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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner ProvinziabCorreipondenz.
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JK 63.
Donnerstag den 15. März.
1877.
Amtliches.
Bekanntmachung.
Die diesjährigen Früt jahrs-Control-V rsammlungen im Kreise Hanau finden an nachfolgender» Orten, Tagen und Stunden statt:
4. Bezirks Compagnie:
am 4. April früh 10 Uhr in Wittelbuchen,
„ 6. „ „ 10 „ „ Hanau,
„ 6. „ „ 10 „ „ dto.,
„ 7. „ „ 10 . „ Langenselbold;
5. Bezirks-Compagnie:
am 4. April früh 9 Uhr in Bockenheim,
„ 5. „ „ 9 „ „ dto.,
„ 6. „ „9 „auf der Maivkur,
„ 6. „ „ 11 „ tu Bergen,
„ 7. „ „ 10 „ „ Windecken.
Dies wird mit dem Bem-rk-n veröffentlicht, daß die zum Erscheinen verpflichteten Leute sämmtliche Milltairpapiere mit zur Stelle zu bringen haben.
Dispensationen können nur in ganz dringenden Fällen eintreten und müssen darauf bezügliche Gesuche bis spätestens 22. März er. an die betreffende Bezirks. CompaMe resp, das diesseitige Commando gerichtet werden.
Gleichzeitig werden sämmtliche Mannschaften, welche etwaige Wohnungsoeränderung bei dem BezukS-Feldwebel noch nicht gemeldet haben, aufgefordert, diese Meldung unverzüglich zr bewirken.
Frankfurt a. M., den 12. Mä-z 1877.
Könistiches Cpmmando der Reserve Landwehr-Bataillons (Frankflirt a. M.) Nr. 80.
Gefunden: Ein roch-r Plüschpanirff-l. Eine rothgestreifte Schürze. Ein wrißes Taschentuch.
Entlaufen: Ein junger grauer Hund, m. Geschl., mit 4 weißen Pfoten (Windspiel).
Hanau am 15. März 1877. Königliches LandratLsamt.
Steckbrief.
Es wird ersucht, die wegen Drebstahls zu einer Gefängnißstrafe von 31/» Monaten rechtskräftig vermtheilte Ti nstmagd Theresia Modenbach von RudoipPhahn im BetretungSfalle festzunehme» und in hiesiges Kreisgerrchtsgefängn-tz einzuliefern.
Hanau am 8. März 1877.
______________Der Staats-Anwalt. Svorleder._________ ^ölzverkaus in der Oberförsterei Sterbfritz.
Mittwoch den 28. März 1877, von Morgens 10 Uhr ab, sollen in der Schäfer 'schen Wirthschaft zu Sterbfritz die nach« verzeichneten Nutzhölzer öffentlich versteigert werden:
I. Schutzbezirk Neuengronau, aus den Distrikten Buch a und Schöne- Haid b:
1) 16 Stück Eichen-Nutzholz-Abschnitte I. bis V. Klasse, mit 21 Festmeter,
2) 7 Stück Buchen dergl. III. u. IV. Klasse, mit 7 Festmtr.; II. Schutzbezirk Mottgers, aus den Distrikten Hellgraben a u. c und Limbach auf dem Gleichen a:
1) 26 Stück Eichen-Nutzholz-Abschnitte II. bis V. Klasse mit 36 Festmeter,
2) 12 Stück Buchen dergl. II. bis IV. Klasse, mit 14 Festmtr.;
III. Schutzbezirk Weichersbach, aus den Distrikten Buchhof b, Gund« Helmer-Schlingloffs ä, Hellgraben c, Zellereller rc.:
1) 107 Stück Buchen-Nutzholz-Abschnitte I. bis V. Klasse, mit 143 Festmtr.,
2) 30 Stück Erlen dergl. V. Klasse, mit 12 Festmtr.,
3) 432 Stück Nadelholz (Fichten) dergl. III. bis V. Kl., mit 160 Festmtr.,
4) 58 Stück dergl. Stangen I. Klasse.
Mottgers am 11. März 1877. (1756)
Der Oberförster: Hassel.
Tagesschau.
— Der „R. u. St.«A." enthält: Ersetz, betreffend die Umzugs- kosten der Staatsbeamten. Vom 24. Febr. 1877.
— Berlin, 14. März. Reichstag. (Fortsetzung). In der gestrigen Sitzung nahm in der Berathung über den Reichsbw'Shalts« Etat der Reichskanzler Fürst von Bismarck nach dem Abg. Dr. Hänel das Wort.
