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Hamner AÄitr.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage, mit belletristischer Beilage^ und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
Dienstag den 27. Februar.
Jnsertionr- Preis:
Die lspaltige »armondzeile od. deren Raum
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Die 2fpalt S-«- 20 Pf^
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1877.
Amtliches.
Hanau. In Sachen der Ehefrau des Gerhard Bon sack, Katharina, geb. Geb, dahier, Privatanklägerin gegen die Ehefrau des Schuhmachers Wilhelm G ermann, Klara, geb. Kühn, dahier,Pri« vatangeklagte, wegen Beleidigung, wird zur mündlichen Hauptverha- d- lung über die von der Privatangeklagten gegen das Urtheil Königlichen Amtsgericht dahier vom 26. November 1875 erhobene Berufung Termin auf
den 19. April d I., Morgens 10 Uhr, vor hiesiges Königliches Kreisgericht, Strafkammer, hier anberaumt.
Zu diesem Termine wird die Pritvatverklagte, deren Aufenthaltsort unbekannt ist, unter der Androhung vorgeladen, daß auch im Falle ihres Ausbleibens die Beweisausnahme und fernere-Verhandlnng erfolgen wird und die weiteren Zustrllungm lediglich durch Anschlag am Gerichtsbrette werden bekannt gemacht werden. (1182)
Hanau am 30. Januar 1877.
Königliches Kreisgericht, Strafkammer.
________________________ Wolf.__________________vt. Michael.
Zum Güter-Tarif über den Verkehr zwischen Bebra-Hannover, Frankfmt-Hanauer und Oberhessischen Stationen ist der XX. Nachtrag herausgegeben.
Derselbe enthält außer einen directen Frachtsatz für Kalktransporte zwischen Meerholz und Gießen einen der Frachtberechnung, welche nach den Entfernungen zu erfolgen hat, ab 1. April cr. zum Grunde zu legenden Kilometer-Zeiger.
Näheres ist bei den betreffenden Expeditionen zu erfahren.
Frankfurt a. M, 18. Februar 1877. (1361)
______________Königliche Eisenbahn-Direction._______________
Bekanntmachung.
Fünfzehn zu Werkholz geeignete Pappeln find gegen gleich baare Zahlung zu verkaufen.
Näheres im Zahlm-ister-Büreau, 2. Bataillon Hess. Füs.-Reg. Nr. 80, Infanterie-Kaserne. Zimmer 63. (1347)
Tagesschau.
— Berlin, 24. Februar. Abgeordneten-HauS. (Fortsetzung.) In der heutigen (31.) Sitzung beS Hauses der Abgeordneten trat das Haus in die zweite Berathung des Gefftzentwurfs, bet effnd die Verwendung von Beständen für außerordentliche Bedürfnisse der Bauverwaltung im Etatjahr 1877/78 und die Aufnahme einer Anleihe zur Deckung der Ausgaben für Bauausführungen aus den StaatSeisenbahnen. Nach einem einleitenden Bortrage des Referenten der Budgetkommission, Abg. Dr. Hammacher, erwiderte der HandelS-Minister Dr. Achenbach auf eine Anfrage deS Abg. von Saucken Tarputfchen, daß die Regierung keineswegs das Projekt deS masurischen Kanals aus den Augen verloren habe, daß aber zur wesentlichen Förderung desselben eine ent- gegenkommendere Haltung der Grundeigenthümer nothwendig sei. Es ergriffen noch das Wort die Abgg. von Benda und von Wilamowitz- Möllendo-f. Darauf wurden sämmtliche Paragraphen des Gesetzeat- Wurfs unverändert angenommen. Ebenso wurden die mit dem angenommenen Gesetzentwurf zusammenhängenden Positionen im Extraordi« narium des Etats deS Handels-Ministeriums bewilligt. Sodann befürwortete der Abg. Dr. Hammacher den Antrag der Budgetkommission:
»Die Königliche StaatSregierung aufzufordern, a. mit dem nächsten Etat eine Uebersicht der im Gange befindlichen Bauten bei Schiff« fahrtskanälen, Schleusen und Häfen vorzulegen, aus welcher namentlich hervorgeht, wie hoch diese Projekte veranschlagt sind, bis wie Wett die Ausführung vorgeschritten ist, und binnen welcher Zeit die Vollendung bewirkt werden kann; b. mit dem nächsten Etat einen Finanzplan vorzulegen, welcher die Beschaffung der zu den unter a. erwähnten Bauten erforderlichen Mittel eventuell im Wege der An»
• d°bei auch auf die Beschaffung der Mittel für die Ausführung eines Kanals von Mauersee nach Allmburg, sowie für - s die Kanalisirung der oberen Netze bis zum Goplofee Bedacht zu , nehmen. i
Der Abg. Dr. LaSker beantragte, in dem Artrage die Worte „eventuell im Wege der Anleihe" zu streichen, während der Abg. Kieschke für die Aufrechterhaltung derselben eintrat. Nachdem noch der Abg. von Saucken-Tarputschen gesprochen hatte, wurde d?r Antrag der Bud« getkommission unverändert angenommen. Demnächst wurde die Berathung deS Etats des Ministeriums der geistlichen rc. Anaelegenheiten fortge* setzt. Zu Kap. 124 Tit. 4 und 5 (ZtaatSzuschüsse zu Kosten vm höheren Lehranstalten) beantragte der Abg. Miquel folgende Bemerkung hinzuzufügen:
„Die Zuschüsse deS Staats kommen auch in dem Falle zur Auszahlung, wenn in Folge der Erhöhung der Schulgeldsätze ein Ueber- schuß in der Jahresrechnung der Schulkasse entstanden ist."
