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tieff’8 Sendung ist noch dasjenige, wonach er die Mächte bestimmen soll von der Pforte ein protokollarisches Versprechen behufs Durchführung der von der Konferenz verlangten Reformen zu fordern und der- gestalt den Mächten vertragsmäßige Rechte behufs Korrtrolirung und im Nothf-lle Erzwingung der betreffenden Zusagen zu sichern. DaS britische Kabinet wird auf eine derartige Zumuthung, weil dem Pariser Vertrage widersprechend, schwerlich eingehen, obzwar die Times sie feie« denshalber befürwortet. (Köln. Ztg.)
— Paris, 5. März. Die Reblaus hat sich in den Weinberge» von Mac in gezeigt.
— Bukarest, 5 März. Der Finanz-Minister Demeter Sturdza hat dem Fürsten sein Entlassungsgesuch eingereicht.
— Belgrad, 6. März. Vormittags. DaS amtliche Blatt veröffentlicht eine Proklamation des Fürste» Milan, in welcher der Frie- densschluß mit der Pforte verkündigt wird. Die Verhältnisse Serbien® gegenüber der Pforte bleiben, wie in der Proklamation weiter mitgr. theilt wird, dieselben, wie sie vor dem Kriege waren. Der Kriegszustand wird aufgehoben, die türkischen Truppen werden bis zum 12. d. das serbische Gebiet räumen. — Ein besonderes Dekret verlängert das Moratorium bis zum 1. Juni. <*• “• ®‘-’«<«
— New-Iork, 6. März. Der Herold, die Tribune und die TimeS sprechen sich nach einem Telegr. der „Köln. Zig." über die Botschaft deS neuen Präsidenten im hohen Maße befriedigt aus und geben der Ansicht Ausdruck, daß die Befolgung der von dem Präsidenten an- gekündigten verständigen und unparteiischen Politik nicht ermangeln werde, die Wünsche des Landes zu befriedigen und zur Beruhigung der Gemüther beizutragen. Die baldige Einberufung der Kongresses zu einer außerordmtluhen Session wird für wahrscheinlich gehalten.
— New - Iork, 5 März. DaS Postdampfschiff „America" vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welches am 17. Februar von Bremen und am 20. Frbr. von Southampton abgegangen war, ist vorgestern und der Dampfer „Denmark" von der National-Dampfschiffs-Compagnie <C. Messingichs Linie) heute eingttroffrn.
— P lymouth, 5. März. Der Hamburger Postdampfer „Pom- merania" ist aus New-Aork eingetroff-n.
Lokales.
Haus« 7. März 1877
— Stadt-Theater. Die am Mittwoch den 28. Febr. gegebene Posse: „Der Jongleur", von E. Pohl, Musik v. Conradi, Hit wieder deutlich Zeugniß abgelegt, daß die älteren Possen fast alle weit mehr Werth haben, wie diejenigen neueren Ursprungs. In der in Rede str« henden finden wir gesunden Witz und Humor, gepaart mit gutgezeich- rieten Figuren und durchgehender Handlung. Auch in musikalischer Hinsicht findet man genügend Befriedigung, wenn wir nicht vergessen, daß wir eine Posse vor uns haben. Die Hauptfiguren des Stückes sind die unzertrennlichen Freunde mit dem ewigen DalleS „M?ck" und „Freihold". Der erste wurde durch Herrn R o h l an d mit sprudelndem Humor gespielt und Herr Herrmann gab sich viele Mühe auch dem Letzteren gerecht zu werden, was ihm bis auf wenige Kleinigkeiten (z. B. die Scene mit Laura 2. Abth.) auch gelang.
Der türkenfreundliche sächsische Schneider wurde von Herrn Schwarz sehr drastisch gestaltet, nur mit dem Dialekt wollte eS nicht recht gehen.
