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Hanmitr Inniger.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

Anserti»««- Prekt:

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20 Pig.

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80 P„.

JE 145. Montag tat 25. Juni 1877.

Amtliches«

Konrad Rab enau von hier hat um Gestattuno zur Anlage einer Leder-Lakirfabrik auf seinem Grundstück Karte Z. Z. Nr. 7 an der Windecker Straße — Hanauer Gemarkung — nachgesucht. — Etwaige Einwendungen sind binnen 14 Tagen präklusivischer Frist bei dem Unterzeichneten anzubringen.

Zeichnungen und Beschreibungen über die projektirte Anlage liegen hier zur Einsicht bereit.

Hanau am 22. Juni 1877.

Der Landrath.

Unter Hinweisung auf die Bekanntmachung vom 30. Mai 1867 in Nr. 22 der polizeilichen Nachrichten wird wiederholt veröffentlicht, daß das Baden im offenen Main gegenüber dem Schlosse Rumpenheim, sowie von da 375 Meter aufwärts und 375 Meter weiter abwärts bei l1/» bis 3 Mark Strafe für jeden Getretungsfüll verboten ist.

Die Herren Bürgermeister zu Dörnigheim, Bergen, Bischofsheim, Hochstadt und Fechenheim habeu dieses noch besonders in ihren ®$< memden veröffentlichen zu lassen.

Hanau am 21. Juni 1877.

Der Landrath.

Der Johanns- Eberhard von Lautzenbach, Großherzogthum Baden, früher hier wohnhaft, hat sich heimlich entfernt und seine Fa­milie hülflos hier zmükkgelasfen.

Um Nachricht über dessen Aufenthaltsort wird gebeten.

Hanau am 21. Juni 1877.

Der Landrath.

Gefunden: Gin Messer. Eine schwarze Orleansschürze. Zwei Köcher. Eine lange Spannkette. Drei Säcke mit Gragsaameu. Ein schwarzer SonneufchirM. Ein Schiebekarren, grz. J. G. Röder.

Verlöre«: Line Brieftasche.

Hanau am 25. Juni 1877.

___________________KönigiM-s Landeathsamt. _____________

Bekanntmachung.

Beitritt fremder Länder zum Allgemeinen Postverein.

Zum 1. Juli treten dem Allgemeinen Postverein bei: das Kaifer- reich Brasilien und sämmtliche dem Verein noch nicht angehörenden Portugiesischen Kolonien, nämlich: Goa, Daman, Diu, Macao, die Capverdischen Inseln, Biffao, Caches, die Inseln St. Thows und Prin­cipe, Angola, Ajuda, Mozambique und der nordöstliche Theil der Insel Timor. Da- Porto nach und von diesen Ländern beträgt vom obigen Zeitpunkte ab für frünkirte Briefe 40 Pfennige, und für unfrankirte Briefe 60 Pfennig für je 15 Gramm; für Postkarken 20 Pfennig; für Drucksachen, Waarenproben und Geschäftspapiere 10 Pfennig für je 50 Gramm. Die Einschreibgebühr beträgt 20 Pfennig; für die Beschaffung eines Rückscheins tritt eine weitere Gebühr von 20 Pfennig hinzu.

Berlin W., den 20. Juni 1877.

Der General-Postmeister.

• _______________________Stepban. ____________________

Bekanntmachung«

PostanweisungSverkehr mit den ^iiederlänöisqen Besitzungen in Ostindien.

Vom 1. Juli ab beträgt die Gebühr für Postanweisungen auS Deutschland nach den Niederländischen Besitzungen in Ostindien 25 Pfennig für je 20 Mark oder einen Theil von 20 Mark, mindestens aber 40 Pfennig.

Berlin W., den 20. Juni 1877.

Kaiserliches General-Postamt.

, __________Wiebe_________

Bekanntmachung.

Der Schlosser (früher Heizer) Justus Schneider dahier, jetzt

zu Betzdorf, hat bei Königlicher Kreisgerichts-Commission zu Kirchen am 28. Mai l. I. angezeigt und eidlich bekräftigt, daß ihm die als Eigenthum zustehenden, auf den Inhaber lautenden Leihbank-Obliga- tionen, als:

vom 25. Januar 1875 Lit. •. Nr. 60 über 300 M. „ 12. Juni 1875 „ „ 330 „ 300 M. „ 19. „ 1876 „ „ 1550 „ 300 M. gegen seinen Willen abhanden gekommen seien.

