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Kanzler vorerst einen längeren Urlaub antreten und sich vielleicht voll­ständig von der Leitung der Geschäfte zurückziehen wird, hat, wie be­greiflich, hier das höchste Aufsehen erregt. DaS Urtheil unserer Blät- 1er, soweit Aeußerungen derselben vorliegen, gcht dahin, daß alle aner- keunen, d-ch ein Rücktritt BiSmarck's Folgen haben könnte, deren Aus dehnung sich bis jetzt noch gar nicht Märschen lasse. Daily Telegraph sa;t:Es läßt sich kaum sagen, wir sehr die Abwesenheit Birmaick's vom Steuerruder des Deutschen Kaiserreichs die Politik vm ganz EU' ropa verändern würde. Er ist so lange der Hauptfocioc in den inter­nationalen Angelegenheiten Deutschlands gewesen, daß man gar nicht ermessen kann, wie es nun weiter ohne ibn gehen wird." 4. April. Die Tageblätter bezweifeln, daß Bismarck zurücktreten werde, sie glau­ben cllsiamwt an einen bloß zeitweiligen Abschied von den Geschäften, bis etwaige Ereignisse auswärtiger Politik seine Wiederkunft erheischen würden. (Die meisten Blätter äußern sich in einer die großen Thaten des deutschen ReichLkaazlers lebhaft anerkennenden Weise. Der Standard spricht die Hoffnung aus. der>st werde Deutschland noch lange er­halten bleiben m.d die Geschicke einer großen Nation, für deren Eini- gung er mehr als irgend Jemand c-etha«, auch ferner leiten Das Blatt sieht in dem Umstände, daß der Fürst den gegenwältigen Augenblick zu einer Echolungszm gewählt habe, eine günstige Vorbedeutung für die Erhaltung des Friedens ) Ml«. gtg.]

Belgrad, 3. April. In d:r Wohnung deS italienischen Kon­sulk marin vorgestern bei Gelegenheit des Zapfenstreichs einige Fenster zertrümmert worden. DaSAmtsblatt" drückt heute das Bedauern der Regierung über diesen Vorgang aus der, wie die eingeleitete Unter­suchung ergeben, von zwei fremden Knaben verübt worden sei und wel­chem keinerlei gegen den Vertreter der italienischen Regierung gerichtete Absicht zu Grunde liege.

Athen, 3. April. Die Einberufunz der Deputirtenkammer zur außerordentlichen Session ist, dem Vernehmen nach, für den 7. k. MtS. in Aussicht genommen. DaS Grsitz über die Aufstellung einer außerordentlichen Reserve soll sofort in Wirksamkeit treten; wie eS heißt, würden drei UebrrngSlager gebildet werden.

AuS Honolulu (Sandwich Inseln) wird gemeldet: In der Bucht von Keala Keakana, unweit der Einfahrt in den Hafen, wurde am 24. Febr. gegen Sorgen ein interessanter AuSbruch eines unterseei­schen Vulkans beobachtet; unzählige rothe, blaue und grüne Lichter schössen über die Ooe> fläche des Wassers empor und glühende Ladastücke von beträchtlicher Grütze, die Dampf aas peien, wurden in die Höhe geschleudert, während sich zugleich Gase von intensivem Schwefelgeruch weithin verbreiteten. Zugleich vernahm man ein lautes unterirdisches Rouen. Die Wassermassen über dem Krater waren in auffallender Be­wegung und rauschten, als ob sie über hohe Felsen hinwegschlügen oder inS Kochen versetzt seien. Ein'ge Fahrzeuge, welche über die Stelle wegfuhren, wurden von Lavastücken getroffen, ohne jedoch bedeutenden Schaden zu nehmen. Dem Ausbruch des Vulkans ging eine heftige Erderschütterung voran. Wir erinnern daran, daß der 27. Februar die totale Mondfinsterniß brächte und Rudolf Falb von den derselben vorhergehenden Tagen außer bedeutenden atmosphä ischen Störungen auch Erdbeben erwartete.