Von den Damm ist es vorzugsweise Frl. Sylla, welche als ^Dörthe" recht lebendig spielte und außerdem ist noch Frl. Bertholdi „Stolperkronr" und Frl. Riondä „Frau Siebentritt* lobend zu nennen.
DaS Arrangement der 3. Abth. gab besonders Herrn Kühle Gelegenheit sich als „Jongleur" hervorzuthun.
Sonntag den 4. März: „Die Schule des Lebens", Schauspiel v. Raupach.
Abgesehen davon, daß der Grund, auf den der Autor gebaut, sehr luftig ist und überhaupt das ganze Stück an Unwahrscheinlichkett leidet, wirkungsvoll bleibt es trotz alledem. Schöne Sprache und durch die Doppelrolle des König-Goroschmieds überraschend an Effecten fordert eS Ohr und Auge zu angestrengter Aufmerksamkeit auf und auch daS Gefühl wird vielfach in Mitleidenschaft gezogen.
Eigentlich sind eS nur die Rollen der „Jsaura" und deS „Rami- ro-Sancho", welche unser Interesse in Anspruch nehmen, da alle anderen Personen, wenn auch Mittel zum Zweck, doch nur Staffage sind.
Die „Jsaura'' spielte Frl. Fanger und leistete recht Gutes. Sie wurde den verschiedenen Metamorphosen ziemlich gerecht und hatte auch — war wir besonders anerkennrn — an diesem Abend den larmoryan« ten Ton so viel als thunlich abgelegt.
Die Doppelrolle des „SanchoRamiro" spielte Herr Bert hold. Obwohl wir manchmal das Tempo als „Sancho" etwas zu schleppend fanden, war seine Leistung doch eine anerkennenswerthe und hatte einige besonders gelungene Momente. Die Verwandlung deS „Goldschmieds" zum „König" war überraschend und das Costüm deS Letzteren sehr schön.
Von den Nebenrollen heben wir besonders hervor die „Wirthin"
der Frau Bert hold und deren Sohn „BlaS" Herrn Roh land. Außer diesen noch H-rrn Güldenstein „König", F:l. Belgrad „Leonore" und Fcl Riond6 „Urracca".
Die Hauptdarsteller wurden vielfach gerufen.
— Das Festmahl zur Feier des G-burtstageS Sr. Majestät unseres Kaisers wird am 22 d. MtS. im Saale der „Krone" hier statt- finden.
Eine Liste zum Einzeichnrn ist in Circulation, arch werden Anmeldungen zur Theilnahme von Hrrrn Feh angenommen.
— Professor I K arabacek aus Wien spmch gestern imKunst- industrie-Gerern über die Bedeutung der arabischen Schrift für Kunst und Gewerbe des Orients. In dem eigenartigen Thema wurde den Zuhörern etwas ganz Neues geboten, und sie fanden sich in Folge des feinen und gefälligen Voctrags drs Redners durch die Weite und das hohe Interesse des fremden Gebiets überrascht, welches ihnen derselbe erschloß. Einen besonderen Reiz gewährten die theiiwrise durch ihr Alter und ihre seltene Art auszezeichneten Proben der arabischen Schriftkunst, weiche als Illustration deS BortragS ausgelegt waren. — Am 13. d. wird Gottfried Kinkel über W. Hogarttz als Sittenmsler sprechen.
— Im Laufe der letzten 8 Tagen spricht man in unserer Stadt viel von bedeutenden Unregelmäßigkeiten, die sich in der Kasse eine- städtischen Beamtrn, dem bei der Acmen-Vrrwaltung Sekretariats- und Kassengeschäfte oblagen, vorgefunden. — G.'gen den Betreffenden ist die Untersuchung eingeleitet, welche Licht in die Sache bringen wird.
— In letzterer Zeit wurden durch ein Individuum Schwindeleien auf die Namen verschiedener Personen verübt, als Wuaren entnommen, Geld geborgt rc — Schutzmann B. ermittelte den sauberen Vogel und wird derselbe Zeit genug finden damber nachzudenken, daß derartige Schurkenstreiche nicht ungeahndet bleiben.
