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Hanailer Anzeiger.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

^Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage und Samstag» mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

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Montag den 5. März

1877.

Amtliches.

Bekanntmachung.

Briefverkehr mit Rußland.

Auf Briefen nach Rußland muß zur Sicherung regelmäßiger Be­förderung die Adresse mit deutscher oder lateinischer Schrift geschrieben und die Lage des Bestimmungsortes, sofern derselbe weniger bekannt ist, durch die zusätzliche Angabe des Gouvernements näher bezeichnet sein.

Berlin W. den 28. Februar 1877.

_______________ Käiserliches General-Postamt.____________________

Bekanntmachung.

In Sachsenhausen i./Waldeck wird am 15. März d. Js. bei dem Postamte daselbst eine Telegraphenanstalt mit beschränktem Tagesdienst in Wirksamkeit treten.

Cassel am 27. Februar 1877.

Der Kaiserliche Ober.Postdi^or

Bekanntmachung.

In Großauheim, Reg.-Bez. Cassel, ist heute eine Telegraphen- Anstalt eröffnet worden.

Cassel am 1. März 1877.

Der Kaiserliche Ober-Postdirektor.

TageSschau. Kreuz oder Halbmond?

A. b. Schw. Merk.

Wer wird in dem bevorstehenden Kampfe, dessen Entwicklung die ganze Welt mit Bangen entgegensieht, siegen? Hören wir, was uns über diese Frage ein hochgestellter und ebenso gebildeter türkischer Offizier schreibt:Meiner Ansicht nach ist der Krieg mit Rußland unvermeidlich, denn wie will, und wie kann Rußland zurück? Und der Erfolg des Krieges ist für mich wenigstens nicht zweifelhaft. Haben wir alle auch die Macht und Leistungsfähigküt Rußlands wohl über­schätzt und die Türkei unterschätzt, so ist doch die Hauptsache die, daß die Türkei in Wirklichkeit ihren letzten Mann und ihren letzten Piaster bereits eingesetzt hat, während Rußland doch noch über sehr bedeutende Hülfsmittel verfügt. Die zur Zeit verfügbaren Streitkräfte Rußlands genügen überdies zur Eryreifung der Off nsive vollständig und, wenn Witterung und Bodendefchaffenheit überhaupt nur erst eine Vorwärts­bewegung zuläßt, so wird solche unbedingt erfolgen. Ein Brücken­schlägen bei der jetzt ausgetretenen wasservollen Donau ist zur Zeit nicht möglich, selbst auf den Straßen dürfte auch jedes Geschütz noch im Dreck stecken bleiben und erst auf dem freien Felde ist jede Bewegung ganz unmöglich; der bulgarische Dreck ist außerdem noch von ganz be­sonderer Art, und so sitzt faktisch die russische Armee noch fest bis auf bessere Zeiten. Bor Mitte April dürfte demnach der Kampf noch nicht Beginnen und die Kriegsgeschichte Nichts neues zu verzeichnen haben. Ist aber der Donauübergang erfolgt, so kann unsere Feldarmee, d. h. das, was an Mannschaften nach Besetzung der Festungen noch übrig bleibt, und ich schätze es auf ungefähr 130,000 Mann, sich nicht von vornherein in Schumla verkriechen, sonder» muß irgendwo im freien Felde zwischen Rustschuk-Schumla, oder Silistria-Schumla in einer gut gewählten Stellung die Schlacht anbieten. Bei dem ganzen lockeren Gefüge unserer Armee, bei der Unmöglichkeit, rasch und entschlossen irgend eine Bewegung auSzuführen, keine TrainS, keine geregelte Ver- pstegung, kein geordneter Munitionsersatz, bei dem leider nicht bestreit­baren Mangel befähigter Generale und Oberosfiziere, kann selbst die anerkannte Tüchtigkeit des gemeinen Mannes Nichts leisten. Er ist mir unzwelfelhaft, daß die Schlacht verloren geht und dann beginnt der EntscherdungSkampf. Ob es zum Uebergang über den Balkan kommt, wer weiß es, denn dann wird die Diplomatie sich einmischen-- ... . . wm dar, was aus den Mittheilungen unseres Gewährsmanns UL * u/k i s^ eignet und wenn demselben noch Etwas bei- darf, so mag eS Folgendes sein. Ob auch das Schwert zu Gunsten Rußlands oder der Türkei entscheide, und wir sind keines« wenig» der Ansicht, daß der Sieg sich stets an die russischen Fahnen

