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Realschule n. Ordnung zu Hanau.
Anmeldungen zur Aufnahme neuer Schüler werden bis zum 7. April täglich, mit Ausnahme der Feiertage, von 11 bis 12 Uhr Morgens, im Geschäftszimmer der Realschule er-tgegengenommen. Vorlage des Geburts- und Jmpfattestes, bezw. für solche, welche bereits 12 Jahr alt sind, des Wiederimpfattestes ist e-forderlich.
Der Realschuldirector (2126) Becker.
Tagesschau.
— Die Separatstsllung Baierns in Sachen des Militärbudgets veranlaßt, nach der „Köln. Ztg ", manche Verwirrung und schwierige Rechnung. Dies tritt besonders bei den militärischen Ausgaben für das ReichSland Elsaß-Lothringen hervor. Da die Mittel aus der Kriegsentschädigung für Casernen- und Lszarethb anten in E saß ziemlich erschöpft sind, so sind in diesem Jahre zum ersten Male einige dieser Bauten in den gewöhnlichen Militäretat, und zwar in die preußische Abtheilung desselben ausgenommen. Während nun der preußisch-sächsisch - württembergische Militäretat vom Reichstag in den einzelnen Titeln durchberathen wird, erhält Barern nur eine Gesammtsumme zngemessen, die eS jdbftftänbig verbraucht, deren Größe sich aber nach der Größe jener sprciell durchberathenen Etats richtet. Für Barern wird etwa Vs als seine Quote binzugeschlagtn. Wächst also der preußische Militäretat, indem man 2 Millionen Mark für Casernenbautm im ReichSland hinzufügt, so erhält der barerische KriegS-Mnister etwa den achten Theil davon, also 250 OCO Mk. zu seiner Quote hinzu die militärischen Ge- sammtausgaben des Reichs steigen nicht bloß um jene zwei Millionen, die doch allein Bedürfniß waren, sondern sie steigen um 21/* Millionen, und eben so viel mehr Watricalarbeiträre müssen von der Nation auf* gebracht w-rdea. Man sieht hieraus, wie die Umstellung der militäri- Me» Ausgaben für das Reicksland in den gewöhnlichen Militäretat der Bevölkirung oller deutschen Staaten, auch den Baiern selbst zum Nachtheil gereicht, will sie alle mehr bezahlen müssen. Von Vortheil ist sie rur für den baierischen Kriegs Minister, weil dieser jedes Mal für seine militärischen Zwecke V» von d r Summe erhält, die im ReiMkand zu militärischen Aus gäbest verwandt werden muß. Es sollte« daher, wie die Rat Lib. Corr. richtig folgert, die Bauten und überhaupt die Militärischen Ausgabe» für das ReichSland aus dem gewöhnliche» Militäretat ganz hnausgenommmen usb in den Hauptttat des Reichs gestellt werden. Dann vergrötze t sich die baierisSe Quote nicht, jene zwei Millionen wachsen Nicht unnützer Weise um 1/s; urd die Gesammtheit der deutschen Steuerzahler, einschließlich der Baiern, erspart an Matricularbtiträze« V* Mtllwn Ma k Me ReichSregierung wird in Zukunft nach diesem Princip ih e dusjährige Etatsaufstellung corrigiren müssen.
— Wie nachträglich bekannt wird, hat der BundrSrath den Antrag Preußens auf Reform her Akneuzefetzgebanz mit der Maßnahme angenommen, daß der Reichtkanzler zu ersuchen sei, den Entwurf eines Gesetzes ausardriten und vorlegen zu lass», w-lches unabhängig von der Revision des Handelsgesetzbuches und unbeschadet der mit dieser demnächst zu verbindenden allgemeinen Revision des gesammten Handels- gesellschZstLrechtes den Ausschreitungen bei der Gründung, der Verwaltung und dem geschäftlichen Betriebe der Aktienll«ternshm«Ngm enl- gegenzuwirken geneigt ist. Die Form anlangend, so war man darüber emSerstandLK, daß das neue Gesetz sich in gleicher Weise dem Handels- gesetzbuche anzuschiießen habe, wie sich das jetzige Gesetz über die Bildung von AkrteAgeiellschaften dem Handelsgesetzbuche und die Novelle vom 26. Febr. 1876 dem Strafgesetzbuch anschließt. (SSw. Merk.;
— Die nationalliberale Fraktion hat ihren Vorstand gewählt. Derselbe besteht aus den Bbg. Bamberger, v. Bsnnigssn, v. Benda, Kiefer, LaSker, v. Gtsuffenberg, Stephani, V. Unruh, Wsigel (meist Namen wie in der letzten Session ; neu sind Kiefer, Stcphani, Wetgel, an Stelle von Hölder, Miguel, Simson, welche letztere beide dem Reichstag in dieser Session nicht angehören).