Unter Bezug auf die kurhessische Verordnung vom 10. Dezem­ber 1823 werden daher etwaige Inhaber genannter Obligationen hier­durch aufgefordert, sich unter deren Vorlage vor dem 1. September 1879 bei der unterzeichneten Behörde zu melden, andernfalles dem Eigenthümer Schneider Duplikatscheine ertheilt oder nach Umständen Kapital nebst Zinsen ausgezahlt werden.

Hanau am 1. Juni 1877. (4068)

Die Direction der Leihbank.

S ch r ö t t e r.

TageSscha«. Oestreichs Eingreifen.

K. d. Sch«. Merk.

Das wichtigste von den Kriegseteignissen ist die völlige Niederlage der Montenegriner; nicht weil die kriegerischen Borfälle, deren Schau­platz das Land der Schwarzen Berge ist, an sich erheblich wären, aber weil der Gang der dortigen Dinge neue diplomatische Schwierigkeiten und Gefahren heraufbeschwört. Es ist für das Verhältniß der euro­päischen Mächte zu der Türkei überaus bezeichnend, daß der unver- muthete Sieg der Türken die europäische Diplomatie beunruhigt und in erneute Thätigkeit versetzt, während sie der Erfolglosigkeit der türkischen Angriffe ohne Zweifel noch geraume Zeit mit stoischer Gemüthsruhe zugesehen hätte. Die Lage in Montenegro ist aber die, daß die türki- ä schen Heere im Begriff sind, die montenegrinische Macht vollständig zu | erdrücken, wenn dieser nicht irgendwie Luft geschafft wird. Suleunan Pascha hat nicht nur den Dugapaß foreirt und Niksic verproviantirt, sondern er hat seinen siegreichen Marsch nach Süden fortgesetzt, die Engpässe von Ostroz sich erzwungen, von wo der Fürst Nikita schleu­nigst seine Zelte abbrechen mußte, und sich bereits mit dem aus Stutari und Albanien heranrückenden Korps vereinigt, so daß nun dem gemein­samen Vormarsch dieser Kolonnen auf die Hauptstadt Cettinje nicht« mehr im Wege zu stehen scheint. In dieser Lage bleibt Montenegro, im Fall es nicht vorzieht, rasch seinen Frieden mit der Pforte zu machen, nicht- übrig, als ein Appell an die serbische Hülfe oder ein Appell an die Großmächte. Damit ist aber das Eingreifen Oestreichs in nächste Sicht gerückt. Halten die europäischen Mächte es für ein gemeinsames Interesse, die Erdrückung Montenegro's zu verhindern, so ist Oestreich der gegebene Vollstrecker ihrer Beschlüsse Dazu kommt für Oestreich noch das andere Motiv, daß sein eigenes Eingreifen das­jenige Serbüns verhindern würde. Und als drittes und höchstes In« teresfe kommt für Oestreich hinzu, daß ihm jede Gelegenheit erwünscht sein umß, sich in den Besitz eines Pfandes zu setzen, damit die endliche Ordnung der orientalischeK Dinge nicht ohne seinen Willen geschehe und ihm ein gebührender Antheil an der eventuellen Erbmasse gesichert werde. Wie weit nun der Entschluß Oestreichs scho« gediehen ist, läßt sich in diesem Augenblick schwer beurtheilen. Den Nachrichten, daß zwei Armee­korps unter den Generalen Roditjch und Molinari gebildet und vorläufig an die Grenze geschickt werden, stehen andere entgegen, wonach die Sache sich noch keineswegs in diesem Stadium befindet. Komisch ist aber, wenn die ungarischen Blätter sich darüber streiten, ob das Eingreifen Oestreichs im Interesse Rußlands oder im Interesse der Türkei unter­nommen werde, ob eS als Parteinahme für diese oder für jene zu deuten sei. Natürlich unternimmt Ostreich seine Aktion lediglich in seinem eigenen Interesse. Sein oberstes Interesse aber, das A und O seiner Existenz, ist daS Festhalten an der Dreikaiserallianz.

— Berlin, 22. Juni. Der neue türkische Botschafter Sadullah