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Stadtbibliothek, eine der ältesten von Sachsen. Bibliothekar ist jetzt Prof. Naumann, der Herausgeber des bibliothekswiffenschaftlichen Jour­nals©erofceum" (41 Bände von 18401871).

Pesth, 20. April. Bei Kalafat werden nach einem Tele­gramm derKöln. Ztg." neue Schanzen errichtet. Die Vorhut der Montenegriner steht am Eingänge des Duga-Passes; sechs Bataillone sind vorgestern nach Osterog abgesandt worden. Fürst Nikita ist zur Armee gereist. Bei Niksitsch wird ein Zusammenstoß erwartet.

London, 20, Apnl. Im Oserhäuse lenkte Lord Srrathedm die Aufmerksamkeit auf die jürgst-m in der orientalischrn Frage einge- tretrne» Verhältnisse und beantragte die Vorlage aller türkischen Dekrete, Kapitulationen und Konventionen, welche Sugland berechtigen, gegen die Mißbräuche der türkischen Regürunz und zu Gunsten der der Pforte unterthämgm Völkerschaften zu intervenicen. StrathedsN glaubt, der Krieg sei auch jetzt noch abzuwmde». Lord Rosebery bekämpfte die Ansichten des Vorredners, während Houghton dieselben unterstützte. Graf Derby erklärte, er glaube nicht, daß die österreichische und fran­zösische Regierung von England die Erfüllung des Pariser Vertrages verlange» würden, er habe die Pforte wiederholt gewarnt und darauf aufmerk am gemacht, daß sie keine Hülfe von England zu erwarten habe. Falls fiS noch irgmd welche AMicht zeige, daß es einer diplomatischen Intervention noch glück n könnte, den bevorstehenden Krieg abzuwenden, so würde keine Bemühung geschont werden, ein solches Resuliat zu ec- reichen. Im Wsammten Europa sei die Ansicht derer, welche mit der diplomatischen Sachlage am besten vertraut sind, nicht eine solche, welche sanguinische Hoffnung n auf ein^ Abwendung des KriegeL rechtfertige. Betreffs dessen, was die Regierung rm Falle des Ausbruchs des Krieges thu» werde, möge Las Haus keine Erklärung erwarten, er könne jedoch koostatrren, daß die Regierung, obwohl sie nicht den Wunsch habe, zu interveniren, sich doch Las Recht vo behalte, die erglischm Interessen zu schützen, falls dreseibm bedroht würden. Stratheden zog hierauf seinen Antrag zurück. ' (»-- s^«»,.!

Bukarest, 20. April. Nach hier eingegangenen Nachrichten aus Kischemff wird der Karser von Rußland am Montag eine Revue über die Prutb- Armee obwalten. M =. ewu)

Konsta ntinp e l, 19. April. Die Nachrichten über bei Niksitsch Statt gehabten Gefechte haben sich bis jetzt nicht bestätigt; wie verlautet, ist diese Festung noch auf etwa fünf Wochen mit Proviant versehen. Der neue Vertreter Englands, Layard, wird heute Abend hier erwartet und soll sofort morgen eine Unterredung mit Sasvet Pascha haben; man bezweifelt jedoch in hiesigen unterrichteten Kreisen, daß durch seine Mission irgend eine Aenderung der politischen Lage herbeigeführt werden könne. Die Abreise des russischen Geschäfts­trägers Nelidow, der am Montag seine Jnstructioneu erwartet, dürfte, wie man hört, am Donnerstag kommender Woche erfolgen. Der Admiral Hobart Pascha ist nach der Donau abgegangen. Die in Bagdad aufgetretene Pest hat nach von dort hier eingegangenen Mel­dungen an Ausdehnung zugenommen. i»om. mgü

Lokaler.

