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Bis dem betreffs» den Lvstaufschiag Wreinzelne Rum- «er 10 $fg.

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Zugleich Amtliches Organ für Kreis nnd Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

Samstag den 7» Juli

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Amtliches.

Gefunden: Ein Portemonnaies mit etwas Geld und ein Uhr- schlüsikl. Ein Bollmachts Document.

Entlaufen: Ein Doo«vhund.

Verlöre«: Eine ca 3 F»ß lange Brorockeite.

Hanau, cm 7. Juli 1877.

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Bekanntmachung.

Dienstag den 7. August d. I., von 10 Uhr Vormittags ab, sollen hierfelbst ungefähr 100 Gestürpferde, btsteyend aus Mvtt-rstuten (meistens bedeckt), 4jShrig-3 Hengst-n upd Stuten und jüngeren Fohlen, meistbietend ßegen Baarzahlung Dei tauft we> den.

Sämmtliche vierjöhrigkn und ält ren Pferde sind mehr oder we­niger geritten. Die zu verkaufenden Pferds werden am 6. August, Nachmittags von 3 bis 6 Uhr, auf Busses an der Hand gezeigt.

Für Personenbeförderung m den bezüglichen Zügen vom und zum Bahnhöfe wird am 5., 6. und 7. feuS gesorgt sein.

States neu, den 27. Mai 1877.

Der Landstallmeister

(^3) von TgH4 ______

Landwirthschafllicher Kreis-Verein Hanau.

Nächste Vrrmmrniung den 10. Juli, Nachmittags 21 /» Uhr, imgoldenen Löwen" in Hanau.

Tagesordnung:

1) Bericht über die Fohlen weide.

2) Antrag des Herrn v. Carlshausen auf Besprechung über Hagel- und E iehversicberung.

3) Wahl von 2 Dtlktzirten des KniSvereinS zu der Generalversamm- lung des Ccntralvereins für den Regierung^bezirk Büffel, in Esch- wege.

4) Berathung über den Anschluß an den Landwirthscheftlichen Central- verein für den Regierungsbez« k Casfel.

5) Besprechung über eine, noch in dieiem Jahre in Langenstlbold ab- zuhalteude mit BiehauSstillurg, Prömrirvng und beziehungsweise Verloosung verbundene Versammkuna des VereinS.

6) Berichterstattung über die Erutkaussickten für dieses Jahr; Referent Hr. Brgwstr. Kopp von Großkrotzesburs, Hr. Brgmstr. Zeh von Kilianstädten, Hr. Schuppius, Rüdigheimerhof, Hr. W. Koch, Bruderdiebacherhof.

__________________________Der Vorstand._______

Hauan. Der abwesende Johann Peter Brücher, geboren am 13. April 1806, Sohn des Balthasar Brücher und dessen Ehefrau, Friedericke, geb. Saarburg er, dahier, sowie etwa vorhandene Lei­beserben desselben werden aufgefordert, spätestens im Termin

den 3. September d. I., Morgens 10 Uhr, persönlich oder durch Bevollmächtigte dahier zu erscheinen, widrigenfalls Johann Peter Brücher für todt erklärt wird und bei Verfügung über sein bisher curatorisch dahier verwaltetes Vermög-n Leibs- oder sonstige Erben, welche sich nicht melden, nicht berücksichtigt werden.

Spätere Verfügungen werden nur durch Abschlag am GerichtS- brett veröffentlicht werden.

Hanau den 26. Mai 1877.

Königliches KreiSgericht.

(3491) Müller.yt. Nikolaus.

H. H. 0. Sonntag den 8 3«h umd der deutsche Kaiser Bad Ems neu gekräftigt und gestärkt verlassen. Einige wollen wissen, daß er am 12. Juli mit dem Kau er Franz Josef eine Zusammenkunft haben werde. In der letzten Juniwoche kam der sranzös. Botschafter Gontaut- Biron nach EmS, wie eS fSeiet um den Kaiser Wilhelm auj's Neue über den Umschwung vom 16. Mai zu beruhigen. Man weiß ja, daß die französische Diplomatie bemüht ist, den deutschen StaatSlenkern die Meinung beizubringen, daß der Konflikt zwischen Volksvertretung und

