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Für auswärtig« Monnenten Bit dem Betreffen. 6« Postausjchla,. Mt einzelne Num­mer 10 Psg.

Hmancr Anzeiger.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanam

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,? und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

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M 153.

Mittwoch den 4 Juli.

1877.

ziere bei dem Ankauf tüchtiger Pferde. In Bukarest, wo fast gar keine , Pferde aufzutreiben waren, verlangte man für schlechte Droschkengäule j so exorbitante Preise, wie sonst kaum für Vollblutpferde gefordert wer­den. Die Herren reisten daher nach Kronstadt in Siebenbürgen, wo sie geeignete Pferde zu mäßigen Preisen erstanden. Als sie dieselben jedoch nach Rumänien überführen wollten, stellte eS sich heraus, daß die Grenz- . behörden den Export infolge des für Oestreich Ungarn erlassene» Pferde- aukfuhrverbots beanstandeten. Nach vielen Schreibereien uud-Inter­ventionen der deutschen Botschaft in Wttn gelang es endlich, freie AuZ- fuhr zu erhalten.

> Berlin, 1. Juli. Der Gerichtshof für kirchliche Anzeleg-n-

! heilen verhandelte gefisttt behufs AmtSentsitzWg des wegen BergehmR gegen die Kirchengesetze an g» klagten katholischen Pfarrers und Dechanten des Lon-dekanats Heiligeustadt, Joseph Christoph Leinewiber, zu Ubet

im Eichsfels und erkanrtr, daß der Angeklagte wegn mehrfacher Ueber* tretung der Maigesetze seines Amtes zu entsetzen sei.

Das deutsche Uebungsgeschwader ist am 1. Juli er. in Port Said eirgetroffen. An Bord Alles wohl.

BriefsenLungen für S. M. S.V'ctoria" sind bis auf Wei- tereS nach Gibraltar zu dirigiren.

Kiel, 30. Juni. Der TorpedodampferZielen" wurde heute früh in Kiel in Dienst gestellt. Der Stab des Schiffes besteht aus best Corvettencapitän Heusner (Commandant), Capitän-Lieutenant v. Diede- richs (erster Offizier), Capitän-Lieutenant Tirpitz, Lieutenant z. S. Sornow, den Unter-Lieutenants z. S. Krieg und Franz, so wie dem Maschinen-Ingenieur Groth. (Kiel. Z.)

Der bayerische Landtag ist am Nachmittag des 2. Juli durch den Prinzen Luitpold im Austrage des Königs feierlich eröffnet worden- Sämmtliche Mitglieder des Ministeriums und viele Mitglieder deK Reichsraths wohnten der Eröffnungsfeierlichkeit bei.

München, 3. Juli. In der heutigen Sitzung des Abgeord­netenhauses wurde Baron von Ow mit 78 von 152 Stimmen zum Präsidenten gewählt; von Stauffenberg erhielt 74 Stimmen. Zum Vize» Präsidenten wurde der Ober-Nppellstionsgerichts- Rath Dr. Kurz mit 78 Stimmen gegen den Staatsrath von Schloer, welcher 73 Stim­men erhielt, gewählt. (R. u. et^

Pforzheim, 2. Juli. Gestern Nachmittag erschoß sich der Eigenthümer der Wirthschaftzur guten Hoffnung", der hiesige Bür­ger Sp., in seiner Wohnung, nachdem er seinen Entschluß vorher eini­gen Bekannten mitgetheilt hatte. Als diese ihm die Waffe abnehme« wollten, wurden sie von ihm mit derselben bedroht, und gleich nachdem sie ihn verlassen hatten, vollführte er die That. Da die Kugel in daS Herz eindrang, erfolgte der Tod sofort. Wie man wissen will, solle« Vermögensverluste die Ursache der unseligen That gewesen sein.

Wien, 2. Juli. Der Aufruf deS Zaren an die Bulgare« hat hier maßgedinden Orts, wie ich, so schreibt ein Corr. derKöln, Ztg.", aus zuverlässiger Quelle erfahre, tief verstimmt. Man kann sich nicht mehr verhehlen, daß darin nicht die früher angitünbigte zeitwei­lige Besetzung, sondern eine «ndgültige LoSreißung von der Türkei an- gekündigt wird; eine Absicht, die man in Petersburg früher feierlich i« Abrede stellte. Die letzten Telegramme von der Donau lassen bete Hauptübergang als von den ken bis jetzt erfolgreich vereitelt er­scheinen. Die Pforte sandte an ihre Vertreter neuerdings Berichte über die barbarische, den Bestimmungen den Völkerrechts Holn sprechende Krieg-führung Rußlands; die Einäscherung der Stadt Rustsckuk, die mit der Festung nicht zusammenliegt, könne durchaus nicht militärisch gerechtfertigt werden. Desgleichen meldet Mehemed aus Montmegrw von Greueln, welche an dem türkischen Dorfe Jschutmz verübt wordm sind. Mehemed schlug die Montenegriner am 23. Juni in der Mo- ratschka; sie ließen 500 Todte so wie viele Munition und Waffen zu­rück. Die türkische Hauptmacht steht aktionsfertig an den Lrenzm Montenegro- bei Potgor tza. Die Polit. Corr. ist der Ansicht, daß ein Theil dieses Corps nach Konstantinop;! eingeschifft worden wäre. Beabstchtigt war die- allerdings. Das gleiche Blatt melkt aus Ragula, bie Verbindungsstraßen mit Trebinje seien mit AuSnaöme der «ach

Amtliches.

