AbsrtneMSNW» PreiS:
JLHrNch , Mari, tzallj. < IN. iv P.
Bi-rt-ljShrltch 2 Mark 25 Pf^ Für auswärtig« Nbonnenteu mit dem betreffe»« den Post-usschlag. Me einzelne Nummer 10 Pfg.
Hmauer Än^cr.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis unb Stadt Hanau.
^Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,' und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
AnsertianS-
PreiS:
Die Ijpaltige Garmondzeiic ok deren Raum
10 P,g.
Die 2JpaIt L-U» 20 Psg.
Diesspaltigegcil, ?» PÄ-
M 73.
Dienstag den 27. März
1877.
Amtliches.
Zum Güter-Tarif für den Ftabkfurt-Bkbraer-Hessischen Verkehr ist ein Nachtrag, enthaltend den theilweisen Wegfall des procentualen FrochtzuschlagS für Kohlen rc rc. Transporte heran?gegeben und kann derselbe bei den betreffenben Güterspeditionen eingesehen werden.
Frankfurt a. M., den 19. März 1877.
_______________Königliche Eisenbahn-Direktiv».__________(2111)
Hana». Zum öffm»l,qen freiwrlliaen Veikeuf des zum Nachlaß des Kaufmanns Ernst Carl Härtend ach und dessen Ehefrau, Caro- line, geb. Kaißer von hier, gehörigen Grundstückes:
Brandvers.-Nr. 27 der Marktgasse:
Ch. H. Nr. 2 88 Dm. Wohnhaus, an der Ecke der Markt- utb Metz-
gergasse, am Fischbrunnen genannt, ist auf Antrag der Erben zweiter Verkaufstermin auf
den LG. März d. J.,
Morgens 10 Uhr, anberaumt, wozu Kaufliebhaber eingeladen werden.
Hanau am 22. März 1877.
Königliches Amtsgericht III.
(2114) MalkwuS.
Ern für die Büreau-Geschäfte der Armen-Verwaltung besagter Beamter wird zu einer Besoldung von 1500 Mark nebst freier Dienstwohnung, Brand und Licht für diesige Stadt g sucht.
Wegen einer zu führenden Nebenkasse wird Cautwu erfordert.
Erfahrung in der Armen-Gesetzgebung würde für den Bewerber ein wesentlicher Vorzug sein.
Hanau am 20. März 1877.
Der Oberbürgermeister
(2013)_____________________Cassian._______________________
Tagesschau.
Das Scheitern des Protokolls.
A. d. Schw. Merk.
General Jgnatikff ist von London wieder abgereist, ohne daß das Protokoll zu Stande gekommen wäre, von dessen wunderbarer, den Frieden sichernder Kraft die öffentliche Meinung mehrere Wochen hindurch unterhalten wurde. Nüchterne Beurtheiler wollten freilich nicht einsehen, wie dem Protokoll, auch wenn man sich über seinen Wortlaut - geeinigt und die Unterschriften aller 6 Mächte dafür gewonnen hätte, ein für die Frage: Krieg ober Friede? entscheidender Werth beigemessen werden konnte. Denn die Hauptfrage war in dem Schriftstück, so viel ’ über seinen Inhalt verlautet hat, ebenso offen gelassen, wie sie nach i dem Scheitern der Gtambuler Konferenz offen geblieben war. Daß die ' Mächte sich angelegentlich für die türkischen Reformen aussprachen, war ja nichts Neues, vielmehr lediglich eine Erneuerung oft wiederholter Erklärungen. Was aber in Zukunft geschehen solle, im Falle dieser nicht mehr ungewöhnliche Wunsch Europas von Seite der Pforte fort- s gesetzte Nichtbeachtung fände, darüber war auch in dem Protokollentwurf • vorsichtig geschwiegen. Diese Ansicht über den zweifelhaften Werth des < Protokolls scheint zuletzt au$ bti den britischen Staatsmännern durch- e geschlagen zu haben. Sie meinten, das Protokoll sei überflüssig, wenn ; es nicht in der That zur Verhinderung des Krieges diene. Sie gaben der Sache eine praktische Wendung damit, daß sie geradezu von Ruß« i land die Erklärung, zur Abrüstung zu schreiten, verlangten, widrigen- ! falls sie die Unterzeichnung des Protokolls verweigerten. Tarnt aber, ; ba| das Wort Abrüstung ausgesprochen wurde, trat der ganze Handel rn fern kritisches Stadium. Es ist der Anfang vom Ende. Nichts pflegt erfahrungsgemäß empfindlicher ausgenommen zu werden, als wenn ; man den gegen einander aufgerückten Heeren, die schon zum Schlage aushoben, vom Abrüsten redet. Jeder Theil ist in solchem Falle so ; sescherden, dem anderen den Vortritt zu lassen. Wie keiner angefangen haben will, jeher nur durch die bedrohliche Haltung deS Gegners seiner« seitS zu Vorsichtsmaßregeln herausgefordert sein will, so will auch keiner ^it Gewehr bei Fuß setzen, so lang er den anderen Theil kempfge- rüstet sieht.^Jm vorliegenden Fallen kommt noch dazu, daß Rußland ;
