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Jm englischen Parlament wurde der von der liberalen Seite kommende Antrag auf Erweiterung des Wahlrechts mit 276 gegen 220 Stimmen verworfen.
Vom Kriegsschauplätze an der Donau wurde folgendes berichtet: Außer dem 8ten gingen noch andere russische Corps bei Simnitza über die Donau und drangen von da weiter nach Süden vor. Zu Anfang dieser Woche schon war die Avantgarde bei Tarnow angekommen. Oest- lich davon und parallel mit dieser Bormarschlinie fließt der Jantra, dess n Uebergänge die Tüken besetzt halten. Bei Biela soll auch bereits ein russ. UeberLangsversuch vereitelt worden sein. Das russ. Hauptquartier befand sich vor einigen Tagen in der bulgarischen Donaustadt Sistowa. Die vom Czar an die Bulgaren erlasse«? Gefreiungsprokla- mation verkündet vor Allem. daß im Maße des Borrück-nS der russ. Truppen die türk. Herrschaft durch eine geordnete Verwaltung ersetzt werden soll, an welcher die Einwohner selbst unter Oberleitung der Spezialbthörden theiluehme«, — und daß die innere Ordnung und Sicherheit durch ein? lokale Armee aufrecht erhalten werden soll. Die Proklamation verheißt den Bulgaren, wie den Rumänen und den Serben volle Selbstsiänbigieit. Die Montenegriner sind von der türk. Invasion wieder befreit. Die dort operirenden Türken stehen nämlich sämmtlich im Lager bei Podgorizza in Albanien. I« Kaukasus wollen die Türken einen Sieg über die Russen errunge« haben. Bei der Küstmftstung Botum in Kleinasien wollen sie zum Angriff übergegang?» sein und die Russen aus ihren Positionen geworfm haben. Ob das richtig ist, bleibt abzuwarten. Thatsache ist aber, daß der Sieg, den die Türken vorige Woche bei Sewin errungen haben wollten, sammt den großen Verlusten, von den Russen inzwischen zugestanden worden ist. Dagegen geben Letztere nicht zu, daß die Festung Bajasid von den Türken wieder genommen sei, das von großer Uebermacht belagerte Bajasid, behaupten sie, sehe vielmehr seiner baldigen Entsetzung entgegen.
Tkge- schau.
— Berlin, 6. Juli. Sr. Majestät der Kaiser und König haben, wie aus EmSgemelset wird, die Abreise von dort nach Coblenz auf Sonntsz, den 8. Juli, Nachmittags 4 Uhr, festgesetzt.
— B erlin, 6 Juli. Fürst Bismarck ist gestern Abmd um 10 Uhr von Friedrichsruhe hierher zurückgekehrt.
— Die Nordd. Allz. Ztg. schreibt offiziök: „Seit mehreren Jahren bereits hat der Kaiser von Oesterreich den Kaiser Wilhelm auf dessen Reise nach Zaftei« regelmäßig begrüßt. Wahrscheinlich beruht auf dieser Thatsache das Gerücht, daß auch in diesem Jahre e»ne Kaiserzu- sammenkanst in Salzburg Statt finden würde. Eine weitere Unterlage hat die Meldung bisher nicht. Der Aufenthalt des Kaisers in Ems wird sich noch bis zum nächsten Sonntag erstrecken und bis dahin wird auch der Minister des Innern dort verweilen."
— Der ReiHS-Mzeiger schreibt: Unter Bezugnahme auf die im Reichs- und Staats- Anzeiger vom 31. Mai, 26. Juni und 17. Oktober v. J. enthaltenen und auf Grund Weiterer amtlichen
Mittheilungen aus London wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die von Seiten Großbritanmeus an der Küste von Da- Homty verhängte Bivkads am 12. Mai d. J. gänzlich aufgehoben worden ist.
