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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
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M 60.
Montag den 12. März
1877.
Amtliches.
Gefunden: Eine silberne Portepeeglocke. Ein graues gestreiftes Tuch mit Franzen.
Hanau am 12. März 1877.
______________________Königliches LandrathSamt.______________________
Der gegen den Johannes Daut aus Mtttelgründau unterm 16. August ö. J. erlassene und unterm 22. Januar d. I. erneuerte Steckbrief wird hiermit als erledigt zurückgezogen.
Hanau am 6. März 1877.
Der Polizei-Anwalt
_______________________Scholling.______________________
Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß alle bis Ende 1874 bei hi-siger Leihbank versetzten Pfänder, worüber die Leihz ttel noch auf Gulden lauten, soweit die Einlösungs-Frist nicht bis zum September d. verlängert ist, bis zum Echluffe dieses Monats ein gelöst werden müssen, wenn der Verkauf der Pfänder im nächsten Monat vermieden werden soll.
Hanau am 6. März 1877. (1668)
Die Direction der Leihbank.
______________________Schrötter. ________________
Der Schulcursus der ÄommeryalbjahreS 1877 beginnt für das hiestge Gymnasium am 9. April d. I. Neuzugehende Schüler sind unter Vorlegung ihres Geburts- und Impfscheines bezw. bei zurückgelegtem 12. Lebensjahre des RevaccinationSscheins, sowie der bisherigen Schulzeugnisse vor dem 7. April bei dem Unterzeichneten anzu- melden.
Die Prüfung der einheimischen Angemeldeten findet Sonnabend den 7. April, die der auswärtigen Montag den 9. April, jedesmal Vormittags von 8 Uhr an, im Gymnasial-Gebäude statt.
Der Königl. Gymnasial Director. Dr. Fürstenau.
Tag erschau.
— Berlin, 10. März. Reichstag. (Fortsetzung). In der heutigen (6.) Sitzung trat das H ms in die erste Berathung des ReichS- hauShaltS-Etat» für das Jahr 1877/78. Der Präsident des Reichs. kanzler-AmtS, StaatS-Minifter Hofmann, führte auS, daß die laufende Rechnungsperiode des ReichShaushaltS wohl ohne Defizit abschließen werde, daß man aber, ohne unvorsichtig zu sein, nicht annehmen dürfe, daß ein Ueberschuß in das neue Etatjahr werde übergeführt werden können. Der StaatS-Minister Hofmann ging sodann in eine allgemeine Charakterifirung des vorliegenden EtatSentwurfS und seiner Unterschiede von dem vorjährigen ein und legte die Nochwendigkeit dar, in dem kommenden EtatSjahr die den Anschlag der Einnahmen über steigenden Ausgaben durch eine Erhöhung der Matrikularbeiträge zu decken. Die Erfahrungen der vorigen Jahre hätten die Regierung bewogen, nicht mit neuen Steuerprojektm vor das Haus zu treten. Der Abg. Dr. LaSker konstatirte zunächst aus der Rede des Präsidenten des Reichskanzler-Amt» mit Genugthuung, daß bis zum 1. April 1877 kein Defizit vorhanden sei, sodann daß der Etat nicht einen wesentlich verschiedenen Charakter gegen die Vorjahre habe. Der Redner sprach sodann eingehend über die von dem Abg. Richter (Hagen) vorgeschlagenen Fi« »anzmaßregeln und über die Organisation der Reichtfina zverwaltung. Der Präsident deS Reichskanzler-AmtS betonte dem Vorreoner gegenüber, daß er fich in Betreff des Etat» ebenso verantwortlich fühle, wie ein nominell verantwortlicher ReichS-Finanz Minister, daß keineswegs die Regierung die Initiative für eine Reichssteuergesetzgebung dem Reichrtage überlassen wolle, wohl aber sich erst Anhaltpunkte schaffen wüste, an» welchen sie beurtheilen könne, welche Aufnahme ihre Vorschläge bei der Majorität deS Hause» finden würden. Außerdem er- Ariffen bis zum Schlüsse deS Blatte» das Wort die Abgg. Frhr. v. Maltzahn-Sültz und Richter (Hagen).
(Fortsetzung folgt.) (*• *• ete«)
— Berlin, 10. März. Der BundeSrath hielt gestern Abend eine im Laufe deS TageS angesetzte Plenarsitzung im Reichskanzleramte unter dem Vorsitze des Staats-Ministers Hofmann ab. ES handelte sich lediglich um Beschluß über den Antrag deS Reichskanzlers, das
Ergebniß der von der Verwaltung des ReichS-JnvalidenfondS aufgestellten Bilanzrechnung, in welcher der zeitige Kapitalwerth der dem Reichs- JnvalidevfondS obliegenden Verbindlichkeiten angegeben ist, dem Reichstage zu übermitteln. Der BundeSrath hat sich dem Anträge an» geschloffen. — Man bezweifelt noch immer, daß Rußland sich in amtlichen Aeußerungen den Kabinetten gegenüber so kategorisch ausgedrückt habe, wie der bekannte Petersburger Brief der Wiener Politischen Cor- respondenz annebmen ließ. Man bestätigt von guter Seite, daß die Mission Jgnatieff's in London und wahrscheinlich auch an anderen Orten als friedlich angekündigt war. Jgnatieff'S Sprache wurde bekanntlich in demselben Sinne oufgefaßt. Englands Verdacht indessen, daß Rußland indirekt eine Abänderung deS Pariser FriedenS im Auge habe und die künftige Akrion der Mächte für seine Zwecke engagiren wolle, wird, wie man glaubt, weitere Aufklärungen Rußlands vor der Beantwortung des Gortschakow'schen Rundschreibens veranlassen. ^m. sts.)