— Die Nordd. Allg. Ztg. berichtet: „Das AhschiMgrsuch des Chefs der Admiralität, General der Infanterie v. Stosch, ist durch allerhöchste K^biuetSordre vom 25. d. M. ab^elehnt worden. Durch die in demselben zum Ausdruck gelangte allerhöchste Wellen »Meinung ist die Angelegenheit dahin. erledigt worden, daß der Chef der Admiralität mit dem heutigen Tage die Diwstgeschäfte wieder übernommen hat." — Die Kreuzzeitung meldet über die selbe Angelegenheit: „D r General der Infanterie, Staats-Mimstcr v. Stosch, wird, wie e§ heute heißt, in seinem Amte als Chef der Admiralität verblriben. Diese Entscheidung soll durch ein anerkennendes und die Tnsftrenz zwischen Herrn v. Stosch und dem Reichskanzler Heilegendss kalsrUich^s Schrsibrn herbeigesührt sein. General v. Stosch wird in nächster Zeit in Wilhelm--haben und Kiel zu eher Jnspicüung erwartet."
— Einen grellen Mißton hat die Germania in die FMimmusig zu Kötsers Geburtstag zu bringen versucht. Ihr Artikel zum 24. März variirt in nicht wiederzugebender Weise das Thema: „Würden wir heute Feste feiern, so müßten wir Hsucheln, und das wollen und dürft»
wir nicht, darum feiern wir nicht und warten auf bessere Zeiten!" Auch ein Beitrag zur Beurtheilung des alten Satzes, daß die Hierarchie die festeste Stütze der Throne sei.
— Die Verordnung vom 19. Juli 1867, betreffend die Verwaltung des Stempelwesens und die Erhebung d'S Ü-kundenstemp ls in den neueren Provinz'», zählt unter den stemp-lpflichtigen Urkunden „Auktion?p'otokolle" auf. Zu Beziehung auf diese Bestimmung hat das Ober-Tribunal, VI. Senat, in der Sitzung vom 15 Februar 1877 die Entscheidung gefällt, daß die Stemprlabgabe für AuktionLprotokolle, abweichend von dem Urkundenstempsmpel für Verträge, nicht auf die Ber- briefung des einzelnen ober der mehreren Rechtsgeschäfte gelegt ist, auf welche die betreffende Urkunde hinweist, sondern auf die schriftliche Darlegung des speziellen Ergebnisses einer Auktion über bewegliche Sachen, sofern sie in protokollarischer Form erfolgt. „ Hieraus ergibt sich einerseits das Erforderniß einer amtlichen Aufnahme der Urkunde, ihrer Errichtung durch eine kraft dienstlicher Stellung zu diesem Akte befähigte Person andererseits, soviel die Stempelfrage betrifft, hie Merheblichkeit der Frage nach der dieser Urkunde gegebenen ZiveckbestimwUng, beziehungsweise die Unerheblichkeit des Umstandes, ob die w-sentlichen Bestandtheile der einzelnen Käufe, aus denen eine Auktion sich zusammen- sktzt, durch die Urkunde in einer gegen alle Betheiligten beweisenden Form festgestellt werden. Die Bezeichnung der Urkunden als Verzeich- niff; kann ihre StempelpfUchtigkeit nicht ausschließeu, weil es dabei nicht auf den beigclegtm Namen ankommt."
