,722 Mark 83 Pfennig 1-Pfennig stücke. Gefammtausprägung: an Gold­münzen: 1,470,272 490 Maä; an Silbermünzen: 405,160,622 Mark 80 Pf.; an Nickelmünzen: 35,160,344 Mark 45 Pfennige; as Kupfermünzen: 9,595,930 Mark 27 Pf.

Auf dem IX. Deutschen Feuerwehrtags in Cassil wurde be« schloffen, den X. Deutschen FeuerwehttaZ in Stüttgart al zuhalte«. Die Stuttgarter freiw llige Feuerwehr verbindet mit der Abhaltung deS X. Deutschen FeuerwehrtagS ihr 25jährigeS Jubiläum. Harp!sächlich aber wird das AuMmmk auf eine praktische Förderung der FrmrlöschwrsenL überhaupt, auf einen regen Nuttausch der «nschauuuge» unter den Mit­gliedern dieser gkmeiv«ützigkn Körperschaften gerichtet sein. Daß man die Bedeutung des Feuerlöschwesens zu würdigen weiß, geht unter An­derem daraus hervor, daß die bürgerlichen Kollegien in Freiburg i. B. beschlossen haben, den dortigen Mitgliedern der Feuerwehr einen Bei­trag auS städtische« Mitteln zu gewähren. Als von besonderem Nutze« wird sich die in Aussicht genommene Ausstellung von Feuerlöschgerättz- schaften und auf das Löschwesen bezüglichen Ausrüstungen erweise«, wozu sich His j^t sckon gegen 100 tofaßer a?,gemeldet haben. ES ist zu diesem Zwecke Seitens deS süddeutsche«, wchdrutschen und rheinische« Eisenbahnverbands eine Frachterwäßigurg zugesichert worden. Auch haben die Bahnen für die Besucher des Festes theils Verlängerung der Retourbillete, theils PreiLerwäßigusg bewilligt. Zahlreiche Anmeldun­gen, zum Theil aus sehr entfernten Gegenden, wie z. B. aus Hermann- stadt in Siebenbürgen, Lodz in Rufs. Polen, sind bereits eingelaufen. Der Reisi-Unternehmer Adolph H ssil in Dresden gedenkt am 10. Au­gust einen Exirazug zu expebiren, der am 11. August Morgen» i« Stuttgart eintrifft.

Wien, 7. Juli. Die Wiener Abendpost schreibt:Die eng­lischen Blätter beschäftigen sich lebhaft mit der Frage der JnteresseUge- meinschaft Oesterreich-UngMs und Englands, und wir glauben in so fern von den betreffenden Aurführungm Akt nehmen zu müssen, als sie im Wesentlichen auf dem Satze beruhen, daß diese Interessen in erster Linie FriedenSinteressen sind."

Wien, 7. Juli. Wie der Pol. Corr. aus Belgrad vom heutigen Tage trlegraphlrt wird, lehnt die serbische Gkupschtiaa jedwede