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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

'Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,' und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

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M 37.

Dienstag den 13. Februar

1877.

Amtliches.

Verloren: Am 4. ds. Mts. auf der Straße von Hanau bis Windeckrn: eine Reisetasche, enthaltend Viktualien, 2 Taschentücher, H. S. roth gez., sowie 1 Gabel und Löffel von Silber und 1 karrirter Hausrock. Eine neue Tuchmütze. Eine Wagendecke mit Pelzbesatz und schwarz gestrefftem wollenen Futter.

Zugelaufen: Ein hellgelber Hund, weibl. Geschlechts. Ein Dachsvaud Bastard braungelb, mit weißer Brust; der Eigen­thümer kann denselben bei Sanitätsrath Herrn Dr. Theobald zu Bergen in Empfang nehmen.

Gesunde«: Ein Gummischuh. Drei Stück gebildete Handtücher. Ein alter leinener Brbritsrock. Ein leeres Portemonnaie. Ein desgl. mit etwas Geld. Ein Notizbuch mit gelber Messinseinfassung; auf der äußeren Seite das Bildniß Schiller uvd Göthe und der InschriftH- Koburger aus K ss ist-rot."

Hanau, am 13 Februar 1877.

vönikil. Landratbsamt.

Kleeseide betreffend.

Das Ueberhandnehmen mc Klees;ve auf Klee- und Luzernefeldern hat schon im vergangenen Jahre dazu geführt, Maßregeln zu ergreifen, um drm IDbel Einhalt zu chuck. Die für dieses Jahr angebot^ne Klee­saat des Handels ist aber in einer Weise mit Seide-Samen verunreinigt, daß es dringend erforderlich ist, vor der Verwendung solcher Saat zu warnen, ja es werden nur selten seidefreie Kleesaatm angeboten.

Von jedem reellen Samenhändler ist ;; erwarten, daß er sich be­fleißige, die Kleesaat von dem S-ide-Samen zu reinigen, und wird hierzu die sog.Hohenheimer Seide-Reiniftungsmaschine", welche in Hohenheim bei Stuttgart zum Preise von 163 Mark zu haben ist, be­sonders empfohlen. Der Händler wird gut thun, den Kleefarnen vor und nach der Reinigung in der neu errichteten Samen-Prüfungssiaiion zu Marburg untersuchen zu lass n. D w somenkaufenden Lindwirth ist dringend zu empfehlen: nur Kieesaat gegen Garantie der Scidenfrerheit und eines bestimmten Gebrauetswerthes zu kaufen und den gekauften Samen zur Nachprüfung der Prüsungsstatiou einzusenden.

Der gemeinsame Ankauf von Kleesamen rc. für eine ganze Ge­meinde bei einem reellen'dler, ist sehr zweckmäßig und möchten wir dies den Herren Bürgermeistern und Gemeinde-Vorständen zur Mitwir­kung hierzu besonders ans Herz gelegt haben.

Endlich ist noch anzurathen, mit dem Ankauf nicht bis kurz vor der Aussaat zu warten.

Proben zur Untersuchung sind zu senden: an Dr. R. Deetz, Vorstand der Samen- Prüfungsstation zu Marburg, Bahnhofsstraße Nr. 837.

Caffel, den 29. Januar 1877.

Der Vorstand des landwirthschaftlich-n Centralvereins.

__Wendelstadt.___________________

Auf den Antrag der Wittwe Bergmann, Katharina, geb. Klassert, von Großkrotzenburg, welche dahler glaubhaft vorgestellt hat, daß das von ihren Eltern und Erblassern Ackermann G-org Adam Klassert und dessen Ehefrau, Susanna, geb. Krämer, von Groß- krotzeuburg nach Schuld und Pfaudverschreibung vom 22. November 1827 von Johann Heinrich Wunderly zu Hanau erborgte zu 5% verzinsliche Darlehn von 2000 fl. längst zurückgezahlt, die Original- Hypothekurkunde aber verloren gegangen sei, werde» Alle, welche aus dieser Urkunde Ansprüche gerieben zu können glauben, aufgefordert, solche binnen 6 Wochen dahier geltend zu machen, widrigensfalls die Urkunde für kraftlos erklärt wird. (934)

Hanau den 9. Januar 1877.

Königliches Kreisgericht. __________________________Müller. __________vt Nikolaus.

Tagesschau.

