Abonnements- Preis:
Jährlich ? Mark Halbj. 4 M. 50 P.
Vierteljährlich 2 Mark 25 Pfg. Für auswärtige Abonnenten mit dem betreffen, den Postausschlag Die einzelne Nummer 10 Psg.
HanMer Mmer.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
Jnsertions-
Preis:
Die ispaltige Garmondzeile ob.
deren Raum
10 Psg.
Die 2spalt. Zeile 20 Psg.
DiebspaltigeZeile 30 Psg.
M 122.
Montag den 28. Mai
1877.
Amtliches.
Gefunden1 Mehrere Schulbücher. Ein Rechenbuch. 5 Stück Hemdenkragen. Ein Fünfma'kichrin.
Hanau, am 28. Mai 1877.
Kö"inl-ch»s Lanb^aibsawt.
Bekanntmachung.
Beitritt JipanS zum Allgemeinen Postvenin.
Zum 1. Jani tritt das Japanische Reich dem Allgemeinen Post- verein bei. Das Porto für die Briefsendungen nach und m Japan beträgt vom obigen Zeiipankte ab: für fravkirte Briefe 40 Pfennig und für unfrankirte Briefe 60 Pfennig für je 15 Gramm; für Postkarten 20 Pfennig; für Drucksachen, Waarenproben und Geschäftspapiere 10 Pfennig für je 50 Gramm. Die Einschreibgebühr beträgt 20 Pfennig; für die Beschaffung eines Rückscheins tritt eine weitere Gebühr von 20 Pfennig hinzu.
Berlin, den 24. Mai 1877.
Der General-Postmeister. _____________________St-vban.____
Tagesschau.
— Berlin, 26 Mai. Ueber die Reise deS Kaisers nach Lieg- nitz sind nunmehr folgende Bestimmungen getroffen: Se. Majestät gedenken am Dienstag den 5, Juni, Nachmittags 2 Uhr, mittelst Extrazuges von hier abzureisen und um 6 Uhr 25 Minuten in Liegnitz ein« zutnffen; das Logis wird im königlichen Schlosse genommen, wo nach 8er Ankunft ein kleines Diener Statt findet. Abends um 8 Uhr wird im Saale des Schisßhauses eine Darstellung lebender Bilder nebst einem Festspiel veranftaltet; im Anschluß daran wird vom Officiercorps ein Ball gegeben. Am Mittwoch den 5 ist Reveille und Morgenmusik vor dem Schloff-, um 9 Uhr Empfang einer Deputation des Officierco PS, dann Parade, darauf Dejeuner im Schießhause, gegeben von der Stadt, und um 3 Uhr Festessen in der neuen Officier-Speiseanstalt. Die Abreise von Liegnitz erfolgt Nachmittags 5^2 U^r, die Ankunft in Berlin Abends 10 Uhr.
— Berlin, 26. Mai. Die Nachrichten aus Konstantinopel lauten widersprechend, aber jedenfalls ernst. Londoner Privatmeldungen behandeln Midhal'S Rückk-Hr nach Konstantinopel und feinen Wieder- eintritt in die Geschäfte als nicht unwahrscheinlich. Die Besorgniß vor einem bedenklichen russisch-türkischen Separatfrieden ist auch außerhalb Konstantinopels vorhanden. Die Gerüchte über die englisch .russischen Verhandlungen bieten wenig Neues. Die russische DemarcationSlinie hat denselben problematischen Werth, wie die frühere englische, die in Wien combinirt war. Die augenblicklich von Rußland vorgeschlagene Linie wurde mit Recht von Ihrem pariser Correspondeuten sofort bezweifelt. Es liegt nichts vor, als die diplomatische Mittheilung Englands in Petersburg durch Schuwalow und LoftuS über die bekannten Fälle, wo England seine Neutralität nicht aufrecht halten könne. Alles Andere sind journalistische Vermuthungen, die bald vergessen werden.
(Köwr Zig.)
.— Der Contre-Admiral Batsch, Chef des Stäbe» der Kaiserlichen Admiralität, wird sich zur Uebernahme deS UrbungSgeschwaderS nach WilhelmShaven begeben.
— Die Verordnung über den Geschäftsgang des Patentamtes ist, nach der „Trib", im Entwurf dem BundeSrath vorgelegt. Sie umfaßt zwei Abschnitte und 19 Paragraphen. Das Amt zerfällt in 7 Abthei- fangen und zwar in je 2 zur Prüfung von Patentgesuchen auf den verschiedenen Gebieten und in eine letzte, welche über die Nichtigkeit und Ablehnung der Gesuche zu entscheiden hat. Diese Abtheilungen, welche S, 5 oder 6 Mitglieder zählen, werden vom Vorsitzenden auf ein Jahr ernannt. In der letzten Abtheilung führt der Vorsitzende, in den übrigen ein b°n letzterem zu ernennendes Mitglied die Geschäftsleitung. Die Abtheilungen, deren jede ein ordentliches Mitglied des AmteS zäh- len muß, werden immer auf ein Jahr gebildet. Im Uebrigen regelt die Verordnung die Obliegenheiten des Vorsitzenden der ordentlichen Mitglieder, das Verfahren bei Prüfung der Sefuche und den B.schwerde- weg gegen Beschlüsse der Abtheilungen. Das Amt wird ein Siegil mit dem Reichsadler und der Umschrift: „Reichs-Patent-Amt- führen.