Plymouth, 2. April. Der Hamburger PostdampferWie- land" ist hier erngeteoffen.

New. Aork, 31. März Der DampferCanada" von der National-DampfSchiffs-Compagnie (C. Messingsche Linie) ist heute hier eingetroff-n.

Baltimore, 29. März. DaS PostdampfschiffNürnberg" vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welches am 14 März von Bre­men und am 17. März von Soüthampron abgegangen war, ist heute Bormrttag wohlbehalten hier angenommen.

New Aork, 1. April. Das PostdampfschiffRhein" vom Norddeutschen Lwy) in Bremen, welches am 17. März von Bremen und am 20. März von Southampton abgegangen war, ist gestern 11 Uhr Abends wohlbehalten h'.er angekommen.

Lokales.

Ha»a« 5. April 1877.

(Controlversammlungen.) Samstag den 7. April, Morgens 10 Uhr: 4. Beziiks-Compagnie in Langenselbold; 5. Bezirks- Compagnie zu Windecken.

Echtern Abend gegen 8 Uhr erhielt der schon mehrfach wegen Forst rc. Frevel bestrafte Konrad Heurich zu Großauheim durch den Kgl. Föister Nehring einen Schuß in die rechte Seite, in Folge dessen Ersterer heute Morgen verstorben ist. Der Sachverhalt soll, wie uns aus guter Quelle mitgetheilt wurde, folgender sein: Förster Nrhrin; kam um die genannte Zeit aus dem Forste und wurde im Orte selbst von rc. Heurich überfallen und mißhandelt. Natürlich wehrte sich der Angegriffene seiner H ut und wies den ersten Angriff nach besten Kräften ab. Zum zweiten Male suchte Heurich den Förster zu übel fallen, der jedoch diesmal dem Uebersall durch Abgabe des Schusses zuvorkam.

Eingesandt.

g. Seit einigen Tagen sind in der Wirthschaft zurKarthaune" durchgehends mit Dackeln versehene Halblitergläsir eingeführt, welche» Vorgehen im Interesse der Bierkonsumenten zur Nachahmung empfohlen werden dürfte.

Einem Altstädter Bürger erwuchs durch ein ihn im September vorigen Jahres betroffenes Bcandunglück großer Verlust. Noch steht das Haus in der Verfassung da, in welche es durch den Feuerschaden gerathen ist, weil aus gewissen Gründen bis jetzt keine bauliche Anstal­ten getroffen werden konnte«. Um die Lage des Betroffenen in etwas zu erleichtern hat das GesangkränzchenFröhlichkeit" beschlossen, unter freundlicher Mitwirkung des MchikkränzchensArioa" demnächst ein Concert zu dessen Gunsten zu Veranstalter: und wünschen wir in Anbe­tracht des humanen Zweckes ein recht günstiges Resultat.

Versteigerung-« und Verpachtung-- Kalender. für Freitag den 6. Ap il 1877

Vormittags von 9 Uhr ab kommen bei Gaftwi ih Amrhsin zu Neu- Wirthshaus folgende Holzsorten aus der Oberförster«! Wolf^ang zu öffentlichem Verkauf: Eichn: 40 Raumm. Gchrit- und Knüpp-l, 22 bo. Stockholz, 700 Eichen- und Buchen-Reisig; K-efern: 200 Raumm. Scheith., 436 do Scheit- und Knüppelh., 338 do. Stockholz, 52,5 Hundert Seifig, 50 Stämme, 2000 Stangen, sowie 700 Kiefern- und Weichholz-Rersig (f. Nr. 75Han. Anz") Vorm. 10 Uhr werden in der Schloßgärtner Wohnung, Aitftädter Schloß dahier, 4800 Kilo Roggen- und 1575 Kilo Gerstenstroh für die Weinberge zu Bettenburg und Naumburg an den Wenigstfordernden in Lüftrung gegeben (s. Nr. 77Han. Nnz."). Nachmittags 2 Uhr versteigert Herr Taxator W. Seiffert in der Behausung des Herrn Wazner am Neustädter Markt gegen Baarzahlang: eine Partie Fenster, Läden, Thüren, eine eiserne Kiste, 2 Schreibpulte und sonst Verschiedenes.

