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London von vorgestern, die allerdings durch Jgnatieff'S Reise nach London vielleicht überholt sind, ließen die Lage noch ziemlich unsicher erscheinen und gewährten noch keine zuverlässigen Anhaltpunkte sür den Frieden, wobei die Frage der Abrüstung Rußlands allem Anschein nach mehr und mehr den Mittelpunkt der Erwägungen und Berechnungen bildete. l«»>». 8tgj

Der Mangel an Bauhandwerkern, welche daS heut zu Tage unentbehrliche Maß wissenschaftlich-technischer Bildung besitzen, macht sich allgemein fühlbar. Die Mehrzahl der Meister ist weder geneigt noch im Stande, ihren jugendlichen Gehülfen zu einer andern als rein handlichen Ausbildung zu verhelfen, und die strebsamen meier den Letz- tenn sind daher genöthigt, dasjenige Maß von wissenschaftlichen Kennt» nisten und Fertigkeit im Zeichnen, dessen Unentb.hriichkeit sie empfinden, sich auf Schulen zu erwerben. Die vom Staate bigründeten technischen Lehranstalten entsprechen in Preußen diesem Bedürfnisse nur in unvoll­kommenem Maße. Die Anstalten, denen sich die jungen Levte vorzugs­weise zuwenden, sind die sogenannten Baugewerkschulen. Dergleichen bestehen in anderen deutschen Staaten zum Theile schon seit längerer Zeit mit großem Erfolge, während Preußen von Anstalten dieser Art nur die Baugewerkschule in Nienburg und in neuerer Zeit einige von Kommunen begründete Schulen besitzt, unter denen die städtischen An­stalten zu Eckernförde, Höxter und Jdstein besonders hervorzuheben sind. Der Handelsminister hat nun, wie osfizrös gemeldet wird, die Provinzial- behörden angewiesen, zur Errichtung solcher Schulen anzuregen. Die­selben würden in manchen Fällen ihre Ausgabe« selber bieten können; wo dies nicht der Fall sei, wäre auch eine Beihülfe aus Staatsmitteln, wie sie in Eckemsörde schon jetzt gewährt wird, nicht ausgeschlossen. Der Beifügung ist zur näheren Kenntnißnahme das Programm der Schule in Eck«nförde beigefügt worden. cT<«.)

Der (Rheinische) Strafsenat des Ober-Tribunals hat in einem Erkenntniß vom 1. Februar 1877 den von ihm in einem früheren Er­kenntniß gebilligten Rechtssatz, daß die Zurückhaltung der Kinder von einer patrwtischen Schulfeier, auch wenn diese nicht im Schullokale statt* findet, während der regelmäßigen Unterrichtszeit, strafbar ist, von Neuem ausgesprochen und zugleich die Entscheidung gefällt, daß der seine Kin­der vom Schulbesuch zurückhaltende Vater auch dann strafbar ist, wenn die vorgeschriebme der Bestrafung vo-herzuschickrnde Verwarnung Sei­tens des Gemeindevorstandes nicht stattgefunden hat. @t.«. «»..».,

Mitten. Im hiesigen Krabkenhause wurde kürzlich, wie die Eff. Ztg." berichtet, ein besonderer Fall boa Blutvergiftung bedach­tet. Es war bei den Fastnachts-Belustigungen in Werne bei Langen- dreer in Folge eines WirthLhausstreites ein Mann von seinem Gegner gebissen worden, was er zuerst wenig beachtete. Später aber wurde die Wunde bösartig, so deß der Verletzte ins Krankenhaus geschafft werden mußte. Drr Arzt tonstatuie eine Blutvergiftung, an welcher der Kranke auch schon drei Tage später verschied.

BreSlau, 16. März Der gestrige Abend-Personenzug der Freiburger Büh-r ist bei Mettkau entgleist; mehrere Personen, erlitte« Verletzungen, eine wurde gelobtet.

