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Hmlffiicr Äit;ciyr.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

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iie Ijpaltige ®arnionbjeüc ad. deren Raum

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Die 2spaln geile

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DieSspaltigrSeil» SO Psg.

M 76.

Samstag den 3L März

1877.

Elsaß« Lothringen betreffende Gesetz fa^b eine große Majorität; nur die Protestier, die Sozialdemokratin und ein Theil des Centrums stimmte« dagegen. Am letzten SitzungStag wurde allerdings noch ein drittes Ge­st tz endgültig genehmigt, das TtatSverlängerungsgesetz nämlich, zu wel­chem man seine Zuflucht nehmen mußte, weil «an mit der Budgetbe­rathung bis zum Ablauf des Finanzjahres (31. März) nicht fertig werden konnte; da bedurfte man eines interimistischen NothgesetzeS, wel­ches den Etat für das erste Quartal 1877 nach Behältniß auf den Monat April auSdehnt. In der letzten Sitzung kam auch ein Antrag des Sozialdemok aien Ritlinghausen zur Verhandlung, welcher verlangt, daß der Stadt Köln die von ihr erbauten Festungswerke kommunale« Ursprungs unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden. Der Antraz fand Beifall und wurde der Budgetkommission überwiesen. Die Ange­legenheit des MarineministerS von Stosch ist nunmehr erledigt, indem der Kaiser dessen EntlassungSgesuch entschieden abschläglich beantwortet und ihn durch ein anerkennendes Schreiben zum Verbleiben im Amte bestimmt hat. Diese Zuschrift weist zugleich darauf hin, daß die an­geblich beleidigende Aeußerung bei Reichskanzlers im Reichstage nicht persönlich gegen den Marinermnister gerichtet, aber nothwendig gewesen ist, um Streichungen am Marineetat vo> zubeugen.

Aus der Schweiz wurde berichtet, daß der Nationairath, in Ueber­einstimmung mit dem Ständerath, mit 61 gegen 26 St. sich für das Gesetz ausgesprochen hat, welches alle diejenigen erwachsenen männlichen Individuen, die vom Militärdienste befreit sind, mit einer Steuer belegt.

In Folge der Einbringung bei neuesten, gegen die Mißbräuche der Geistlichk.it gerichteten italienischen kirchenpolit. Gesetzes ist die Spannung zwischen Vatikan und Quirinale größer denn je geworden. Der Papst erließ sogar eine Tllokution, welche den Kultusminister Mancini zu einem schneidigen Rundschreiben an die Präfekten veran­laßte. Im Nebligen soll der heilige Vater wieder einmal schwer krank darniederliegen.

In Bezug auf Frankreich ist anzuführen, daß die Kammern für die Zeit bis zum 1. Mai in die Ferien gegangen sind, daß in Bordeaux eine Deputirtmwahl stattfand, bei welcher 5 Kandidaten austraten und selbstverständlich Seiner die absolute Mehrheit erhielt, und daß die Nordd. allgem. Zkg." von verdächtigen französischen Rüstungen zu be­richten wußte, resp, vonin den franz. Ostdi Parlaments stattgefunden habenden und über das Niveau der laufenden BerwaltungSthätigkrit hinausgehenden militärischen Vorkehrungen".

Die Verhandlungen zwischen dem russischen Botschafter General Jgnatieff und der englischen Regierung sind am 22. März als resul- tatlos abgebrochen worden. England machte, wie man in den letzten Tagen als ganz bestimmt erfahren hat, die von ihm verlangte Unter- zeichnung deS russ. Protokolls von der Verpflichtung Rußlands abhängig, sofort nach der Unterzeichnung abzurüsten. Rußland erklärte jedoch, Letzteres nur dann thun zu können, wenn die von der Pforte verlangten Reformen durchgefühlt worden seien. Jgnatieff reifte nach Paris zurück und von da nach Wien, wo er mehrere Tage weilte, mit dem Kaiser Franz Josef und dem Kanzler Andraffy konfernte. Seine Wiener Mission hat ohne Zweifel den Zweck mit Oesterreich die Bedingungen zu vereinbaren, unter denen es einem russischen Einmärsche in die Bul­garei neuti al zusehen würde. Bon Wien aus begab sich Jgnatieff, nach der einen Version nach Petersburg zurück, nach der anderen noch einmal «ach Berlin. Die tuff. Südarmee aber hat inzwischen neue Verstär­kungen an sich gezogen.