— Seit einigen Wochen befindet sich her Schränk, welcher für die Collectiv Ausstellung der Hanauer Sijouteriefabrikanten zur Weltausstellung in Philadelphia Verwendung gefunden, wieder hier, und dieser Tage sind endlich auch die nicht verkauften Bijouterie-Gegenstände ein« getroffen; Medaillen und Diplome stehen jedoch noch aus. Wie wir hören, soll der w-rthooll? Schränk defintiv im Rath Hause Aufstellung finden.
Versteigerungs- und Verpachtungs-Kalender.
für Donnerstag den 8 März 1877.
Morgens 10 Uhr werden im Fürstl. Jsenburg und Büdingen- Wächtersbach'schen Forstrevier Schlierbach, und zwar im Distrikt Raffe Dalle bei Weilers 165 Eichen-Stämme und 50 Abschnitte, zusammen 271 Festmeter, zu Bau-, Bohlen«. Holländer- und Schwellenholz geeignet, öffentlich versteigert (s. Nr. 50 „Hau. Anz.") — Bon Vorm. 9 bis 11 und Nachm. 2—4 Uhr Schluß der Versteigerung der Georg Martinsteg'schen Waarenoorräthe durch Herrn Taxator A. Berg im Hause Rosen Hasse Nr. 23.
— Für heute. AbendgotteSdienst in der Marienkirche, gehalten durch Herrn Pfarrer Reuber. — Hanauer Stadttheater: Zum Vene« fiee des Herr» Jean Francke: „Blunhild", Tragödie aus der Ribe- lungensage in 5 Akten von Emanuel Geibel. — Hanauer GeschichtSver« ein: Abends 7 Uhr MonatSversammlung im Gasthof „zum Riesen"; Tagesordnung: Vortrag deS Herrn Pfarrer Rullmann über „Friedrich III. Kurfürst von der Pfalz als weltlicher Reformator.
— Der aus der Frohnfeste zu Aschaffenburg ausgebrochene, auch hierorts bekannte Adam Sauer von Unterafferbach, ist dieser Tage bei Dorfprozelten wieder dingfest gemacht und nach Aschaffenburg zurückgebracht worden.
— Bockenheim, 4. März. Die vor einigen Tagen in verschie- dene Blätter uvergegangeur Nachricht, daß hier Neu-rdingS ein Postbeamter beim Rachhausegehea auS dem Wirthshaus- meuchlings Überfällen worden sei und dabei Stichwunden davonzetragen habe, entbehrt in diesem Sinne jeder Begründung. Der Betreffende, ein AushülfSunter- beamter des Postamtes Frankfurt, soll sich einfach durch Ausgleiten in einem Schwindelanfalle am Hinterkopfe etwas verletzt haben, was nur eine kurze Unterbrechung in seiner Berufsthätigkeit zur Folge hatte.
(F-. Kni.)
— Hofgeismar, 7. März. Bei der so plötzlich eingetretenen Kälte vom 1. a. d. 2. März (15 Grad) sind in hiesiger Gegend in Folge der zu weit vorgeschrittenen Vegetation die Blüthenknospen deS Stein-Obstes ganz, und die deS Kern-ObsteS größtentheils erfroren» und haben wir, so schreibt die „Hofg. Ztg., für dieses Jahr nur wenig oder gar kein Obst zu erwarten.
- Der „Frankfurter Anzeiger" schreibt unterm 6. März an» Frankfurt am Main: Heute den 6. März erschien die erste Nummer einer „Frankfurter GerlchtSztz." Zeitschrift für C:iminal-, Polizei- und CioilgerichtSpflege deS Ja- und AuSlandeS, verbunden mit polizeilicher Rundschau und einem Feuilleton. DaS Blatt soll allwöchentlich am Dienstag erscheinen. — Auf Empfehlung deS „BrreinS zum