Dem Abg. Dr Lasker, welcher hierauf daS Wort genommen hatte, entgegnete der Reichskanzler Fürst von Bismarck.
Nach dem Abg. Dr. Beseler nahm der Reichskanzler noch einmal das Wort.
Auf Antrag des Abg. Dr LaLker wurde der Antrag des Abg. von Behr Schmoldow, als neue Position aufzunehmen: Zur Förderung der künstlichen Fischzucht 10000 Mk, und auf Antrag des Abg. Richter (Hagen) der Titel des Etats, welcher zu Royonentschädigungsrenten 633,800 Mk auSwirft, der Budgetkommission überwiesen. Außer dem Präsidenten des ReichSkanzler-Amtes, StaatS-Minister Hofmann, und dem Bundeskommissar, Direktor im ReichSkanzler-Amt Dr. Michaelis, sprachen die Abgg. von Kleist Retzow, Frhr. von Frankenstein und Grumbrecht. Der Etat des RsichSkanzler-Amtes wurde im Uebrigen genehmigt. Um 41/* Uhr vertagte sich das HauS.
In der heutigen (9.) Sitzung motivirte der Abg. Richter (Hazen) seinen Antrag, welcher lautet:
„Den Herrn Reichskanzler zu ersuchen: dem Reichstage schleunigst Nachweisungen vorzulegen a. Über die bis jetzt auf die französische KriegSkostenentsHäStgung und auf die einzelnen daraus bewilligten Kredite verrechneten Ausgaben, sowie über die hiernach bei diesen einzelnen Krediten zur Züt noch vorhandenen R-stbeträge; b. über die bei sämmtlichen übertragbaren Fonds des bisherigen Etats in Ordinario und Extraordinario zux Zeit vorhandenen Restbestände, insbesondere auch über die weitere Berrechnung der auS der Pausch« quantumS-Wirthschaft der Militärverwaltung überkommenen Restbestände; c. über den Gesammtbetrag der zur Zeit vorhandenen Kassen- bestände des Reichs, emschiießlich der Guthaben bei Bavkanstalten und Ernzelstaaten und der in der Umprägung begriff-ne» Münzbe- stände."
Derselbe wurde auf Wmsch des Abg. Rickert der Budgetkommis« fion überwiesen. (Fortsetzung folgt.) <«• “• ®t-»->
— Berlin, 13. März. Der Justiz-Ausschuß des Bundesraths hat nach der „Post" vorgeschlazen. die Angelegenheit der Berlin-DreS« dener Eisenbahn dem Ober-ZppellationSgericht in Lübeck zur Entzchei« düng zu überlassen. — König Oskar von Schweden beabsichtigt, dem Stockholmer Blatte Dag. Nyheter zufolge, in nächster Zeit seiner sehr leidenden Gemahlin in Heidelberg einen Besuch abzustatlen und auf der Rückreise zur Geburtstagsfeier Kaiser Wilhelm'S gier einzutreffm. — Regierung- Präsident v. Bötticher in SchleSwir, w-'lcher als Reichs« Kommissar für die Ausführung der zur Bekämpfung der Rinderpest ungeordneten Maßregeln zu sorgen hatte, ist dieser Tage von dem Reichskanzler empfangen worden und hat über den Verlauf der jetzigen Beendigung der bezüglichen Operationen Bortrag gehalten. Da die Seuche auch in Schlesien und in Ostfriesland als erloschen anzusehen ist, kehrt Herr v. Bötticher jetzt wieder nach Schleswig zurück. — 14. März. Jgnatieff's telegraphisch gemeldete angebliche Aeußerungen in Paris werden hier als eine Bestätigung angesehen, daß Rußland über Form und Inhalt deS Protokolls die Diskussion zulassm wollte, wenn England ein solches Protokoll überhaupt annehmen würde. Hier hat noch verlautet, Schuwalow sollte in London erklären, wenn England ein Protokoll in der angegebenen Richtung annehme, so werde Rußland abrüsten. Die Zustimmung der Türkei vor oder nach Unterzeichnung des Protokolls würde allerdings stets vorausgesetzt. — Jm Hinblick auf die Bemerkungen, welche Fürst Bismarck im Reichstage hat falle« lassen, ist man geneigt, den Gerüchten über Zerwürfnisse zwischen dem Chef der Admiralität, v. Stosch, und dem Reichskanzler einen hohen Grad von Wahrscheinlichkeit z-rzuschreiben. Der National-Zeitung zu« olge hätte der Admiralität-chef Staats-Minister Stosch seine Entlassung chon eingereicht, der Kaiser aber über die Annahme noch nicht ent« chiede«. ' [»im stg.i