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Bleimitteln. Schlechter Essig wird oft mit scharfen, brennenden Gewürzen so scharf oemaM als wäre er abgezogen worden. Welche elLen Stoffe zur Butterfabrikation genommen werden, ist bekannt; Schmalz, Talg, gekochte Kartoffeln müssen mitunter die Masse vermehren. Um Liauenren Ansehen zu geben, werden lebensgefährliche Färbemittel angewandt. Zur Wmstfabrikation müssen scheußliche, ungenießbare Abfälle, Fleischreste und Stärkemehl diene». Man hat sogar die ferne Farbe der Zervelatwurst mittels arsenikhaltigen Anilins hergestellt. Am übelsten aber ergeht es den Weintrinkern. Aus Wasser, Kartoffeln, Gersten- malz, Rohrzucker, Heft, Weinsäure, Wrinaeist, Malvenblüten, Veüchen- wurzeln, Hollunberblüten, Tannin Weinstein, Rosinen, Kmo-Gumm?, Himbeersaft, Hopftn, Tamarinde«, Melaffensyrup, Glycerin, jungen Re- benblüten rc werden Hunderte verschiedene „Weine" ohne eme« Tropfen Naturwriu fabricirt. So viel ist nach einem Vortrage des Chemikers Dr. Zimek gewiß, daß, um saures Bier trinkbar zu macke«, Pottasche,- Kalk oder Lamensalz verwendet wird. welches gefährliche KrankhertSfallr erzmae» kann. Natürlich ist die Liste der LebenSmittelfälschunsen hiermit noch lange ni t erschöpft, sondern sie setzt sich bis ins Unglaubliche fort. Der Deutsche Landwirthichaftsrath hat in voller Erkenntmß der Wichtigkeit dieser Fragen die „Maßregeln", welche gegen die Ueber- handnahme ^er Verfälkchuna von Nahrungsmittel» anzustreb-« stutz, abermals auf die TareSordnunZ seiner diesmaligen S-tzungSperide ge- fgfaf, [»61h. Btgj
' — Ems- 27. Juni. T« der KMr.Reßatta. welche am 1. Juli zu Ems ftsttfinden wird, werden folgende Vereine Theil nshmm: der «euei Bonner Ruder-Club, der Kölner Ruder Club, der Kölner Ruder- Verein „Union", der Deutsche Ruder-Verein in Rotterdam, die Frank, fetter Ruder-Gesellschaft, sowie die Ander.Gesellschaft „Germania" in Hamburg.
— München, 28. Juni. Herzog Karl Theodor ließ dem Fürsten Bismarck, falls derselbe die Absicht, einige Zeit im bayerischen Hochgebirge zu verweilen, ausführt, Schloß Tegernsee zur Wohnung anbieten.
— Wien, 29 Juni. Telegramme des „NeuenWiener Tageblattes". AuS Klsdowa, 28.: DaS Gombardewent Widdins von Ks- lafat aus wurde gestern den Lanzen Tag über fortgesetzt. — Ein rumänisches Detachsment unternahm gestern eine Rekoznosscirung auf bul« oarifchem Gebiet in der Richtung auf Bregowa. von der es, ohne Verlust erlitten zu haben, zmückkehrte. — In der Nacht zum 25. d. p!8n- betten BafchibozukS die bei Betet liegenden rumämschm Orte Ostrovmi und Oriischeni. — Bukarest, 28.: Das russische Hauptquartier ist heute nach Nlexar-dria verlegt.
— St. Petersburg, 28. Juni. Anläßlich des glücklich Be» wirkten Donauübergangs hat die ganze Stadt geflaggt, in der Kathedrale hat feierlicher GotteSdienK stattgefunden.
— St. Petersburg, 29. Juni,Mittags. Offizielles Telegramm aus Mazra vom 28 Juni er.: Am 25. d. griff General Loris.Meü» koff im Verein mit der Kolonne des Generals Hermann das befestigte Lager Ismail Paschas Bei Sivin an. Der Kampf dauerte von 2 Uhr Nachmittags bis in die Dunkelheit; der Feind, welcher 23 Bataillone stark war, wurde aus seinen vorderen Positionen geworfen. W.«. s^»--.
