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Hlimiltr Inniger.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

^Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,^ und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

Jnsertirnb-

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Die Ifpalttge Garmondzeile »1. deren Raum 10 Pfg.

Die Sspalt. 3««*

20 Pt^

Die SsvaltiarLM»

80 W

M 44.

Mittwoch den 21. Februar.

1877.

von dem in seiner Familie nicht mehr ungewöhnlichen Schicksal betroffen f ist, der Geistesstörung avhermzufallen. Schon aus Pera 11. Februar : wurde der Times geschrieben:Fortan wird der Palast der Herrscher fein und nicht der Sultan, denn sein Verstand fängt an, Spuren jener - Geistesschwäche zu zeigen, die nunmehr in jener Familie erblich zu sein - scheint und er schwankt zwischen jenen Anfällen von Argwohn und - Schrecken hin und her, wie sie seinen Oheim und seinen Bruder quälten i und jenen albernen Einfällen und fast kindischen Zeitvertreiben, die ihn s zum für die Kinderschule des Harems passenden Bewohner machen. Der J Herrscher wird nicht der Sultan sein, sondern in seinem Namen die Palast-Kamarilla, heute unter dem Vorsitz Mahmuds, des Schwagers Hamids, morgen vielleicht Mahmud Nedibs, des früheren Großoezrers des Oheims des Sultans; kurz eines Jeden. der dem Sultan seine eigenen Wünsche am verfchmitztefteK einzugebm ober am raschesten oder nachgiebigst;n den Launen des Sultans zu dienen wußte. Es bleibt dabei, daß wer zum Untergang bestimmt ist, zunächst den Verstand ver­liert." Vom 13. Febr. schreibt derselbe Korrespondent:Die seit einiger Z-it rmlaufenden Gerückte über die Gesundheit des Sultans gewinnen an Festigkeit. Die Nerve« Se. Maj., niemals sehr stark, sind bedenklich angegriffen durch die Ausregung, welche ihm die Vorfälle bei dem letzten Palast- Komplott gegen Midhat verursacht haben. Am Sonntag wurde der Sultan in einer Jacht ausgefahren, um im Bos­porus Luf; zu schöpfen, bis zur Einfahrt ins Schwarze Meer. Es war das Heilmittel, das am Sultan Murad auf Anrathen des Wiener Arztes umsonst versucht wurde." Ebenso wird der Pol. Korr. geschrie- 1 ben: Man darf sich darauf gefaßt machen, bald davon zu hören, daß Sultan Abdul Hamid ernstlich krank sei. Die Krankheit ist in diesem . Augenblicke erst im Entstehen und man hofft dieselbe bemeistern zu , können. Die Symptome sind jedoch vorhanden, daß Abdul Hamid an demselben Uebel, wie sein Bruder Mmad, leide. Endlich geht auch dem Temps die Nachricht zu, daß ernstliche Besorgnisse von einer Ge­hirnlähmung des Sultans bestehen. Diejenigen scheinen Recht zu be­halten, welche meinen, man könne von Zwangsmaßregeln gegen ein Reich abstehen, das im besten Zuge ist, sich selbst auszulösen.

Berlin, 20. Februar. Abgeordnete«-HauS. (Fortsetzung.) Im weiteren Verlaufe der gestrigen Sitzung wurde in der Berathung über den Etat des Ministeriums der geistlichen:c. Angelegenheiten der Antrag des Abg. Frhrn. von Hammerstein, einen neuen Posten von 60,000 Mk. zu Bureau kosten für dir Superintendenten der acht älteren Provinzen einzustellen, der Budgetkommission überriefen. ES sprachen hierzu außer dem Regierungskommissar, Geheimen Ober-RegierungS« Rath Lucanus, die Ab««. Richter (SasgerhauM), von Mauteuffel, Dr. Wehrenpfenniq, Windthorst (Meppm) und Schröder (Königsberg). Z« Kapitel 118 (Birthümer) regte der Abg. Brefenbach bis Frage an, ob den Königlichen Kommisiarien zur Vermögensverwaltung erledigter BiS^ thümer die Befugnis zustehe. Exekutwstmfm zu verhängen. Außer dem Minister der geistlichen rc. Angelegenheiten Dr. Fack sprachen noch die Abgg. Frhr. von Schorlemer-Alst, Dr. Lasker und Dr. Gneist.

Sämmtliche zur Berathung sich nden Positionen wurden genehmigt.

! Das Haus v-rtagre sich um 3% Uhr.

i In bet heutigen (25) Sitzung trat das Haus in die zweite Be- f rathung des Gesetzentwurfs, betr. die Theilung der Provinz Preußen.