Staatsoberhaupt in Frankreich ganz denselben Charakter trage, wie der Preuß. Veifaffungrkorflikt in den Jahren 186266. Fürst Bis mark ist auch aus dem Bade nach Berlin zurück, und zwar ebenfalls im besten Gesundheitszustände, und wird sich bald nach Varzin zurückziehsn. In den letzten Sagen seines Kiisingcr Aufenthalts erhielt er den Besuch des bayerischen Ministerpräsidenten v. Pfretzichner, der ihn im Namen des Königs von Bayern begrüßte. Von allgemeinen ReichSangelegenheiten ist noch anzuführen: Die Verurtheilung des R-dalteurS der demokrat. Waage", Dr. Guido Weiß zu Berlin, zu 3 Monaten Gefängniß, resp, die Bestätigung dieses Urtheils in zweiter Instanz, und zwar deshalb, weil Weiß vom Dreikaiferbund gefegt hatte, daß derselbe das frivole Doppelspiel der russ. Politik ermögliche und daß man zur Ehre des Jahrhunderts mahnen müsse, daß dieser Dreikaiserbund in Wirklichkeit nicht existier. Die Gerichte sahen darin eine Beleidigung des deutschen Kaisers. Die gesäumte liberale Presse aber sprach sich einmütig wiß- säll'g über diks-S Votum aus, da eirwal Fürst BiSmarck gesagt habe, ein förmliches Dreikaiserbündniß bestehe nicht, und da ferner für alle Handlungen der auswärtigen StaatSleitung nicht der Kaiser, sondern der Sattlet verantwortlich sei, sonach im schlimmsten Falle nur eine Kanz­lerbelei^igur-ß vorliege. Ferner ist zu bemerken, daß die poln. Pro- vinziallardtagSabgeordneten ihren AuStritt aus dem Landtage der Proviuz Posen erklärt haben, weil darin die polnische Sprache der deutschen nicht glda-gestellt sei. nicht angewendet werden dürfe. Die bayerischen Kam­mern sind zu Anfang Juli wieset zusammengetreren. Nicht ohne Be- dkntuug ist wohl der Umstand, daß die Extremen der ultramontanen Fraktion der AbgeordnetenkaNmer beschlossen haben, den Gemäßigten keinerlei Nachgiebigkeit zu erweisen, sondern am alten radikalen Pro­gramme ftstzuhalten.

Im Wikner Abjr.-Hous erklärten die südly-olischen Abgeordneten ihren AuStritt, da sie seine Hoffnung mehr hätten, die gewünschte 8er* waUungSartknowie für Südlyrol bewilligt zu erhalten. Seit den Ant­worten der beiderseitigen Ministerpräsidenten (Tisza und Auersperg) auf die in den Abgeordnetenhäusern von Wien und Pest wegen der Mobil- machungsgerüchte und der Orienifrage gestellten Interpellationen hat sich die rrffseufeindliche Opposition diesseits und jenseits der Leitha einigermaßen beruhigt. Die Antworten besagten übrigens im Wesent­lichen nichts weiter als daß eine MobilmachungSordre noch nicht er­gangen sei, daß event, nur io viele Truppen zum Schutze der Landes- interissen mobil gemacht werden würden, als unbedingt nöthig, daß kaum Außsicht vorhanden sei, daß der Krieg größere Dimensionen an» nehme und kaß Oesterreichs Beziehungen^ zu,allen Mächten noch immer die besten seien.

In Frankreich fangen sitzt die republikanischen Zeitungen an, die $r8ft!ten gerichtlich zu belangen wegen deS ungesetzlichen B-rboteS deS Kvlxortsgevertritös derselben. Die Rkgierurg thut sich indeß bene in EvSp ndirutlg der Gemeinderöthe und deren Ersetzung durch Gememde- kommissiomn. Am 1. Juli hielt Marschall M«c Mahon die alljähr. liche große Revue über die Pariser Garnison ab. Die osfiz-ell« Welt und kiric-e hundert bezahlte Jadividuen im Borke riefenVive le marschall* Die große Menge aber verhielt sich kalt, treu bet Mah­nung der republikan. Blätter, keinen Anlaß zum Einschreiten der Polizei zu geben. Man w ll w ffen, daß der Minister Decazes dränge, die Neuwahl der Deputirtenkammer möglichst bald vornehmen zu laffe«, da die eurep. R-gieruvgkn binnen Kurzem sehr ernste dtplomatische Frage» zu vertändeln haben werden und baß Europa Frankreich für die Lösung dieser Fragen nur dann beschließende Stimme zuerkennen werde, wenn eS eine regelmäßige, d. h. mit der vollständigen parlamentarischen Ge­walt versehene Regierung habe. Bald nach BrendiZung obenerwähnter Truppenrevue brächte dar amtliche Blatt einen Tagesbefehl Mac Ma« hon'», in welchem er den Truppen seine Arerk-nnung ausspricht und am Schlöffe sagt:Ich hege Die Zuversicht, daß Ihr mir helfen werdet, die Achtung vor der Staatsgewalt und den Gesetzen aufrecht zu erhalten bei der Ausübung des mir an vertrauten AmteS, das ich bis an^S Ende "füllen werde." Ueber den Termin diesesEndes" sind nun besannt» lich die R.publikaner anderer Meinung als der Präsident der Republik.