— Der „Pol. Korr." geht aus Bukarest unterm 28. die Meldung zu, daß sich das 4. russische Armee CorpZ im Augenblicke über Bolgrad im Ginmarsche nach Rumänien befinde. Andere starke Nachschübe russischer Truppen bewegten sich seit einigen Tagen über Plojesti nach Slatina und Giurgewo.
— Konstantinopel, 28. Juni. Hier eingegangenen Nachrich- ten zufolge hätten sich die Russen, nachdem sie am 25. ist. von den Türken bei Zewin geschlagen worden, nach Soghanli zurückgezogen. Moukhtar Pascha befand sich in Taikodja. — Eine Depesche des Gouverneurs von Erzerum vom 25. meldet des Näheren über das Gefecht bei Zewin; General Levis-Melikoff habe mit 16 Bataillonen, 5000 Reitern und 32 Geschützen den Paß von Jalicaba passtet und das türkische Lager bei Zewin angegriffen. Es habe sich ein Geschützkampf entsponnen, darauf seien die Türken zum Angriff übergegangen und hätten die Tuffen genöthigt, sich mit einem Verluste von 2500 Man« zurückzuziehen. Der türkische Verlust betrage nur 400 Mann.
L » k « l e ».
Ha»<M, 30. Juni 1877.
— Dem Publikum ist bis zum nächsten Dienstag Morgen daS Betreten des Gartens «nd der sonstigen Räumlichkeiten im Altstädter Schloß- garten — deS FeuerwehrtagS halber — untersagt.
— DaS Reinigen und Durchströmen des Stadtgrabens (gewöhnlich am 1. Montag im Monat), findet diesmal ausnahmsweise erst Mittwoch den 4. Juli statt.
Bersteigerxnss- «»d BerpachtnxgS-Kaleuder für Montag den 2. Juli 1877.
Für die hiesige Pulverfabrik soll die Lieferung von 300 Kub.-Mtr. blauer Basaltsteine bester Qualität einschl. Zerkleinern, sowie 21,56 UäRtr. Rinnenpflaster zur Abführung deSRegenwaffer» einschl. Mate
rial durch öffentliche Submission vergeben werden und findet Termin hierzu Vormittags 10 Uhr im i DirectioNsgebäude statt (s. Nr. 144 „Hau. Anz."). — Um dieselbe Zeit wird im Gebäude Kgl. GarnisonS« Verwaltung, Schloßgasse Nr. 9 Hierseibst, die auf dem Exerzierplatz- Terrain am Lamboiwalde stthende Waldstreu (Gras, Binsen re.) für daS Jahr 1877 verpachtet (s. Nr. 146 „Han. Anz.")
— (Impfun g.) Den 2. Juli, Vorm. 10 Uhr, Revision in Ost- Heim, Nachm. 2 Uhr beißt. in Niederrodenback, 3 Uhr desgl. in MmkS- bkl, sowie Nachm. 5 Uhr in Rückingen und Oberrodenbach. — Den 3. Juli, Vorm. 10 Uhr, Revision in Gruchköbel. — Den 4 Juli, Nachm. 3 Uhr, Impfung der 1876 geb. Kinder sowie der Rchauten und Zögling? in Oberiffigheim, Nachm. 5 Uhr beigt in Rüdigheim; Nachm. 2 Uhr Rrvlswn in Eschersheim und Nach«. 5 Uhr dessgl. in Praun- heim.
— Der heutige Markt war reich befahren; die greife hochgkhend: Butter 1,40 Mk., stütz wurde 1 60 Mk. verlangt und b-zahlt, Eier 6 Pf., Wse 5—6 Pf., grüne Erbfm das Mähnchen 15—20 Pf., Gelbe- küben das Bund 8—15 Pf., Kohlrabi 6-9 Pf. und Gurken 12—15 Pf. das Stück, Blumenkohl das Haupt 60—75 Pf , neue Kartoffeln 50 Pf. das Doppkllüer, Kirschen 9-12 Pf. das Pfund, junge Tauben 90 Pf. bis 1 Mk., junge Hahnen 2,10 bis 2,25 Mk. aas Pärchen, ein Huhn 150 bis 1 60 Mk., eine junge Gans 3,50 bis 4 Mk., Fische: gewöhnttche Sorte 20-30 Pf., Hecht und Aal 1 Mk. das Pfuad, Krebst 25 Stück 1 Mk, Holz 11 Mk., Heu 2 bis 2,50 Mk. ob
strotz 3 Mk. der Cmtner.
