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de« Ausgehobene« wurden für das Heer zum Dienst mit der Waffe
16,774 zum Dienst ohne Waffe 504 auSgehoben. Wegen unerlaubter Auswanderung wurden 723 verurtheilt und 648 befanden sich am 31, Dez. 1876 noch in Untersuchung. (Magd. Z«g.)
— Die Nordd. A. Z. enthält folgende Mittheilung: Gegen die Zweckmäßigkeit der sich in rascher Reihenfolge wiederholenden allgemeinen Weltausstellungen sind in industriellen Kreisen früher stark; Bedenken ausgetreten, die sich nun auch gegen allzu häufige landwirthschaftliche Ausstellungen Geltung verschafft haben. Diese Bedenken sind nammt- lich vom landwirthsSaftl. Ministerium, vom Landesökonomiekollegium und von größeren laNdwirthschaftl. Vereinen hervorgehoben. Neuer- dings hatten die deutschen Fabrikanten ob Händler mit Maschinen einen Verein gebild t, dessen Hauptaufgabe ist, eine erfolgreiche Agitation Mg-n die öftere Wiederholung landwirthschaftl. Ausstellungen zu betreiben. Diese Agitaiion soll insofern eine Wi-kung geübt haben als man sich in landwirthschaftl. Kreisen überzeugt- daß Ausstellungen in kurzen Zwisch-nräumen den Fabrikanten mcht gefiatte«, die im Maschinenwesen erng-führten Amdemngeu und Verbesserungen i i den Maschinen erproben zu können.
— Der Wests. Prov-Z. wird von Berlin geschrieben: »Der Besuch, welchen der baierische Minister Präsident v. Pfretzschner dem Fürsten BiSmarck abstatten wird, hat eine nicht zu unterschätzende politische Bedeutung. Der baierische Minister wird mit dem Reichskanzler eine Besprechung über die jüngsten Ereignisse in Frankreich haben, und tote wir vernehmen, soll Baiern nicht abgeneigt sein, einer längst geplanten Verstärkung der elsaß-lothringischen Garnison durch Truppen der deutschen Mittelstaaten zuzustimmen. Sachsen und Würtemberg werden danach eine Brigade und Baiern eine Division stellen. Da die Franzosen auf particularistische Gelüste in Deutschland rechnen, so würde eine solche deutsche Waffenbrüderschaft von Neuem veranschaulichende Maßregel auf die Franzosen vielleicht einigen Eindruck machen und die Resanchegelüste in etwas mäßigen. Auch auf die römische Curie, die noch immer auf eine Spaltung Baierns und Preußens rechnet, würde eine solche nicht mißzuverstehende militairische Demonstration nicht ohne Eindruck bleiben."
— Karlsruhe, 25. Juni. Die Auswanderung (insbesondere «ach Nordamerika), welche in frühere« Jahren bis auf nahezu 15 000 Köpfe in einem Jahre sich erhöht hatte, ist, wie dem „Tchw; M." berichtet wird, bis aus weniger als 800 zurückgegsuge».
— Darmstsdt, 26 Juni. Daß heute auSUg'bese RegirrungS* Blatt enthält u. N. eine Bekanntmachung des Großherzoglichen G;- sammt-Ministeriums, den zwischr» Reffen und Preußen abgeschlossenen Staatsv-rtrag wegen Herstellung von Eisenbahn-Verbindungen zwischr» Frankfurt und der Ried-Bahn, sowie, zwischen Babey Haufen und Hans» betreffend.
