UöVNRkMENÄ* »Er Jährlich , M-rl. Halbj.« vi. S° P- »t-rt-M»rlich
1 Mark 26 W» Für auf» litte« AbsrmßRtEK mit dem betreff«, ten Poftausschla» Die einzelne Nm» m« 10 Psg.
Hamuer Änjeigcr.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,! und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
M 7L
Insertio«»- Preis:
Die ispaltige 6armoni> srile ab. deren Raum
10 Ps».
Die Lspalt. Stil« 20 Pfg.
Die.SspaltigeLell, 30 W
Samstag den 24. März
1877.
Amtliches. Bekanutmachnng. Einheitlicher Packetportotarif im Verkehr zwischen Deutschland und Dänemark.
Vom 1. April d. I. ab tritt im^ Verkehr zwischen Deutschland und Dänemark ein einheitlicher Poriotarif für Packete bis zum Gewichte von 5 Kilogramm in Wirksamkeit. Danach kostet ein srankir- teS Packet bis zum Gewichte von 5 Kilogramm 80 Pfennig oder 72 Oere, Sperrgut die Hälfte mehr. Bei unfranlirten Packeten bis 5 Kilogramm tritt den vorstehenden Portosätzen ein Zuschlag von 20 Pfennig oder 18 Oere hinzu.
Berlin W., den 23. März 1877.
—____________________Der General-Postmeister._____________________
Bekanntmachung.
Briefverkehr zwischen Deutschland und Canada.
Vom 1. April ab kommen für den Briefverkehr zwischen Deutschland und Canada dieselben Taxen in Anwendung, wie für den Briefverkehr Deutschlands mit den Bereinigten Staaten von Amerika, mithin im einfachen Satze für frankirte Briefe nach Canada 20 Pfennig, für unfrankirte Briefe aus Canada 40 Pfennig, für Postkarten 10 Pfennig, für Drucksachen, Waarerproben und Geschästspapiere 5 Pfennig. Die Einschreibgebühr beträgt 20 Pfennig.
Berlin, W., den 23. März 1877.
______________________Der General-Postmeister._______________________
Ein für die Büreau-Geschäfte der Armen-Verwaltung befähigter Beamter wird zu einer Besoldung von 1500 Mark nebst freier Dienstwohnung, Brand und Licht für hiesige Stadt gesucht.
Wegen einer zu führenden Nebenkasse wird Caution erfordert.
Erfahrung in der Armen-Gesetzgebung würde für den Bewerber ein wesentlicher Vorzug sein.
Hanau am 20. März 1877.
Der Oberbürgermeister
(2013) Cassian.
Schulnachricht.
Der Unterricht des neuen Schuljahres 1877—78 beginnt in den städtischen Schulen dahier
JÄontag den 9. April d. J.
Die Anmeldungen zur Aufnahme neu zugehender Schüler und Schülerinnen finden unter Vorlage der Geburt und Impfscheine, sowie der bisherigen Schulzeugnisse
Samstag den 7. April,
Vormittags von 9 Uhr an, in den betreffenden Schukgebäudm statt, und zwar:
1. für die höhere Töchterschule, soweit es nicht bereits geschehen ist, im Geschäftszimmer des Unterzeichneten (Steinheimerstraße),
2. für die Knabenbürgerschule I bei Herrn Hauptleher L ö b e r (früheres Realschulgeväude m der Altstadt),
3. für die Mädchenbürgerschule I bei Herrn Oberlehrer W i l l m a n n (Bebraer Bahnhofsstraße),
4. für die Kuabeubürgerfchule II bei Herrn Oberlehrer Fröhlich (Erbsengasse in Des Altstadt),
5. für die Mädchenbürgerschule II bei Herrn Hauptlehrer KlohS (Bebraer-Gatzuhossstraße).
Gleichzeitig wird hierdurch in Erinnerung gebracht, daß die Schulpflichtigkeit der Kinder mit dem zurückgelegten 6. Lebensjahre beginnt, und daß Kleinkinderschulen die Kinder nicht über dieses Alter hinaus in Pflege behalten dürfen.
Hanau, de» 15. März 1877.
Der Schulinspektor
(1797) .Junghenn.
Holzverkanf.
Mittwoch den 28. d. M, Vormittags 11 Uhr, sollen im hiesigen Gemeindewald, Distrikt Hainhecke und Espen:
16 Stück Eichenstämme, von 4 bis 11 Meter lang und 32 bis 74 Ctm. dick, verkauft werden.
Die Zusammenkunft findet im Distrikt Hainhecke statt.