Wohin gehen wir heute morgen und übermorgen?
Berg«üg«Ngsauzeiger für Hanau und Umgegend.
MB* Vor Allem empfehlen wir den Besuch der so sehr interessanten Ausstellung von Feuerlöschgeräthschaften im Alt- städter Schlöffe *ÄS 3m Uebrigen müssen wrr, des beschränkten Ranmes falber, für öiesmal auf die mannigfachen Vergnügungsinsnate im Heutigm Blatte Verweises!.
— Sehenswürdigkeiten. „Museum der Wetteramschen Gesellschaft" (im Altstädter Schloß): Geöffnet Sonntags von Vormittags 11 bis Nackm. 1 Uhr. , .
Uff- Der Preis für die Lösung des Räthsels im heutigen Un» terhaltun^^blütie ist „ShakespearL's sämmtliche dramatische Werke in drei Bänden. Uedersetzt von Schlegel, Benda und Voß."
— Dem Gold- und Silberarbeiter Wilhelm Ravge zu Cassel wurde das Prädikat eines Königlichen Hof-Juweliers verlichen.
— Kaffel, 28, Juni. In den hiesigen Eisenbahnwerkstätten wird, wie die „Morgztg." schreibt, gegerwärtig emsig an neuen Bremsvorrichtungen gearbeitet, welche bis zum 15. August fertig gsstellt fein müssen. Diese kofispuligen Apparate, welche mit Dampfkraft bezw. durch Luftipannung in Bewegung gesetzt werden, sollen alsbald nach der Vollendung in Gegenwart der Mitglieder von sechs EisenbahLdirketionen, auf deren Strecken die neuen Bremsen einznführen beabsichtigt wird, zwische« Guntershausen und Gensungen auf der MaiK-Weser-Bahn pro. birt werden. Da an der Zweckmäßigkeit der Vorrichtung nicht mehr zu zweifeln ist. Wird die MaffenanferLigung derselbe», welche in den den hiesigen Werkstätten geschehen soll, bedeutende Arbeitskräfte auf lange Zeit in Anspruch nehm-n, was bei dem noch fortwährenden Dar- niederliegen der Eisenindustrie im höchste» Made erfreulich -rscheiuen mU® _ Bezüglich der diesjährigen Herbstübungen der 21. Division sind wir, so^ schreibt daS „Fuld. KretSbl.", in der Lage, Folgendes mrtzu- theilen: Die beiden Kusketier-BataillonZ des 1. Hrff. vknf -Rrgts. Nr. 81 treffen zum Zweck des Regiment».Exe;cierens bei SickelS am 20. August hier ein und werden zum Theil in der Stadt, zum Theil in b$n disponiblen Räumen der hitsigen Kaserne eirquartiert werden. Am 31. August beginnt das Exercieren der 42. Brigade der SickelS und werden zu diesem Zwecke das Hess. Iäger-BliLarllon Nr. 11, sowie 1 Batterie deS Nassamschen Feld-Artillerie.Reg?ments Nr. 27 in Fulda -irquartiert, während das Htss. Füsilier-Regiment Nr. 80 in Fulda «ächstseleaenen Ortschaften in CantoArement zu liegen kommt. Die DetaLemmts-Uebwigkn der 42. Brigade finden vom 8. September an zwischen Großenlüder und Lauterbach statt, an welche sich die Uebungen der aefammttn Division von da ab bis zum 19. September zwischen Alzftld und Marburg anschließm werden. — Dir 41. Brigade hat Re- gimentZ- und Brigade'Exercieren bei Mainz, dagegen die LetachemeLtS- Urbunaen bei Grünberg.
— Die Abhaltung des Melsunger MissionSfestrs, welches für den 12 Juli d. I. polizeilich angemeldet worden war, ist, wie die „Hess. Bl." melden, auch diesmal wieder verboten worden, und zwar unter Bezugnahme auf die bereits im vorige» Jahre maßgebend gewesenen Motive.
— Der „Frankfurter Anzeiger" schreibt unterm 29 Juni aus Frankfurt am Main: Vor zwei Jahre» wurde von Hrn. Val. Ham- meran aus der Schweiz von einer Touristenfahrt Edelweiß mitgebracht und in seinem Garten am Ziegelhüttenwege eingepflanzt. Dasselbe ist angeschlagen und entwickelt sich in der besten Weise. Ein Beweis, daß