— Wien, 28, Juni. Die Interpellation Hoffer'sbeantworte:^ erklärte der Präsident Graf Auersperg nach Wiederholung der früher im Hause abgegebenen Erklärung, die Beziehungen OestrereichS zum Auslande seien fortwährend gleich gut geblieben, daher dauere Oestsr» Mchs Neutralität im strengsten Sinne bei vollkommener Actionsfrsi- heit fort. Noch zur Stunde sei weder eine ganze noch eine theilweise Mobilmachung erfolgt. Im gegebenen Felle würden nur diejenige» militairiichen partiellen Maßregeln eintreten, welche der ^utz der eigenen Interessen an der Grenze erfordern werde, nicht mehr und mcht weniger, und unter Aufrechthaltung der Neutralität gegen das Ausland. Diese Maßregeln, welche die Regierung sich vorbehaAe, würden weder vorzeitig, noch in größerem Maßstabe, als nothwendig, eintreten. Zur Stunde habe Se. Majestät auch in dieser Einsicht noch keine besonde en militairischen Maßnahmen angeordnet. — Ein Telegramm der „N. Fr. Pr." aus Rustschuk vom 26 d. M. besagt: „In hiesigen türkischen militairischen Kreisen nimmt man an, daß die Russen den Hauptübergang über die Donau zwischen der Mündung des Flusses Bede in die Donau und Rustschuk versuchen werden. Insbesondere werden die Orte Petrosani und Parapan als Puncte bezeichnet, an denen in den letzten Tagen starke Truppenconcentrirüngen Statt gefunden hätten. Am Flusse Bede sei ein großes Brückenmaterial an- gesamnult und der Brückenschlag werde durch das Vorhandensein dreier Inseln wesentlich erleichtert. Ein zweiter Uebergang der Russen über die Donau solle bei Flamunda versucht werden und die Vorbereitungen der Russen seien der Art getroffen, daß der Uebergang jeden Tag bewirkt werden könne." — Aus Cettinje wird berichtet: DaS türkische Corps unter Mehemed Ali Pascha griff die Montenegriner in der Moratschka an. Die Montenegriner schlugen die Türken zurück und verfolgten sie bis jenseit KokaWn, wobei die Türken große Verluste erlitten haben sollen. — Am 26. d. tränsportirte ein in Turn-Severin von den Russen angekauster Dampfer russische Matrosen donauabwürts in der Richtung nach Gruja, wo ein Theil der rumänischen Armee über die Donau gehen soll — Die „Presse" meldet aas Ragusa: Mehemed Ali Pascha, welcher aus Alt-Serbien in das Gebiet von Brda ringedrungen war, ist von den Montenegriner» unter großen Verlusten
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geschlagen und auS Montenegro hinaus in die Bjelastitza Planina gedrängt worden. c«w. gt#.)
— Pesth, 28. Juni. Der gemeldete Rückzug der Türken aus Montenegro nach Podgoritza wird mit den Schritten, welche Graf Zichy in Konstantinopel zu Gunsten Montenegros gethan haben soll, in Verbindung gebracht.
— PariS, 27. Juni. Ein seit zwei Tagen in den hiesigen russischen Kreisen cirkulirendeS Schreiben des Fürsten Gortschokow besagt, daß Rußland die erste Hälfte der orientalischen Frage gelöst habe, : da eS England mittheilte, eS hege keineswegs die Absicht, Ostindien über Turkestan oder Ägypten zu bedrohen. Das Schreiben schließt folgendermaßen: „Wir (Rußland) haben Alles gethan um Oesterreich und England zu beruhigen. Aber wir werde« keinen Schritt mehr zu- rückweichm, denn unter dem Druck der öffentlichen Meinung in Rußland sowohl als in den übrigen slawischen Ländern müssen wir offen und entschlossen die slawische Frage aufstellen Dies werden wir in einer Proklamation thun, welche wir nach vollendetem Uebergang über die Donau an die Bulzarei richten werden." Ein Schreiben "ouS Plo- jesti meidet, daß der russische KriegSrath der Südarmee beschlossen habe: 1) Nach der E nnahme von Rustschuk und dem Überschreiten der Donau sich der parze« Bulgarei zu brmächtitzen und in Trrnowa antet dem Fürsten Tschetkassky eine provisorische Regierung zu errichten 2) Alle Verbindungen zwischen Widdin und Varna einerseits und der türkischen Armee des Balkans andererseits abzuschmiden und BMS aufzubreten, um sich SchumlaS und VmnaS zu bemächtigen, um so Herr der Dobrudscha und der Bulgarei zu werden und ohne Gefahr nach Adrianopsl mar- schiren zu können. Man glaubt hier, daß die Russen bereits Sistowa besetzt haben. General Tschernajew hat nach Paris geschrieben, daß er nie das Kommando über die serbische Armee mit General Leschjani« anuthmen werde, auf den er kein Vertrauen setzt. Außerdem will man in den hiesigen russischen Krisen missen, daß man den Versuch aufge- gebe» habe, ein russisch-serbisches CorpS ?u bilde». Mau alaubt, daß die Serben zu schlechte Soldaten sind. Die Generäle MassalSky und Sevituly so wie der Generalstabschef der Südarmee sprachen sich mit besonderer Entschlosseuheit gegen dieses Projekt aus. Gegen eine selbständig Parteiergreifung der Serben für Rußland hat man k Plojrsti natürlich nichts einzuwende». (»ein. st#.)
