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Bekanntmachung.

Samstag den 7. d. Mts., von Vormittags 9Vx Uhr ab, sollen an den Alleen vor dem Nürnb-raerthor 2 Kastamenbäum?, -n der Allee von Hanau nach Kisselstadt 1 Sinbenbaum uib an der Bruchköbler- Straße nächst drr Patrontasche 1 KastanienbauM nach der Reihefolge aus dem Stamme öffentlich meistbietend verkauft werden.

Hanau, den 3, Apnl 1877.

Der Königliche Schloßgärtner

Schröder. (2244)

Tag es schäm

Berlin, 28. März. Heute erfolgte in der Kapelle des Königlichen Schlosses zu Berlin die Kovfi mation Ihrer -Königlichen Hoheiten der Prinzessin Charlotte und he# Prinzen Heinrich, Kinder Seiner Kais-rlichen und Königlichen Hoheit deS Kronprinzen, und Ihrer Königlichen Hoheit der Prinzessin ßuife Mrgarethe. Tochter Seiner Köntzl chen Hoheit des Prwz-n Friedrich Carl, in Gegenwart Seiner Majestät des Kaisers und Königs, Ihrer Majestät der Kaiserin und Königir, der Durchlauchtigsten Eltern, der zur Zeit anwesenden Prinzen und Prinzessinn« dks Königlichen Hauses, sowie Ihrer Königlichen Hoheiten des Großherzogs und der Großherzogin von Baden, Seiner Hoheit des H-rzogs von Sachsen- Coburg-Gotha u. s. w. Die heilige Handlusg wurde durch den Ober- Koriftstsnal-Rath, Hol- und Dompre- diger, Schloßpfarrer Dr. Koegel verrichtet. Der voraufgezangene Rc- ligimiLunterricht war Jh'er Königlichen Hoheit der Prinzessin Charlotte durch den Prediger Persius an der Heiligen- Güstkach- zu Potsdam, ©einer Königlichen Hoheit dem Punzen Heinrich durch den Kousistorral» Rath, Militär-Ober-Prediger Kraatz in Kassel und Ihrer Königlichen Hoheit der Prinzessin Luse Margarethe durch den heute amtirenden Geistlichen ertheilt worden Nachdem Ihre Königlichen Hoheiten die Hoden Konfi-wandM Tags zuvor in der Unterredung üb:r die Glau- ber.slehren im an Sie gerichteten Fragen aurfühclich b-antwortet und Ihre Antworten durch AuSsprüche der Heilige« Schrift begründet Hatlen, bestätigten Höckstdieselb n am heutigen Tage Ihren Tausbund durch Beantwortung der in der Agende vorgeschrirbenen Fragen, verlasen das von Ihnen S-^ldst aufgesetzte Bekenntniß und Gelübde und wurden nun in die Rechte und Pflichten der evangelischen Kirche aufgenoMmen.

Berlin, 2. April. Rußland macht außerhalb des Proto­kolls seine Abrüstung noch immer hauptsächlich abhängig von den Maß' nahmen und der Haltung der Türkei Angesichts des Protokolls, woraus sich der Vorbehalt wegen erneuter etwamger Vorgänge wie in der Bul« garei von selbst ergibt. Man will ein Zugeständniß Rußlands darin, sehen, daß es seine Bereitwilligkeit zu der direkim Verständigung mit der Pforte wegen der Entwaffnung erklärt, wodurch die gleichzeitige EttiWüffrung thatsächlich und ohne daß die Formel ausgesprochen wäre, angebohnt werden könnte. England und andere Mächte sollen der Pforte dazu so wie zn der Entsendung eines Sozialbevollmächtigten nach $stei8hurg gerathen haben.

Köln, 29. März. Dr. MelcherS, vormaliger Erzbischof zu KölN, ist laut einer Bikanntmachung des Ober-Prokurators auf den 26. Mai d. I., Vormittags 9 Uhr, vor das hiesige Zrchipolizeiaericht ge» laden unter der Beschuldigung:Im Inlands mittels eines SchreibsuS vom 8. S Ptember des vorigen Jahres eine Amtshandlung vorgenom- me« zu haben, nachdem er durch Erkenntniß des Königlichen Gerichts­hofs für kirchliche Angelegenheiten vom 28. Juni 1876 aus seinem Amt als Eizbischof von Köln entsetzt worden ist."

