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A»-r«q s Wart t»Uj. < K.w$. vierteljährlich

C War! 25 Pfg. für «uSwLrtig« «bonaenten mit dem betreffen» den ¥»>«ufWag. sie einzelne Num­mer 10 $fa-

ffananer Anzeiger.

Zugleich Amtlicher Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,' und Samstags mit der Berliner Provinzial-Lorrefpondenz.

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Samstag den 3. Februar

1877.

Amtliches.

Gefunden: Ein bre^un seidener Rkgnsthirw, vor ca. vier Wochen in einem Laden stehe» t^Mirb.

Hanau am 3. Febrnvr 1877.

Könial. Landratbsamt.

Holzverlauf.

Nächsten Dienstag den 6 Februar d. I., Vormittags 9 Uhr, sollen in der Frank'schen Gastwirthschaft »zum Forsthaus" aus den Schlägen Scheuer, Schöne Tanne und Judenschlag, circa

69 Rmtr. Kiefern-Scheit,

38 Astknüppel,

6,7 Hdrt. Reis 3. Klasse,

20 Rmtr. Stockholz 1. Klasse, 1 Birken-Scheit,

7 Aspen- 1 Astknüppel, 0,7 Hdrt. Reis 3. Klasse,

3,5 Rmtr. Stockholz 1. Klasse; öffentlich meistbietend verkauft werden. Forsthaus Neuhof den 27. Januar 1877. (689)

Der Oberförster Menger.

Anmeldungen in die unterste Etementarklaffe der Realschule auf das am 9. April beginnende Schuljahr, bei welchen GeburtS- und Impfscheine der Aufzunehmenden vorzulegen sind, werden von dem Un­terzeichneten täglich von 11 bis 12 Uhr in feinem Geschäftszimmer entgegen genommen.

Hanau, am 2. Februar 1877.

Der Reatschul-Direktor _____________________Becker._________________(783)

Wochenschau.

H. H. C. Bis auf 25 sind NUNM hr die Reichstags stich- Wahlen von voriger Woche bekannt geworden. Fast durchweg fand bei denselben eine noch größere Betheiligung statt als bei denen vom 10. Januar. Von jenen 25 abgesehen, stellt sich daS numerische Ver­hältniß der Parteien folgendermaßen: 117 Nationalliberale, 96 Ultra« montane, 34 Freikonservative, 24 Fortschrittler, 26 Konservative, 12 Sozialisten, 4 Demokraten, 11 Polen, 8 der Fraktion Löwe Angehörige, 15 Elsaß'Lothringer, 2 Wilde. Außerdem haben 5 Doppelwahlen stattgefunden, die also noch 5 Nachwahlen nothwendig machen. Die Nationalliberalen und die Fortschrittler haben sonach eine beträchtliche Anzahl von Sitzen verloren. An Sitzen und an Anhängerschaft im Volke haben gewonnen: die konservativen Fraktionen, die Sozialdemo. traten und die Demokraten. Die Ultramontanen sollen in Bayern an 90,000 St. verloren haben, obwohl sie im neuen Reichstage in der alten Stärke wieder erscheinen. Die Sozialdemokraten erwarben aller. dingS nur einige neue Reichstags sitze, ihre Anhängerschaft soll sich jedoch in den letzten drei Jahren nahezu verdreifacht haben, sie errangen in vielen Wahlkreisen ganz bedeutende Minoritäten. Man geht aber irr, wenn man glaubt, diese Anhängerschaft huldige durchweg dem so- zialiftischen Programm. Dieselbe besteht vielmehr zum guten Theile aus politisch radikalen Elementen, die nur gegen daS ihnen nicht genehme Regierungssystem protestiren wollen und in Ermangelung einer andern radikalen Partei ihre Zuflucht zu den Sozialisten nehmen. Man kann »ach dem Ausfall der 1877er Wahlen sagen: Das deutsche Volk hat zum Theil eine Schwenkung nach rechts, zum Theil eine solche nach nnks gemacht auf Kosten des Liberalismus. Und aus der Wahlagita« non ist zu entnehmen, daß diese Schwenkung zum guten Theil durch dre wnthschaftl. Misere herbeigeführt wurde, indem nicht nur die So- zialdemokraten und die Ultramontanen, sondern auch die Konservativen aus derselben eine Waffe schmiedeten und alle Schuld der liberalen Gesetzgebung in die Schuhe schoben. Fortschritt und Nationalliberalis- muS hatten in gleicher Weise darunter zu leiden. Auf liberaler Seite