— St. Peter Sburg, 28. Juni. Se. Majestät der Kaiser hat au Ihre Moj stöt die Kaistlin daS folgende, von gestern datirte Telegramm gerichtet: Die Trupp « des 8. CorpS, die 14. Division voran, überschritten heute bei Tagesanbruch die Donau bei Simnitza. Die ersten Stellungen des Feindes sind von den Unseren genommen. Der Ueber- gang weiterer Trupp:« auf Fahrzeugen geht ungehindert vor sich, der Kampf dauert fort, unsere Verluste sind noch nicht besannt. In Niko- polis ist in Folge des Bombardements Feuer auSgebrochen. Die Truppen des Zentral- Zimmermann befinden sich sämmtlich auf dem rechte« Donau-Ufer und haben Jsaktscha, Tultscha und Hirsowa besetzt.
(K. n. ®t>a.)
— New-York, 27. Juni. Der Hamburger Postdampfer „Frifla" ist gestern Morgen 9 Uhr hier eingetroffen.
geteilt.
HlMSM 29 Juni 1877.
Erster Feuerwehrtag in Hanau.
— Die festlich dekorirten Ausstellungsräume im Altstädter Schloß "bieten schon jetzt ein äußerst interessantes Bild und geben ein beredtes Zeugniß von den Fortschritten auf dem Gebiete dieses der Gesammtheit so hochwichtige» Industriezweiges. Bis gestern Abend waren in der Reitbahn bereits 17 Spritzen aufgestellt und bte Dampsspritze aus der Jauck'schen Fabrik in Leipzig, die, wie wir hören, noch eine Concurrenz, aus welcher sie hoffentlich siegreich hervorgehen wird, mit zwer amerikanischen Dampfspritzen zu bestehen hat, wird neben noch andereM Angemeldeten heute ober morgen dahier eintreffen. Im Marstall selbst sind Ausrüstungsgegenstände der verschiedensten Art, ExtinkteurS rc., mit einem Worte Alles das zu sehen, war zu einer vollkommenen Ausstellung dieser Art gehört. — Ebenso wie der Feuerwehrmann hier so Manches, was für ihn lehrreich, finden wird, ebenso wird der Garten- und Fabrikbesitzer, der Laie überhaupt so Vieler dort erbUcken> wgS für ihn sehr nützlich ist, und können wir deßhalb den Besuch der Ausstellung Jedermann nur auf das Angelegentlichste empfehlen. "
Nebenbei sei den Comits'S für das wohlgelungene Arrangement des Ganzen und unserer Bürgerschaft für daS freundliche Entgegenkommen zur Ermöglichung der würdigen Ausführung des für Hanau übernommenen FrsteS der beste Dank gesagt und schließlich noch bte Bitte em- geflochten, durch Beflaggen oder Decorire» der Häuser sowohl unserer freiw. Feuerwehr als den werthen Gästen zu zeigen, daß sie an-einen solchem Feste den regsten AntheM nimmt. /
Soeben, 10 UhrM MM tzäch Schluß der Redaktion, trifft folgende Depesche ein: „Leipzig, 29. Juni, 8 Uhr 46 Min. Bor- > mittags: Dampfspritze trifft morgen dort ein, nachdem Probe Hier gegen amerikanische ehrenvoll bestanden. Jauck."