Berlin, 12. Februar. Avgevrdneten-Haus. (Fortsetzung.) Nachdem in der vorgestrigen Sitzung des Hauses der Abgeordneten zu dem i Etat der Staatsbahnen der Handels-Mrnlster Dr. Achenbach auf die (

Ausführungen der Abga. Richter (Hagen) und von Rauchbaupt, betref- i send die Tarifsätze bei Eisenbahntransporten, erwidert, ergriffen noch die Abgg. Dr. Löwe und Dr. Mey-r (Breslau) das Wort, worauf nach ; einigen persönlichen Bemerkungen der Etat der Staatsbahnen unverän- s bett genehmigt und folgender Antrag des Abg. Dr. Hammacher an die ; Girdgetkommission verwiesen wurde:

Die StaaLsregierunp aufzufordern, die auS Anlaß des Bundes- s rathsbeschlusses vom 11. Juni 1874 eingeführten Gütertariferhöhungen im ganzen Umfange aufzuhebe» und die deifallsige den Privatbahnen ertheilte Ermächtigung zmöckzuziehen."

Schluß 4^2 Uhr Nächste Sitzung Montag 11 Uhr.

In der Heurigen (18) Sitzung theilte der Präsident mit, daß vom Präsidenten des Herrinhauses ein Schreiben über die Annahme des i Gesetzentwurfes, betreffend die Deckung der Kosten der anderweiten Re- guliruvg der Grundsteuer in Schleswig-Holstein, eingegangen sei. Der erste Gegenstand der Taresordnui^ war die Wahl des Präsidenten und | der beiden Vize-Präsidenten auf die Dauer der Session. Einem von . Vertretern aller Parteien gestellten Anträge gemäß wurde das bishe­rige Präsidium durch Akklamation für die Dauer der Sesstou wiederge­wählt. Der Präsid-nt von Bennigsen nahm die Wahl in seinem und der beiden Vizk-P äsidenten Namen mit dankenden Worten an. In erster und zweiter Berathung wurden sodann angenommen die Gesetz­entwürfe, betreffend die Aufhebung des Lehnsv rbandes im Geltungs­bezirk des oftprmhischen Pwvinzialrechts und eine Abänderung bis für ; das vormalige Königreich Hannover zur Anwendung kommenden Gesetzes über Gömeindewege und Landstraßen vom 28. Juli 1851. Ebenso wurden nach kurzer Debatte in erster und zweiter Berathung angenom- ; wen die Gesetzentwürfe, betr. die Rkv fron beziehentlich Abänderung des Reglements der öffentlichen Feuersozietäten und die Umgestaltung i der für den Landdrosteibezirk Osnabrück bestehenden Gebäude-Brand- i ver sicherungs Anst alten. Es spachen hierzu außer dem Regierungs- - Kommissar, Geh Ober-Regierungs-Rath Dr Forch, die Abg«. Schmidt (Stettin), von My r (Arnswalde), Dr. Röckerath, Jacobi, Windthorst (Bielefeld), von Rauchhaupt, Dr. Miguel, Windthorst (Meppen) und Köhler (Neuenhaus).

(Fortsetzung folgt.) m. u. sr-N.»

Berlin, 11 Febr. Der Reichskanzler hat dem Bundss- rathe eine vom Reichseisenbahnamt verfaßte Denkschrift unterbreitet, in welcher die Frage erörtert wird, ob und wie die nackiheilige Einwir­kung der E senbchnstachttarife auf die Konkurrenzfähigkeit der deutschen SpirituS-Exportplätzc zu b fettigen oder doch abzumindern sei.

In Hinsicht auf bte Uebelstände, welche mit dem Tragen des durch das Uniforms-Reglement vom Jahre 1868 als Kopfbedeckung für die Walduniform der Fo stbeamten vorgeschriebenen grün-grauen Filz- hutS bei strenger Kälte rc. verbunden sind, haben Se. Majestät der König gestattet, daß wählend der sechs Wintermonate Oktober bis uici. März, mit Busschuß jedoch der Hofjagven, an Stelle deS gedachten i FrlzhuteS zur Waldmuform eine warm gefütterte Mütze getragen wer- den darf.

Nach derKreuzztg." wird an maßgebender Stelle beabsich­tigt, ein dnrtes Bataillon des jetzt bekanntlich aaS zwei Bataillonen bestehenden Eisenbahn-Regimentes zu errichten. Dieses oritte Bataillon würde den NamenTelegraphen-Bataillon" führen und seine Garnison wahrscheinli« in Mamz erhalten. W-nn die vorbereitenden Entschei­dungen in Betreff der Neuformation erfolgt sind, steht für den Reichs­tag eine Vorlage wegen der bezüglichen Geldforderung zu erwarten; ob schon in der bevorstehenden Session oder erst im Herbst, soll noch nicht feststehen.

Der bezüglich der Berlin-DreSdener Eisenbahn zwischen der preuß. Staatsrrgierung und der Gesellschaft abgeschlossene UeberlassungSvertrag geht nach dem Berl. Böis.-Kur. dahin: Der Staat übernimmt eine Zinsgarantie in Höhe von 4V» pCt. auf eine Anleihe von 22,900,000 Mark (nicht, wie im vorjährrgen Vertrags vorgesehen war, von 23 100 000 Mark). Die Differenz zwischen dem früher festgesetzten Betrage und dem des dieSjähr.'gen Vertrages beruht