Ha««W, 21. April 1877

Y. AuS der Generalversammlung des Vereins für gemein­nützige Zwecke, welche am 26. März im BereinshauS, Frankfurter- straße 16, fMtfanb, haben nur Folgendes zu berichten. Der Bor- sitzende des Aufsichtsraths, Herr H. F. Ziegler, p äsidirts der Ber> sammluug, welcher der Rechnungsabschluß für daS Jahr 1876 vorge­legt wurde, der von Herrn Jac Mieders um geprüft und richtig be­funden war. Derselbe rechtfertigte die bereits vor zwei Jahren auSge« fprochene Ansicht, daß die Herberge, trotz der zeitlichen Urgunst der Lerhältr.iffe, sich auch wirthschaftlich consoltdiren werde, indem es mög­lich wurde auS dem Bruttogewinn nicht nur die statutengemäße Ab« fchretbui-g auf die Modiliemechnung zu bewerkstelligen, sondern auch weiter eine solche im Belauf von Mk. 953.33 Pfg. auf Haus und Grundbesitz vorzuuehme» und die Reserverechnung mit Mk. 177.45 Pf. zu dotire». Freilich ist es auch diesmal nicht möglich gewesen, den Aktionären eine Dividende zu gewähren fast möchten wir sagen für das nicht auf irgend welchen Gewinn berechnete Unternehmen eine mit höchstens 41/» % zu vemessende Verzinsung eintreten zu lassen aber die Vorsicht gebot die Abschreibungen nicht zu gering zu bemessen, und wenn nicht Außergewöhnliches eintreten sollte, so dürfte allem Anschein nach bei der bloßen Fortdauer der gegenwärtigen Verhältnisse auch die­ses Zeichen eines gesunden Gedeihens bald erreicht sein.

Nach Genehmigung der Abschreibungen und der ganzen Rechnung, sowie Dechacgirung deS Vorstandes wurden die statutengemäß auS dem Aufsichtsrath ausscheidenden Henm Dtrectoc Herwig, H. F. Zieg­ler und C. Dingeldein auf'S Neue gewählt. Dem HaMvwwalter Herrn Bradt wurde Dank und Anerkennung für seine vielseitige Mühewaltung ausgesprochen, mit der er im Sinne der Actionäre be- peißigt war, neben Erhaltung der guten häuslichen Ordnung, die Her- berge zu einem Aufenthalt zu gestalten, der dem Arbeiter die Heimath

zu ersitz-n sucht und zu angemessener Erholung, Unterhaltung und Fort­bildung Gelegenheit bietet.

Ueber die Frequenz der Herberge können wir noch folgende No­tizen geben: Es wurden im Lauf des Jahres 1876 an fremde Durch­reisen 3553, an ständige hiesige Arbeiter 5980, zusammen also 9533 Quartiere gegeben. Während die Gesammtzahl nur wenig gegen die Vorjahre schwankt, ist die Zahl der Durchreisende« gestiegen und die der ständigen Quartiere etwas gefallen, eine Veränderung, welche sich voll­kommen durch die gegenwärtigen Geschäftsverhältnisse begründen dürfte.

Zu einer 12iägigen Uebung treffen am 23 d. Mts. 122 Mann der Landwehr-Infanterie bei dem hiesigen Füsilier-Bataillon ein (8 Unteroffiziere, 1 Lazarrthgchülfe und 113 Landwehrmänner).

Den jungen Mann, welcher vorgestern in der Kinzig den Tod suchte und fand, einen achtzehnjährigen Goldarbeiterlehrling, bestimmte, wie uns von kompetenter Seite mit-zetheilt wurde, ein fast nichtiger Grund zur Ausführung dieses schrecklichen Entschlusses, und zwar das Zerbrechen eines Stückes Arbeit (ein Kompaß, der für einige Mark zu ersetzen war), für welches Mißgeschick ihm Seitens der Prinzipalität höchstens ein Verweis an Theil -^worden «.

Kommenden Dienstag, den 24. April, Nachmittags 2^2 Uhr, findet imgoldenen Löwen" dahier eine Versammlung für die Mit­glieder des landwirthschaftlichen Kreisvereins statt, die Tagesordnung hierzu ist im amtlichen Theile unseres heutigen Blattes abgedruckt.

Wir machen sowohl Bauunternehmer als Baulustige auch an dieser Stelle auf das im amtlichen Theil unseres heutigen Blattes ab­gedruckte, von Kgl. Regierung genehmigte Baustatut aufmerksam.

Ein Theil unseres Bühnenpersonals hat sich, wie bereits be­kannt, unter der Regie des Herrn A. Berthold vor einiger Zeit zu einem Gastpielcyklus nach Gelnhausen begeben. Wie wir schon mehr­mals zu hören Gelegenheit hatten, sind die Gelnhäuser von den Leistun­gen der Gesellschaft ganz entzückt und sorgen dafür, daß der Saal des Schützenhofes bei jeder Vorstellung bis auf das letzte Plätzchen ange­füllt ist.

