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Hamim AitiMkr.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erschein! täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

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Die 2»alL 8«««

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M 127.

Samstag den 2. Juni

1877«

Amtliches.

Bekanntmachung.

Telegraphischer Verkehr mit der" Türkei.

Vom 1. Juni ab werden auf türkischem Gebiet nur Telegramme in deutscher, englischer, französischer und italienischer Sprache befördert. Berlin W. den 31. Mai 1877.

Kaiserliches General- Telegraphenamt.

B u d d e.

Montag den 4. L M.

w«den die Stadtgräben bekuss deren Reinigung für mindestens

2 Tage abgelassen, und wird diese Arbeit je om ersten Montag der folgenden Monate, bis zum Spätherbst, wiederholt werden. Hanau am 28. Mai 1877.

(3739)

Der Oberbürgermeister Saffian.

Wochenschau.

H. H. C. ES unterliegt jetzt keinem Zweifel mehr, daß die Rück­

kehr bei Reichskanzlers nach Berlin mit den auswärtigen Angelegen­heiten in innigem Zusammenhangs stand. Der Kanzler hatte in dieser Zeit mehrere lange Unterteilungen mit dem Kaiser und dem Krorprinzen, arbeitete sehr viel im auswärtigen Amte, stand im Depeschenwechsel mit allen deutschen Botschaftern und was namentlich b merkenSwerth ist mit der italienischen Rexierung. Aus letzterem Umstände möchte man schießen, daß es sich darum gehandelt habe, unter Hinweisung auf die durch die Euchtzung eincs kierikalisicenden KabinetS in Frankreich für Italien drohende Gefahr, diese Macht endlich zu einem rückhalt­losen Zusamm «gehen mit Deutschland zu b» wegen. Am 24. Mai sie­delte Fürst Bismarck zu öwöchentl. Kurgebrauche nach K-sstugen über. Daß er aber auch dort nicht außer aller Berührung mit der hohen Politik leben wird, geht zur Genüge daraus hervor, daß der Geh. Lr- gationSrath Bücher ihm dahin gefolgt ist. Sehr bemerkt worden ist auch die lange Unterredung, welche der russische Botschafter Oubril mit dem deutschen Kaiser hatte, und der Umstand, daß Ersterer nach der­selben sofort nach Petersburg reiste. Man glaubt, daß Oubril die wichtige Antwort Deutschlands auf eine wichtige russische Anfrage ein­geholt habe. Ein Geschwader von 10 deutschen Kriegsschiffen hat sich zum Schutze der dortigen deutschen Interessen nach den türk. Gewässern begeben. In Golha fand in letzter Woche der diesjährige Sozia-iste». kongreß statt, welcher von 100 Delegirten aus allen Theilen Deutsch­lands und aus Oesterreich beschickt war. In die Unterhandlungen be­treffs Erneuerung bei deutsch, österreichischen Handelsvertrags ist plötzlich eine Stockung gekommen. Oesterreich will die Eingangkzölle erhöhen, während Deutschland nach Herabsetzung derselben strebt, und da Oester­reich durchaus nicht nachgeben wollte, reisten die deutschen Unterhändler heim. Hoffentlich besinnt sich Oesterreich doch noch eines Bessern.

Das fortschrittliche italienische Ministerium DepretiS hat wieder einmal ein Vertrauensvotum, und zwar mit 275 gegen 120 St. von Seiten der Deputirtenkammer erhalten, nachdem der Premier erklärt hatte, daß sich die Regierung zwar in keine Abenteuer stürzen werde, daß aber dennoch der Fall eintreten könne, wo die Ehre und die Inte­ressen Italien gebieten, an die Tapferkeit der Armee zu appelliren.

Der Präsident der französischen Republik benutzt jede Gelegenheit, um durch Ansprache» zu verkürdigen, daß sein jüngster Brief an JuleS SMon und die Einsetzung bei Ministeriums Broglie auf die Beruhigung Derer,bie arbeiten", berechnet gewesen sei. TaS französ. Volk hat

aber bereits zur Genüge empfunden, daß diese Berechnung sehr schlecht zugetroffen, tndrm seit dem 16. Mai eine förmliche Lähmung auf dem Gebiete deS Handels und Wandel» eingetreten ist. Die Berichte aller HandeUzeltungen, gleichviel welcher Partei Letztere «»gehöre«, legen davon ab, und die hohe Finanzwelt ist in Folge besten gegen SRac Mahon und seine Rathgeber im selben Grade aufgebracht, al» der klerne Handelsstand, die Handwerker und die Arbeiter. Die «r.leatti- sEulT^ Freundschaft gel

Peu und Bonapartisten zusl.^»«,,«^,.^. ^ . ^»r»uu,^u.»,v huh| uijiiu^ »k gier oaruoee vertäutet Hatte.