DaS Ausschreiben vom 29, v. MtS., Hanauer Anzeiger Nr. 126, nach dem Aufenthalt deS CigarrenmacherS Theodor Alexander Kopp wird Eternit als erledigt zurückaezogev.

Hanan am 29. Juni 1877.

Der Landrath.

TagerschaA. Kriegsziele.

A. d. Schw. Mert.

Der Krieg an der Donau ist in sein entscheidendes Stadium ge­treten; die diplomatische Lage ist aber unverändert dieselbe. Auch die Ueberschreituna der Donau bringt die Mächte nicht aus der Zuschauer« rolle, die sie sich von Anfang aufgelegt. Rußland hat, bevor eS zu den Waffen griff, seinen diplomatischen Feldzug inS Reine gebracht und sich damit die denkbar günstigste Position geschaffen, so daß es hoffen darf, den Krieg mit der Türkei zu Ende zu bringen, ohne daß eine weitere Macht, sei es Oestreich oder England, sich dazwischen legt. Erst bei den FritdenZwrhandlungk« werden nie europäischen Mächte ein Wort mitsprechen, aber es versteht sich von selbst, daß die Grundlage derselben die mikitärischen Erfolge bilden werden. Darein beginnt man sich denn auch in England allmälig zu ergeben. Die Ansicht, daß Rußland schließlich die freie Durchfahrt durch die Dardanllm als einen seiner Siegerpreise fordern werde, wird dort täglich allgemeiner, gleichzeitig aber auch die Ansicht, daß England, weil es ohne Bundesgenossen sei, dagegen nicht kriegerisch ankämpfen. sondern einen Ersatz vermittelst AegypienS suchen werde. Letztere Politik wird wenigstens von sämmt- HWH» liberalen Fraktionen empfohlen und wird schließlich wohl auch durchdringen. Wertn aber die Dardanellenfrage für England kein Grund ist, aktiv sich einzumischen, so wird sich vollends wegen der LoSreißung Bulgariens von der Türkei Niemand besonders erhitzen. Die Prokla­mation des Kaisers Alexander hat die Befreiung der bulgarischen Nation von der türkischen Herrschaft offen als eines der KriegSziele prvklamrrt. Was weiter mit der befreiten Nation geschehen soll, ist noch im Dunkel gelassen. ES wird zunächst Gehorsam gegen die russischen Behörden eingeschärft, von Eroberung ist aber nicht die Rede, vielmehr sind die Rechte der Nationalität betont und die Theilnahme des Vo k- an der Regierung in Aussicht gestellt. Was die Absichten Rußlands mit Bul­garien, d. h. mit dem Lande zwischen Balkan und Donau sind, ist also noch gänzlich unbekannt, und vielleicht auch «och unbestimmt; gewiß ist nur, daß den Bulgarmdie Befreiung von der Willkür der Musel­männer" angekündigt wird. Dieser Entschluß steht also fest und unter diesen Umständen würde die europäische Diplomatie schwerlich dem all­gemeinen Interesse entsprechen, wenn sie daS russische Projekt der LoS­reißung dieser Provinz bekämpfte. Denn sie würde damit nur erreichen, daß die Bulgaren, welche diese LoSreißung wünschen, um so sicherer an die russische Seite, als an die ihrer einzigen Retter, getrieben würden. Vielmehr kann die Aufgabe der Diplomatie nur die sein, dahin zu ar« betten, daß die Befreiung, die man den christlichen Bevölkerungen der Türkei anbietet, eine wirkliche Befreiung werde, und zur Begründung einer wirklich selbständigen, nationalen LebenS führe. Rußland hat, wenn es selbständige Staaten auf der Balkanhalbinsel schafft, ohne Ztörifel dabei die Absicht, dieselben in Abhängigkeit von sich zu erhalte«. Dar wird auch für die erste Zeit gar nicht zu hindern sein. Wohl aber ist die europäische Diplomgtie im Stande darauf htvzuwiiken, daß dttsen Staatengebilden eine Form gegeben werde, die ihnen in Zukunft die freie Entfaltung ihrer Nationalität erlaubt, wie die- mit dem Kö­nigreich Griechenland gelungen ist.

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Privatberichte eines der in dem russischen Haup'quartier be­findlichen deutsche» Generalstabsoffiziere schildern den überaus herzlichen Empfang, der ihnen daselbst (zu Theil ourde. Als bie deutschen Offi­ziere sich beim Kaiser Alexander meldeten, wurden sie zur Familientafil gezogen und hatten die Ehre, an der Seite deS Kaisers ihren Platz angewiesen zu erhalten. Nicht geringe Schwierigkeiten hatten tie Offi­