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a. D. v. Bonin zufallen, der am 23. November 1797 geboren ist und seine achtzig Jahre mit so viel Frische trägt. Die in einigen Blättern verbreitete Notiz, daß der Hofbaurath Demmler, ein Social-Demokrat, Alterspräsident werden müßte, ist irrthümlich. Nach dem uns vorlie. genden Aushängebogen des Hirth'schen ParlamentS-AlmanachS für 1877 ist Herr Demmler am 22 Dezember 1804 geboren; Feldmarschall Graf Moltke, geboren am 26 Oktober 1800, schlägt seinen socialdemokrati­schen LandSmann um beinahe vier Jahre. Noch etwas älter als der berühmte Feldherr ist auch Fabrikant DollfuS aus Mülhausen, geboren 26. September 1800. Auch Gutsbesitzer v. Bockum-Dolffs. geboren 19. Februar 1802, Eisenbahn-Direktor Hausmann, geboren 22. Decem­ber 1802, gehören zu den Veteranen des HauseS. In parlamentarischen Kreisen verspricht man sich nach der Voss. Ztg. von dem noch zu erle­digenden Anträge der Budget-Commission, die Staatsregierung zu er­suchen, mit Rücksicht auf die unbestreitbar in vielen Theilen der Mo­narchie hervortretende Nothwendigkeit, mit dem Ankauf und der Auf­forstung öder Ländereim n. s. w im Interesse der Landeskultur rascher als bisher vmzugchsn und die erforderlichen Geldmittel nöthigenfalls durch entsprechenden Verkauf von Domänen zu beschaffen, namentlich für die Provinzen Hannover, Pommern, Brandenburg und Preußen, große Vortheile, falls die Staatsregierung energisch mit Realisirung des Antrages vorgehen würde. Besonders auf der sogenannten preußisch- pommerischen Höhe, deren Scheitelpunkt bei Schönberg 1020 Füß über der nur 4^2 Meilen entfernten Ostsee liegt, dehnen sich große Flächen unfruchtbarer Orden aus, welche, mit Kieferngestrüpp bewachsen, nur zur Weide für Schafe d enen. Hin und wieder werden diese Orden durch Sandberge unterbrochen, welche, der schützenden Decke beraubt, durch Flugsand auch nutzbare Flächen schädigen können. Die Ansiedlung ist dort auf ein Minimum beschränkt, wozegen die Auswanderung von dort nach Amerika eine erhebliche ist. Durch die Aufforstung großer Oeden, sofern solche ohne unverhältnißmäßige Kosten etwa möglich ist, würde zugleich den Anwohnern Arbeitsverdienst zugewandt und die Aus­wanderung beschränkt werden. [saut. gtgj

WaS das Gesetz über den Sitz des höchsten Reichsgerichts be­trifft, so bemerkt die B. Aut. Corr.:Wenn jetzt schon in der Presse eine sehr lebhafte Diskussion darüber Statt findet, so beweist dies zu­nächst das Eine, daß man im ganzen Reiche dieser Sache ein lebhaftes Interesse zuwendet; nur wird die politische Bedeutung, wlche man der Sache beilegt, bei Weitem übertrieben. Daß man der Wahl des einen oder anderen Ortes für den Sitz des höchsten Reichsgerichts eine die nationale Entwicklung fördernde oder hemmende Wirkung beimißt, ist vollständig irrig. Von diesem Gesichtspunkte aus ist die Frage keines­wegs zu betrachten; es handelt sich um eine Frage der Zuträglichkeit, bei der objektive Momente in Betracht kommen. Es ist eine Ueber­treibung, wenn man auf der einen Seite von der Errichtung des höch­sten Reichsgerichts in Berlin für die Unabhängigkeit der deutschen Rechtspflege eine Gefährdung besorgt, und wenn man auf der anderen Seite davon eine besondere Wirkung m einheitlichem Sinne sich ver­spricht. Es ist wahrscheinlich, daß die Verständigung über den Sitz des höchsten Reichsgerichts zwischen den Regierungen und dem Reichstage ohne weitere Complicationm herbeigeführt und rein aus fachlichen Gründen geschöpft werden wird."

