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Juvisy verbunden, und so wird in Kurzem die Verbindung der großen Bahnen im Nordosten von Paris hergestellt sein.
— Paris, 15. Mai. Nach einer hier eingegangenen Meldung hat aus der französischen Panzerfregatte „RsvanLe" in dem Momente, als dieselbe mit den übrigen Schiffen deS französischen Geschwaders den Hafen von Billafranci (bei Nizza) verlassen wollte, eine Kesselexplosion stattgefunden. Die Zahl der Todten wird auf 2, die der Verwundeten auf 60 angegeben.
— PariS, 17. Mai. (Köln. Ztg.) Gegenüber allen über die Bildung eines neuen Kabinets umlaufenden Gerüchten ist zu bemerken, daß der Marschall-Präsident bis jetzt nur den Präsidenten des Senats, Herzog von Audiffret-Pasquier, zu sich berufen hat, und daß der letztere V0A der Bildung eines aus Mitgliedern der Rechten bestehenden Kabinets dringend abzerathen haben soll. In der Präsidentschaft nah?- strhekden Kreisen gilt der Versuch zur Bildung eines gemäßigten Ka« bineLS aus den Reihen der sogenannten konstitutionellen Partei,. wobei besonders der Herzog Decazrs müwirken würde, für wahrscheinlich. — Im Laufe des Vormittags hat Mac Mayon mehrere Personen empfangen. Er drückte allen gegenüber den festen Entschluß auS, eine Politik des Friedens mit allen Mächten aufrechtzuhalts» und mit größter Festigkeit alle gesetzwidrig?» ultramontanen Kundgebungen zu unterdrücken.
— (Courbet und die Bendomssäule.) Man entsinnt sich noch jener interessanten Episode aus den Wirrniss-n der Pariser Kommune, deren Held der Maler Courbet war. Courbet, einer der bedeutendsten lebenden Mal er Frankreichs, war zum Minister der schönen Künste unter dem Regime des 18. März 1871 gemacht worden und er benützte diese Stelle, um die Bendomesäule, die seinem künstlerischen Sinne durchaus mchfi l, niederreißen zu lassen. Als die Versailler Truppen Paris wieder eroberten, ergriff man auch Courbet und derselbe wurde zu 6 Monate Gefängniß verurtheilt. Gleichzeitig aber wurde auf dem zivilrechtlichen W?g? gegen ihn von Seite der Staatskasse Klage erhoben, die sämmtlichen Kosten der Wiederaufrichlung der B-n- domesäule zu tragen. Dieselben beliefen sich auf nicht weniger als 323,091 Fr. Courbet erhob eine Reihe von Aufstellungen gegen die Höhe dieser Summe. Vor allen Dingen aber verla-gte er, taß die Rechrmnkm durch Sachverständige geprüft würden. Der Prozeß hat sich bis jetzt, also durch 6 Jahre nach jmer Zeit, hing zogen. Jetzt ist endlich das endgültige Urtheil gefällt und dsssrlbe besteht darin, daß Courbet allerdings jene ganz? Summe von 323.091 Fr. zu zahlen hat. Eine geraume Zeit hindurch waren zur Sicherung dieses Betrages seine Gemälde, seine Werthpapiere, kurz sein gesummter Besitzstand mit Beschlag biegt worden. Diese Gegrustände sind jetzt frei, da Courb t mit der Staatskasse eine Einigung dahin erzielt hat, daß er jährlich 10.000 Fr., und zwar in zwei halbjährigen Raten, an dieselbe zahlen wird. Insgesammt wird er also, wenn der Betrag ihm inzwischen nicht erlassen wird, etwa 33 Jahre an den WiederherstellungLkosten abzuzahlen haben.
— Bukarest, 16 Mai. Die Russen errichteten bei dem Dorfe Ghiacit eine schwere Batterie, um den alten Douauarm zu sperren. Zwischen Galatz und Plojesti werden starke Bewegungen russischer Truppen bemerkt. Zwischen Oltenitza und Turtukai hat heute Mittag das Feuer wieder begonnen.