— In den deutschen Münzstätten sind bis zum 19. Mai 1877 geprägt worden an Goldmünzen: 1,097,700,280 Mark Doppelkronen, 337,980,480 Mk Kronen; 1,398,170 Mk. halbe Kronen; hiervon auf Privatrechnung: 171,423,459 Mk.; an Silbermünzen: 71,653,095 Mark 5-Markstücke, 94,125,654 Mk. 2-Markstücke, 143,512,165 Mk. 1-Markstücke, 57,640,572 Mark — Pf. 50-Pfennig stücke, 35,717,922 Mark 80 Pf. 20-Pfennig stücke; an Nickelmünzen: 23,502,530 Mark 70 Pf. 10-Pfennigstücke, 11,657,813 Mk. 75 Pf. 5-Pfennigstücke; an Kupfermünzen: 6,211,177 Mark 44 Pf. 2-Pfennigstücke, 3,380,547 Mark 3 Pfennig 1-Pfennig stücke. Gesammtausprägung: an Goldmünzen: 1,437,078.130 Mark; an Silbermünzen: 402,649,408 Mark 80 Pf.; an Nickelmünzen: 35,160,344 Mark 45 Pfennige; an Kupfermünzen: 9,591,724 Mark 47 Pf.
— Bonn, 25 Mai. Vierte A l t katho lische Synode. (Schluß.) Um 9 Uhr wurde die Sitzung eröffn t mit d?m Beruhte deS Herrn Dr. Deinhard über di Ergebnisse der KasHnrrvision, und wurde dem Kassirer der Eyrodal-Repräsenianz D^charge ertheilt. Prof. Berchthold referirte dann über den durch die Repräsentanz au^gearbei- teten Entwurf bezüglich der Handhabung her geistlichen Disciplin. Der Antrag der Kommission, den Entwurf vor der Hand abzul-hnen und die Repräsentanz zu ersuchen, denselben in residirier Gestalt der nächsten Synode von Nmem vor zulegen, wurde angenommen. Advokat-Anwalt Lützeler berichtete über bie Anklage geg°n den Pfarrer J. Schöpf von Sauldorf. Letzterer wurde wegen mannigfacher Verletzung seiner AmtS- Pflichten und offener Auflehnung gegen den Bischof und die Repräsentanz von der Synode seines Amtes und seiner Pfründe entsetzt. Zur Controle der stenographischen Berichte wurden als Censoren ernannt: Dr. ®ettenbo.f, Oberbergrath Brockhoff und Prof. Reusch. Zu Sy« noval-Examinatoren wurden ernannt die Professoren v. Schulte, Knoodt, Menzel, Reusch, Langen, Dr Schultz in Hagen. Zu ordeuil chen Mitgliedern der Synodalrepräsentanz wurden wiedertzewählt die Professoren v. Schulte uns Knoodt, zu außerordentlichen die Professoren Muhelis, Friedrich, Cornelius und Oberbürgermeister Malsch. Nach 121/» Uhr wurde die Synode durch den Bischof geschlossen. (Bonner Ztg.)
— Der Stand der Saaten ist, wie die „C. W." mittheilt, in ganz Franken und Schwaben ein ausgezeichneter. Für die Blüthe hatte man von der Kälte etwas befü chtet, der rechtzeitig eingetrettne Witterung« Wechsel hat aber die Besorgniß gehoben. In der Pfalz haben die Reben die Kälte gut Überständern Osstbäume und Getreidefelder stehen so üppig, wie seit lange nicht.
— Gotha, im Mai 1877. Aus dem R-chenschoflsberichte der hiesigen LebenSver s icherung S bank für 1876, welcher nach beendigter Prüfurg Seitens der Ausschüsse der Versicherten demnächst veröffentlicht werden wird, kann vorläufig mitgetheilt werden, daß die Ergebnisse dieses JahreS, des achtundvierzigstm seit der GtschäftSeröff- nung, in aller Hinsicht in hohem Grade günstig waren. Diese Gunst zeigte sich zunächst in einem ungemein starken Zugang an neuen Versicherungen. Derselbe betrug 28,814,000 M. und erhob, nach Abzug des niedrigen Abganges den Versicherungsbestand bis zum Jahresschluß auf 48,707 Personen mit 307 551,700 M. VersicherungL summe. Für 1001 Sterbefälle waren 5 908,000 M. zu vergüten. Dieser Betrag steht um 507,985 M. unter der rechnungsmäßigen Erwartung. — Die Einnahme an Prämien und Zinsen betrug 13,979,720 M. Nach Abzug der in 10,051,987 M. bestehenden Ausgabe erfuhr der Bankfonds einen Zuwachs von 3,927.733 M. und erhob sich auf 73,973 606 M. Es sind darunter 52,015,183 M. für Prämienreserve, 5,142,600 M. für Prämienübertrag, sowie 15,747,916 Mark reine Ueberschüsse enthalten, w-lche in den nächsten 5 Jahren (in diesem Jahre mit 41 Prozent der 1872 eingezahlten Prämien) an Sie Ber- sicherten zur Bertheilung kommen. Im nächsten Jahre kommt der Ueberschuß deS Jahres 1873 zur Bertheilung und wird, wie schon jetzt mit Sicherheit angegeben werden kann, ebenfalls 41 Prozent be- tragen. Das Jahr 1876 allein lieferte einen reinen Ueberschuß von 3,773,573 M., den höchsten bis dahin in einem Jahre erübrigten Betrag. Der Fonds ist hauptsächlich in ersten Hypotheken auf größere Landgüter von mindestens doppeltem Bodenwerthe angelegt, und zwar zum DurchschnittszinSfuße von 4,78 Prozent. Gutsbesitzer suchen