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fiimaittr Anzeiger.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

^Erscheint täglich mit Ausnahme der Honn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage und Samstag» mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

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10 Pt,-

M 55.

Dienstag den 6. März

1877.

Amtliches.

Kefuude«: Eine entfache Kette, s. g. Aufhalter. Ein Doppel­kette, ebenfalls Aufhalter. Ein großer eiserner Hacken von einem Kastenwagen. Eine Barte. Ein karrirteS Taschentuch. Ein kleine- goldenes Medaillon mit blauem Stein, daran schwarzes Sammtbänd- chen. Ein Portemonnaie mit Geld.

Verloren: Ein Muff. Ein Glaser-Diamant.

Hanau am 6. März 1877.

______________________Königl. Landratbsamt.______________________

Proclam.

Mittwoch den 7. k. M., Vormittags 11 Uhr, soll an Gerichts­stelle in Sachen Peter gegen Graf:

1 Sopha, 1 Kommode, 1 S.-ssel, 1 großer Spiegel, 6 Rohr­stühle, 3 Oelbilder, 1 ovaler Tisch, 1 Kleiderschrank, 1 Küchen- schrank mit Glasaufsatz, 1 Waschtisch, 6 Strohstühle, 1 Ge- räthschrank, öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung verkauft werden.

Hanau am 27. Februar 1877. (1532)

Königliches Amtsgericht II.

Der Auctionscommissar Stro Hmeyer.

Tagesschau. Der Präfideulenwechsel in Amerika.

A. d. Trib.

Heute am 4. März schlägt im Weißen Hanse zu Washington die Abschiedsstunde für Ulysses Grant, und B. Rutherford HayeS besteigt bis zu dem gleichen Datum des Jahres 1881 den Präsidenten­stuhl der großen Bundesrepublik.

Der Sieg der Republikaner ist mit so geringer Stimmenmehrheit erfochten worden, daß diese die bisherige Politik brutaler Unterdrückung ihrer südstaatlichen Gegner aufgebm, mindestens die dringendsten der allgemein gehegten Reformwünsche erfüllen, und sich im Uebrigen da­rauf einrichten müssen, über Jahr und Tag der Demokratenpartei daS Regiment abzutreten.

Die Wiederwahl eines der republikanischen Partei angehörigen Präsidenten bietet die Möglichkeit eines allmählichen und friedlichen UebergangeS von dem bisherigen zu einem neuen System und zu einer Milderung der leidenschaftlichen Gegensätze, welche die bisherige Partei­wirthschaft groß gezogen hatte; in ihrem eigenen Interesse werden die Republikaner darauf bedacht sein müssen, ihre Gegner bis zu einem gewissen Grade zu versöhnen und zu einer maßvollen Benutzung der Macht zu bestimmen, weleye bei der nächsten Präsidentenwahl sehr wahrscheinlich auf dre diesmalige Minorität übergehen wird. Auf Er- füllung der Wünsche, welche der HandelS st and an die amerikanische Regierungsveränderung knüpfte, ist freilich nicht zu rechnen. Das schutz- zöllnerische System, daS zum eisernen Inventar der Republikaner ge­hörte, wird von HayeS ebenso avfrecht erhalten werden, wie von seinen Borgängern, und die europäische Produktion noch für eine Reibe von Jahren auf die bescheidene Rolle beschränkt bleiben, welche sie bisher an den nordamerlkanischen Märkten spielte.

In den 12 Jahren, von 1851 bis 1862, überwog im auswärtigen Handel, mit Einschluß der Edelmetalle, die AuSfuhr achtmal die Ein­fuhr, und nur in 4 Jahren war der umgekehrte Fall eingetreten. In den letzten 14 Jahren dagegen, unter der Herrschaft deS Schutzzolltarifs, überwog die AuSfuhr nur fünfmal, während die Einfuhr in 9 Jahren war, als die AuSfuhr. Solche Thatsachen müssen unausbleiblich Therl der amerikanischen Protektionisten stutzig machen, und eS netze sich aus diesem Grund allein schon das Anwachsen der demo- krattschen Partei erklären. Wir sind der Ueberzeugung, daß schon in der beginnenden LegiSlatur-Periode der Kampf wider das Schutzzoll- avheben wird. Wegen der verwandten Interessen, die bei dem- selben tm Spiele sind, wird derselbe auch für uns eine höhere Theil­nahme beanspruchen, als viele der amerikanischen Streitfragen sonst verdienen.

Berlin, 3. März. Abgeordneten-Haus. (Schluß.)

