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Hana«er Air,ciiicr.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
.Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
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M 81.
Samstag den 7. April
1877.
Amtliches.
Die Herrn Bürgermeister werden darauf aufmerksam gemacht, daß nach der Bestimmung zu §. 87 der Gemeinde-Ordnung vom 23. Oktbr. 1834 die Aufstellung der Gemeinde-Rechnungen für das Jahr 1876 im Monat April d. I. zu geschehen hat.
Sie wollen bis Ende d. M. einberichten, ob diese Bestimmung beobachtet ist.
Etwaige Rückstände aus dem Jahre 1876 sind im geordneten Weg unverweilt zur Kasse eivzuzieben.
Soweit von den Gemeindebehörden die Verlegung des Etats- Rechnungs- und Steuer-JahreS auf die Zeit des 1. April bis 31. März beschlossen worden, ist nichts dagegen zu erinnern, den Rechnungen vom Jahr 1876 noch die Eisnahmen und Ausgaben für die Monate Januar, Februar und März 1877 anzuschließen.
Hanau am 4. April 1877.
Der Landraih.
Die Herrn Bürgermeister wollen die heute per Couvert überfen* deten LoosungSscheine den Militairpflichtigen alsbald b-händigsn.
Hanau am 4. April 1877.
Der Landrath.
Zum Gütertarif vom 1. Oktober 1872 für den Westdeutschen Verband ist mit Gültigkeit vom 1. April a. c. der 72. Nachtrag her« ausgegeben. Derselbe kann bei den betreffenden Expeditionen eingesehen werden.
Frankfurt a. M, 30. März 1877.
(2402) Königliche Eisenbahn-Direktion.
Holzversteigernng.
In der Oberförsterei Bieder soll Freitag den 20. d. Mts. nachstehender Holz aus den Schlägen Burgberg, Hühnerberg, Glasberg, Heiligkreuzweg rc. versteigert werden:
a) Eichen: 2 Stämme, 5 und 8 Met. l., 18 und 21 C. b.; b) Buchen: 72 Stämme, 5 bis 15 M. L, 26 bis 52 C. d, 120 Rm. Werkholz 1 und 1,5 M. I., 2300 Rm. Scheit, 450 Rm. Knüppel, 350 Rm. Reiferknüppel; c) Birken: 50 Stämm-, 6 bis 15 M. l., 18 bis 50 Ctm. d., 66 Rm. Schert und Knüppel; d) Erlen: 2 Stämme, 7 und 12 M. l, 14 und 20 Ctm. d.; e) Fichten: 19 Stämme, 7 bis 12 M. L, 14 bis 28 Ctm. d, 440 Stangen I. II. III. Cl., 4200 Stangen IV. und V. Cl., 300 Stangen VI. Cl; f) Kiefern und Lärchen: 70 Stämme, 7 bis 13 M. L, 15 bis 28 C. d., 220 Derb« Holzstangen, 1200 Rm. Scheit und Knüppel und 600 Rm. Reiserknüppel.
Die Zusammenkunft findet Vormittags 9 Uhr im Gasthaus „zum grünen Baum" dahier statt.
Bieder, den 3. April 1877.
Der Oberförster
Ellenberger. (2356)
Der Unterricht in der Königlichen Zeichen-Akademie beginnt wieder Montag den 9. April.
Allgemeines Zeichnen, Bau- und Handwerkszeichnen, Mädchenklasse und Emailmalerei.
Anmeldungen erbitte bis spätestens Samstag den 7. April.
Hausmann. (2227)
Wochenschau.
H. H. C. Viel Verwunderung hat er erregt, daß der deutsche BundeSrath das vom Reichstage nach der bundesräthlichen Abänderung genehmigte Gesetz betreffs des Sitzes des Reichsgerichts nochmals dem Justizausschuß zur Vorberathung überwiesen. Mißtrauische Seelen geben sich bereits dem Argwohne hin, es sei Preußen inzwischen ge- ;
hingen, den BundeSrath in dieser Frage umzustimmen und sehen in der erneuten kommissarisch-n Behandlung ein Vorzeichen der nachträglichen Verwerfung der Leipzig günstigen Fassung deS Gesetzes. Wir können uns dieser Vermuthung in keiner Weise anschließen und sind der Meinung, daß die nochmalige kommissarische Vorberathung lediglich dem Lasker'schen Zusätze zum Gesetze zu verdanken ist, wonach derjenige Bunderstaat, in welchem daS oberste Reichsgericht domicilirt ist, kein eigenes Oberlandesg-richt führen darf. — Die beiden Fraktionen der Fortschrittspartei tm Reichstage und im Preuß. Abg.-Hauss, also dir * eigentlichen Fortschrittler vom Schlage Richter's, Hänel's u. Birchow's, und die abtrünnige Gruppe Löwe, habm sich soeben wieder enger an- einandergeschlossen, und zwar auf Grund einer neuen spezialisirten Programms, welches übrigens nicht wesentlich von dem früheren abweicht.
