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Mhrüch S M-r? HEj. * ®. 50 K Äi-rteljS-rlich

5 M-r! 25 Pf».

Sie aurwLrtigs Lboünente« «rt dem betreffve- Ses PostaufschlLS- Me einzelne Rum» »er 10 PH.

Hanauer MeW

Zugleich AMtliches OrgM für Kreis ««d Stadt Hao.au.

Grfchemr täglich mit ÄuSnahme der Sonn- Wd Feiertage, mit belletristischer Beilage, Wid HsMstggs mit der Berliner Provinzisl- Eyrrespyndsuz.

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Preis:

Die IfSalSpi annoabiete * deren taa

10 Pf,.

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M 113. Mittwoch den 16» Mai 1877s

Amtliches.

Verlöre«: Eine goldene Kette. Ein Brauner Damen-Schoß. Ein Paar braune DameNhandsSuhe.

Hanau am 16. Mai 1877.

________Königl. gandratb^amt._____________

Bekanntmachung.

Am 24. Mai cr Vormittags von 9 Uhr ab, sollen beim Portiergebäude in der Pulverfabrik gegen sofortige Barzahlung an die Meistbietendxn verschiedene, für den Betrieb der Pulverfabrik nicht mehr geeignete Gegenstände, als:

Zinkblech, Gußeisen, Kupferdraht, Broncespähne, guß­eiserne Zaunpfähle, kleine Schreinerwerkzeuge, Packfässer, Packlisten, diverse Tonnen, Mesfingdrathgewebe, Dampf- und Brandrohre rc. rc." öffentlich verkauft werden.

Die Besichtigung der Gegenstände ist am Tage vorher gestattet. Hanau, den 12. Mai 1877. (3405)

Königliche Direktion der Pulverfabrik.

TageSschau. Zur politischen Lage.

A. b. Schw. Werk.

Die russische Armee setzt auf dem europäischen Kriegsschauplatz ihre» Aufmarsch fort und dringt gleichzeitig in Kleinasien auf mehreren Straßen ins Innere vor: die kleine Festung Bajasid ist in ihre Hände gefallen, Kars zernirt und der Marsch a f Erzerum angetreten. Wäh­rend dessen begnügen sich die Türken danut, einige Städte des liefen DonauuferS zu bombardiren und die Küstenhäfen des Schwarzen Meerrs zu blokiren. Läßt schon dieser Anfang d-s Krieges wenig Gutes für die Pforte ahnen, so droht sich auch die Zahl ihrer Feinde noch zu mehren. Griechenland hält sich noch zurück, auch Serbien hat erklärt, neutral bleiben zu wollen. Dagegen bereitet sich Rumänien zum An­schluß an die russische Aktion vor und in Bulgarien wie in den übrigen Provinzen des oSmanischen Reichs wartet die christliche Bevölkerung nur auf den Augenblick, wo die Russen die Donau überschreiten, um den Aufstand von Neuem in Hellkn Flammen auSbrechen zu lassen. Zu gleicher Zeit tritt aber auch der Gegensatz zwischen Rußland und England und mit ihm die Gefahr einer weiteren Ausdehnung des Krieges stärker hervor. Die Aufregung deS russischen Volkes hat sich in Folge des Kriegsausbruches so gesteigert, daß dasselbe sich mit einer bloßen Verbesserung deS Looses seiner unterdrückten Stammesgenossen unter Fortdauer der türkischen Oberherrschaft nimmermehr zufrieden geben wird. Hat doch die Kaiserin schon in ihrem Aufruf zur Fürsorge für die Verwundeten dieBefreiung" der Christen offen das Ziel deS Krieges bezeichnet und Kaiser Alexander selbst bei Verleihung der Georgenordsns an den Großfürsten Nikolaus geäußert, er habe jetzt die heilige Mission Rußlands und seiner Ahnen übernommen mit dem festen Entschluß, sie zu verwirklichen. WaS die englische Regierung ihrerseits über die Folgen deS KriegeS denkt, hat Lord Derby schon vor dem Ausbruche desselben ausgesprochen, als er dem türkischen Botschafter be­merkte, er befürchte, daß das osmanische Reich am Schlüsse deS Krieges gar nicht mehr vorhanden sein werde. So braucht man sich denn nicht zu wundern, daß das englische Kabinet seinem Mißtrauen gegen Ruß-

der Note, mit der es das jüngste Rundschreiben des Fürsten Gortschakoff beantwortet, einen außergewöhnlich scharfen Ausdruck gege- ven hat, indem er ihm rückhaltsloS Vertragsbruch unb die Verletzung eines non Rußland selbst feierlich anerkannten Grundprinzip» des Böl- 'i^bchtr zum Vorwurf macht. Es begreift sich auch, daß England eif« UilV seine Kanalflotte inS Mittelmeer schickt, das in Malta bisher l.,»un^ nach Kreta beordert, sogar Landungstruppen

^L"^ "* Aegypten einen Lagerplatz für dieselben vorbereitet, 1 '"Ä'® M die neueste Nachricht bestätigen sollte, daß Per- ^" ^ ^SüEa» ein Schutz- und Trutzbündniß gegen die Türkei und Ä»^ Trübem ist und bleibt eS sehr zweifelhaft,