Kür heute. National-liberaler Wah^verein: Abends 8 Uhr Versammlung im kleinen Saal dergroßen Krone".Verein Gemüth­lichkeit : Generalversammlung imgoldenen Herz".

In das Musterregister ist emzutragkn, daß am 23. März 1877, Nachmittags 8M Uhr, die Firma A. Gruben er basier sechs Muster fdr plastische Erzeugnisse Nr. 161, 183, 184, 185 186, 400 zu dreijähriger Schutzfrist bei K^l. Kreisger>cht, I Abtheilung dahier angemeldet und versiegelt hinterlegt hat.

Der Feldmesser Georg Mirsberger ist in den Verwaltungs­bezirk der hiesigen kgl. Generalkommission übernommen und der kgl. Spezialkommission zu Hanau zur Beschäftigung überwiesen.

DerFrankfurter NNzetger" schreibt unterm 4. April aus Frankfurt am Main: (Lederwesse.) Die dieLjährige Ostermcsse war im Allgemeinen durch die derselben vorausgegangenen dem Trockenen so sehr ungünstige Witterung in Sohlleder schwach befahren, so daß die an btn Markt gebrachten effektiv prima starken Wildsohlleder rasch Nehmer fanden und beinahe die bisherigen Preise erreichten. Die Zu­fuhren in diesen kräftigen SohlleÄern genügten dem Bedarf nicht und wurden für die demnächst zu ermaitenbtn Nachlieferungen, bei denen bessere Trocknung der Waare erwartet werden da s, die vollen vorjäh­rigen Herbstpreise bewilligt. Nicht so günstig verlief die Messe für Mittelwaare und leichtere Gewichte in Sohlleder, da hierin stärkere Quantitäten am Platze waren und bei der ohnehin schon bestehenden schwächeren Nachfrage in diesen Gattungen nur mit Concessionen am Preise gehandelt werdm konnte, die je nach Qualität und Gewicht eine Einbuße von 45 Prozent auswüsen. Bei Zahmsohlleder gilt dasselbe, nämlich schwere Waare beliebt und beinahe zu vollen Preisen gehandelt, Mittel- und leichtere Gewichte um etwas billiger. Gestern wurden in der Messe außerordentlich ville und zwar erhebliche Taschrndiebstähle ausgeführt. So wurde u. A. einem Gerber aus dem Bayerischen Vor­mittags in der Lederhalle eine Brieftasche mit 3 Einhundertmarkscheinen und einem Schuldschein über 2400 Mark entwendet, einem anderen Le­derfabrikanten eine Brieftasche mit drei Wechseln über zusammen 18,900 Mark, welche glücklicherweise ohne Accept waren, dem Dieb also nichts genutzt haben, und ferner einem Schuhmacher aus Ufingen eine Brief­tasche mit 160 Mark. Außerdem aber wurden noch verschiedene kleine Portemonnaie-Diebstähle ausgeführt. In der dankmswerthen Absicht, die herrliche Blumen-Ausstellung möglichst vielen noch bei Beginn, während sie in vollem Flore steht, zugänglich zu machen, hat bte Ver­waltung deS PalmengartenS den Eintrittspreis in den Garten kommen­den Sonntag den 8. Apnl und Sonntag den 15. April auf 50 Pfennige pro Person, Kinder 25 Pfennige, für Die Stunden von 7 bis 12 Uhr Vormittags, ermäßigt. An diesen Vormittagen hat auch die Direktion des Skating Rivks den Besuch ihres Etablissements gegen das herab­gesetzte Entree von 25 Pf. pro Person gestattet.

Wasserstand.

Hanau, 5. April, Vormittag- 10 Uhr: 1,98 Meter.

ThermometerstkM

4. April: Höchster Stand + 13°, Abend- 7 Uhr + 11°;

5. April: Morgen- 7 Uhr + 9°, Vormittag- 10 Uhr + 12'/,°.