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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
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M 151.
Montag be« 2. Juli 1877.
Amtlicher.
63 ist die Wahrnehmung gemacht worden, daß von den Herrn Bürgermeistern und Orttpolizeiverwaltern im hiesigen Kreise nicht immer die Vorschrift zu §. 3, 3 b. der Klassensteuer. Instruktion vom 12. Dezember 1873 (Amtsblatt von 1874 S. 27) bezüglich der zu übernehmenden Zugänge bezw. Steuerbeträge gehörig beachtet wird.
Bei Ueberweisungen in Folge Wegzuges von klassensteuerpflichtigen Personen sind nämlich, statt der im Laufe des Jahres unverändert zu übernehmenden Steuerbeträge die betreffenden Beläge in verschiedenen Fällen mit der Bescheinigung versehen worden, daß der Betreffende in eine geringere Steuerstufe übernommen?worden sei.
Ich mache dieserhalb auf den nachfolgenden Wortlaut des §. 13 bei @.W »°m ^ ^ 18?3
„Wenn ein Steuerpflichtiger nach geschehener Veranlagung von dein Verluste einer Einnahmequelle ober von außergewöhnlichen Unglöckssällen betroffen und dadurch in seinem NahrungSzustande zmückgesktzt wird, so kann die Bezirksregierung auf Borschlag der EinschätzungSkommizsion die Steuer zu einem verhältnißmäßigen Betrage erlassen."
So lange ein solcher Erlaß höheren Orts nicht gewährt ist, muß die einmal veranlagte Steuer am neuen Wohnort forterhoben werden. Hanau am 30. Juni 1877.
__________________________Der Landrath.__________________________ Landwirthschastlicher Kreis-Verein Hanau.
Nächste Versammlung den 10. Juli, Nachmittags 21/» Uhr, im „goldenen Löwen" in Hanau.
Tagesordnung:
1) Bericht über die Fohlenweide.
2) Antrag des Herrn v. CarlShausen auf Besprechung über Hagel- und ^ tehversicherung.
3) Wahl von 2 Delegirten des KreisvereinS zu der Generalversammlung des Centralvereins für den Regierungsbezirk Cassel, in Esch- wege.
4) Berathung über den Anschluß an den Landwirthschaftlichen Central- verein für den Regierungsbezirk Cassel.
5) Besprechung über eine, noch in diesem Jahre in Langenselbold ab* zuhaltende mit ViehauSstellung, Prämiirung und beziehungsweise Berloosung verbundene Versammlung des Vereins.
6) Berichterstattung über die Ernteaussichten für dieses Jahr; Referent Hr. Brgmstr. Kopp von Großkrotzenburg, Hr. Brgmstr. Zeh von Kilianstädten, Hr. SchuppiuS, Rüdigheimerhof, Hr. W. Koch, Bruderdiebacherhof.
Der Vorstand.
Tage-fcha«. Der Uebergang über die Dona«.
H- d. Schw. Merk.
Der Einfall der Raffen in die Dobrutscha war, wie dies vorauS- zusehen war, eine vorbereitende Handlung, eine strategische Demonstration gewesen, zunächst dazu bestimmt, die Aufmerksamkeit der Türken «ach dieser Seite zu ziehen. Die lebhaften Artilleriegefechte, welche dqnn in den nachfolgenden Tagen zwischen Rustschuk und Giurgewo staitfanden, konnten auf ernstliche Vorbereitungen deuten, die in dieser Gegend für den»Uebergang getroffm wuroer,, waren aber zugleich geeignet, die Aufmerksamkeit von den weiter oben gelegenen Punkten abzulenken, wo nunmehr der wirkliche Uebergang der russischen Hauptmacht erfolgt ist. DaS Hauptquartier hat hiezu die Stelle bei Simnitza, Sistowa gegenüber,, gewählt, das südwärts von Alexandria, die Mitte zwischen den Städten Turu-Magstrelli und Giurgewo bezeichnet. Der Kaiser Alexander traf am 26. Juni in der letztgenannten Stadt ein. In der Nacht vom .26. auf den 27» wurde die Divisionj deH Generals, Dragonuroff über* Sksetzt und mit Tagesanbruch folgte das ganze 8. Armekkorps. Das Vorhandensein mehrerer Inseln an dieser Stelle erleichterte den Ueber-
