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ffmaiier Anzeiger.
ZNgleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
'.Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,' und Samstags mit der Berliner VroLmzial-Correspondenz.
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Freitag den 27. April
1877.
Amtliches.
Bekanntmachung, den Bau der Brücke am Obermainthor betr.
Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß mit der Montirung der Lehrgerüste am Brückenbau an dem Obermainthor am 1. Mai l. JZ- begonnen werben wird. Zunächst werden alsiKzei- ÜH die ersten Bogen am rechten und am linken Ufer eingerostet, und bleiben während der Dauer dieser Arbeit für die Schiffahrt der 2. und 3 Bogen nächst dem rechten User gänzlich frei. Nach Bollenduns dieser Arbeit werden die Lehrgerüste für den 2. und 4 Bogen vom rechten Ufer aus ausgestellt und bleiben während der Arbkitsdauer der 3. Bogen für die Thalfahrt und der erft^ Bogen «eben dem rechten Ufer für die zu Berg gehenden Fahrzeuge offen. Schließlich bleibt während der Tinröstung des 3. Bogens der 1 und 2. Bogen nebln dem rechten Ufer für den Schifffsh-tsv^kchr offen. Die für den Gtromvrrkehr frei lleibenben Brückenöffnungen werden am Tags durch FahnsA, zur Nachtzeit durch Laternen bezeichnet werden.
Frankfurt a. M., 10. April 1877
Der Polizei-P-äfidsnt: Herzen Hahn.
Wird veröffentlicht.
Hsnsu am 24. April 1877.
De^ Landrath,
~ Die Arbeiten zum Abbruch der in Kilometer 63 und 64,2 + 80 der Frankfurt-Bebraer Eisenbahn stehenden zwei Bahnwärter-Wohnhäuser und deren Wiederaufbau in Kilometer 69 und 69,5 zwischen Stein au und Schlüchtern, sollen im Submissionswege vergeben werden und ist Termin hierzu auf
Dienstag den 15. Mai er
Vormittags 10 Uhr, bei unterzeichneter Stelle bestimmt.
Offerten sind bis zu dem gedachten Termin mit der Aufschrift:
„Uebernahme der Arbeite» zum Abbruch und Wiederaufbau von Bahnwärter-Wohnungen" versehen, frankirt anher einzureichen.
Bedingungen und Kostenanschlag können dahier eingesehen, auf desfallsiges Verlangen auch gegen Erstattung der Copialgebühren bezogen werden.
Fulda am 18. April 1877. (2879) ________________Königliche Bau-Inspektion II«_______________
Das auf den Namen der Frau Wittwe des verstorbenen Metzgermeisters Jean Gerhardt dahier am 11. Januar 1876 unter Nr. 868 E. ertheilte Einlagebuch zur hiesigen städtischen Sparkasse ist der Eigenthümerin nach geschehener Anzeige abhanden gekommen. Es ergeht daher, gemäß §. 9 der Statuten der Sparkasse, hiermit die öffentliche Aufforderung, daß der jetzige Besitzer des bezeichneten Einlagebuchs sich anmelde und seine vermeintlichen Rechte an dasselbe geltend mache, widrigenfalls nach Ablauf von 2 Jahren der Einlegerin ein Duplicat jenes Einlagebuchs aus gefertigt werden wird.
Hanau am 19. April 1877. (2781)
Der Oberbürgermeister Cassian.
TageSscha«.
Der Krieg. A. d. Schw. Merl.