Sr. Majestät SchiffeVimta" undElisabeth" befinden sich, soeben eingegangener telegraphischer Nachricht zufolge, in Singapore.

G. M. S.Friedrich Carl" ist am 18, d. Mts. von Smyrna nach Sudabay in See gegangen.

Köln, 19. Febr. Dem Vernehmen derKöln. Zig." nach hat der ehemalige Erzbischof Melchers aus dem Exil, welches er, wie bekannt, freiwillig im niederländischen Limburg nahe der Grenze wählte, an diejenigen Pfarrer, welche bis jetzt den Denunciationen der ultra- montanen Blätter muthig die Stirn geboten haben, Verfügungen ge­richtet, wodurch dieselben aufgefordert werden, entweder der Staatsbe­hörde den Verzicht auf den ferneren Bezug der Staatsleistungen anzu- zeigen, oder vor Ablauf von 6 Wochen durch öffentliche Erklärung in derKöln. VolkZztg." ihm (Melchers) und dem katholischen Volke die Gewißheit zu geben, daß sie den Maigesetzen ihre Anerkennung ver­sagen.

München, 18. Febr. Seit gestern ist im Lokale des Land- wirthschaftlichen VereinS in üppigem Pflanzengrün die kolossale Por- trötbüste Justus Fihr. v. Liebig aufgestellt, welche für sein Denkmal auf dem BahnhofSplatze seiner Vaterstadt Darmstadt bestimmt ist. Sir hat eine Höhe von 1,7 M., ist genial und ächt künstlerisch ausgeführt und von überraschender Achvlichkeit mit den allbekannten Zügen des weltberühmten Chemikers. Modelliri ist die Büste von dem jungen talentvollen Bildhauer Georg Bersch. Der ebenfalls sehr gelungene Erzguß wurde von Ferdinand v. Miller junior in der Kfl. Erzsteßerei hierselbst ausgeführt- Die Büste w-rd auf einem stattlichen Sockel auf- gepcHt, w lcher sich über drei ansehnlich breiten Quadratstufen erhebt. Sockel Wie Stufen werden aus schwarz'weiß grip-enkeltem Ftchtelgebirg- fyemt gearbeitet, und zwar in der Kunstavstalt von Ackermann in Weißenftadt bei Wunsirdel.

Bergzabern, 16. Februar. Wie vorsichtig man bei der Selbstanwendung von Chloroform zu Werke gehen soll, mahnt uns ein soeben hier vorgekommener sehr trauriger Fall, der von der Hartbetrof- fenen Familie sehr schmerzlich empfunden wird. ES ist leider nur z« gebräuchlich, besonders bei Zahnschmerzen Chloroform als schmerzbetäu­bendes Mittel anzuwenden. Dieser Gebrauch sollte für einen hier all­gemein geachteten Mann von den schlimmsten Folgen sein. Derselbe verspürte seit einigen Tagen heftiges Zahnweh und suchte dieser gestern Abend vor Schlafengehen durch Chloroform zu beseitigen. Heute Mor­gen fand man ihn todt in seinem Bette.

Wien, 17. Febr. Von durchaus verläßlicher Seite kommt aus Konstantinopel die Meldung, daß Sultan Abdul Hamid an Ge­hirnerweichung leide. Man wird die zahlreichen Nachrichten der jüngsten Zeit über bevorstehende Umwälzungen wahrfHeinlich auf diesen Umstand zurückzuführen haben. Desgleichen wird heute bestätigt, daß ein Wechsel im Großvezisrate schon für die nächsten Tage zu erwarten sei. Gleich­wohl erweisen sich die Erwartungen, daß die Pforte durch Nachgiebig­keit einem russischen Angriffe zuvorkommen werde, immer mehr als un­begründet, und in allen hiesigen politischen Kreisen betrachtet man den Ausbruch eines russisch-türkischen Krieges als nicht mehr weit entfernt. Inzwischen wurde Seitens der Pforte, wie wir erfahren, die Verlänge­rung des Waffenstillstandes mit Serbien und Montenegro beantragt, weil, wir bis Pforte auSführt, die noch übrige Zeit bis zum Ablauf des Waffenstillstandes zu kurz erscheine, um die in Angriff genommenen Friedensverhondlungen zu Ende zu führen. Eine Antwort auf diesen türkischen Antrag soll noch von keiner Seite erfolgt sein, wenigstens ist eine solche hier nicht bekannt. css*. eted.)

