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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erschein! täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

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M 134.

Montag den 11. Juni,

1877.

Amtliches.

Hanau. Auf den Antrag der Ehefrau des Cigarrenarbeiters Jakob Bolz, Franziska, geb. Krämer, von hier, welche glaubhaft vorgestellt hat, daß folgende auf das Grundvermögen ihrer verstorbe­nen Mutter der Ehefrau des Michael Krämer, Mariane, geb. Pe­ter, zu Großkrotzenburg pfandrechtlich eingetragene Beträge:

1. 600 fl. nach Schuld- und Pfandverschreibung vom 25. Mai 1825 durch Nikolaus P et er und dessen Ehefrau Anna Maria, geb. G a st, zu Großkrotzenburg, von Ottilie Braun zu Großauheim erborgt,

2. 600 fl. nach Schuld- und Pfandverschreibung vom 20. De­zember 1826 durch dieselben, von dem Pfarrer Heinrich Men- ninger zu Großauheim erborgt,, abgetragen, die Originalausfertigungen der Schuldverschreibungen aber verloren gegangen seien, werden Alle, welche aus diesen Urkunden Rechte herleiten zu können glauben, aufgefordert, solche binnen 8-wöchiger Frist dahier geltend zu machen, widrigenfalls die Urkunden für kraftlos er­klärt werden. (4045)

Hanau den 17. Mai 1877.

Königliches Kreisgericht. __________________________Müller.________________vt. Nikolaus.

Friedberg-Hanauer Eisenbahn.

Die Lieferung von 200 Stück Grenzsteinen aus Basalt oder festem Sandstein von rot. 15 ctm. Stärke und 65 ctm. Länge nach Bruchlöbel bei Hanau soll im Wege der öffentlichen Submission vergeben werden. Zu diesem Zwecke ist Termin im hiesigen Abtheikungsbüreau auf Montag den 1S. Juni cr.,

Vormittags 11 Uhr, anberaumt, woselbst die bis dahin emgegangen.en, mit entsprechender Auf­schrift versehenen Offerten in Gegenwart der erschienenen Submittenten geöffnet werden. Die Bedingungen sind ebendaelbst einzusehen oder können gegen Erstattung der Copialien bezogen werden.

Friedberg, den 5. Juni 1877.

Der Eisenbahn-Baumeister

(3949) Francke.

Tagesschan.

Berlin, 9. Juni. Einer dem Kaiserlichen Botschafter in Konstantinopel von der Hohen Pforte gemachten Mittheilung zufolge ist türkischerseitS angeordnet worden, daß olle Schiffe, welche ^ur Nachtzeit an den Dardanellen ankommen, vor Sedal Bahr und Koumkale liegen zu bleiben haben, und daß auf Schiffe, welche dieser Anordnung zuwi­der handeln, gefeuert werden wird.Nach hierher gelangten amtlichen Nachrichten auS KonstantinopU sind im Hafen von Suda Torpedos ge­legt worden. Die Einfahrt bei Nacht ist verboten und es fallen auch die üblichen Kanonenschüsse bei Ankunft der Schiffe zur Nachtzeit fort. Am Eingänge der SudaBay stationirt ein Wachtschiff.

Berlin, 9. Juni. In der Pariser Versammlung der Ak­tionäre der Suezkanals am 6. Juni hatte Herr v. LessepS unter allge­meinem Beifall versichert, er sei von der Behandlung der Suezfrage Seitens Englands, wie sie aus den veröffentlichten Depesche» hervor- geht, mehr befriedigt, als von dem Entwurf einer internationalen Con- ventron, welche er selbst vorgeschlagen und welche England abgelehnt; Der Canal sei jetzt außerhalb aller europäischen Verwicklungen gestellt. AuS der Erklärung Lord Lyons' an die Suezgesellschaft geht hervor, daß Frankreich sich nachträglich mit der englischen Auffassung einver­standen erklärt hat. Man darf dies auch von den anderen Mächten ««nehmen. In unterrichteten Kreisen glaubt man, die vorgestrige Er- klärung des Ministers im Parlament habe wenigstens indirekt nament- nch auch die englische Ablehnung der internationalen Suez-Convention rechtfertigtn sollen, weil diese Englands Aktion im Kriegsfall behindern bestätigt, daß der türkische Botschafter für Berlin, Sadullah Bty, gestern Konstantinopel verlassen hat und in der zweiten Hälfte kommender Woche hier erwartet wird. («öln-Ltg.)

Briefsendungen rc. für S. M. BriggsRover" undMuS« quito" sind bis incl. 12. d. Mts. nach Kiel, vom 13. bis incl. 24. d. MtS. nach Arendal, vom 25. d. MtS. bis incl. 14. Juli cr. »ach Swinemünde, vom 15. bis incl. 17. Juli cr., nach Carkskrona, vom 18. bis frei. 27 Juli er. nach Stockholm, vom 28. Juli bis incl. 13. September cr. nach Danzig und vom 14. September er. ab nach Ki l zu dirigiren.