heften werde, das Endresultat wird stets dasselbe bleiben. Die Verwe­sung des OSmanenreicheS, namentlich in Europa, ist zu weit vorge­schritten, als daß sie auch durch die glänzendsten Siege der türkischen Waffen aufgeschoben oder gar aufgehoben werden könnte; im Gegen­theil, je mehr der Halbmond militärische Erfolge erringen sollte, um so mehr wird der durch die Resultate der Konferenz neu erwachte Ueber« muth der Türken sich steigern, die Indolenz und Korruption weitere Kreise ziehen, um schließlich und zwar in kurzer Zeit, wenn gar noch die Brandfackel der Anarchie über da» ganze Reich hinlodert, die Ge­schicke eines Volkes in Erfüllung gehen zu lassen, dessen Bahnen, seit es von Asien einhergezogen ist, nur Verheerung und Raub kennzeichnen und in dessen Geschichte bis zum h-utizen Tage Familienleben und Pa­triotismus, Zucht und Ordnung, Wissenschaft und Kunst vergeblich ge­sucht werde». Für Tausende und Abertausende von Unschuldigen, unter denen wir die vorzüglichen Alttürken weniger vergessen wollen, als die ganze Masse niederträchtiger Griechen und Armenier, steht eine entsetz­liche Zeit bevor, ehe der Halbmond von der Aja Sofia gesunken sei« wird, die eiserne Kons quenz der Geschichte schreitet darüber weg; der Einzelne mag darunter leiden, aber ist das im Großen und Ganzen zu bedauern?

Berlin, 3. März. Reichstag. (Fortsetzung). Im wei­teren Verlaufe der gestrige» Sitzung stand zur Berathung der münd­liche Bericht der ersten und dritten Abtheilung über die Wahl des Abg. Dr. Kraatz im zweiten Wahlkreise des Herzogthums Anhalt und des Abg. Graf von Harbuval und Chamar^ im 13. Wahlkreise deS Regie­rungsbezirks Breslau. Die Abtheilungen beantragten, die Wahl der s Abgeordneten selbst für gültig zu erklären, in Betreff der dabei nach Angabe eines eingesandten Protestes vorgekommenen Unregelmäßigkeiten aber den Reichskanzler zu einer Untersuchung der in dem Protest be« havpteten Thatsachen durch Zeugenvernehmung rc. aufzufordern. Da» HauS trat dem Anträge bei Es folgte die erste Berathung deS Pa- tentgesetzeS. Hierzu ergriffen das Wort die Abgg. Ackermann, Dr. Braun, von Kardorff und Richter (Hagen). Der Gesetzentwurf wurde einer Kommission Dos 21 Mitgliedern überwiesen. Nach einer Debatte über die Geschäftsordnung, an welcher sich außer dem Präsidenten deS ReichSkanzler-AmtS, StaatS-Minister Hofmann die Abgg Dr. Hänel und Dr. Lucius (Erfurt) betheiligte», vertagte sich das HauS um 3 Uhr bis Donnerstag 11 Uhr.

(Fortsetzung folgt.) <«.». s^w>».,

Berlin, 2. März. Abgeordneten-HauS. (Fortsetzung.) Die Petitionen der Lehrerwittwen Splittgerber zu Juliushof und Plath zu Dramburg wurden auf Antrag der Budgetkommission der Staats­regierung aus BilligkeitSrücksichten zur Berücksichtigung mit der Maß­gabe überwiesen, daß ein entsprechender Betrag aus einem dazu geerg- neten Fonds gedeckt werde. Als Referent derselben Kommission bean­tragte der Abg. Dr. Birchow, die Petition der Emdener HeringSftscherei- I Aktiengesellschaft um Gewährung eines DarlehnS oder Mitbetheiligung i bei der finanziellen Reform deS Unternehmens, der^Königlichen StaatS- I regierung mit der Aufforderung zu überweisen, für die Aufrechterhaltung | und Förderung des darin gedachten Unternehmens in geeigneter Weise s Sorge tragen, erforderlichen Falls aber im nächstjährigen Etat zu dir- fem Zwecke Mittel bereit stellen zu wollen. Der RegierungSkomMissar versprach, daß die Regierung die Interessen der deutschen Hochseefischerei möglichst fördern werde, obwohl sie zweifelhaft sei, ob es zuträglich erscheine, einer Privatgesellschaft eine so bedeutende Unterstützung z« gewähren. Der Antrag der Kommission wurde angenommen. Die Petition der Civilsupernumerare Jaensch und Genossen um alternirende Anstellung der Civilsupernumerare bei den Staatreifenbahnen mit den Militäranwärtern wurde auf Antrag der Pettlronstommisston der StaatSregierung zur Berücksichtigung mit der Maßgabe üverwiesen, daß die vor dem Erlaß vom 12. Dezember 1874 in den Staatseisenbahn­dienst eingetretenen Civilsupernumerare alternirend mit den Militärair- wärteru zur Anstellung gelangen. Der Regierungskommissar Geheimer RegierungS-Rath Rapmund führte hierzu auS: daß in einzelnen^Fällen