> In der heutigen (38.) Sitzung des Hauses der Abgeordneten erledigte - das Haus nach einer Bemerkung deS Abg. Kantak vor der Tagesord­nung ohne Debatte in dritter Lesung den Gesetzentwurf, betreffend die Auflösung deS Lehnverbandes der dem sächsischen Lehnrecht-, der Magde burger Polizeiordnung und dem Longobardischen Lehnrechte, sowie dem Allgemeinen preußischen Landrechte unterworfenen Lehne in den Pro vinzen Sachsen und Brandenburg. ES folgten Wahlprüfungen. Hierzu sprachen die Abgg. Dr. LaSker, Berger, von Köller und Dr. Wehr (Conitz). Dir Wahlen der Abgg. RickmerS, Sello, Bopelius, Hryl und Toepfer wurden für gültig, die der Abgg. Zaehle und Dr. Dohrn für ungültig erklärt. Eine läng re Debatte knüpfte sich an die Wahl deS Abg. Grafen von KönigSmarck, deren Ungültigkeitserklärung die Kom­mission beantragte. Es sprachen die Abgg. von Köller, von Lieber­mann, Richter (Hagen) und ParisiuS. Der Antrag der Kommission wurde angenommen. Die Wahlen der Abgg. von Beughem, Dr. Hänel, Prinz zu Hohenlohe-Jngelfingen, von Tschirschki, Dr. Mhr, Gerber, Witdwald, Wisselinck, Rübsam, Weidenhöfer, von Grote, Borek, Zaruba, Schaffert, Asse und LubienSki wurden für gültig erklärt, die deS Abg. i Senile aber beanstandet. Hiermit war die Tagesordnung erledigt. Der Präsident von Bennigsen gab darauf die Übersicht über die @? schäftsthätikkeit des Hauses während der verflossenen Session. Dem­nächst sprach der Abg. von Bonin den Präsidenten und Schriftführer« den Dank deS Hauses für ihre Thätigkeit auS, worauf der Präsident von Bennigsen dankend entgegnete. Das HauS tre nie sich um 121/* Uhr mit einem begeisterten dreimaligen Hoch auf Se. Majestät den Kaiser und König, welches der Präsident von Bennigsen ausbrachte.

W. n. St-L.)

Berlin, 5. März. General Jgnatieff hat gestern wieder­holt mit dem hiesigen russischen Botschafter v. Oubriel Berathung ge­halten. Nachmittags 4 Uhr begab er sich zum Fürsten B Zmarck, wo er mit seinem Sekretär über eine Stunde verweilte und später auch dinirte. Abends war derselbe wieder längere Zeit mit Oubriel zusam­men. Soweit bisher bestimmt, wird der General am Mittwoch nach Paris abreisen.

Berlin, 5. März. Privatnachrichten aus London lauten friedlich, ohne daß bestimmte Thatsachen angeführt werden. Graf Schuwalow soll indessen geäußert haben, wenn eine Unvorsichtigkeit der Türkei nicht Zwischenfälle schaffe, dürfe jetzt auf eine friedliche Lösung gehofft werden. Da Jgnatieff gestern hier angekommen, so muß er Freitag Petersburg verlassen haben, was mit unserem vorgestrigen Te­legramm vollkommen übereinstimmt. Man will Grund zu der Annahme haben, daß er angesichts der bis vor Kurzem nicht erfolgten Beantwor­tung des Gortschakow'schen Rundschreibens sich bei seiner Rundreise hauptsächlich über die Absichten der Mächte unterrichten will, in dem Sinne, daß diese Absichten Rußland seine friedlichen Wünsche zu ver­wirklichen gestatten würden. tun«. stg.i

Berlin, 5. März. Wie dieKreuzzeitung- hört, nahm Fürst BiSmarck auf der Samstag-Ion äe Veranlassung, vorübergehend zu be­merken, daß die Mächte wenig geneigt schienen, an einer Helios im Orient sich activ zu betheiligen. Diese Andeutung machte, nach der Köln. Ztg", auf die Gäste des Kanzlers einen beruhigenden Eindruck. Heute Bormittag erfolgte die Einführung des bisherigen Präsiden­ten Maybach vom ReichSeisenbahnamte in seine neue Stellung als Un- ter-StaatSsecretär deS preußischen Hand 'lSministeriumS.

Die Konkursordnung und das EinführungSgesetz zur KonkurS- ordnung sind unterm 10. Februar d. I. Allerhöchst vollzogen und in Nr. 10 desReichS-GesetzblatteS" publizirt worden.

Sr. Maj. SchiffGaz-lle" ist telegraphischer Nachricht zufolge am 2. d. M. in der Suda-Bai eingetroffen. Sr. Maj. SchiffFriedrich Karl" ist am 4. d. Mts. von der Soda-Bai nach Malta in See ge- gangen.

Der 8- 17, 4 des Gesetzes vom 21. Mai 1861, betreffend die Einführung einer allgemeinen Gebäudesteuer, bestimmt, daß die Unter­suchung und Entscheidung über Defraudationen dem Gerichte zuftcht,