| gang. Auf welche Weise der Uebergang bewerkstelligt wurde, und ob er von den Türken ernstlich bestntten wurde, also von starken Verlusten begleitet war, ist in den ersten Meldungen nicht gesagt; jedenfalls aber entspann sich auf dem türkischen Ufer alsbald ein lebhafter und andauernd« Kampf. der jedoch damit endete, daß die St dt Sistowa und die umliegend-n Höhen in die Gewalt der Russen fielen. Gleichzeitig wurde die Festung Nikopolis, wahrscheinlich von dem gegenüberliegenden Turw Magurelli aus, beschossen und in Brand gesteckt, die Operationen also nach dieser Seite hin gedeckt. Am 28. konnte der Uebergang der Russen Mg^stört fortgesetzt werde». Eine „schwier'g- und vielfältige" Aufgabe ist somit glücklich gelöst. Das Havptsiock der Donauüber- schreitung hat lange Vorbereitungen bedurft, ab« e? ist. so weit sich bis jt^t beurtheilen lätzt, vollkommen gelungen. D e Mio» selbst war rasch, unwiderstehlich, und, wie es scheint, nicht mit allzu schweren Opfern erkauft. Die russische Armee steht nunmehr auf feindlichem Boden, aber als Reiterin begrüßt von der bulgarischen Bevölkerung, und schon der moralffche Eindruck, den neben einzelne» Mißerfolgen ba$ wuchtvolle Vorschreiten der russischen Waffe» hervorblingt, wird ein höchst bedeutender sein. Für die europäische Lage aber ist es überaus bezeichnend, daß gerade in diesem Augenblick die Nachricht, das englische Kabinrt verlange einen außerördentlichm Militärkredit, widerrufe» wird, und der östreichische Ministerpräsident erklärt, „daß der Kaiser bis jetzt sich nicht bewogen gefunden habe, besondere militärische Maßregeln an» zuordnen."
— Berlin. 30 Juni. Wie man hört, ist die Demission des
amerikanischen Grsandtm Herrn Bancroft Davis von seiner Regierung angenommen worden. Herr Barcroft DaviS tritt in das Privatleben zurück und wird Berlin im Spätsommer eb r Herbst verlasse». Sein Rücktritt wird hier in Berlin, wo der Gesandte sich viele Freunde er
worben hat, lebhaft bedauert.
— Bet der Verwaltung des Hinterlegungsfonds werden pupilla- risch sichere fünfprozentige Hypotheken jetzt auch an Privatpersonen abgetreten. Es bietet sich dadurch namentlich für Vormünder Gelegenheit zur sicheren Unterbringung von Gelder», und sind etwaige Anträge, soweit eS sich um den Verwaltungsbezirk Berlin handelt, an die Königliche Ministerial Militär- und Bau-Kommission hierfelbst, Niederwall- straße Nr. 39, zu richten.
— Die „Post" hat sich von „russischer Seite" ein Projekt zur Lösung der orientalischen Frage zustecken lassen, welches, bemerkt das Frankfurter Journal, darauf hinaus läuft, das Chaos der Völkergruppen auf der Balkanhalbinsel durch die Unterordnung derselben nicht unter Rußland, aber doch unter eine europäische Macht zu entwirren, die ihren Stützpunkt außerhalb des türkischen Gebiets habe. Diese Macht könne nur Oesterreich sein. Doch müßten von diesem Arrangement die vorwiegend griechischen Landestheile ausgeschlossen bleiben, die dazu dienen sollen, das kleine Griechenland lebensfähig zu machen. Auch Rußland, Rumänien, Serbien und Montenegro müßten für ihre Kriegsopfer durch Abtretung eines Theiles der von Walachen, Ruthenen (!) und türkischen Serben bewohnten Gebiete entschädigt werden. Dann könne man Oesterreich getrost den Rest sammt Konstantinopel, so wie den Schutz des Bosporus und der Dardanellen anvertrauen, deren Durchfahrt nach Schleifung der Befestigungen gleich der des Sundes freizugeben wäre. Nie Hütte sich die russische Uneigennützigkeit, wenn anders der Ursprung des „Post"-Artirels wirklich in Petersburg zu suchen wäre, in einem glänzenderen Lichte gezeigt, als in diesem Projekt. Rußland tritt alle künftigen Errungenschaften eines , Krieges, den eS so eben mit einem Kraftauswande führt, welcher bis zur eigenen Erschöpfung geht, an den lieben guten Nachbar Oesterreich ab und begnügt sich mit einer kfeinm Grenzregulüung für sich und seine ge- treuen Mit-Friedensbrecher! Solcher Edelmuth könnte zu Thränen rühren, wenn nicht der blutige Hohn, der dahinter lauert, solche erpreßte. Da England es nie zugeben wird, daß Konstantinopel und die Meerengen in russische Hände fallen, so möchte der moskowiiischs Affe die Katze Oesterreich vorschieben, um die Kastanien aus der allzu-