erklärt, überhaupt so lange nicht abrüsten zu können, bis die von Europa verlangten Reformen in der Türkei eingeführt sind, ein Argument, mit dem es natürlich seine Entwaffnung beliebig bis zu den griechischen Kalenden vertagen kann. Sieht man auf den ganzen Verlauf der Protokollverhandlung zurück, so werden wohl diejenigen Recht haben, die nicht an den Ernst derselbe» glaubten. Jgnatieff'S Reise hat wohl ganz einfach den Zweck gehabt, sich über die Stimmung der europäischen Kabmete für den Fall deS russisch türkischen Krieges zu erkundigen. Wenn man jetzt in St. Petersburg neuestens wieder an den Dreikaiserbund appellirt, so scheint das ein letzter Drücker zu sein, um die West- w ächte zu friedlicher Neutralität zu stimmen. Indessen gestalten sich auch im Osten die Dinge so, daß die FriedenZhoffnung von Tag zu Tag hinfälliger wird. Der Friede mit Montenegro kommt nicht zu Stande. Der Aufstand in Bosnim ist wieder im Gang. In Stamdul aber herrscht eine kriegerische, aufgeregte, ja eine aufrührerische Stimmung, und allem Anscheine nach rechnet Rußland auch noch darauf, daß die neue konstitutionelle Herrlichkeit irgend ein unvermutheteS Ende mit Schrecken nimmt.
— Der „R. u. St.«A." enthält folgendes an den Herrn Reichskanzler gerichtetes Schriftstück Sr. Maj. des Kaisers und Königs:
„Der Tag, an welchem Ich Mein achtzigstes Lebensjahr vollendete, hat im deutschen Volke eine Mich tief rührende Theilnahme gefunden. Die Beweise derselben sind Mir aus allen Theilen des Reichs in der mannigfachsten Weiss namentlich in der Fo-m von Adresse», schriftlichen und telegraphischen Mückwimschen, Gedichten, Kompositionen, Bridern, Blumen und anderen sinnigen, zum Theil kostbaren Spenden zua^an-- gen. Städte und Dorfschaften, Korporationen und Vereine, Frstge- nossenschaften und einzelne Personen aller Stände haben sich beeilt Mir die allgemeine ftstliche Stimmung des Tages zu zeigen, und nicht allein aus den Gauen des Vaterlandes, sondern auch von jenseits der deutschen Grenzen, selbst aus den fernsten Ländern habe Ich die Versicherung empfangen, daß überall, wo Deutsche weilten, Meiner in Liebe gedacht worden ist. Diese überreiche Fülle freudiger Wünsche hat Mir den Tag zu einem besonders weihevollen gestaltet. Umgeben von einem mächtigen Kreise verbündeter und befreundeter Fürsten, habe Ich mit Genugthuung den Werth gefühlt, als Mittelpunkt des nationalen Empfindens betrachtet zu werden; aus diesem Bewußtsein schöpf« Ich neue Kraft, Mich der Sorge für die Wohlfahrt des Vaterlandes zu widmen. In diesem Sinne möchte Ich allen jenen Glöckwünschendm Meinen Dank für ihre Aufmerksamkeit kundgeden; Ich beauftrage Sie zu dem Zwecke, Vorstehendes alsbald zur öffentlichen Kenntniß zu bringen.
Berlin, 24. März 1877.
Wilhelm.
— Berlin, 24. März. Der Vorstand des deutschen Buchdruckervereins hat eine Petition an den Reichstag,gerichtet, in welcher derselbe ersucht wird, dem Projekt der Errichtung einer Reichsdrucke, ei feine Genehmigung (wegen Beeinträchtigung des Privatdruckereibernebs) zu versagen.
— Berlin, 25. März. Der Vorstand der deutschen chemische» Gesellschaft hat an den RüchStag eine Petition die Patentgesetzvorlaae betreffend gerichtet, in welcher beantragt wird, daß bei der Ertheilung von Potenten für chemische Erfindungen der Grundsatz festgehalten werden soll, daß einzig und allein die Methode der Darstellung eines chemischen Produktes, nicht aber das Produkt selbst Gegenstand deS Potentes sein kann, daß 2) sowohl dem Patenthofe als auch dem Patentsucher das Recht zustehen soll, in jedem Stadium der Prüfung des Gesuches Sachverständige zuzuziehen, und 3) eine Veröffentlichung der Beschreibungen der gewährten Patente und der dazu gehörigen Zeichnungen binnen einer gewissen Frist erfolgen muß. Schließlich erklärt sich der Vorstand mit dem im Gchtzmtwurse vorgesehenen L cmzprinziv nicht einverstanden. 3
" Der Reichskanzler hat dem Bundesrathe die EnsSeiduna in einer Streitfrage unterbreitet, welche zwischen der kaiserl. Postbetzörde einerseits und der Dir.ktron der Werraeisenbahn nebst den Landesregie-