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Landeshaushalts. Etat für Elsaß-Lothringen. Der Referent Abg. Buhl I erklärte, daß die Mitglieder der Kommission, die den Etat vorberathen hat, mit Rücksicht auf die Geschäftslage von einem spezielleren Eingehen auf die einzelnen Titel des Etats in der Plenarberathung absehen zu müssen geglaubt haben. Zu dem Etat der Forstverwaltung beantragte der Abg. Simonis mit Rücksicht auf die hohen Kosten der Verwaltung der Reichslande, den Reichskanzler zu ersuchen, daß in Zukunft die Ortszulagen in Elsaß-Lothringen mindestens in demselben Maße für die Beamten deS Landes reduzirt werden, wie es für die Beamten deS Reiches, insonderheit für die Eisenbahnbeamten, geschehen sei. Gegen diesen Antrag sprach der Abg. Frhr. Schenk von Stauffenberg. Nach demselben nahm der Bevollmächtigte zum BundeSrath, Unter-Staatssekretär Herzog das Wort und erwiderte schließlich nochmals dem Abg. Windthorst, worauf der Antrag Simonis abgelehnt wurde.
(Fortsetzung folgt.) (R. u. st-a.)
— Berlin, 30. April. (Köln. Zig) In der Voraussicht, daß der General-Feldmarschall Freiherr v. Manteuffel am 1. Mai, dem Tage seines fünfzigjährigen Dienstjubiläums, nicht in Berlin anwesend sein würde, haben die Mitglieder des GeneralstabeS der OkkupationS- Armee, die gestern gelegentlich deS Gala-DinerS auf der russischen Botschaft Statt gehabte Anwesenheit deS Marschalls benutzt, um demselben ihre Glückwünsche abzustatten. Giführt wurden sie von dem General von der Burg, der aus Erfurt hier eingktcoffen war. Aus den verschiedensten Theilen Deutschland waren gekommen: die Obersten v. Le- vinSkr und Graf Häjeler, die Hauptleute v. Puttkamer und Heinrich, und von Berlin waren der Intendant der OkkupationS-Armee Geh.- Rath Engelhardt und der Stabsarzt Dr. Sachse anwesend. Die ander Reise verhinderten Mitglieder des GeneralstabeS der OkkupationS-Armee hatten sich entschuldigen lassen. General von der Burg hielt folgende Anrede: „Die glorreichen Erfolge Ew. Exzellenz als Heerführer, Ihre hohen Verdienste um König, Armee und Vaterland gehören der Geschichte an. Die väterliche Fürsorge, das liebevolle Wohlwollen, welches Ew. Exzellenz stets allen Ihren Untergebenen gewidmet, haben die Herzm aller derer zu unbegrenztem Danke verpflichtet, welche dar Glück hatten, un er Ihrem Befehl zu stehen. Die Mitglieder der Oberkommandos der deutschen OkkupationS-Armee in Frankreich haben die Ehre und den Vorzug gehabt, Ihnen in großer Zeit besonders nahe zu stehen, und zum Theil haben sie Ew. Exzellenz auf zahlreichen Schlachtfeldern begleitet. Wir haben daher die Pflicht, Ihnen für alle Zeiten dankbar und ergeben zu bleiben, und so fasse ich unser Aller Wunsch dahin zusammen: Gott schütze Ew. Exzellenz, Ihre Familie und Ihr gastliches Haus l" Die Anwesenden überreichten dem Marschall hierauf eine in der königlichen Porzellanmanufaktur augefeltigte Vase, deren Vorderseite den Palast deS Oberkommandos in Nancy darstellt und auf deren Rückseite sich die Namen sämmtlicher Mitglieder des Stabes der OkkupationS- Armee befinden. Abends waren die Gratulanten zum Souper im Hause des Marschalls eingelade».
— Karlsruhe, 28. April. S. K. H. der Großherzog haben aus Anlaß der Feier des 25jährigen Jubiläums Höchstihrsr Regierung beschlossen, als eine höhere Klasse des Ordens vom Zähringer Löwen den Orden Bertholds I. von Zähringen zu stiften. Derselbe wird über dem Großkreuz stehen; seine Inhaber werden den Namen Ritter des Ordens Bertholds I. von Zähringen führen. Dem Erlaß der hiernach veränderten Ordensstatuten darf demnächst entgegen gesehen werden.