Der Kampf zwischen der Regierung und der demokrat. Folkethings- wehrheit in Dänemark hat in letzter Zeit folgenden Verlauf genommen: Das Folkething verwarf die vom Landesthing genehmigte EtatSvorlage, so Laß man zu dem verfassungsmäßigen Am kunfismittel seine Zuflucht nehmen mußte: einen aus Mitgliedern beider Kammern zusammenge- sitzten Finanzausschuß einzusetzen. In diesem erhielten nun die Regie- rmrtzsfn »üblichen eine Mehrheit von 2 Stimmen, so daß der Vorschlag der Lücken, die Anr-ahme des Budgets von dem Rücktritte des Kabiuetr abhängig zu machen, verworfen wurde. Trotzdem aber hat sich die Regierurg veranlaßt gesehen, eine neue, und zwar vorläufige Budget- vorlage einzubrrnzen.

In Kor.stantinopel heißt jetzt das Feldgeschrei aller gebildeteren

Amtliches.

Bewerber um die mit Anfang Mai vakante Lehrerstelle in« digheim woll?» ihre Gslnche 6t im Schulvorstand einreichen.

Das Eirkommen d-r Stelle beträgt außer freier Wohnung 840 Mark und 90 Mark für Feuerung.

Hanau am 28. März 1877.

Der Landratb.

Mitteldeutscher Eisenbahn-Verband.

Der VVR 1. Ap il er. ob flüttige Tarifnostrag 42 enthält Aen- derungen der Waaren«Klassifikation, neue Tarifsätze für den Verkehr zwischen verschiedkne» gfotioaeR bezüglich einzelner bestimmter resp, hinsichtlich sämmtlicher Transport-Artikel, sowie abgeänderte <®ä|e deS Sprcial Tarifs 6 3 (Salz rc ) von Siaßfurt »ach ver ch d neu Sta« tionen. Näheres ?st bei den Mt-rexvdition-u zu erfahren.

/ Frankfurt a. M, den 26. März 1877.

(2209)__________Königliche Eisenbahn- Direktion.______________

Proklam.

Hanau. Auf Antrag eines Pfandgläubigers ist der Zwangs­verkauf nachstehend beschriebenen, dem Zimmermeister Wilhelm Kraus dahier zustehenden, in hiesiger Gemarkung belegenen Grundvermögens: EE. 27d. 15 Ar. 58 ss-Mtr. Garten vorm Mühlthor beim Judenkirchhof, erkannt, zum Vollzug sind andere Verkaufttermine und zwar erster auf den 18. Mai, eventuell zweiter

auf den 15. Juni und dritter

auf den 13. Juli d. I.,

jedesmal Vormittags. 910 Uhr, an Gerichtsstelle bestimmt.

Etwaige weitere Hypoihekargläubiger werden aufg-fordert, ihre . Ansprüche im 1. der obigen Termine beim Rechtsnachtheil der Aus- ; schließung anzumelden und zu begründen. (2175) 5

Hanau den 22. März 1877. i

Königliches Amtsgericht II. _________________________________C ö st e r.____________________vt. Winkler.

Bekanntmachung.

Am 3. April d. I., Vormittags 9 Uhr, wird eine Partie zu j Bahnzwecken nicht mehr verwendbarer eichener Quer- und Weichen- Schwellen in der Nähe des Güterschuppens auf dem Bahnhof Hanau der Franksurt-Bebraer Bahn öffentlich meistbietend verkauft.

Hanau den 28. März 1877. (2133) =

Der Königliche Bahnmeister

___________Wicke.________________________

Die Anfertigung der Ssutiu ngeruste Tür das neue Schützer ause hierselbst soll in öffentlicher 2 Citation Dienstag den 3. April, Nach­mittags 2 Uhr, im Gasthauszum Stern" H^r, an den Mindestfor- dernden unter den im Termin bekannt zu machenden Bedingungen ver­geben werden. ' -

Groß-Anheim den 28 März 1877. j

Der Bürgermeister

H-ilma nn (2164)

Wochenschau.

H. H. C. In Folge der so verspäteten Vorlegung deS Budgets und der anderen Vorlagen konnte der Reichstag bis zu den Osterfrrren, die am 24. März begannen und bis zum 10. April dauern, nur wenig zu Stande bringen. Zur endgültigen Annahme gelangten nur das Gr- : W» to£icgc2 den elsaß loihrü g. LaudcLauLschuß zu einer beschließenden , Körperschaft macht, und dasjenige, welches Leipzig für den Sitz des zu errichtenden obersten R-ichsgerttzrs erklärt. Bet der dritten Lesung des ! Letzteren gab sich Ref. vr. Snerst noch einmal erstaunliche Mühe, ein der Rerchshauptstadt günstiges Votum herbe,zuführen und stellte er mit Löwe auck einen demgemäßen Antrag, der jedoch mit überwältigender Mehrheit abgelehnt würde. Die Gneift'sche Beredsamkeit vermochte in I dieser Angelegenheit auch nicht eimn einzigen Abgeordneten zu gewinnen. Schlagende Argumente konnte er ja auch nicht vorführen. Auch daS 1