— Die Kreuzzertung schreibt: „Se. Maj. der Kaiser und König hat, wie unS mitg«theilt wird, vor Kurzem daS Staats-Ministerium zum Bericht Über die gegenwärtigen Nothstands-Verhältnisse aufgefordert. Demzufolge soll im Staats Ministerium eine Denkschrift behufs Vorlegung an Se. M j stät ausgearbeitet worden sein."
— Zur preußisch-deutschen Eisenbahnpolitik schreibt man der Wiener Polit. Korr. von Berlin: „Die Ernennung deS bisherigen P äsidenten des ReichSeisenbahnamteS, Maybach, zum Unter» staatSs-k etär im preuß. Handelsministerium wird mit Rächt als ein für die fernere Entwick ung der preußischen Eisenbahnpolmk hochwichtiges Ereigniß betrachtet. Mayiach ist bekanntlich eine überaus hervorragende Kapazität auf dem Gebiete des Eisenbahnwesens, und sein Rücktritt aus dem Reichsdienste in den P eußischen Staatsdienst muß nothwendiger Weise eine Veiänderung in dem Verhältnisse des Reichseisenbahnwesens zu der preußischen Etsinbahnleitung zur Folge haben. Man entsinnt sich, daß in den Motiven zu dem Gesetzentwurf, mit dem seiner Zeit von dem preuß. Landtage Seitens der preuß. Regierung die Ermächtigung zum V i kaufe der preuß. StaatSbahnen an das Reich nachgefacht und erwirkt wurde, ausgefahrt wurde, daß die preuß. Regierung zwei Wege zur gedeihlichen Fortentwicklung des deutschen Eisenbahnwesens vor sich sehe. Den ein n sei sie im Begriffe zu betreten, den Ve; kauf der preuß. StaatSbahnen an das Reich und die Herstellung eines R-ichS- eisenbahnkomplexer; den zweiten werde sie beschreiten, falls sie auf dem ersten nicht vorwärts komme. Sie werde dann ihren preußische» StaatSeisenbahnenkomplex auSbauen und arrondiren. Angedeutet wurde gleichzeitig, daß dieser zweite Weg den deutschen BundeSstaaten nicht dieselben Annehmlichkeiten bieten würde, wie der erstere, der sie z» Mitbesitzern der preußischen Bahnen machen würde. Es scheint nun, daß trotz dieser den BundeSstaaten gibotenen Chancen dieselben eS vorgezogen haben, dem Reichseisenbahnprojekte gegenüber in einer reservirten Stellung zu verharren, und daß die preußische Regierung eS für gut befunden hat, eS einstweilen mit dem zweiten Wege der Eisenbahnentwicklung zu versuchen und sich durch Herstellung eines kompakten StaatSeisenbahnsystemS die Vortheile auf Diesem Gebiete zu erwerben, deren sich Sachsen, Bayern und Württemberg schon längst erfreuen."
— Der BundeSrath hat, wie der „Trib." mitgetheilt wird, beschlossen, dem Reichstage auf eine bezügliche Resolution der letzte» Sitzungiperiode mitzutheilen, daß eine Ausstellung des Gesetzentwürfe» einer deutschen Milttäk-Strafproceß Ordnung in die Wege geleitet, daß ferner die vorläufige Aufstellung eines Entwurfes, betreffend den Boll- zug der Freiheitsstrafen, zwar ebenfalls bereits erfolgt ist, eine alsbal- öiae Vorlegung deS letzteren jedoch noch nicht in Aussicht genommen werden kann, da die Vorberathung noch längere Zeit in Anspruch nimmt.
— Darmstadt, 8. März. Wie die „Darmst. Ztg." mittheilt, ist der Zusammentritt der Ersten Kammer nunmehr definitiv auf Dienstag, den 13. d. M., festgesetzt. Man hofft, daS sämmtliche vorliegende Material in einer Sitzung erledigen zu können.
— Straßburg, 7. März DaS hiestge städtische Schulwesen hat seit 1870 die denkbar ki ästigste Entwickelung genommmen. So belaufen sich die städtischen Ausgaben für die Elementar-ArbeitS- und Kleinkinderschulen 1877 auf rund 249,000 Mk., während im Jahre