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Abonnenten mit dem betreffenden Postansjchlag. Die einzelne Nummer 10 Psg.
«HL 72.
Hanauer Anzngtr.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,' und Samstag- mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
Montag den 26. März
JnsertinnS-
Preis:
Die ishaltige Eurmondzetle od. deren Raum
10 Psg.
Die 2,Palt, gen»
20 Psg.
Lie3spaltig«Lew ?0 Psg.
1877.
Amtliches.
Gefunden: Ein graues Knabenjäckchen. Ein Zeugnißbuch für den Realschüler Ferdinand Lohmar. Ein weißes Taschentuch. Ein wollenes farbige- Halstuch. Ein grau-baumwolleneS Halstuch.
Zugelaufen: Ein Huhn. Ein weißer Jagdhund mit schwarzen Flecken, m. Geschl.
Verloren: Eine Ledertasche mit Häckelarbeit.
Hanau am 26. März 1877.
Königliches LandratbSamt.
Bekanntmachung.
Beitritt fremder Länder zum Allgemeinen Postverein.
Zum 1. April treten folgende Britische Kolonien dem Allgemeinen Postverein bei: Ceylon, Straits SettlementS (Singapore, Penang, Malakka), Labuan, Hongkong, Trinidad, Britisch Guayana, die Bermudas-Inseln, Jamaica und Mauritius nebst Zubehör (Seychellen, Amiranten, Insel Rodriguez u. s. w.) DaS Porto beträgt vom genannten Zeitpunkte ab für frankirte Briefe nach diesen Ländern 40 Pfennig und für unfrankirte Briefe 60 Pfennig für je 15 Gramm, für Postkarten 20 Pfennig, für Drucksachen, Waarenproben und Geschäfts- Papiere 10 Pfennig für je 50 Gramm. Die Einschreibgebühr beträgt 20 Pfennig; für die Beschaffung eines Rückscheins tritt eine weitere Gebühr von 20 Pfennig hinzu. Denselben Portosätzen unterliegen, und zwar von jetzt ab, auch Briessendungen auS Deutschland nach Mandalay (Birma), Kaschmir, Ladakh (Klein-Tübet), Kabul (Afghanistan) und nach den Persischen Orten Teheran, Jspahan, Schiraz und Djulsa, sofern deren Beförderung übH, Bvmbvy und durch Vermittelung der Indischen Postverwaltung erfolgt. Für die Sendungen nach den letztgenannten Orten, mit AuSne fee von Mandaley, besteht Frankirungs- zwang, wobei die Frankirung^.ar bis zur AuSgangsgrenze von Britisch Indien stattfindet. Die Sendungen sind mit dem Vermerk: „über Brindisi und Bombay" zu versehen.
Berlin W., den 24. März 1877.
Der General- Postmeister.
Nach dem von Königlicher Regierung, Abthiilung des Innern, vom 9. l. M. A. I. 2736 genehmigten Grund-Etat der Stadtkasse sind für das Jahr 1877 = 158,528 M. 88 Pf. durch Umlagen auf- zubringen. Für die auf die ersten drei Monate ertfallende Quote dieser Summe dient noch die vorjährige Staatsstmer-Veranlagung zur klasstficirten Einkommen- und zur Klassensteuer einerseits, sowie zur Grund- und Gebäudesteuer andererseits zur Grundlage, und es kommen nach Maaßgabe derselben 120 Prozent der leiden ersten und 60 Prozent der beiden letztbezeichneten Steuern für jme 3 Monate zusammen zur Erhebung.
Die Stadtkasse ist ermächtigt diese Erhebmg alsbald bewirken zu lassen.
Die für den übrigen Theil d-s Jahres «forderlichen Umlagen werden nach der bezüglichen Staatssteuer-Veranlagung pro 1. April 1877/78 repartirt und bleibt dieserhalb weitere Bekanntmachung vorbehalten. (1948)
Hanau am 20. März 1877.
Der Stadtrath ____C a ssian.
Proclam«
Becker gegen Becher.
Dienstag den 27. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, soll im hiesigen Gerrchrsbäude eine kleine Kommode aus's Reistgebot gegen gleich baare Zahlung verkauft werden.
Hanau, den 26. März 1877.
Temme, Exekutor. (2076)
_ Tagesschou.