Das russische Heer hat den Prmh überschritten, der Krieg hat begonnen. Die Aktenstücke, in welchen die russische Regierung dem eigenen Volke, der Pfo-tc und den ander! n Mächten ihren Entschluß mittheilt, sind vom 24 April datirt. UeberraschendeS bringt ihr Wortlaut selbstverständlich nicht. Wohl aber fällt der gemessene Ernst dieser Kundgebungen auf, ihr Lapidarfttl, die ruhige Hervorhebung der Hauptpunkte. Gegen den wsitschw isigen wortreichen Stil der bisherigen diplomatischen Verhandlungen ist die Tonart merklich verändert. Man
empfindet schon den Uebergang von der Sprache der Diplomatie zur Sprache des Kriegs. EZ ist ein ernster Entschluß, den der Czar gefaßt hat, aber er ist nicht ohne reifliche Ueberlegung und umsichtige Vorbereitung gethan. Ein Entschluß vcn weltgeschichtlicher Schwere, der, wenn er gelingt, nach der Wiedergeburt Italiens und Deutschlands die dritte große Umwälzung zum Besten der Völker in unserem Zeitalter herbeiführt. Zwei Jahre lang hat die Diplomatie sich bemüht, durch Rathschläge an die Pforte den Frieden aufrecht zu erhalten, aber ihre Bemühungen sind fruchtlos gewesen und sind erschöpft. Graf Derby selbst erklärt heute, daß es ein unlösbares Problem gewesen sei, an dem er ohne Hoffnung arbeitete. Bon russischer Seite wird in aller Kürze an den Sarg dieser Verhandlungen erinnert und bte Aussichtslosigkeit jchtn Ausgleichsversuchs daraus abgeleitet. Es läßt sich nichts dagegen einwendm, wenn das Rundschreiben Gortschakoffs er Hart: „Es bleibt nur die Alternative, entweder den Zustand der Dinge fortdauern zu lassen, welchen die Mächte als mit ihren Interessen und denen Europas für unverträglich erklärt haben, oder zu versuchen, durch Zwangsmittel das zu erreichen, was von her Pforte auf dem Wegs der Verständigung zu erlangen den einmütigen Anstrengungen der Mächte nicht gelungen ist." Nur das Mandat, den gemeinsamen Willen Europas auSzuführen, hat Rußland sich selbst ertheilt; es wird vos Niemanden gehindert, Zwangsmaßregeln zu versuchen, aber es thut es auf eigene Verantwortung, und die Mächte behalten sich vor, aus ihrer jetzigen Zuschauerrolle herauszutreten, falls Rußland den Moralischen Rückhalt, den es an der Konferenz und dem Londoner Protokoll besitzt, mißbrauchte. So lange es aber auf der Linie bleibt, zu der es sich verpflichtet hat, so lange sein Ziel in der Verbesserung des LooseS der Christen in b?r Türkei und in wirksamen Garantien für diese Verbesserung besteht, so lange ist ein Einspruch der Mächte undenkbar, die selber in mehr als einem Aktenstück dieses Ziel als bsrechtigt und nothwendig anerkannt haben, — Worte, zu denen jetzt Rußland die That fügt. So lange Rußland dieses Ziel verfolgt, sind ihm auch die Sympathien aller Helldenkenden im Abendland gesichert. Jnstinktmäßig sieht die Gesittung des Abendlandes im Koran und im Harem ihre Todfeinde. Jeder Schritt, der zur Zerbröckelung des OSmanemeichS führt, ist ein Gewinn für die Kultur. Der russischen Politik verdanken die Griechen, die Rumänen, die Serben, ihre Befreiung. Im Kampf auch mit den Vorurtheilen des Abendlandes sind diese Erfolge der Pforte abaerungen worden, aber im Lauf der Jahrzehnte haben sich auch die Abgünstigen damit befreundet. Oder ist Jemand, der etwa wünschte, daß über den Marmorsäulen des Parthenon noch heute die Fahne des Propheten wehe!
— Berlin, 26. April. Reichstag. (Fortsetzung). Im weiteren Verlaufe der Sitzung des Reichstages vom 24. b MtS, entspann sich bei der zweiten Berathung des Mil täretaiS eine Debatte über die Mehrbewilligung eines HauptmannS I. Klaffe für jedes Regiment, welche die Kommission befürwortete. Außer dem Referenten Abg. Dr. Wehrenpfennig sprach für die Bewilligung der Nbg. Graf von Moltke. Gegen den Widerspruch der Abgg. Graf Ballestrem und Richter (Hagen) wurde diese Position bewilligt. Auf den Antrag der Kommission wurden für die Ober-StabSärzte 55,200 Mk. mehr als im vorjährigen Etat genehmigt. Hierzu sprachen die Abgg. Dr. Lucius (Erfurt) und Dr. Löwe.
Auf eine Anfrage des Ersteren erwiderte der Bevollmächtigte zum BundeSrath, Kriegs-Mimster von Kamrkk, daß die von dem Abg. von Bonin im Dezember 1875 angeregte Frage der Biwilligunz von Rationen für die höheren Militärärzte koch nicht zum AuStrag gebracht sei.
Außerdem ergriffen zu kurzen Bemerkungen bei einzelnen Etatkt.teln daS Wort die Abgg. Sombart und Küp:rt und der Wunder kommssar Geheime KriegSrath Horion. Am Schlüsse der Sitzung entspann sich eine längere Debatte Über den Kommtssionsantrü!;, eine Anterosfizter« vorschule in Weilburg zu bewilligen. An bet Debatte hierüber bethe!« ligten sich außer dem Referenten und dem Bevollmächtigten zum BundeSrath, Generalmajor vo» BoigtZ-Rhetz, Sie Abgg. Richter (Hager-),