Der Minister des Innern Graf zu Eulenburg erklärte, daß die Bevöl­kerung der Provinz noch nicht so angewachsen sei, um die Trennung ; nöthig zu machen, aber die eine Hälfte der Provinz wünsche die Tren­nung, und die Regierung habe keinen prinzipiellen Grund, diesem be­rechtigten Wunsche nicht nachzugeben. Außer dem Minister sprachen die Abgg. Dr. Bender, Graf Bethusy Huc, Mahraun und Hirsch (Dan- zig). Darauf wurde bei Schluß des Blattes §. 1 in namentlicher Ab­stimmung mit 201 gegen 158 Stimmen angenommen.

(Forts-tzung folgt.) i«. u. so-«.

Berlin, 20 Februar. DaS ReichS-Budget wird, wenn nicht schon Freitag, spätestens in der nächsten Reichstag?sitzung vorgelegt weiden. DaS Alterspräsidium wird voraussichtlich dem StaatSminister

Amtliches. Bekanntmachung.

Herr Gustav Henrich, Specereihändler» Römerstraße 22, hat eine amtliche Verkaufsstelle für Postfreimarken, Postkarten rc. über­nommen, welche am 1. März d. J. eröffnet wird.

Hanau, 20. Februar 1877.

Kaiserliches Postamt.

__________________Lins.__________________

Holzverkauf.

Nächsten Dienstag den 27. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, soll in der L e h n i n g 'schen Gastwirthschaftzum goldenen Faß" in Hanau das nachstehende, in den Distrikten Scheuer, Abth. b und Peterstein, Abth. a4, lagernde Gehölze, öfftNtlich meistbietend verkauft werden:

1 Eichen-Abschnitt IV. Kl, 15 desgl. V. Kl., 103 Hain- buchen-Abschnitte V. Kl, 1 Rmtr. desgl. Nutzholz I. Kl., 15,5 Rmtr. desgl. Scheit, 2 Rmtr. desgl. Astknüppel, 17,3 Hdrt. desgl. Reis III. Kl., 60,5 Rmtr. desgl. Stockholz I. Kl., 6,4 Hdrt. Eichen-Reis III. Kl., 14 Rmtr. desgl. Stockholz I. Kl., 8 Rmt. Aspen-Scheit, 3 Rmtr. desgl. Astknüppel, 0,9 Hdrt. desgl. Reis III. Kl., 3 Rmtr. desgl. Stockholz I. Kl., 0,2 Hdrt. Weichholz-Reis IV. Kl.

Forsthaus Neuhof den 11. Febr. 1877. (1214)

Der Oberförster

Menger.___________________

Oeff euiüchk WVßUüg des Gemeinde AusschuffeS

Donnerstag den 22. Februar 1877, Nachmittags 5 Uhr.

Tagesordnung:

1. Vorlsge des Stadtraths bezüglich der pr. 1. Quartal 1877 zu erhebenden Gemeinde-Umlage.

2. Gestaltung der Verlängerung des Thyriot'schen Kanals. (1238)

Zur baldigen Entscheidung, ob die der untersten Elementar- klasse der

Realschule

zuzuführenden Kinder in einen Klassencötus vereinigt werden können oder nicht, ist es dringend nöthig, daß die noch etwa beabsichtigten Anmeldungen, welche der Unterzeichnete täglich von 1112 Uhr im Geschäftszimmer der Realschule entgegen zu nehmen bereit ist, so bald als möglich bewirkt werden.

Für Meldungen, welche erst nach dem 10. März , eingehm sollten, kann Berücksichtigung nich zugesagt werden.

Anmeldungen für die übrigen Klassen werden Bistum 7. April erbeten.

Der Vorschrift gemäß muß bei jeder Anmeldung das Geburts­und Jmpfattest des Aufzunehmenden vorgelegt werden.

Hanau am 20. Februar 1877. (1216)

Der Realschul-Director

Becker.

Tagesschau.

Eine neue Ueberraschung.

A. d. Schw. Merk.

Midhat Pascha befindet sich in Neapel. Gleich bei seiner Ankunft daselbst verbreitete sich daS Gerücht, er sei von dem reuigen Sultan nach Konstantinopel zurückberufen worden. Dies hat sich bis jetzt nicht bestätigt, der Exgroßvezier stellt selbst daS Gerücht in Abrede, und die Wahrscheinlichkeit einer in nächster Zeit zu giwärtigenden derartigen Eventualität wird entschiedn bezweifelt. Dagegen scheinen allerdings die Tage des unfähigen, rathlosen Edhem gezählt zu sein. Nur ist noch durchaus unsicher, welche Wendung mit seinem Sturze eintreten würde. Tritt doch in diesem Augenblick die Person des Beziers wieder zurück gegen die Person des Sultans. Es liegen nämlich heut übereinstim- , mende Nachrichten vor, daß auch Sultan Hamid, derstramme Junge",