. “ Berlin, 24 ^g Reichstag. (Fortsetzung). In
^r heutigen (16 ) Sitzung trat das Haus in die dritre Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend die vorläufige Erstickung des Haushalts Etats ™.. ®?ö *$en i^rchS für das Vierteljahr vom 1. Januar bis 31. März 1877 auf den Monat April desselben Jahres. In der Diskus
sion erwiderte der Bundeskommissar, Direktor im Reichskanzler-Amt Dr. Michaelis, dem Abg. Richter (Haxen), daß 20 Millionen Mark zur Vertheilung an die Staaten des ehemalige» Nordeutschen Bundes aus der französischen Kriegikontribution bereit lägen und daß die Regierungen auf Grund deS Gesetzes von 1873 die sofortige Vertheilung zu fordern berechtigt seien. Weitere 13 Millionen Mark seien aus dm Kapitalbeständen der Okkupationsarmee noch zu erwarten, würden aber schwerlich vor dem Monat Juni zur Bertheilung gelangen. Die Abgg. Dr. Wehrenpfennig und von Benda bestritten die Nothwendigkeit des vom Abg. Richter in Aussicht gestellten Antrages, mit der Vertheilung der 20 Millionen Mark bis nach Feststellung deS Etats pro 1877 zur warten, um dieselben eventuell für ReichSzwecke zu reserviren. Der Gesetzentwurf wurde hierauf unverändert definitiv genehmigt.
ES folgte die dritte Berathung des Gesetzentwurfs über bitt Sitz des Reichsgerichts. Der Abg. Dr. Gneist motivirte zunächst den m zweiter Lesung abgelehnten, von ihm wieder ausgenommenen Antrags ? das Reichsgericht anstatt nach Leipzig nach Berlin zu verlegen. Es er- griffen hierzu daS Wort die Abgg. Dr. Hänel, Dr. Laster und BLr- ’ gerS. Darauf wurde der Antrag des Abg. Dr. Gneist abgelehnt und i der Gesetzentwurf in der in zweiter Lesung beschlossenen Fassung und r> : ändert definitiv genehmigt. Es folgten Wahlpiüfungen. Auf den Au- ' trag der WahlprüfungSkommission, welchen der Abg. Leutz vertrat, wurde J die Wahl des Abg. Frhrn. von Tettau für gültig erklärt, der Reichskanzler aber aufgefordert, den betreffenden Wahlkomunssar wegen vo> gekommener Unregelmäßigkeiten bei der Wahl rektifiziren zu lasst«.
Um 1 Uhr vertagte sich das Haus bis Dienstag, den 10. April- 12 Uhr.
; (Fortsetzung folgt.) (R. ». St.-A.j
— Berlin, 23. März. Dem „Wfftß Merkur" geht aus Hannover ein längerer Bericht über das Befinden des dort krank dünieder-- | liegenden Abg. Windthorst (Meppen) zu; derselbe theilte dem Bericht- i erstatter des cleriealen Blattes mit, er leide an einem heftigen Lungen» : katarrh, sei aber, das fühle er, wieder auf der Besserung, resp, die Krankheit wäre gebrochen, und das sind seine eigenen Worte: „Ostern hoffe ich sicher wieder kampfbereit zu sein."
— Berlin, 24. März. Trotz deS Petersburger Briefes der Wiener „Pol. Torr.", die wahrscheinlich den neulichen londoner Zei- tungSangaben in diesem Punkte entnommen ist, wird unsere gestrige Meldung festzuhalten sein, daß England sich mit Rußlands Verpflichtung, abzurüsten, in irgend einer Form, auch außerhalb des P-otvcollsp begnügt haben würde, aber auf der Verpflichtung selbst bestand, als einem Beweise, daß Rußland den Frieden und nicht ein europäisches Mandat zum Kriege erstrebe. Die Unterhandlungen werden fortgesetzt-
(»ölm Ltg.)
— Berlin, 24. März. Es wird vielfach erzählt und einzelne 5 Blätter melden, der Reichskanzler habe in Folge der LaSker'schen Rede an den Präsidenten v. Forckenbeck einen Brief geschrieben, worin er gedroht habe, nicht wieder in den Reichstag zu kommen. Das ist übertrieben. DaS Wahre an der Sache ist, daß Fürst Bismarck wäh- rend der Sitzung auf einen vielleicht nicht ganz genauen Bericht über : Lasker's Aeußerungen an den Unter-Staatssekretär Friedberg schrieb^ , es fei seine Absicht gewesen, heute in den Reichstag zu kommen, nach z solchen Aeußerungen stehe er davon ab. — Die Angelegenheit von Stosch ist noch nicht geordnet; noch hofft man in der Marine, den • Chef zu behalten.
— Berlin, 24. März. Die „Köln. Ztg." schreibt: Die fortgesetzten Verhandlungen sollen weniger das Protokoll, als Bedingungen der Abrüstung betreffen, und zwar soll gerade Rußland auf die Fortsetzung Werth legen. In London indessen glaubt man mehr, Rußland wolle entweder Zeit gewinnen, oder auf anderem Wege England und ? der Türkei die Verantwortlichkeit des Krieges zuweisen. War das scho« l die Absicht bei den k&ten Verhandlungen wegen des Protokolls, so ; wurde sie dadurch durchkreuzt, daß England das Protokoll kein-Lwegs ablehnte, aber die bekannte Garantie verlangte, daß Rußland das Aktenstück nicht als europäisches Mandat für den Äries verwende. Man bezweifelt daher, daß der etwaige erneute Versuch Rußlands gelinge« werde. Was die gestrigen Wiener Nachrichten angeht, Rußland werde