München, 9. Juni. Der Magistrat hat, im Anschluß an den Beschluß vom 1. d. M., die Erlaubniß zu dem Bittgang untersagt, welcher seit dem Jahre 1870 alljährlich von dem unter Leitung des Dr. Sigl stehenden katholischen Volksverein für den Papst nach dem I zwei Stunden entfernten Dorfe Berg am Laim abgehalten wurde. Der Bittgang sollte in ditsem Jahre am 17. d. statifinden.

Darmstadt, 9 Juni. Bulletin über den Gesundheitszustand des GroßherzogS: Der Großherzog hat in Folge von Brustbetiem- mungen die Nacht schlaflos zugebracht, die Unruhe dauert fort. Fieber ist nicht vorhanden.

Wien, 9. Juni. Die Polit. Corr. meldet aus Cattaro vom 9.: Bei Korjenitz wird seit gestern gesümpft. Die Türken treffen Anstalten, Niksitsch von Krstac und Murakovic aus zu verproviantiren. AuS Bukarest vom 9. d.: In dem Städtchen Dorobana in der Mol­dau fand am 5. eine heftige Judenhetze Statt. Viele Juden wurden getödtet, die Häuser geplündert. Desgleichen wurde in Jassy Nachts das Judenviertel in Brand gesteckt, wobei 14 Häuser verbrannten. Dir Regierung hat eine strenge Untersuchung angeordnet. Die N. Fr. Pr. meldet auS Bukarest von heute: Die rumänische Batterie von Betet be­schoß die zu Truppentransporten benutzten türkischen Dampfer. Diesen kam ein Monitor zu Hülfe, welcher, durch die türkischen Userbatterieen unterstützt, den Kampf aufnahm. Das rumänische Feuer konnte den Transport der Truppen nicht hindern. In zweistündigem Kampfe wur­den gegen 200 Schüsse gewechselt. Die Donau fällt beständig, so daß der Uebergang der Russen demnächst bevorsteht. Ml«. stg.i

Wien, 9. Juni, Nachmittags. Telegramm desNeuen Wiener Tageblattes" aus Bukarest von heute. Die türkischen Batterien von Rustschuk begannen heute früh Madarosch bei Giurgewo zu be­schießen; die Beschießung blieb bisher ohne Resultat.

Paris, 6. Juni. Gestern hat ein Ministerrath stattgtfun- den, von dem man mancherlei zu erzählen weiß. Der Marschallpräsi- dent soll darin zu erkennen gegeben haben, daß sich seine Ansicht von der Auflösung der Kammer einigermaßen geändert habe. Während er früher diese Maßregel für zweckmäßig hielt, da man ihm ofns Zweifel eingeredet hatte, daß bei den neuen Wahlen das allgemeine Stimmrecht den patriotischen Akt vom 16. Mai, um mit Fourtou zu reden, gut- heißen werde, scheint er jetzt vor dem Anruf an die Nation zurückzu« schrecken. Ueberhaupt hat die Stimmung im Elysee sich seit mehreren Tagen getrübt. Vielleicht besitzt der Marschall in den Provinzen einige gute und aufrichtige Freunde, die sich angelegen sein lasfin, ihn über die wahre Gesinnung des Landes aufzuklären; vielleicht auch findet sich in feiner näheren Umgebung hie und da Jemand, der noch einen klaren Blick dafür bewahrt hat, wie sehr die klerikale Koalition den Herzog von Magenta persönlich bloßste llt und wie vollständig sie seine Popu­larität zu Grunde richtet. Genug, mit dem ersten Enthusiasmus ist eS vorbei, und in dem Umstände, daß das militärische Schauspiel vom 16. Juni, welches den Parisern und der Kammer imponiren sollte, einst­weilen wieder abbestellt worden ist, läßt sich erkennen, daß man eS nicht für gerathen hält, die öffentliche Meinung herauszufordern. Der Wei­lern, so heißt eS, hat sich in jenem Ministerrath die im Kabinet be­stehende Uneinigkeit stärker als bisher fühlbar gemacht, woraus zu er­klären, daß die Regierung über ihr Verhalten angesichts der nach Ver­sailles zurückkchrenden Kammern noch keinen Beschluß zu fassen ver­mochte. Broglie und Fourtou denken sehr verschieden über die Auflösung, den Zeitpunkt der neuen Wahlen und Alles, was damit in Zusammen­hang steht; aber entschiedener als der Gegensatz zwischen dem Minister­präsidenten und dem Minister deS Innern spricht sich der Gegensatz zwischen Fourtou und den Orleantsten DecazeS und Berthaut aus.