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»atygeber im selben Grade aufgebracht, al- der ,Küln. Ztg", zu den Punkten der englichen Interessen, r Handwerker und die Arbe ter. Die «rzlegit- diplomatische Mittheilung in Petersburg bezeichnet hat, nicht nur' Suez gekündigt, da die und Aegypten, sondern auch Konstantinopel mit den Meerengen und amm-ngesetzt wor- ' Kleinasien, also ganz ähnlich, wie hier darüber verlautet hatte. Auch

dann die Mehrheit habe», wenn die eigentlichen Legitimisten zu ihnen halte», so steht eS noch dahin, ob Broglie die Auflösung der zweiten Kammer herbeiführen kann. Er ist nun zwar bemüht, einen Theil bei linken CentrumS zu sich herüberzuziehen; eS ist aber noch Mne Aussicht vorhanden, daß ihm dies gelingen werde. Sonach ist der Fall nicht unmöglich, daß sich der Sturz des neuen Ministeriums schon kurz nach Wiederzusammentritt der Kammern ereignet. Trotz ihrer konservativen Neigungen hat sich die franz. Regierung in Folge spanischer Reklama­tionen bewogen gefühlt, Don Carlos zum Berlvsstn Frankreichs zu ver­anlassen. Letzterer hat sich in Folge bissen zu seinem französische« Bet­ter, dem Grafen Chambord, nach Frohsdo-f begeben.

Aus Spanien wurde wieder einmal von Entdeckung von Ver­schwörungen und von vorgenommenen Verhaftungen berichtet. Der Prkmierminister Canovas scheint sich nicht mehr sicher zu fühlen. Er hat seine HauS wache von 50 auf 200 Mann vermehren lassen.

Auf dem Donaukriegsschauplatze hat sich auch bis heute noch nichts Erhebliches zuketrager. Die Kanonade ist an vielen Punkten wieder eröffnet wordln und bei Braila hat man wieder einmal ein türkisches Panzerschiff in die Luft gesprengt. Im Kaukasus ist es bereits schlim­mer zuaeaangen; der Aufstand wächst dort allenthalben und soeben sind ca. 10.000 Mann ausgewanderte Tscherkessm von den türk. Schiffen an'S Land gesetzt worden, um die Insurrektion noch zu erweitern. Die Russen sind in Folge dessen gezwungen, 2030 000 Mann frische Truppen nach dem Tscheikissenlande zu dirigiren. Eine bedeutungsbolle Schlacht dürfte in den nächsten Tagen auf dem kleinasiatischen KliegS- schauplotze geschlagen werden. Durch die Einnahme von Ardahan ge­lang eS den Russen die Verbindung der Türken zwischen Batum, KarS und Erzerum zu unterbrechen und mit einem beträchtlichen Armeetheile bis zu letztgenannter Festung vorzudringen. Die Türk n unser Mukhtar Pascha retirirten, sich umgangen fühlend, nach Weste» über Erzerum hinaus, wo sie ind-st-n eine Entscheidungsschlacht annehmen werden müssen. Das nur schwach besetzte E zerum wird sich nicht lange hakten können, auch in KarS soll der Proviant auf die Neige gehen. Die Lage der türk. Sache in Kleinasien ist eine überaus schlechte. Diese Ueberzeugung hat sich bereits der Bevölkrrung Konstantinopels mitge­theilt, so daß eine Softas-Deputation in die Deputirtenkammer eindrang, um die Absetzung nicht nur Mukhtar Paschas, sondern auch der Minister des Aeußern und des Krieges und die Rücköervfang Midhat Paschas zu verlangen. Die Sitzung muhte in Folge dessen aufgehoben werden und der Kammerpräsident begab sich zum Sultan, um diesem jene Wünsche vorzutragen. Die Antwort des Letzteren war aber die 8er* Hängung des Belagerungszustandes über Konstantinopel, die Vornahme von Verhaftungen und Haussuchungen, mit obligater Einsetzung einel Kriegsgerichts. Die Regierung will nun ein Kowplot entdeckt haben, welches die Absetzung des Sultans zum Zweck gehabt haben soll, so daß sie nun Veranlassung nimmt, eine Razzia gegen die jungtürkische Partei vorzunehmen. Die Stimmung in der türk. Hauptstadt soll eine überaus revolutionäre sei«.

Auf den Orientkrieg bezüglich, ist noch anzuführen, daß in Ser­bien die Kriegkpartei wieder einmal die Oberhand gewonnen hat und die serb. Armee bereit steht, sofort nach der Überschreitung der Donau durch die Russen, über den Timok zu gehen und in dir Bulgarei mit* einzufallan.

Berlin, 1. Juni. Der Kaiser hat seine Abreise nach @ml auf den 14. Juni festgesetzt. Er gedenkt vorher am 11. und 12. die Garde-Cavallerie-Regimenter bei Potsdam und Berlin zu besichtigten. Betreffs der Reise nach Gastein bleibt el bei den bisherigen Bestim­mungen, wonach die Ankunft dort am Mitte Juli erfolgt. <«w «tu

Berlin, 1. Juni. Die im Text vorliegende Petersburger Correspondenz des Brüsseler Nord zählt, nach einem Telegramm der »Köln. Ztg ^zu den Punkte» der englichen Interessen, welche die

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