— London, 17. Mai, Vormittags. Wie dem „Reuterschen Bureau" aus San FranciSco vom 16 d. gemeldet wird, sind nunmehr auch die übrigen Schiffe des russischen Geschwaders mit versiegelten Ordres in See gegangen.
— S t. Petersburg, 16. Mai. Ueber das bereits gestern gemeldete Bombardement von Saturn wird folgendes Telegramm des Oberkommandirenden der Kaukasusarmee veröffentlicht: TifliS, den 15. Mai. Fünf türkische Monitors haben gestern 2V, Stunden lang Saturn bombardirt; ein Theil der Stadt ist bedeutend beschädigt. Der Versuch, Truppen auszuschiffen, wurde durch 5 Compagnien und 2 Geschütze zurückgeschlagen. Die Türken verloren viele Todte. Unsererseits gab eS weder Todte noch Verwundete, nur 6 Kosaken wurden vermißt. Feindliche Schiffe stationiren fortdauernd vor Sukum. — Dir „Agmce Russe" bemerkt bezüglich SerbienS, daß. wenn Serbien Rußlands Rath einhole» sollte, dieses ihm die Bewahrung der Neutralität anrathe» würde.
— Kon staut in opel, 16. Mai. Der Minister der auswärtigen Angelegenheiten hat den Vertretern der Pforte im Auslande folgende Mittheilung zugehen lassen: Dsokuf (?) Suchuwkale ist durch unsere Truppen zu Lande und zu Wasser angegriffen worden und in unsere Hände gefallen. Der Feind ist vollständig in die Flucht geschlagen und hat gwße Verluste erlitte». Die Bevölkerung nimmt unsere Truppen überall sehr fieundlich auf. — I» Cirkassim und in mehreren Orten im Kaukasus sind Insurrektionen auSgebrochen.
— Ueber die Stadt Alexandropol, welche als Ausgangs- Punkt der russischen Operationen in Asien erneute geschichtliche Bedeutung gewonnen hat, dringt die „Jllustr. Chrom Woin." nachstehende Angaben: Alexandropol liegt in der fruchtbaren Ebene von Schuragel, welche sich stark über den Meeresspiegel erhebt und daher trotz der süd
lichen Lage ein verhältnißmäßig kühles Klima hat. Die Stadt wird von zwei unbedeutenden Flüssen durchströmt, welche sich in den Arpat- schai ergießen. Bis zum Jahre 1837 lag hier das türkische Dorf Gumry. 1804 schlug der Gsmral Tutschkow hier die Perser und 3 Jahre später die Türken. 1809 fand hier ebenfalls ein Kampf mit den Persern statt, 1828 hatte Paskewitsch in diesem Dorfe sein Hauptquartier aufßeschlagk» und leitete von hier aus den Uebergang der Russen über den Arpatschar. Nach drm Jahre 1829 und dem Frieden von Adrianopel fingen Armenier an, sich hier niederzulassen, und 1837 wurde bei dem Do fr in Gegenwart deS Kaisers Nikolai I. der Grundstein zu einer Festung gelegt, welche zu Ehren der Kaiserin Alexandropol genannt wurde. 1840 wurde Alexandropol zu einer Kreisstadt erhoben und später mit dem Eriwanschen Gouvernement vereinigt. — Nach der letzten Volkszählung hatte Alrxandropol etwa 17,000 Einwohner, darunter 15,000 A mmier, auzuweistn Der übrige Theil der Bevölkerung besteht aus Russin, Griechen, Tataren und Juden. Die Einwohner treiben th-ils Ackerbau, theils einen reg?» Handel nach TifliS, nach Eriwan und Kleinasien, theils sind sie Handwerker. Unter diesen Letzteren zeichnet sich eine Innung durch ihre besondere Geschicklichkeit in der Aussührung von Goldstickereien auS.
— New- Jork, 16. Mai. Der Hamburger Postdampfer „Pom- mersnia" ist Nachmittags 6 Uhr hier eingetroffen.
L o k « l r K.
Ha«SN 18. Mai 1877.