Wien, 20 Febr. Der Lloyd meldet, nach derKöln. Ztg.", die Neutralität Oesterreichs solle mit der Beschränkung zugestanden werden, daß sie nur so lange zu dauern habe, als durch den russisch­türkischen Krieg, an dessen AuSbruch binnen Monatsfrist von keiner Seite mehr gezweifelt werde, unsere Interessen nicht berührt werden. Rußland w!rde den Kriegsschauplatz Anfangs nach Asien verlegen.

Pesth, 20. Febr. Eine endgültige Einigung ist nach der Köln. Ztg." noch nicht erzielt. Eine neue Zusammenstellung der Ca- binets Tlsza wird erst erfolgen, wenn Bürgschaften gegeben sind, daß Oesterreich den Ausgleich annimmt.

Bern, 20. Febr. In den Weltpostverein sind anfgenommen: Hongkong vom 1. April und die portugiesischen Colonieen vom 1. Juli 1877 ab, während der Zeitpunkt für Japans Zutritt noch unbe­stimmt ist.

Der schweizer Nationalbischof Herzog hat als Antwort auf die päpstliche Exkommänikanonsbulle einen Hirtenbrief erlassen, welcher vom katholischen wie vom schweizerischm SnmtMntt"aus-vir wömischrn Anmaßung n ein für allemal kräftig zurückweist.

Haag, 20. Febr. Die Zweite Kammer hat gestern die mit Preußen abgeschlossene Convention genehmigt, welche die Verbindung der niederländischen Kanäle mit den preußischen betrifft. (««m gtg.)

Barcelona, 20. Februar. Eine Verschwörung der Partei Zorrilla's ist nach derKöln. Ztg." entdeckt und sieben Personen sind verhaftet. Die Bewegung sollte während der Anwesenheit des KönigS auSbrechen. Die Untersuchung hat begonnen.

Londsn, 19. Frbr. DieMorning Post" erklärt die Ge­rüchte von irgendwie bedenklicher Erkrankung des Sultans für unbe­gründet; der Sultan leide nur an der Rückkehr seiner Zahnschmerzen.

Bukarest, 20. Febr. Die Kommission, welche mit der ge­richtlichen Verfolgung der früherm Minister beauftragt ist, hat ange­zeigt, daß sie die Vorarbeiten für den Anklageakt beendet habe.

Rew - Aork, 19 Februar. Der DampferHermann" vom Norddeutschen Lloyd ist hier angekommen.

Lokales.

Ha«au 21. Februar 1877,

Unseren Hausfrauen zur Beherzignng.

Auf dem letzten SamstagSmarkt wurden vrrschleoene Hausfrauen- mit Butter angeschwindelt. Die Butter hatte ein ganz gutes Ansehen, lief jedoch in der warmen Stube sogleich zusammen und nahm bis zum anderen Tage einen sehr schlechten Geschmack an. Derartige Klagen hört man auch aus anderen Städten, namentlich Frankfurt. Jede Haus­frau sehe sich deshalb ihre Verkäuferin genau an und scheue sich auch nicht, falls sie eine solche Betrügerei merkt, sofort der Polizeibehörde, die dann das Weitere veranlassen wird, davon Anzeige zu machen. Bei den gegenwärtigen Bstterpreiseu hat man das Recht, gute reelle Waare beanspruchen zu können und deshalb ist es Pflicht einem solchen Schwindel mit Energie entgegen zu treten.

Versteigern«-«- und Verpachtuugs-Kalender.

für Donnerstag den 22 Februar 1877,

Holzversteigerung. Oberförsterei Kassel bei Gelnhanse«: Vormittags 9 Uhr im KleespieS'schen Saale zu Kessel: 1241 Raum«. Eichen-Brennholz, sowie 9,05 Hundert Eichen Wellen, 100 Buchen- Stämme, 2012 Raum«. Buchrn-BreRuholz, ca. 2500 Buchen-Wellen,