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Für auswärtige Abonnenten mit dem betreffen, ben Postaullchla». Die einjelne Nummer 10 Psg.
HmMN Anzeiger.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
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Donnerstag den 12. April,
1877.
Amtliches.
Polizei-Verordnung.
Auf Grund d s § 11 der Allerhöchsten Verordnung über die Polizei-Verwaltung vom 20. September 1867 wird für den Umfang un- fereS Regierungsbezirks, war folgt, verordnet:
Einziger Paragraph:
Das Befahren von Landstraßen und Landwegen, welche von der Polizeibehörde gesperrt worden sind, mit Lastwagen, insoweit eS sich nicht um den GebrauÄ derselben für landwirthschaftliche Zwecke handelt, wird für j-den einzelnen Fall mit Geldbuße von 10 bis 30 Mark subsidiär mit entsprechender Saft bestraft.
Cassel, am 6 April 1877.
Königliche Regierung Abth. des Innern.
Wird veröffentlicht.
Hanau, am 9. April 1877.
__________________________Der Landratb._________________
Jagd-Verpachtung.
Mittwoch den 2. Mai, Nachmittags 1 Uhr, soll im Gasthaus „jum Schützenhof" in Niederrodenbach die der Gemeinde zustehende Jagd, bestehend in 3000 Acker Wald und Feld, den Meistbietenden auf weitere 6 Jahr verpachtet werden.
Niederrodenbach den 11. April 1877. " (2520) Der Bürgermeister
________________________Strutt._________________________
Stammholz-Versteigerung.
Mittwoch den 18. d. Mts., Nachmittags 1 Uhr, sollen im Hailer Gemeindewald, Distrikt Reiferzerhecke:
15 Eichen-Nutzholzab schnitte von 4—13 Meter Länge und 32—65 Cmtr. Durchmesser
an Ort und Stelle öffentlich meistbietend verkauft werden.
Hailer den 10. April 1877.
Der Bürgermeister _________________________Herbert. ________________(2523)
Tagesschau.
— Berlin, 11. April. Reichstag. (Fortsetzung). Im weiteren Verlaufe der gestrigen Sitzung wurden auf Antrag der Wahl- prüfungskommission die Wahlen der Abgg. von KozlowSki, Witte, Dr. Blum, Bode, Schmidt (Stettin), Schlomka, Dr. Löwe, Richter (Meißen), ten Doornkaat-Koolmann, Dr. Gensel und Graf zu Eulenburg für gültig erklärt. In Bezug auf die Wahlen der Abgg, Hall Or. ThileniuS, Dr. Wehrenpfennch, Eysoldt, Dr. Harnier und von Beughem beschloß daS Haus, den Reichskanzler zu ersuchen, über die bei denselben angeblich vorgekommenen Unregelmäßigkeiten Untersuchung resp. Rektifikation und Remedur eintreten zu lassen. Auch die letzteren Wahlen wurden für gültig erklärt. Schluß 3'/. Uhr.
In der heutigen (18.) Sitzung brächte der Präsident folgendes Schreiben des Reichskanzlers zur Kenntniß des HauseS:
Berlin, den 11. April 1877.
Ew. Hochwohlgeboren beehre ich mich ergebenst zu benachrichtigen, daß der Zustand meiner Gesundheit mir zu meinem lebhaften Bedauern nicht gestattet, mich an den bevorstehenden Verhandlungen des Reichstages zu betheiligen. Behufs meiner Wiederherstellung haben Se. Majestät der Kaiser die Gnade gehabt, mir einen Urlaub zu ertheilen und zu genehmigen, daß während der Dauer desselben meine ; Vertretung und die laufenden Geschäfte, bezüglich der inneren Angelegenheiten deS Reichs von dem Herrn Präsidenten des Reichskanzler- amtS und bezüglich der auswärtigen Angelegenheiten von dem Herrn StaatS-Sekretär von Bülow übernommen werden. Cw. Lochwohl« f geboren ersuche ich ergebenst,- dem Reichstag hiervon geneigtest Mit« L theilung machen zu wolle». v. BiSmarck.
Auf den Antrag des Abz. Dr. Hänel versprach der Präsident dieses Schreiben zur einmaligen Berathung auf eine der nächsten Tagesordnung zu setzen.
(Fortsetzung folgt.) (R. u. st-a.)