Aus Mainz wirb berichtet: Für die Legung der unterirdi­schen Telegraphen sind in Hochheim seit Samstag 150 fremde Arbeiter angekoMmen, größtentheils Engländer, welche irit dem besonderen Ver­fahren beim Verbinden der Röhren, ein Geheimniß des englischen Er­finders, vertraut sind.

Frankfurt a. M., 15. März. Die Frankfurter Bank setzt von morgen ab de" Dilkont auf 3 p§r. herab

Bern, 14. März Mit Rücksicht auf die bedeutenden Ver- herrungen durch die Reblaus in den weinbautreibenden Ländern und auf die RvthMudigkeit gemeinsamer Bekämpfung derselben, hat, nach der N. Zärch. Ztg.", der Bundesrath bei den Regierungen von Deutsch­land, Fra»kcnch, Stäben, Oesterreich, Portugal, Spanien und den Do- naufürfteuthümern vie Abhaltung eines internationalen Kongresses zur Berathung der zu treffende« Maßnahmen angeregt und eventuell sich erboten, den Kongreß in einer Stadt der Schweiz abhalten zu lassen.

London, 16. März. DieTimes" erblickt in der Reise des Generals Jgnatieff nach London gleichfalls ein für die FriedenSaussich- trn hoffnungsvolles Anzeichen. Derselbe würde auf eine Modifikation seines Programms ohne die wohlbegründete Erwartung, daß ein allsei­tig biftiedigendeS Po okoll zu Stande komme, tziwiß nicht eingegangen sein. DieTimer;" richtet gleichzeitig die Mahnung an die Regierung, sie solle aus der Bedingung, daß eine Zusage Rußlands in Bezug auf seine Demobilisirung in das Protokoll ausgenommen werde, nicht zu hartnäckig bestehen.

Kopenhagen, 16. März. Der Finanzausschuß des gölte* lhing beschloß, nach demR. u. St.", auf Veranlassung hiesiger ga* kulanten und Grwerbsleute die Bewilligung von 125,000 Kronen für die Betheiligung an der Pariser Weltausstellung zu beantragen.

Rom, 15. März. Der Papst hat in dem heute abgehaltenen Konsistorium 20 Kardinälen den Hut verliehen.

New- Nor k, 15. März. Der DampferHolland" von der

National-DampfschiffS-Eompagnie (C. Messing'sche Linie) ist heute hier eingetr offen.

Lokales.

Hana«, 17. März 1877.

Eingesandt.

Bekanntlich wurde bim BundeSrath am 8. Februar d. J. ein Ge­setzentwurf: die Regelung des Feingi Haltes der Gold» und Silberwaa­ren betnffenb, vorgelegt. (Text sieheHanauer Anzeiger" Nr. 36. Die Red.)

In Bei lin und an anderen Orten soll bereits eine Petition, welche um Beschleunigung der Var'age an den Reichstag bittet, an das Reichs- kanzlnamt unter den Interessenten cuculirt und zahlreiche Unterschrif­ten gefunden haben.

Es wäre wohl wünschenswerth, daß hier in Hanau ein gleicher Schritt geschähe. A.

(Schwurgericht.) Joh. Glaser von Vollmerz wurde in gestriger SchwurgerichiSfitzung zu 3 Wochen Gefängniß verurtheilt.

Montag den 19. März: Musterung der Militärpflichtigen der Jahrgänge 1855 und 1856 und der älteren, welche eine definitive Ent­scheidung noch nickt erhalten haben, von Stadt Hanau.

Zur Vorfeier des Allerhöchsten Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers und KönigS hält der hiesige Kriegerverein im Saale derCen- tralhalle" heute eine 81/» Uhr beginnende Abendunterhaltung ab, zu welcher Freunds des Vereins durch Mitglieder eingsführt werden kön­nen.

VersteigeruugS- «nd Berpachtungs-Kalender, fih Montag bett 10. März 1877.

