HSHtimst®* Brei?:
KM-lich k Pari HEj. 4 S». 60 P.
KierteljätzrttÄ
S Mark «6 BfA.
Igüt au?würtiz, Abonnenten
»;t bew brtreSee, !>m $oitauffä!a$. Meeii!>erne Nummer 13 s4ifa.
mmer Ammer.
ZUgleich Amtliches Orga« für Kreis unb Stadt Hartau.
'Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Eorrespondenz.
PreiS •
Die nsu.ngr Larmondzei!« -Ä» deren R«^
10 P?x.
Sie Lspalr. &» 20 Ms.
SieSIpatüge®!»
M 103.
Donnerstag den 3» Mai
1877.
Amtliches.
Der unter dem 14 März v I. Gegen den Kutscher Heinrich Daniel Wörner au^ Rochrnkerg« erlassine Steckbws wird erneuert.
Hanau am 27. April 1877.
Der Staats-Anwalt
Weichersbach. Nikolaus Schiefer von Weichersbach, Sohn des Johannes Schiefer und Ehefrau, Anna Katharina, geb. Ulrich, von da. geboren am 2. November 1805, seit 1846 mit unbekanntem Aufenthalt abwesend, wird auf Antrag aufgefordert, spätestens im Termin den 13. Juli d. I., Morgens 10 Uhr, dahier sich zu melden, widrigenfalls derselbe für todt erklärt und über Aushändigung seines Vermögens an seine Erben verfügt werden wird.
Hanau, 23. April 1877.
Königliches Kreisgericht.
(3052)_____________________Müller.________________vt. Nikolaus.
Submission.
Die Arbeiten und Lieferungen zu Bauherstellungen im Kreis- gerichts-Gebäude hier sollen in öffentlicher Submission vergeben werden.
Untern Hmer wollen ihre Offerten portofrei und versiegelt bis zum 16. Mai er., Vormittags 11 Uhr, mit der Aufschrift: „Herstellungen im Kreisgericht Hanau" an den Unterzeichneten einreichen, zu welcher Stunde die Eröffnung der Submission im Amtslokale, Neue Anlage 5d, stattfindet.
Auch liegen daselbst bis zur genannten Zeit Kostenanschlag und Bedingungen zur Einsicht offen.
Hanau, 30. April 1877. (3053)
Der Königliche Bau-Jnspector.
________________Grau.________________ i Bekanntmachung.
Eltern und Vormündern der Akademieschüler, sowie den Akademieschülern selbst zur Nachricht, daß den 9., 12. und 13. d. M. der Betrag für den Unterricht im 2. Quartal er. in den gewöhnlichen Unterrichtsstunden erhoben wird. Hanau den 2. Mai 1876. (3055) Königliche Akademie-Kasse.
W. Gottschalck. n.r - -----------^—^rr^-—»
Tagesschau. Zeitbetrachtunge«.
A. d. Schtv. Merk.
Naturgemäß drängt sich bei den jetzigen Zeitläuften die vergleichende Betrachtung auf mit dem Krimkrieg und der Konstellation der Mächte jetzt und damals. Vor Allem hat die Zahl der Mächte seitdem eine Veränderung erfahren; die europäischen Großmächte sind von 4 auf 6 gestiegen. Preußen und Sardinien gehörten nicht dazu. Unter der Nachwirkung der Niederlage von Olmütz hatte die Regierung Friedrich Wilhelm'S IV., obgleich ihr in der Behandlung der orientalischen Frage der Ruhm der Umsicht und Klugheit von der Nachwelt nicht vorenthalten worden ist, kein selbststärd g-s Gewicht; Preußen war einer der drei deutschen Stümpfe (trognons), angewiesen auf Verhandlungen von Fall zu Fall einerseits mit Oestreich, andererseits mit den zu Bamberg geeinigten Mittelstaaten. Preußens Lage in dem weiten, schlotternden, noch nicht auSgefüllten Gewand zwischen der französischen und russischen Grenze war besonders bedenklich in jener Zeit, in welche auch daS westmächtliche Bündniß mit Sardinien fällt (26. Januar 1855), als sich Sebastopol behauptete. Damals boten die Westmächte der preuß. Regierung den Besitz von Schleswig-Holstein, wenn sie einen Durchzug französischer Truppen zum Angriff auf Russisch-Polen gestattete. Auf der anderen Seite drängte die „kleine", aber mächtige Partei" in Berlin auf ein Bündniß mit Rußland. Der erste dieser Wege würde die polnische Frage wieder angeregt und das für unsere spätere politische Entwicklung so wichtige Verhältniß zu Rußland zer- stört, der zweite die Last des Krieges auf Deutschland gewälzt und vielleicht zum Verlust des linken Rheinufer» geführt haben. Nicht