Der Regieruogtkomm ssar, Geheimer Regierungs Rath Bosse, wi?s auf die fira z'elle T agweite des Antrages hin, welcher dem Grundgedanken des Zulchußwesens zuwiderlaufe. Derselbe bat, diese ganze Frage bis zur allgemeinen gesetzlichen Regelung des Unterrichtswesens auSzusctzen und für jetzt den Antrag Miquel abzulehnen. Der Geheime Ober-Finanz-Rath Scholz erinnerte daran, daß die Ober-Rechnungskammer das Prinzip aufgest llt habe, falls die Voransch'äge der Be- dürfnißzuschüsse über das faktische Bedürfniß hinauSgehen, dürfte der , Überschuß nicht zur Kapitalisirung in den AnstaltSkassen verwendet werden. Der Kultus-Minister Dr. Falk erklärte sich mit den von den Kommissarien hervorgehobenen Gründen einverstanden vnd betonte noch, daß erfahrungsmäßig eine Erhöhung des Schulgeldes eine Verminderung der Frequenz herbeisühre, deshalb bitte er, den Antrag Miquel abzu- i lehnen. Mit Rücksicht auf die Geschäftslage des Hauses zog darauf ver Abg. Miquel, dem Wunsche der Abgg. von Benda und Stengel gemäß, I seinen Antrag zurück. Ueber die Petitionen verschiedener Lehrer um Gewährung von Wohnungsgeldzuschüssen ging das Haus nach dem ; Anträge der Budgetkommission zur Tagesordnung über.
— Berlin, 26. Febr. Im weiteren Verlaufe der Sitzung des : Hauses der Abgeordneten am 24. d. Mts. wies bei der Berathung des Etats des Ministeriums der geistlichen rc. Angelegenheiten der Abst. Seyffardt die Angriffe deS Abg. Dr. Perger gegen das Elementarschule Wesen zurück, indem er betonte, daß unter der Verwaltung deS jetzigen Kultus Ministers die Volksschule höhere Ziele und ihre Lehrer ein edleres Selbstbewußtsein bekommen hätten, als es unter der Leitung des katholischen Klerus der Fall war. Darauf wurde folgender Antrag deS Abg. Kiesel angenommen:
Die Staatsregierung aufzufordern, dafür Sorge zu tragen, daß die Ertheilung der Alterszulagen an die Lehrer baldigst nach bestimmten Grundsätzen gesetzlich geregelt, insbesondere, daß diese Gehaltszulagen als dauernde gewährt werden.
Es sp achen hierzu die Abxg von Meyer (ArnSwalde), v. Köllee ' und der KultuS-Mimst-r Dr. Fack. Um 4 Uhr vertagte das Haus die Fortsetzung der Debatte bis Abends 7 Uhr.
In der Abendsitzung wurde folgender Antrag deS Abg. Knörcke angenommen:
„die StaatSregierung aufzufordern, eine gesetzliche Regelung der PensionSverhältnisse der Elementarlehrer nach Maßgabe bet fettigen: Grundsätze baldigst herbeizuführen, welche bei der Pensionirung der unmittelbaren Staatsbeamten in Anwendung kommen."
Ferner ein Antrag deS Abg. Thiel, daß die bisher nur für gewerbliche Fortbildungsschulen ausgiworfene Summe von 142,150 Mk. für Fortbildungsschulen im Allgemeinen verwendet werden soll. Endlich folgender Antrag des Abg. Dr. Virchow:
„Dar HauS wolle erklären, daß eS die Resolutionen, welche i« der vorigen Session gefaßt sind, nämlich 1) die StaatSregierung auf- zufvidern, eine den StaatSinteressen entsprechende Beschleunigung der großen Staatsbauten, welche der Verwaltung des Kultus-Ministeriums angehöcen, herbeizuführen, und zu dem Ende in dem KultuS- Ministeriums die nöthigen bautechnischen Kräfte anzustellen, 2) die StaatSregierung aufzufordern, unter Berücksichtigung der Ansprüche : des Deutschen Reiches und mit Heranziehung disponibler Militär- grundstücke einen geordneten Plan für den Bau der großen Staats-