— Der gesetzliche Vorbehalt, daß auf Defrauden der Poststeuer- «nd Zollgefälle die Bestimmungen des Strafgesetzbuchs über dm Betrug keine Anwendung finden, ist, nach einem Erkenntniß des Ober.Tribunals, Smat für Strafsachen, vom 12. Juni 1877, nicht auf strafbare Ber- letzungen der Vermögensrechte der E senbahns« in Bezug auf deren Betrieb auszudehnen. Gibt der Versender eines Frachtgutes b« Eisen- bahmxprditisn in dem Frachtbriefe dir Menge des Gutes absichtlich zu niedrig an, so ist er wegen Betrugs auf Grund des §, 263 des Strafgesetzbuchs zu bestrafen. («• *• ®^«-)
— Brnfsmtungen rc für S. M. Kanonenboot „Meteor" sind vom 6. Juli ab bis intl. 12. d. M. nach Ptymouth und von da ab nach Kiel jt dirigiren.
— München, 6. Juli. Der Schriftsteller Friedrich Wilhelm Hackländer ist heute früh auf seiner Villa am Starnberger See ge» fiorbe».
— Würzburg, 4. Juli. Gestern ereignete sich nach dem „Manch. Tazebl." zu Ltndflm ein großes Unglück, indem ein im Bauen begriffenes Haus zusammenstürzte, wobei 8 Menschen verunglückt sein füllen. Der beim Bau beschäftigte Zimmermüster blieb todt am Platze, ein anderer Arbeiter wurde sehr schwer an beiden Füße» ver« wandet und Wu-de noch gestern spat am Abend in das Julius« Spital verbracht. Die übrigm Arbeiter sollen mit leichten Wunde«, was sich zedoch «och tzerausstellen dürfte, davongekoRmen fein.
. ^“tn^ 51 Suli. Der Zustand des Bischofs v. Kerteler ist
nach der „Köln. Ztg." mitgrtheilt?» zuverlässige» Nachrichten aus Burg- hausen (^^ dtill-QMrng, R.-B. Ooerbayrrn) ein vedentenerregender. Die nun Wochen andauernde Krankheit habe den Charakter der
gefürchtet« Steigerung der Körper« Temperatur sei mit -f- 38® @. ein« getreten (+ 39° gelten als gefährlich, + 42Vs® 6. als tödtlich — Prof. G. Liebermeister in R. Volkmann, Klinische Vorträze Nr. 31, Leipzig 1871), der regelmäßige Puls der Kranken zeigte 90—100 Schläge. Besuche vermochte der Kranke, theils auf ärztliche Anordnung, nicht zu empfangen, auch nicht den des Bischofs von RegenSburg.
— Straßburg, 5. Juli. Der Ober-Präsident verfügte nach einem Telegramm der „Köln. Ztg." die Unterdrückung des „Industrie! Alsacien" von Mülhausen wegen Verbreitung deutschfeindlicher Gesinnungen und Agitation gegen die Zugehörigkeit Elsaß.Lothringens zum Deutschen Reiche, nachdem wiederholte Warnungen fruchtlos geblieben seien.
— Wie«, 6. Juli. Telegramm der „Presse" aus Bukarest: Russische Eklaireurs sind bis Plevna und Lovak, südlich von NikopoliS, vorgedrungen. Der rumänische Gemralstab ist heute nach Pojrna, südöstlich von Kalafat, abgegangen.
— Wien, 6. Juli. Telegramm der „N. W. Tageblattes" aus Skutari: Die an der montenegrinischm-albanischm Grenze vereinigte türkische Armee wird, erhaltenen Befehlen gemäß, unter Zmücklassuug von entsprechenden Besatzungen in den Grenzfestungen, zur Hälfte nach Albanien und Spiral, zur anderen Hälfte nach Adrianopel abgehe«.
— Lemberg, 3. Juli. Der „N. Fr. Presse" wird gemeldet: Bei achtzehn Hörern der hiesigen theologische» Fakultät wurden heute HausrevisisAM vorgenommen und dabei mehrere Korrespondenzm und Broschüren sozialistischen Inhalts mit Beschlag belegt. Ju den Bezirke« dauern die Untersuchungen wegLu sozialistischer Umtriebe fort.
— Paris, 5. Juli, Abends. Hier eingetroffsne diplomatische Nachrichten aus Rom bestätigen nach der „Köln. Ztg.", daß der Zustand des Papstes zu ernsten Befürchtunze« Anlaß gibt.