Vormittags 9 Uhr kommen im Gasthauszum Löwen" zu Sal- münstrr aus der dortigen Oberförsterei bedeutende Quantitäten Werkholz zum Verkauf: 650 meist schwere Eichen mit 1100 Festme- meter, 100 Buchen mit 250 Festm., 30 Hainbuchen und 90 Kief-irn- Stämme, 73 Raum« Eichen- und 60 do BuchsN-Mirffelholz, 240 ho. Eichen Scheith. Ir. Kl. (f. Nr. 53Han. Anz."). VormitlagS 11 Uhr werden im GerichtsgebLude verschiedene Möbel (dmuuter 2 Sopha's und 2 Kommoden), sowie ein Flügel (Klavier) gegen Baarzahlung ver­kauft. Nachm. 2 Uhr versteigert Herr Taxator Aug. Berg in seinem Lokal, Lothringergasse Nr. 27: Stuben- und Küchenmohiliar, Sitten und eine Partie Herren- und Knabenanzüge. Nachm. 3 Uhr sollen im Lagerhaus des Herrn Herold am Mainkanal 2 Häckselmafchmen und 1 Dreschmaschine meistbietend verkauft werden.

Sehenswürdigkeiten.Museum der Wetterauischen GcM- schaft" (m Altstädter Schloß): Geöffnet Sonntags von Vormittag!? 11 bis Nachm. 1 Uhr.

Morgen: Königl. Zeichen-Akademie: Zum letzten Male: Aus­stellung einer Sammlung von Schmückgegenständen in Silber, Gold rc. aus dem deutschen Gewerbe-Museum zu Berl N.

Für heute. GesangkränzchenEintracht": Generalversamm­lung.

Wohin gehen wir hente und morgen?

Vergnügnngsanzeiger für Hana« und Umgegend.

Heute:Deutsches HauS": Avends 8 Uhr: Barretä-Theater: Eröffnunßsvorstrllung". Gasthaus zumKronprinzen" : Abendunter- Haltung mit Tanz; Anfang 8 Uhr.Centralhalle": Große Tanz­stunde.

Morgen:DeutfcheS Haut" : Varietä-Theater: erste Vorstellung von Nachm. 47, zweite von Abends 811 Uhr. Nachm. Große Streich Concerte aufG. Koch's Felsenkeller" und inGlisel's Bier- Halle" ; Tanzmusik imSchwanen" zu K-ff-lftadt. Nachm. 4 Uhr Große Tauzbelustißung imKronprinzen". Hanauer Stadtthester: Des Königs Befehl"^ Lustspiel in 4 Aufzügen von Dr. Carl Töpfer; Anfang 7 Uhr.Centralhalle": Große Tanzstunde.

Markt mittrlwäßig befahren: Preise folgende: Butter 1,45 bis 1,50, Eier 6 und 7 Pf., ein Gänseei 1214 Pf, Käse 5-6 Pf., Erbsen, Linsen und Bohnen 35 Pf., Zwiebel 60 Pf., Kartoffeln 14 Pf. daS Doppelliter, Winterialat 20 Pf., Blumenkohl 4550 Pf. das Haupt, Tauben 1 Mk. daS Pärchen, ein Hahn 2 Mk.. ein Huhn ebenso, Fische: gewöhnliche Sorte 2025 Pf., Barben 6070 Pf. das Pfund, Holz 1150 Mk.

Auszug aus dem «entral-Handelsregister.

Eintragungen bei Kgl. Kreisgericht, erste Abtheilung, Hanau.

Zufolge Verfügung vom 6. März 1877 ist auf Anzeige vom 5. d. M. am 9. März in das Handelsregister eingetragen worden, saß der Banquier Michael Bevjamm von Frankfurt s. M. ein Bankgeschäft unter der Firma: Michael Benjamin dahier in Hanau gegründet hat.

Zufolge Verfügung vom 27. Februar 1877 ist auf Anzeige vom 26. Februar am 28. Februar in das Handelsregister eingetragen wor­den, oaß der Kaufmann Christian Goebel dahier ein Spezereihandels« gefräst unter der Firma: Christian Goebel dahier betreibt.

F«kda, 14. März. Anfangs dieser Monats hat in Ebern (bayer. Provinz Unterstandn) eine Zusammenkunft von Ingenieuren