— Wien, 30, April. Einer Meldung der „Presse- aus Kon- stantinopel zufolge würde von dem Sultan vor dessen Abreise zur Donau-Armee eine Botschaft an beide Häuser deS Parlamentes gerichtet werden.
— Der deutsche Buchhandel hat bereits eine unangenehme Wirkung deS bevorstthmden russisch-türkischen KriegeS zu verzeichnen. Die Petersburger Buchhändler machen bekannt, daß sie infolge des durch die politische Lage geschaffenen ungünstigen Wechselkurses und Sinkens der russischen Werthe bis auf weiteres ihren Verpflichtungen nicht nachkommen können. DaS berührt um so peinlicher, als der russische Buch- Handel an und für sich schon in Deutschland einen 15monatlichen Kredit hat.
— St. Petersburg, 28. April. Der Eisgang auf der Newa hat begonnen.
— St. Petersburg, 29. April. Offizielles Telegramm des Ober-Kommandirenden der Südarmee aus Kischineff vom 28. d. MtS.: Der Commandeur deS XL Armee CorpS, Genrral-Li-utenant Fürst Schachowekoi, besetzte gestern Gatatz. Die Trupp«» wurden überall auf das HerzUchste von den Bewohnern empfangen JSmail und Kilm sind von Truppen der 36. Division besetzt, welche überall mit Jubel ausgenommen wurden — Nach einem Telegramm deS Kriege-Mmtsters über dre Operationen an der kaukasischen Grenze erreichte die Infanterie am 27. b. M. Kuerukahara, die Kavallerie Subotm Chadjivalt. Die starke Position Muchastrr wurde am 26 b. M. btfegt Di« türkische Mo- Nttors domoardtrten den Grenzposten „Ricolaus-, wobei russischersertS ei« Unterofzter zeiöstet und ein Soldat verwundet wurde. Am 27. räherten sich die Monitors Pon, gingen jrdoq alsbald weiter, ohne Schaden anzunchlen.
— London, 30. April. In der russischen Kapelle wurden gestern öffentliche Gebete für den Sieg der russischen Waffen abgehalten. Die Herzogin von Edinburg und die gesammte Botschaft waren zugegen. Die Herzogin speiste bei Schuwalow. — Der russische Botschaftssekretär Davidow ist nach Rußland abgereist, um, wie dem Manchester Guardian berichtet wird, auf besondern Wunsch der Kaiserin die Leitung der Berwundetenpflege zu übernehmen. — Ein hiesiger Arbeiterverein hat an den Straßenecken einen sehr ruffrnfeindlichen Aufruf angeschlagen. («»In- 8tg.)
— Lo ndon, 30. April. DaS „Reutersche Bureau- meldet auS Erz-rum vom 28. d. Mts.: Eine russische Kolonne marschirt gegen Ardahan, die Russen sind sehr stark an Kavallerie und führen einen mächtigen BelagerungStrain mit sich.
— London, 30. April. Die Proklamation der Neutralität Englands soll in der morgigen amtlichen Gazette erscheinen. Die britische Flotte geht von Malta nach Korfu. Die Debatte über die Anträge Gladstone's beginnt wahrscheinlich am Donnerstag. Dem Daily Telegraph zufolge ist die Antwort Englands auf daS russische Rundschreiben schon abgesandt. Morgen findet abermals ein Ministerrath Statt. — Oberst Lennox ist zum englischen Militär Attachä der türkischen Donau-Armee ernannt. («»m-stg.)
— Bucharest, 30. April. Der Senat hat die unter d«m 16. d. mit Rußland abgeschlossene Convention mit 41 gegen 10 Stimmen angenommen. Cogalnicrauu erklärte, Rumänien werde die Türken Ka« lafat besetzen lassen, sich aber weiterem Vordringen derselben widersetzen.