— Madrid, 5. Juli. In der heutige» Sitzung des KongrrsseS brächte Castrlsr seine bereits angekündigte Interpellation über Lir Ber- haftuug Zorilla's, Lsgu»erv'S und Munoz's in Paris ein und verthei« digte in längerer Rede das Recht ber Gastfreundschaft zu Gunsten der genannte» Personen. Der Redner beklagte die Strenge, die gegen dieselben zur Anwendung gebracht worden sei, da es doch den Sadisten in Frankreich erlaubt gewesen wäre, zu konspirire» und Don Carlos gestattet wurde, feinen Aufenthalt in Frankreich zu nehmen. Castelar betonte, das Völkerrecht fei in diesem Falle nicht geachtet worden; er appellire an das Recht der Gastfreundschaft, welches keinem politischer Auswanderer versagt werden dürfe. Der Minister des Auswärtigen erklärte in Beantwortung der Interpellation, Zorilla habe gegen die spanische Monarchie konspirirt, er habe der Jnter»atisnalen ansehört. Die französischm Behörden hätten, als sie von ihrem Rechte Gebrauch machte», geglaubt, die AnwrMheit Zorilla's und Genosse« könnte Unruhen hervorrufm, deshalb hätten sie dieselbe« aus Frankreich ausge- wiese«, (s. «• et^ÄHj.
— Petersburg, 5. Juli. Ein offizielles Telegramm aus Simnitza von heute meldet: Am 28. Juni besetzte der General-Adjutant Schamschow Babadsgh. Am 29. Juni schlug Oberst Jjmailow, der die ganze Umgegend von Tscherkesse« und Baschibozuks säuberte, zwei Tscher- keffsn-AbtheilunZen und nah» denselben viele Waffen, 50 Pferde und gegen 20,000 Stück Vieh ab. Die bekannten beiden Führer von Räu- berschaarkn, Kara Mustapha und Aadem, wurden von ihm gefangen kommen. Die ganze Strecke bis zum Trajanswall ist von den Türke« geräumt. Die christlichen Bevölkerung nimmt die Ruffm als ihre Erlöser enthusiastifH auf. Hier steht Alles gut; die Truppen setzen ununterbrochen Tag und Nacht über de« Donaustrom; es fUb keine Türken sichtbar; nach dem 27. Juni haben nur kleinere Vorpostengefechte Statt gefunden. l«»«. gtg.i
— Sonstantinopel, 5. Juli. Dem:Vernehmen nach soll die bisher in Montenegro operirende Division Suleim»» Paschas eine anderweite Bestimmung erhalte«.
— Konstantr«opsl, 5. Juli. Es werben hier Gerüchte verbreitet, daß im Kaukasus ein ausgedehnter Aufstand gegen die Ruffen ausgebrochen sei. Mo»khtar Pascha meldet, er wäre in der Richtung auf Kars bis Saffakumysch vorgerückt. — Wie man hier wissen will, hätte Derwisch Pascha neuerdings die bei Batum stehenden Russen zurückgedrängt.
— Am 9. Mai d. I. hat ein furchtbareSMrdbeben, begleitet vo« gewaltigen Fluthwellm, die Westküste Amerikas heimzesacht und den größere» Theil der Küste von Bolivia bis zur Nordgrenze von Chile in Ruine« gelegt. Nach dm im „Star u. HrralS" zusammeagestellte« Berichte« ist die Zerstörung größer gewesen, als die des Jahres 1868. Der Schaden an Grunveigenthum und Schiffen wird auf 20 Mill. Doll. geschätzt. Ganze Städte sind vom Meer weggeschwemmt worden. Der Verlust an Menschenleben wird auf mindestrks 600 geschätzt. Die Gewinnung und Verschiffung Wer Maauo ist für längere Zeit unterbrochen.
„Zchrfteb-rL" angenommen und die schon von den Aerzten des Alter- i thumS wegen ihres SrnflusseS auf die Gewebe und Organe des Körpers 1