— Morgen wird die zweite und letzte Serie der zur Erlernung der Handhabung des MausergewrhrL einberufenen Landwehrleute ent-
lasse». •
Bersteigerungs- und VerpachtungS-Kalender.
für Samstag to 19 Mai 1877
Nachm. 5 Ü-ir sollen an GenchtSstelle gegen Baarzahlang Spiegel» schränk, 2 Sopha's, festige Möbel, Nähmaschine, Standuhr, vier Bilder rc., verkauft werden.
— (Impfung) Den 19. Mai, Vo mittags 10 Uhr, Impfung Kilianstädten, Nachm. 2 Uhr in Oberdorfelden und Nachm. 31/« Uhr Gronau.
in in
Auszug aus dem Ceutral-Haudelsregister.
Eintragungen bei Kgl. Kreisgericht, erste Abtheilung, Hanau.
Zufolge Verfügung vom 8. Mai 1877 ist auf Anzeige vom 19. April d. J. am 11. Mai in das Genosserrschaftsregister eingetragen worden, daß an die Stelle deS auSgeschieSenen KalsirerS des „Vor. schußvrreinS zu Lanzenselbold, eingetragene Genossenschaft", Wilhelm Köhler II-, Peter Gösche zu Langenselbold als .solcher bestellt worden
Zufolge Verfügung vom 8. Mai 1877 ist auf Anzeige vom 7. d. MtS. am 11. Mai in das Handelsregister eingetragen worden, daß daS unter der Firma: I. Gauff, — Koch, dahier von der Ehefrau des Jakob Gauff, Johanna, geb. Koch, hierselbst betr iebene HandelS
geschäft erloscht« ist.
— Für die Befreiung zweier Söhne hülfSbedürf tiger Wittwen von dem Militärdienste ist kürzlich eine grundsätzlich wicht M erläuternde Verfügung der Minister des KriegeS und des Innern aus' «"laß emeS zu ihrer Entscheidung gelangten SonderfallS ergangen. ,®2 handelte sich nämlich dabei um die vorzeitige Entlassung eines bereM «^ dem Herbste 1874 dienenden Soldaten, dessen jüngerer Bruder tm W^ Herbste eingestellt, und bezüglich dessen es unterlassen worden war auf Grund der maßgebenden Vorschrift der Ersatzordnung, Antr^S . noch bis zum Herbste d. I. zulässige Zurückstellung deS jüngeren derS anzubringen. Das Gesuch des beim Militär befindlich»'« Sohnes um Entlastung ist darauf zurückgewiesen worden, weil die Bi/ttsteuerm, deren jetzt vorgetragene Verhältnisse bereits bei der 1876 erfolg .. Hebung des jüngeren Bruders zu übersehen waren, ihre $tget 'wattige Lage selbst verschuldet habe. ES werden daher fortan alle dt^M'^n, w-lche glauben, mehrere Söhne nicht gleichzeitig zum Militä ENste hergeben zu können, wodurch ihre wirthschaftliche» Verhältnisse würden, auf die vorgeschriebenen Bestimmungen genau zu achten Der Umstand, daß ein Sohn zur Disposition des TruppentheilS ^u laubt wird, hat gar seinen Einfluß auf die Dienstpflicht eines an Sohnes, so daß auch hierfür die Reklamation auf dem geordneten 2 ^g zu geschehen hat Den betheiligten Eltern erwachsen durch diese 1 ■ säumniß oft große Nachtheile, die sie eben abzuwenden vermögen. -
— Hersfeld, 15 Mai. Wie werden demnächst die Gerichts zirke abgegrenzt werd.-n? Das ist eine Frage, die sich hier, wie tot 9. an vielen Orten, gar Mancher vorlegt. Daß HerSfeld ein AmtSgeria, • haben wird, ist selbstverständlich, wie überhaupt in unserem Hissen land die Untergerichtsbezirke hoffentlich keine Aenderungen, namentlich kein Verminderung erleiden werden. Aber wo wird unser Landgericht fein' Unsere eigene Stadt hat natürlich keine Aussicht, der Eitz einer solchen zu werden. Nach gerüchtweisen Befürchtungen soll auch Fulda keim , Hoffnung haben. Allein, wohin will man unS dann verweisen? nach ' Kassel? oder gar »ach Marburg? An daS letzte kann man vernünftiger
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