— Konstantinopel, 29. April. Eine Depesche auS Batum vom 27. meldet: Die Russen haben ihren Angriff wiederholt, sind jedoch abermals mit großen Verlusten zurückgeschlagen worden. — Wie versichert wird, halten die türkischen Truppen das ganze Gebiet der Miridlten besetzt. Gerüchtweise verlautet, der Sultan werde sich in der nächsten Woche nach Schumia, und sein Bruder Reschad Essend- nach Kars begeben. Die türkische Flotte wird, wie es heißt, die russischen Häfen blokiren; Admiral Hobart Pascha soll demnächst nach Creta ab» gehen.
— Konstantinopel, 30. April. Vom Kriegsschauplätze liegen außer Berichten von Gefechten bei Batum mit der russischen Avantgarde keine weiteren Nachrichten vor. — Wie verlautet, will die Pforte sich betreffs der neutralen Schiffe auf die letzten Verträge stützen und die Schiffe visitiren lassen, welche nach dem Schwarzen Meer bestimmt sind. — Gestern hat in Phanar eine Feuersbrunst stattgefunden, durch welche gegen 600 Holzhäuser eingeäschert wurde». (»■ «• e^«u,.r
— Rom, 29. April. Auf die Denkschrift der preußischen Bischöfe wegen der neuen zahlreichen Processe, die in Preußen gegen die den kirchenpolitischen Grsetzen widerstrebende Geistlichkeit geführt worden seien, erwiederte nach der „Köln. Zig -, der Vatican, er müsse den Bischöfen anheimstellen, jene Mittelstraße einzuschlagen, welche sie im Interesse der Kirche für angemessen hielten, jedoch ohne Verletzung Heiliger Principien.
— Malta, 29. April. DaS auS 5Panzerschiffen bestehende britische Mittelweergeschwader ist unter dem Oberbefehl des Admiral Hornby heute nach Korfu abgegangen.
— New'Iork, 28. April. Der Dampfer „Mosel- vom norddeutschen Lloyd ist hier angekommen.
Lokaler.
Hans« 1. Mai 1877.
— Von der Strafkammer Königlichen KreiSgericht» dahier wurde in gestriger Sitzung der KaufmannNathan App-l dahier wegen Wech- selfälschang und wegen einfachen Bankrotts zu 41/* Jahren Zuchtshau» und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf 3 Jahre verurtheilt.
— Mit Einführung des SommerfahrplanS wird der um 4 Uhr 10 Min. Nachmittag» von hier nach Frankfurt abgehende Zug der Heff. LudwigSbahn an der Station Mainkur anhalte».
Versteigerung»- und Verpachtung»- Kalender, für Mittwoch den 2. Mai 1877.
Holzversteigerungen: Vorm. von 9 Uhr ab im unteren Speisefaal der Portiergebäudes auf der Pulverfabrik: Stämme: 6 Elchen und 8 Buchen; Brennholz: Eichen: 44 Raumm. Scheith., 17 do. Astknüppel, 25 do. Erdstöcks, 4,2 Hundert Reifer; Buchen: 38 Raumm. Scheith., 15 do. Astknüppel, 16 do. Erdstöcke, 11,8 Hundert Rufer; Kiefern: 487 Raumm. Scheith., 175 do. Astknüppel, 186 do. Erdstöcke und 60 1 Hundert Reiser (s. Nr. 96 „Hau. Anz.-). — Büdlnger Stadtwald: Zusammenkunft MorßenS.Psäcis 9 Uhr im Steinbruch : Buch en: 115 Raumm. Scheith., 58 dö.Stockh., 1410 Wellen, Radel: 10 Raumm. Scheith., 78,5 do. Knüppel, 17 do. Stockholz, 4010 Welleu (s. Nr. 98 „Han. Anz.-).
Vormittags 10 Uhr kommen im Otto ter Meer'schen Fabriklokale zu Froschhaüsen zum Verkauf gegen Baarzahlung: 3600 Pfd. Rohtabake, 900 Rippen, 94000 Cigarren und 31800 Cigarrenwickel (s. Nr. 94 I „Han. Anz.-). — Nachmittag» 1 Uhr kommt im Basthau» „zum ' Schützenhof- in Niederrodenbach die dortige, in 3000 Acker, Wald und