— Berlin, 11. April. Durch kaiserliche Ordre von gestern ist der Reichskanzler nach einem Telegr. der „Köln. Ztg." bis August beurlaubt. Die Vertretung erfolgt, ähnlich wie die frühere Vertretung bei den Beurlaubungen im Jahre 1872, in inneren Reichsangslegen-- heiten durch den ReichSkanzleramtS-Prästdevten Hofmann, in auswärtigen Reichsangelegenheiten durch den Staatssekretär Bülow. in Preußen durch den Vize-Ministerpräsidenten Camphausen. Der Kaiser behält sich vor, den Rath des Reichskanzlers auch während deS Urlaubs ein* zuholen.
— Die „Köln. Ztg." schreibt: Von gewöhnlich gut unterrichteter und zuverlässiger Seite erfährt man, daß der Kaiser Alexander von Rußland am Stein leide, und zwar derart, daß eine Operation nothwendig geworden sei. Der geschickte englische Wundarzt Dr. Thompson, derselbe, welcher Bet dem König Leopold I. von Belgien die Steinoperation vollzog, sei bereits unterwegs nach Petersburg. Dem entgegen behauptet die Nordd. Allg. Ztg., die Nachricht sei ganz und gar auS der Luft gegriffen, im Gegentheil, in den letzten Tagen feie^ Mittheilungen aus Petersburg hierhergelangt, wonach der Kaiser sich sehr wohl befinde. Ein örtliches Leiden kann indessen vorhanden sein, ohne für den Augenblick das allgemeine Wohlbefinden zu stören. Und offiziöse Dementis haben längst allen Glauben verloren. Wir wünschen allerdings von Herzen, daß diesmal das Dementi gerechtfertigt und überhaupt dem trefflichen Kaiser Alexander ein langes Leben beschieden sei» möge. Denn Kaiser Alexander hat Deutschland viele Beweise seines Wohlwollens gegeben; ob wir an feinem Sohn und Thronfolger dereinst einen eben so zuverlässigen Freund haben werden, wissen wir nicht. Hier erhält sich der Glaube, daß Rußland trotz des Protokolls zum Kriege mit der Türkei entschlossen sei. und die Sprache der russischen Blätter ist so kriegerisch und übermüthig wie möglich. So schreibt der Golos: „Wenn der Sultan das Protokoll annimmt und sich verpflichtet, die Reformen zu Gunsten der Christen zu erfüllen, so ist der Friede Europas gerettet, und die Türkei kann, wenn auch nur auf einige Mo- i nate, ihr trauriges Leben hinschleppen. Wenn aber die türkische Regie- i rung fest in ihrer Verblendung verharrt, wenn sie keine bestimmte Ant- i Wort auf die ihr gestellte Frage gibt — so ist der Krieg unvermeidlich." ) Wenn wirklich die Türkei mit aller Nachgiebigkeit nichts weiter erreichen : kann, als den Aufschub des Krieges um einige Monate, so würde sie ’ natürlich thöricht handeln, sich ganz nutzlos zu demüthigen und nebenbei i finanziell zu erschöpfen. Da die Vertreter der Mächte in Sonst ant« Opel i der Türkei dringend rathen, sich in daS Protokoll zu fügen, >o müssen ; sie von der Voraussetzung ausgeben, daß Rußland keineswegs so hinter- i listige Absichten hegt. Die Tüik-i ist weder Willens noch im Stande, ' anzugreifen, und ob wir Krieg oder Frieden haben sollen, hängt zuletzt lediglich von dem Entschlüsse deS russischen Selbstherrschers ab.
— München, 9. April. Zu den in den kommenden Monaten zu haltenden Landwehrübungen sino von allen Abtheilungen auch eine i entsprechende Anzahl Landwehrosfiziere einzuberufen. Den betreffende« Offizieren ist jetzt schon Kenntniß von dem Zeitpunkt dieser Berufung gegeben worden, damit sie in ihren bürgerlichen BerufSgeschäften darnach sich einrichten können. Diese Rücksichtnahme findet bei den Betheiligte« dankbare Anerkennung. — Die ultramontane Partei in Jngolstadt hat den Geschenken, welche sie dem Papst zu seinem Bischofsjubiläum übersendet, die Widmung beigefügt: „Dem heil. Vater, Papst PruS IX., zum 3. Juni 1877. Die Stadt Jngolstadt im Königreich Bcyern." Damit sind nun die dortigen Liberalen natürlich nicht einverstanden und sie protesiiren öffentlich und sehr energisch dagegen, daß die ultramontane Partei sich deS Namens der gesummten Stadt bei ihrer Widmung bediene. (setn. M»r.,
— Metz, 9. April. Der Aufenthalt -deS Kaisers Wilhelm in unserer Stadt, in welcher er am Donnerstag den 3. Mai eintreffen wird, soll zwei Tage dauern "nd die Abreise am Sonntag den 6. er-