— Eine Mittheilung von erheblicher Tragweite für Lokomotiven- fabriken bringt der Petersburger GoloS unter dem 23. März, insofern er mdM, daß der Minister der Wege-Commumcanon den russischen Eisenbahndirektionen verboten ha^, Lokomolivm n^d Waggons im Auslande zu bestellen und dieselben alsdann in Rußland einzuführen. In Folge dieser Verordnung soll das sämmtliche bewetzliche Materisl für die sämmtlichen Bahnen in Rußland auf russischen Fabrik n hergestillt werden. Im Hinblick auf diese behufs Hebung und Entwickelung der russischen Industrie getroffene Maßregel hat die RrgierMg beschlossen, > die jedesmaligen Preise für die zu frufenben Lakomoiiseu in einer für j den Fabrikanten nicht unvortheilhaften Weise selbst zu bestimmen, indem ( sie die j-weilißen ausländffchm Preise zum Grunde legt und noch die Zollgebühren dazuschlügt. Außerdem wird die Regierung im Laufe der ‘ nächsten fünf Jahre für j->de auf einer russischen Fabrik hergestellte Lokomotive eine sogenannte E muih.gungi-prämre zähl n und zwar für eine vierrädrige 2400 Rubel, für eine sechsrädrige 2600 Rub l und für eine achträdrige 3000 'tobel. Außerdem ist den Fab» kanten gestattet, zollfrei aus dem Auslands diejenigen Maschinen und Werkzeuge zu be- ziehen, deren sie zur Hetstrllung von Lvroinötiven und Waggons bedürfen.
— Wien, 27. März. Die hiesigen Blätter beschäftigen sich mit ■ der schwebenden Frage von ihren verschiedenm Standpunkten aus. Die „Neue freie Presse" will wissen, daß Graf Andrassy, falls die direkten Verhandlungen zwischen E-igland und Rußland sich zerschlagen sollten, als Vermittler aufzutretcn getzente. Der „PrFsr" zufolge neigen sich die diplomatischen Kreise der Ansicht zu, daß die P otötoll-V^hand- lungen ksineSwegs abgebrochen fiten. Es würden vielmehr die Berftän- dizungZvrrsuche nach den Fnertagen erneut aufgegriffen werden, falls inzwischen der Friede zwischen der Türke' und Monwuegro erzielt werden sollte. Der l-tzere gdte übe Haupt als VorbeSingung für eine Ver- ständigung der Kabtnete. Allerdings dürfe' England die Demobilisi« s rung'frage nicht in der Werfe stellen, wie in den fünften Tagen ge« i schchm.
— Der W. „Prrsse" wird gemeldet: Der Sultan setzte eine ! Kommission ein, die beauftragt ist, die Ausgaben in seinem Palaste zu ’ überwachen und dieselben »öttzigmfalls auch zu beschränkm.
— Wien, 24. März. In den letzten Tagen haben, wie der ! „Schw. Merk." schreibt, hiesige Blätter davon gesprochen, Kaiser Franz Joseph hätte anläßlich des Todes des Kardinals Antonelli ein Hand- i schreiben an den Papst gerichtet, welch s den Letzteren ermuthigte, «eu^ ‘ erdingS so scharf auszufteten. Von gutunterrichteter Seite wird heute auf das bestimmteste erkiärt, daß der Kaiser bei der erwähnten Ge- ' legenheit oder seither überhaupt kein Schreiben an den Papst gerichtet habe.
s — In Graz hat sich der Feldmarschall-Limtenant I. Rhom Edler von Reichsheim erschoss-n.
— Paris, 26 Mä z. Nachrichten aus Kischinew vom 24. ■ März bestätigen, daß die russische Arm^e beträchtliche V-rstärkungen erhielt. Am 24. kamen 8000 Mann in Kischimw an, unter diesen 1000 Mann Gemeuuppm, welche sich am folgenden Saje nach Urgheni be» geben sollten. Für weitere 25 000 Mann werd-n CaserneMLKts vorbereitet. Wennglerch die Armee sich in gutem Stande befindet, werden ’ doch »och täglich große Urbungen abgehalte«. Alle beurlaubten Offiziere und Soldaten wurden für den 28. zurückgerufen. Ja Jassy ist ein russischer Gmerai mit vier Adjutanten eingetroff-n. — Die France i will die bestimmte Bestätigung erhalten haben, daß Rußland die Con- i ceffion einer unverzüglichen Teilung seiner Truppen statt der vorläu-