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M 33.

hlUWin AllDaer.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

^Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage^ und Samstag« mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

Donnerstag den 8. Februar.

Amtliches.

Gefu»de»: Eine Scheere. Eme defekte silberne Spindel- Uhr. Hanau am 8. Februar 1876.

Kömolickea Landrathsamt.

Auf Antrag eines Sohnes Der Wittwe des Schuliheißen Konrad Seib, Magdalena, geb. Mörschel, von Erbstadt, geboren am 30. Juni 1789, werden diese und Die etwa vorhandenen weiteren Leibes­erben derselben aufgefordert, binnen drei Monaten und spätestens im Termin de» 24. April l. I. sich dahier zu melden, widrigenfalls jene für todt erklärt und über deren Vermögen ohne Mitwirkung der

Letzter» verfügt werden wird.

Hanau den 12. Januar 1877.

Königliches Kreisgericht.

Müller.

(907)

vt. Nikolaus.

Holzverkauf.

Nächsten Dienstag den 13. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, sol­len in der Lehning'schen Gastwirthschaftzum goldenen Faß" in Hanau die nachaufgeführten, im Distrikt Kohlbrunnen, Abth. b, la­gernden Holzquantitäten öffentlich meistbietend verkauft werden:

27

Eichen-Abschnitte mit 22,99 Festmeter,

104 Hainbuchen-

21 Birken-

44 Erlen«

99

2

23,40 6,09

8,31

Rmtr. Eichen-Nutzholz lr Klasse,

4,8 Hdrt. Stangen 4r Klasse,

1

5r

17 Rmtr. Buchen-Scheitholz,

132

17,5

Weichholz- Stammknüppel, Nadelholz-

31,1 Hdrt. Eichen-Reiswellen 3r Klasse,

12,3

1,9

113

3,4

99

39,5

19,5

181,5

4

150,5

99

91

Buchen- Birken« Weichholz Nadelholz.

n

91

99

W

Rmtr. Eichen-Erdstöcke

Ir

Klasse,

Forsthaus

Buchen-

Birken-

Weichholz-

Nadelholz-

geringes Wurzelholz.

Neuhof den 3. Februar 1877.

Der Oberförster Menger.

(848)

Tagesschau.

Krieg oder Friede».

A. d. Schw. Merl.

DaS Rundschreiben des Fürsten Gortschakoff läßt ersehen, daß die Entscheidung Rußlands noch nicht unmittelbar bevorsteht. Bevor es seinen Entschluß faßt, holt es durch seine Vertreter Nachrichten darüber ein, waS die anderen Mächte zu thun gedenken. Natürlich hängt das, was die anderen Mächte thun werden, wieder davon ab, waS Rußland

Jnsertions- Preis:

Die l'jealtige

Barmondzeile od.

deren Raum

10 Psg.

Die Lspalt. geile

20 Psg.

DteSivaMaekeir, «Pt»!

1877.

eigentlicher Beginn des Krieges zu betrachten sein. Man schreibt väm- lich, wie der Berliner Timeskorrespondent wissen will, dem Petersburger Kabinet einen eigenthümlichen Plan zu. Der gegenwärtige Stand der Dinge, da weder Krieg, roch Friede ist, soll unbestimmt verlängert werden. Nicht darauf erpicht, sich mit den türkischen Truppen in ihrem gegenwärtigen Stand auf einen Kampf einzulassen, und doch geärgert, einen Feldzug, aufzugeben, der vielleicht nicht wieder so gelegen kommt» will Rußland, im Vertrauen, daß es die Anstrengung einer verlänger­ten KrieksbereitsWaft besser als d-e Türkei außhalten kann, seine Trup­pen an der Grenze stehen lassen, um so die Türkei zu zwingen, das Gleiche zu thun. Ahmt sie das' Beispiel nach, so ist zu erwarten, daß ihr Staatshaushalt zusammensinkt und ihr Volk um Frieden um jeden Preis schreit, ehe viele Monate ve: flossen sind; während wenn die Türkei um diesem Unstern zu begegnen den verzweifelten Schritt thut, dem russischen Angriff zuvorkommend, che Russen, die alsdann in ihrem eigenen Lande auf sorgsam bereitetem Boden kämpfen würden, des Sie­ges ziemlich gewiß wären. Um einen verdoppilten Druck auf die Türkei zu üben, werde wahrscheinlich der Keuch überschritten werden. Auf die Donau aber wolle man sich nicht einlassen, ehe zuvor die Leistungs­fähigkeit der Türkei durch den Aufschub geschwächt ist. Ist dies richtig, so darf man noch auf eine längere Dauer des Schwebezustandes gefaßt sein, vorausgesetzt, daß die Türkei nicht die Geduld verliert. Auf daS letztere deutet vielleicht der plötzliche Szenenwechsel, drr wieder einmal, wie ein Blitz aus heiterem Himmtt, aus der Stambuler Bühne vor sich geht und die konstitution-lle Entwickelung des Osmanenreichs auf un­liebsame Weise stört. Midhat Pascha, der Schöpfer der Verfassung, ist gestürzt. Mitten auS seiner rastlosen Thätigkeit, Gesetze anzuferttgen, die Oswanli in Bürger eines freien Stawswesens umzuwandeln und dadurch das Recht eines turanischen VolkestammeS auf europäische Land­schaften nachträglich einzuholen, wird er heraus gerissen und mit ihm ohne Zweifel das zarte Pflanzchen der muselmännischm Verfassung. Denn die Gegner, die ihn stürzten, sind ohne Zweifel entweder solche, die eine Verfassung überhaupt für einen Luxus halten, insofern der rechtgläubige Türke ja seinen Komn besitzt, oder aber solche, die im