. denkt man bereits an Vorkehrungen, um das weitere Anwachsen der s sozialdemokrat. Fraktion im Reichstage zu verhindern, und zrac hat man das Klassenwahlsystem in Vorschlag gebracht, ein Abhülfemittel, welches jedoch nur Denen zu Stätten kommen würde, denen es schaden soll. DaS preuß. Abg.- HauS ist noch immer mit der zweiten Lesung deS Etats beschäftigt. An Kulturkampfdebatten fehlte es aber [ auch bei dieser Gelegenheit nicht. Im Schweizer Kanton T essin, wo im vergangenen Jahre wegen des ungerechten Wahlgesetzes mancherlei Unruhen stattfanden, ist vorige Woche endlich der Große . Rath auf Grund des neuen, lediglich auf die Bevölkerungszahl basirten Wahlgesetzes gewählt worden. Die Ultramontanen erhielten aber auch diesmal die Mehrheit der Sitze, und zwar mit Hülfe von mancherlei ungesetzlichen Mitteln, welcher Umstand die Aufregung im genannten Kantone wieder auf eine bedenkliche Höhe gebracht hat. Auch die neuesten in Pest stattgehabten ö st erreich, -ungar. Ministerver- Handlungen über die Bankfrage find gescheitert Am vergangenen Sonn­tag sind nun zwar die ungar. Minister nach Wien gereist, um der dortigen Regierung neue Vorschläge zu machen; allein, die Herren Magyaren haben bereits auch mit eimm Konsortium von Banquiers einen Vertrag über die event. Gründung einer selbstständigen ungar. Bank abgeschlossen. Ob sich die Wiener Minister durch diesen drohen­den Akt der Selbsthülfe einschüchtern lassen, bleibt abzuwarten. Die ; von der italienif chen Regierung der Deputirtenkammer vorge« ' legten kirchenpolit. Gesttze, die sich gegendie Mißbräuche der Geist- I lichkeit", namentlich gegen die Störung des Familienglückes von Seiten i der Geistlichen richten, wurden mit 150 gegen 100 st. genehmigt, wo. ; bei 200 Deputirte sich der Abstimmung enthielten, Freunde und Gegner ! der Regierung. Kirchenpolit. Gesetze sind eben dort nicht populär. Wie es heißt, wird demnächst der peil. Vater, der nicht krank, sondern noch immer ganz gesund ist, öffentliche Einsprache gegen die neuen Gesetze erheben. Der Bu^getausschuß der franz. Deputirtenkammer : wählte Gambetta beinahe einstimmig wiederum zu seinem Vorsitzenden, ' ein Frktum, welches in Frankreich großes Aufsehen erregte. In den baSkis chen Provinzen Spaniens soll jetzt zum ersten ; Male rekrutirt werden. In Folge dessen hat sich der Bevö Lrung eins ! große Aufregung bemächtigt, die die ärgsten Excesse erwarten läßt. Die i Regierung verhält sich dabei, um die Leidenschaften nicht entzünde» zu j helfen, sehr duldsam, wodurch aber möglicher Weise die Unzufriedenen : nur kühner gemacht werden. Ueber Englands neueste Stellung i zur Orientfrage haben sich vorige Woche 2 Minister in einer konser- : vativen Versammlung zu Liverpool in interessantester Weise geäußert. Danach hält es Englands Regierung für unbedacht von der Pforte, die i Konferenzvorschläge zu verwerfen und hat die Türkei in keinem Falle i Militär. Unterstützung von England zu erwarten. 3« Bezug auf I Ruß land wurde berichtet, daß die Südarmee noch 5 Wochen brauche, I um ihren strateg. Aufmarsch zu vollenden und daß die Vorbereitungen zur Aufbietung deS Landsturmes getroffen seien. Der Botschafter Jg- ! natieff ist von Stambul nach Athen gereist, um sich des Beistandes Griechenlands für den kommenden Krieg zu versichern. Auf den i angeblichen Rath des Czaren hin, hat sich Serbien bereit erk äct, mit der Pforte FriedenSunterhandlungen einzugehen, Letztere haben sogar bereits begonnen. Wie Montenegro die türk. Offerte beantwortet, bleibt abzuwarten. Für Serbien will die Pforte den Status quo ante be­willigen, Montenegro dagegen soll eine kleine Gebietsvergrößerung er­halten. Der offiziös-russische in Brüssel erscheinendeNord" sagte indessen erklärend, daß der serb.-türk. Krieg nur ein Zwrschenfall, mit dessen Beseitigung die Europa angehende Orientfrage noch nicht um eines Haares Breite gelöst sei. Mit der Präsidentenwahl in den Vereinigten Staaten von Nordamerika beginnt's nun wirklich Tag zu werden, indem die Regierungsvorlage über die Zahlung der abgegebenen Stimmen von beiden Kammern genehmigt wurde. Zeit Wär's allerdings!

Tagesschau.

Berlin, 2. Februar. Abgeordneten-HauS. (Fortsetzung.) Im weiteren Verlaufe der gestrigen Sitzung des Hauses der Abgeord-