— Der auf Requisition der Oberpostdirektion zu Bromberg wegen Zeugnißv-rweigerung nun schon seit November vor. Jahres in Hast gehaltene Redakteur Dr. Kantecki — welche Angelegenheit bekanntlich auch im Reichstage zur Sprache kam — scheint des Sitzens müde geworden zu sein. Er hat sich mit einem Schreiben an den Generalpostmeister gewandt, in welchem er denselben ersucht.. durch Aufhebung der Requisition seine Befreiung zu veranlassen. Stephan aber hat ihm geantwortet, die Aufrechterhaltung der Ordnung und Disziplin im Dienst verbiete ihm, dem Verlangen Folge zu leisten; wolle Kantecki aus dem Gefängniß entlassen sein, so solle er die Person, welche ihm jene geheime Instruktion zur Veröffentlichung übermittelt, angeben, oder dass betreffende Individuum veranlassen, sich selbst zu nennen. Der Generalpostmeister fügte hinzu, daß übrigens eine gründliche Untersuchung im Gange sei. Sankest dürste jedoch nicht mehr lange zu sitzen haben, da beim Wiederzusammentritt des Reichstags von Seiten des Centrums ein Antrag aus sofortige Entlassung deS Mannes gestellt und wenn dieser verworfen werden wird, die Nationalliberalen beantragen werden, die milderen Bestimmungen der neuen Strafprozeßordnung über den Zeugnißzwang schon jetzt in Kraft treten zu lassen. — Am 28. März traf der russ. Botschafter General Jgnatieff, von Wien kommend, wieder in Berlin ein, um nach längerer Unterredung mit dem Fürsten BiS- mard nach Petersburg weiter zu reisen. Am 1. Spul feierte Letzterer seinen 62sten GebnrtStag.
Wenn die Zeitungen recht berichteten, so hat General Jgnatieff in Wien wenig zu Wege gebracht. Gras Andraffy soll ihm geantwortet haben: Oesterreich-Ungarn werde möglichst lange neutral bleiben, wenn es zu einem russisch-türk. Kriege komme. In diesen Worten liegt die Drohung, daß Oesterreich den Russen entgegentreten würde, wenn Letztere Miene machen sollten, sich auf der Balkanhalbinsel festzusitzen oder Staatenbildungen vorzunehmen, welche den Interessen Oesterreichs Widerstreiten. Gleichwohl hatte Andraffy die Mission übernommen, zwischen Rußland und England zu vermitteln und Letzteres zur Unter« zeichnung deS Protokolls zu bewegen. Im Geheimen hat Oesterreich militärische Vorkehrungen getroffen, um allen Anforderungen der Lage gewachsen zu sein. Aus München wurde nämlich von verschiedenen Seiten berichtet, daß an die sich dort aufhaltenden beurlaubten Angehörigen der österreichischen Armee die Ordre ergangen sei, theils ungesäumt zu ihren Abtheilungen einzurücken, theils sich zur sofortigen Abreise bereit zu halten.
Die französischen Parteien haben bereits angefangen, sich auf bis im Juli stattfindenden Wahlen zur theilweisen Erneuerung der Generai- räthe und vollständigen Erneuerung der Gemeinderäthe vorznbereiten. Diese Wahlen sind insofern von außerordentlicher politischer Bedeutung, alS die Generalräthe und die Delegirten der Gemeinderäthe das Gros derer bilden, welche die Senatoren wählen. Im Jahre 1879 aber wird ein Drittheil des Senats, soweit derselbe nicht aus lebenslänglichen Mitgliedern besteht, erneuert werden, und zwar stehen auf der rechten Seite desselben 57, auf der linken nur 21 Sitze auf dem Spiel, und eS brauchen die Republikaner im Senate nur 9 Sitze zu gewinnen, um auch in dieser ersten Kammer die Mehrheit zu haben, resp, die Regierung Frankreichs ganz allein in die Hand zu bekommen.
Am 1. April wurde Europa mit der telegraphischen Nachricht