Wien, 29 März. Die Arbeiten für die Neubewaffnung und Ausrüstung der Feldartillerie sind demPester Lloyd" zufolge bereits soweit gediehen, daß wenigstens die dringendsten Arbeiten ist den Werkstätten des K. K. Arsenals in Wie» als nahezu beendet betrachtet Werben können. Die Arsenals Direktion steht in Folge dessen im Be­griffe, allmählich wieder zu dem normalen Stande an Arbeitern zurück- zukehren. Schon in der vorigen Woche hat man mit der Entlassung von Hurdert Arbeitern begonnen. Im Laufe des Monats Mai wird die Ausrüstung der gesammten Feldartillerie mit dem neuen Geschütz­material beendet sein.

Wien, 31. März. DerPolitischen Correspondenz" zufolge stillt sich dem PläLminare von 1876 gegenüber das Ergebniß der österreichischen btrtcfen Steuern utr 4,065,000 Fl. das Ergebniß der inbincten Treuern »m 3,184 000 Fl höher, das Gesammtergebniß dem­nach um 7 249 000 Fl. günstiger heraus. In den Monaten Januar und Februar des Jahres 1877 seien 14 956 000 Fl. directe Steuern eingegangen, was oer gleichen Periode deS Bo-jahres gegenüber ein Mehr von 460 000 Fl. ergebe. Das Reinertiägniß der indirekten Ab­gaben in d n Monaten Januar und Februar 1877 belaufe sich auf 26 512 000 Fl. obre ein Plus von 1,301,000 der nämlichen Periode des Äoijahr>.L gegenüber; das Ergetzmß der beiden Monate Januar und Fevruar des Jah:cs 1877 sei somit um 1761,000 Fl. günstiger, als ba» je ige derselben Monate im Jahre 1876

Kop en ha gen, 31. März. Da der Ausschuß beider Häuser

deS Reichstages sich über das Budget nicht hat einigen können, sind die Anträge der einen wie der anderen Seite dem Landstflng und FolkS- thing vorgelegt worden. E steres genehmigte den regierungsfreundlichen Antra? mit 51 gegen 13 Stimmen, letzteres verwarf ihn mit 72 gegen 24 Stimmen und entschied sich dann mit 70 Stimmen für das Budget der Linken. Der Minister-Präsident Eürup, welcher sprechen wollte, s hm gar nicht zu Wort, weil man auf eine nochmalige Besprechung ; nicht eingehen wollte. So hat sich denn die Regierung eiustMeilm mit dem provisorischen Budget zu behelfen.

Rom, 30. März. Der Papst, der heute frühzeitig seine Ge­mächer verlassen, hat die Kardinäle empfangen, welche ihn zum Öfter- ; feste beglückwünschten. Sodann begab er sich nach der kl-.inen Tribüne i der Ptterskirche, sm dem Gottesdienst beizuwohnen und ertheilte nach Beendigung d-ss lbsu Audienzen. In Folge der durch die päpstliche Allokittion hervorgerufmen Polemik wird der Vatikan ein auf diese Frage bezügliches Memorandum an die verschiedenen Nuntien senden.

Rom, 31. März. Laut Carriere d'Jtalm hätte der Minister des Auswärtigen, Melegarr, mit Rücksicht auf die von Leu Klerikalen in Europa r-emrdivhs inS Werk gesetzte Agitation die Vertreter Italiens ; im Aus lande zu den beruhigendsten Erklärungen über den festen Willen ; der Regierung, das Garantiegeirtz zu achten, ermächtigt. Der Papst : empfing heute eine aus etwa 1000 Personen bestehende Pilgerschar und hielt dabei eine Ansprache.