^^M^ englischen Regierung auch große Thaten j ^rb«nM»I»-"' ii^^^^rr Croß hat noch in den letzten Parlaments- Verhandlungen über ine Giadstone'sche Resolution erklärt, England werde 1

auch ftrn^hin bemüht sein, hm Krieg zu lokalisiren und seine Neutra­lität zu bewahren, ein Konflikt mit den englischen Interessen komme überhaupt nicht in Frage, so lange Steifer Alexander seinem Worte, daß er Konstantinopel nicht angreiken werde, treu bleibe. England mag daher immerhin bei der bevorsteheKden Auflösung der Türkei darauf bedacht sein. sich den Besitz deS Suezkanals und damit den Weg nach Indien zu sichern, seine aktive Betheiligung an dem Kriege steht doch, bei der Wahrscheinlichkeit, daß eK Rußland nicht auf den Besitz Kon- stantinopels abgesehen hat, fürs Erste wenigsten», nicht zu befürchten, i um so weniger, da die übrigen Mächte entschlossen sind, so lange als - möglich neutral zu bleiben. Oestreich hat sich zwar, wie auS den jüng« ; sie« Erklärungen seiner Minister in Wien und Pesth hervorgeht, volle Aktionsfreiheit vorbehalten, um seine Interessen bei der definitiven Ge- ; stoltung des Orients zu wahren. Aöer daS fortdauernde Einverständniß i der drei Kaiserwächte bürst hinlänglich dafür, daß eine Bisttzung tür- ; kischrr Provinz? n durch österreichische Truppen seine europäischen Ver- wickelunqen hervorrufen wird. Wir hoffen daher, daß der Weltfriede, i dessen Aufrechterhaltung sich die deutsche Reichsregierung in erster Linie zur Aufgabe gestellt hat, trotz aller englischen Noten und Rüstungen nicht werde gestört werden.

DerR. u. St.-A." enthält: 1) Gesetz, betreffend die Auf­nahme einer Anleihe für Zwecke der Verwaltungen der Post und Telr- grcphen, der Marine und des ReichsheereS. Bom 10. Mai 1877. 2) BekanntMackuna. betreffend die Ausgabe von Sckatzanweisungen im Be­trage von 10,000 000 Mk. Vom 14. Mai 1877.

Berlin, 14. Mai. Was die Reisepläne des Fürsten BiS- marck betrifft, so sind zwar wegen der Abreise nach Kissingen noch keine Bestimmungen getroffen worden, doch erwartet man dieselbe, voraukge- i setzt, daß die warme Witterung Don Bestand ist, bald nach Pfingsten.

Berlin, 15. Mai. Die Ausschüsse deS Bundesrathes für daS Justizwesen und die Verfassung haben bei dem BundeSrath bean­tragt : Der BundeSrath wolle beschließen, die Erledigung der zwische« der preußischen Regierung einerseits und der Großherzoglich sächsische« und der Herzoglich fassen coburg gothaischen Regierung andererseits bez. der Besteuerung der thüringischen Eisenbahn bestehenden Streitigkeit da­durch einzuleiten, daß daS Reichs-OberhandelSgericht in Leipzig ersucht werde, über die Frage: ob nach Art, 15 Abs. I. deS StaatSvertrages vom 19. April 1844 die Königlich preußische Regierung den beiden anderen Regierungen gegenüber verpflichtet ist, die thüringische Eisen- bahngesellschaft auch von jeder Kommunalabgabe, mit alleiniger Aus­nahme der Grundsteuer und anderer dinglicher Laster, soweit solche nach der bestehenden LandeSgesitzgebung von der Gesellschaft zu übernehmen find, zu befreien, einen Schiedsspruch zu fällen, und die betheiligten Regierungen verpflichtet erklärt werden, sich dem ergehenden Schieds­spruch zu unterwerfen.

In der Nacht vom 10. auf den 11. ist in Berlin plötzlich am Herzschlag der in den weitesten Kreisen bekannte ehemalige Direktor deS Friedrich Werder'schen Gymnasiums, Dr. Bonnell, im 75. Lebens­jahre verschieden. Bonnell war einer der ausgezeichnetsten Schulmänner Preußens. Er gehörte dem Friedrich Werder'schen Gymnasium nahezu 48 Jahre an, von 1810 bis 1820 als Schüler, von 1838 bis Micha­elis 1875 als Direktor. Zu seinen treuesten Verehrern gehörte auch der Reichskanzler Fürst Bismarck, welcher sich mehrere Jahre bei Ban­ne! in Pension befand, als dieser Lehrer am Berlinischen Gymnasium zum Grauen Kloster war.

Ueber die bevorstehenden militärischen AuSgleichsmaßregeln gegenüber Frankreich wird nach demSchw. Merk." offiziös mitgetheilt: Es kann sich dabei nicht um Neubildung von Jnfanterieregimentern handeln, welche dem Wehrgesetz von 1874 widersprechen würde. Er handelt sich wohl nur zunächst darum, die Kompagnien einzelner in Elsaß diSlozirten Bataillone auf die CadreSstärke der Gardetrupp-n zu bringen, um den Wachtdienst in den detachirten Forts von Straßburg und Metz zu erleichtern. Sodann wird eine Verstärkung der Garnison von Metz um 3 bis 4 Bataillone und 1 bis 2 Kavallerieregimenter inS Auge gefaßt, welche indeß vielleicht erst nach den Herbstübungen ausgeführt werden wird. Betreffs der Auswahl der Truppmtheile ist noch keine Bestimmung getroffen. Auch ist eine Truppendislokation in