Dörnigheim, am 17. März 1877.
Der Bürgermeister _________ L a v P______________________(1869)
Wochenschau.
H. H. C. In abgelaufener Woche feierte man allenthalben in Deutschland den 80jährigen Geburtstag des Kaisers Wilhelm, der auch heute noch in voller körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische daS Scepter des Reiches führt. Im deutschen Reichstage ging es in letzter Zeit sehr lebhaft zu. Die zweite Lesung des Etats wurde nahezu zu Ende gefördert, wobei es an interessanten Abschweifungen nicht fehlte, indem z. B. noch einmal die Forderung nach verantwortlichen Reichs- Ministerien gestellt wurde, auch eine heftige Debatte über die Eisenzoll-- i frage sich abspielte. Alsdann kam auch der Gesetzentwurf zur ersten : Lesung, welcher die bisherige, nur berathende Befugnis des elsaß- i lothringischen LandesauSschusses in eine beschließende umwandele, Lch- - leren also zu einem förmlichen einzelstaatlichen Parlamente machen will. Allerdings legt es diese Vorlagen zunächst in das Belieben des Kaisers, die Zustimmung deS Landesausschusses anstatt der des Reichstages zu den zu erlassenden elsuß-lothrmg. Gesetzen einzuholen. Allein, dieser Vorbehalt hat nur den Zweck, das Reich für den Fall zu rüsten, daß der Landesausschuß einmal eine protestlerische Mehrheit erhalten sollte. : Natürlich gehört die Zustimmung des Bundesraths auch ferner dazu, j die reichSlärrdischen Speziaigefttze rechtskräftig werden zu lassen. Die i autonomistiscbe Partei unter den reichsländischen ReichstagSdeputirte» ! nahm diese Vorlage sehr freudig auf, wenn sie dieselbe auch nur als - eine Abschlagszahlung betrachten; die P otestler dagegen wollten nichts ' von ihr wissen und verlangten nach wie vor die volle Autonomie für Elsaß Lothringen. In der Sitzung vom 19. März kam die Vorlage betreffs des Sitzes des Reichsgerichts zur ersten Lesung. Die Redner der Konservativen, Nationalliberalen und der Gruppe Löwe sprachen sich, ; gleich den preuß. BmrdesrathSbevollmächtigten, für Berlin, die Redner der anderen Parteien für Leipzig aus. Gleichwohl entschied sich daS > HauS mit 212 gegen 142 St. für Leipzig. Die Angelegenheit des Dr. ‘ Kantecki, Redakteurs der polnischen „Currier Poznanski", der seit No- l vember vor. Jahres, auf Requisit-on des Oberpostdirektors von Bromberg zur Zeugnißablegung aufgefordert, wegen Zmgnißverweigerung in ; Haft gehalten wird, ist durch die Interpellation des Abg. KoSmierowSki
- noch keineswegs beseitigt worden. Die poln. Fraktion im Reichstag ; hat vielmehr einen von Fortschrittlern und Centrumlern unterstützten Antrag eingebracht, welcher den Reichskanzler auffordert, die sofortige ! Haftentlassung zu veranlassen. Dieser Antrag wird jedoch nicht durch- ' gehen, da nicht nur die Konservativen ihm entgegen sind, sondern auch ; die Nationalliberalen beschlossen haben, die Sache auf andere Wüje zn erledigen. Letztere wollen beantragen, durch ein besonderes Gesetz die sich auf den Z-ugnißzwang beziehenden milderen Bestimmungen bet neuen Strafprozeßordnung schon jetzt einzuführen. Dadurch würde Kantecki allerdings auch sofort der Freiheit zurückgegeben werden, ohne daß man einen Eingriff in die Verwaltung zu thun brauchte.
Der schweizerische Bundesrath hat die Regierungen der weinbauen- den Staate» zu einer internationalen Konferenz eingeladen, um Maßregeln zur Vertilgung der Reblaus zu berathen. In Bern thaten sich die internationalen Sozialisten wieder einmal etwas zu Gute. Sie erlaubten sich Demonstrationen, welche das Einschreiten der Polizei zur Folge hatten und wobei es mit Letzteren zu einem blutigen Kampfe kam.
Aus Italien kam die Nachricht, daß man im Vatikan in solchem Maße aufgebracht sei über das von der italien. Regierung eingebrachte Gesetz gegen die Mißbtäuche der Geistlichkeit, daß der Papst eine Be-