Paris, 29-z. Der dänische Gesandte, Graf Moltke, ; und der Minister beß Auswättigen, Herzog DreazeS, «nterzeichnetm f heute den AuslkftrunBv^trag zwischen FraNkcerch und Dänemark. i Prinz Anton Bopapatte, vierter Sohn Lucian Bo-apsrte'S, ist in Flo- renz gestorben. Die Budget Kommission sprach sich gestern für die $ vollständige Aufhebung der Taxe auf Oele und der Stmer auf Fracht- i gut aus, ohne Herabminderung der ZahluNgen an die Bank von Frank- i reich. DasBim Public" meldet:Mehrere Deputirte bringen seit ' einigen Tagen bei dem Minister der Justiz auf Akwenduug der Vor­schriften des Gesetzes betreffs der religiösen O den, deren geschlicheS Bestehen nicht amrkanut ist." Dar Panzerschiff zweiten RangesLa TrivWphante" lief gestern in Rochefort glücklich vom Stapel.

London, 29. März. Das JomvalWöbe" veröffentlicht ein Telegramm aus Ptta vom heutigen Tage, nach welchem die türki­sche Regrerurg von essem ihrer Botschafter im Auslande eine Depesche errate haben soll, worin derselbe sie auf die Möglichkeit eines bem i nächst ausbrechenden Krieges Lufmerksam gemacht habe. In Folge die­ser Depesche habe die türkische Panz.irflotte Befehl erhalten, von dem | Marmorameere an die Mündung des Schwarzen Meeres zu gehe». ( Eine Bestätigung dieser Meldung liegt nicht vor.

Scvilla, 28. März. Die früheren Carlisten-Chefs Mendin und Mongroviejo haben in Madrid den König Alphons XII. anet* ; kannt. Der Gesandte Spaniens bei dem päpstlichen Stichs, be Cardr- | nas, ist hier eingetreffm.

Bilbao, 28. März. Die Deputation der Delegirtm der Distrikte von BiScaya, hat sich geweigert, die fueralen Junten zusam- menzuberufen, unter dem Vorgaben, daß dies eine Anerkennung des Gesetzt gegen die Fueros involmre.

St. Petersburg, 30. März. Wie dieAgence Russe" vernimmt, soll das Protokoll morgen in Loudon unterzeichnet werben. Ewer Mittheilung hiesiger Zeitungen zufolge, ist in Diarbekir (asi­atische Türkei) ein Aufstand ausgebrochen, da die Bevölkerung sich der Rekrutirung widersetzt.

Petersburg, 1. April. Nach hierher gelangter Meldung hat gestern die Unterzeichnung des Prvwkolls in London stattgefunden. Die Notifikation desittben an die Pforte wird alsbald erfolgen. Am 26. März wurde der Prozeß gegen die Moskauer HochVerraihsgesell- schaft zu Ende gebracht. Fürst Zizianow m b eine große Zahl von/ Leuten beiderlei Geschlechts sind zur Zwangsarbeit verurtheilt worden, weil sie sich im Jahre 1875 zu Moi kau gesetzwidrig verbunden hatten, um in fernerer oder näherer Zukunft die bestehende Regierung bei StaateS zu stürzen.

Bucharest, 1. April. Die Deputirtenkammer hat die Be- rathung deS AnklageberichtS gegen die früheren Minister begonnen. Die Anklagen gegen Cretzulekco, Carp, Cantakvzeno und Theodor Rosetti wurden zurückgezogen. Dasselbe dürste auch bezüzlich der Anklage gegen BoereSco beschlossen werden. Vom Finanzmimstsr ist ein Gesetzent­wurf ausgearbeitet wegen Ausgabe von Schatzscheinen ohne ZwangSkurS. Bisher hat Rumänien noch k in Papiergeld gehabt.

R ustschuk, 28. März Ein soeben eingetroffener Befehl deS s Gera^kirratas ordnet die sofortige Mobilisirunß der Territorial-Armee des Donau- BilajetS an, welche 25,000 Mann stark ist.

Belgrad, 28 März. Das Amtsblatt v-röffentlicht das Prowkoll, hrtreffrnd b n Friedensschluß sammt der Erklärung des Fürsten über b« Annaymr desselven und dem Ratifikationsferman des Sultans. Eine besoridere Regierulrgs KomMission ist der Berathung über | den Smwmf für die Vereinfachung der allgemeinen Laudesadministm" £ zion beauftrag.