minder, wie Preußen seitdem seine europäische Stellung durch dir Vermehrung seiner Macht und die ernt tigere einheitliche Leitung der auswärtigen Angelegenheit-» Deutschlands verändert hat, ist auch Italien zur Großmacht herangewachses. Das kleine Sardinien hatte nichts an oder jenseits der Adria zu suchen, wohl aber kann die italienische Regierung mit dem Sitz in der welterobernden Roma auch ihre Blick- auf Albanien richten, zu Brundusi m (®mbifi) auch Dyrrhachium (Dumzzo) erstreben. Was Oestreich seitdem durch Verbleich n des Zaubers von Olmütz, durch Finanznoth und den eing*fügten Dualismus verloren hat, wird ausgewogen durch daS klare, vertrauensvollere Verhältniß zu dem deutschen Reiche. Frankreichs Stellung hat sich gerade umg kehrt und ert pricht heute jed rffalls mehr den LanheKinteressen. War eS doch das persönliche Interesse vis Kaisers N poieon III., welches durch den Zutritt von Frankreichs Landmacht den Krieg gegen Rußland für England erst möglich machte. So bleiben also nur Rußland und Groß- e britsnien in ähnlicher Lage wir damals gegenüber der großen Frage | deS Augenblicks, daS letztere aber wesentlich beeinflußt durch die eben erwähnte Entbehrung einer großen Landmacht. Wer sich die Opfer bes allgemeinen Weh Pflicht nicht auferlegt, der muß auch die Folgen davon tragen. Schließlich wollen wir aus die vortreffliche Darstellung des KrimkriegS aufmerksam machen in dem zweiten, 1867 bei G. Hirzel in Leipzig erschienenen Theile des Werkes: Geschichte der Türkei von Dr. G. Rosen.
— Berlin, 2. Mai. Se. Majestät der Kaiser und König sind gestern Nachmittag um 4 Uhr 50 Minuten mit Allerhöchstem Gefolge bei dem prächtigsten Wetter in Straßburg eingetroffen und unter Glockengeläute und Kanonendonner in die Stadt eikgezogen. Die Gegend am Stadtöahnhof sowie die zur Präfektur führenden Straßen waren mit einem zahlreichen Publikum erfüllt, welches Se. Majestät mit lebhaftem Enthusiasmus begrüßte. Alle öffentlichen Gebäude und viele Privat« Häuser waren auf das Reichste und Festlichste geschmückt. Der Gouverneur, General von Schachimeyer, und der Ober-Pi äsidmt, von Mo-ller, fuhren Sr. Majestät bis Kehl entgegen. Bei der Ankunft in Straßburg wurden Se. Majestät der Kaiser durch den Donner der Ffftungsge« schütze und mit dem Geläute sämmtlicher Glocken begrüßt. Der Kommandant der Stadt, General-Major von Bauer, überreichte dem Kaiser den Rapport.
Se. Majestät ließen Sich in dem großen Saale^des Bahnhofsgebäudes die Osfizier-Corps und die Spitzen der Behörden vorstellen, während die Vorstellung der Mitglieder big Landesausschusses im kleinen Saale erfolgte. Auf eine Seitens der letzteren an des Kaisers Majestät gerichtete kurze herzliche Ansprache erwiderten Allerhöchstdtesel- ben «ach dem „W. T. B.":
„Ich freue Mich, daß wir hier zum ersten Male uns so sehen, weil Ich der Ueberzeugung lebe, daß die Hoffnungen und Wünsche, welche Sie soeben als die des Reichslandes gegen Mich ausgesprochen haben, sich vollständig erfüllen werden, wenn Sie sich von der Aufgabe durchdrungen fühlen, daS neue Reichsland immer mehr mit dem alten Mutterlande zu assimiliren, und das deutsche Element desselben immer mehr zu beleben. Ueberrascht von dem freundlichen Entgegenkommen und der lebhaften Begrüßung, die Ich bei Meinem Ein- Kitte hier in dem altehrwürdigen Straßburg gefunden, erfüllt Mich die Zuversicht, daß es nur eines Gewöhnen« und Einlrbens bedarf, um, wenn Jeder von unS thut, was in seinen Kräften steht, daS neue Verhältniß, welches die Vorsehung Ihnen auferlegt, zu gegenseitiger Genugthuung z» gestalten."
Diese Antwort Sr. Majestät des Kaisers wurde mit dem höchsten Enthusiasmus ausgenommen. Ebenso richteten Allerhöchstdieselben auch an die Vertreter der Universität und der Schule» kurze Ansprachen, die ebenfalls freudigsten Beifall erregten.
Der Kriegerverein hatte sich am Bahnhöfe ausgestellt. Se. Majestät der Kaiser schritten die Front desselben entlang, unter fortdauernden Hurrahrufen der zahlreich anwesenden Bevölkerung. In den reich geschmückten Straßen der Stadt hatten u. A. auch die Schulen Ausstellung genommen. — Der Fackelzug, welcher« Sr. Majestät Abends dargebracht wurde, verlief sehr glänzend. ^ a^». ®t.-a.)