BersteigerungS- und VerpachtungS- Kaleuder. für Äoniag den 23 April 1877

Holz Versteigerungen: Vormittags 9 Uhr im Gasthof zum Löwen" zu Salmünster, auS der dortigen Oberförstersi: Eichen: 700 Stämme mit 200 Festm., 1600 Derbholz Stangen, 30 Raumm. Müsselholz, 200 do. Weivpmhlholz, 80 do. Scheitholz; Buchen: 40 Stämme mit 20 Festm., 100 Stangen, 60 Birken-, 60 Kiefern- und Lärchen-Stämme, 100 Lärchen Derbholz-Stangen und 1500 Fichten - Baumpsähle (f. Nr. 84Han. Anz."). Um dieselbe Z it, Himbacher Gemeindewald, Distrikte Forstrahl, Heegstück und Unterwald, an Ort und Stelle: 374 Eichen-Stämme, zu Bau, Werk- und Nutzholz geeig­net, 4 Kiefern Stämme und 83 Fichten-Stangen (f. Nr. 90Han. Anz."). Vmm. 10 Uhr, Fürstl. Nsenb.-Büdivgen'sche Reviersörfterei Thiergarten: Buchen: 500 Raumm. Scheit, 84 do. Astknüpp l, 165 do Stockholz 1800 Stück Wellen; Kiefern: 105 Raumm. Stamm­prügel und 1500 Stück Astwrllen; Zusammenkunft am Parkthor bei der s. g Sandwiese, nächst dem Vonhäuser Feld (s. Nr. 91Han. Anz.").

Sonstige Versteigerungen: Vorm. 11 Uhr kommen im hiesigen AmtSgerichtslokal 300 Sodawasserflaschen gegen Barzahlung zum Verkauf. Nachmittags von 2 Uhr ab versteigert yerr Taxator W. Seiffcrt in der Behausung Nürnberg-rstraße Nr. 13 gegen Baarzahlung den Nachlaß der verstorbenen Frau Wittwe Hochreuther, bestehend in Möbeln, Bettwerk, Roßhaar- und Sprungfe­dermatratzen, Leinengeräth, Kleidungsstücken, Küchengeräthschaften, Zübern, Bütten, Fässer und sonstigen HauSyaltungszegenständen (ow Versteigerung wird Dienstag den 24. April, Nachm. 2 Uhr fortgesetzt). Ebenfalls von Nachm. 2 Uhr an wird Herr Taxator Aug. Berg in seinem Lo­kale, Lothringergasse Nr. 27, gegen Baarzahlung: Möbel, darunter drei zweithürige Kleiderschränke, 10 Tische rc., Küchenschrank mit Glasanf- jab, 5 kleine Küchenschränke, Betten rc. versteigern. ,

Der heutige, mittelmäßig befahrene Markt lieferte folgende Preise: Butter 1,30 bis 1,50 Mk., E;ec 5 und 6 Pf., Käse 5 und 6 Pf., Erbsen, Linsen und Bohnen 38 Pf., Kartoffeln 1415 Pft und Zwiebel 60-70 Pf. LaS Doppelliter, Spinat 40-50 Pf. und Lattig 1520 Pf. das Mähnchen, junge Tauben 1 Mk. das Pärchen, ein Huhn 2 Mk., Fische: gewöhnliche So te 35-40 Pf., Barben 60-65 Pf. und Hecht 1,30 Mk., Stroh 50-60 Pf. dar Gebund, Holz 11 Mark. c

Wohin gehen wir heute und morgen?

VergnügungSanzeiger für Hanan und Umgegend.

Heute: AvendS 8 Uhr Abendunleryattung mit Tanz imKron­prinzen."

Morgen: Nachmittags Tanzmusik imSchwanen" zu K'ffelstadt, im Gasthaus zurRose" in Broßauhrim, sowie von 4 Uhr ab Große Tanzbelustigung imKronprinzen".Deutsches Haus": Nachmittags ^14 Uhr Concert. Abends 8 Uhr Tanzkränzchen in derReichs- kröne".