! jetzigen Augenblick Kanonen für wichtiger halten, als Berfassungspara- ; graphen, um die Stellung der Osmanli in Europa aufrecht zu halten.

Beim Abbruch der Konferenz zeigten sich unter den Türken drei Par- ! teien. Midhat selbst, der begabte Großvezier, war bemüht, Festigkeit I mit Besonnenheit zu verbinden. Dem AuSland gegenüber sollte nichts i vergeben, aber auch jeder Borwand zum Einschreiten entzogen werden. ' Alles sollte zum Kriege bereitet, aber auch gleichzeitig ernstlich die innere i Neugestaltung des Reiches in Angriff genommen werden. Es gab aber I auch Leute, die, verblüfft über den leichten Sieg, murrten, man hätte , denn doch mit den Vertragsmächten säuberlicher verfahren, wenigstens

ein Schlupfloch offen lassen und ihnen den Handschuh nicht so ins ®e.

j ficht schleudern sollen. Und wieder gab es eine dritte Gruppe, fieges- j trunkene Schreier, die nicht erwatten konnten, bis es vom Reden zum Handeln komme, und zum Wortführer dieser Gruppe warf sich Schern Pascha auf, der am 22. Jan. die Worte sprach:den Waffenstillstand hat man uns zum Schwatzen gegeben; das hört jetzt auf, was haben wir nöthig mit dem Losschlagen bis zum ersten März zu warten Dieser Edhem Pascha ist jetzt anstatt Midhat's zum Großvezier erho­ben. Man wird unter diesen Umständen auf eine abenteuerliche Aktions-

zu thun gedenkt. Das Rundschreiben hat somit zunächst den Zweck, die > Politik sich gefaßt machen dürfen. Für Rußland ist der Wechsel Pause, die sich das russische Kabinet noch vorbehält, zu motiviren. i schwerlich unerwünscht.

Während dieser Frist können die friedlichen Tendenzen, die, wie man sagt, der Czar selbst begünstigt, versuchen, sich den Sieg zu verschaffen;

?bn auch dazu b-nutzt werden, die Rüstungen zu vollenden und Die finanziellen Mittel zum Krieg aufzutreiben. Daß Rußland ®tan d^kt, den Rückzug anzutreten, geht nirgends aus dem Rund- schrelben hervor und in England scheint man es vielmehr als die An« kündtgung des Entschlusses zum Kriege aufzufassen. Von Einstellung der KriegSrüstungen in Bessarabien verlautet nichts; im Gegentheil wird > man sich nicht wundern dürfen, wenn die russischen Heeressäulen dem- i nächst den Pruth überschreiten. Auch dies aber wird noch nicht als

DaS GerichtSverfassungsgesetz und das EinführungSgesetz zum j GerichtsVerfassungsgesetz sind am 27. Januar d. J. von Sr. Majestät dem Kaiser vollzogen und heute durch das Reichsgesetzblatt publizirt

worden.

B erlin, 7. Februar. Abgeordneten-HauS. (Fortsetzung. Im weiteren Verlaufe der gestrigen Sitzung wurde die EtatLberathung, und zwar mit der Diskussion des Etats des Ministeriums des Innern fortgesetzt. Erledigt wurde nur die erste Position der dauernden AuS- gaben, Gehalt des Ministers, welches bewilligt wurde. Es ergriffen