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Hanauer Anzeiger.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis mrd Stadt Hanau.

^Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

Mittwoch den 31. Januar.

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1877.

men, tritt von selbst der KriegSzvstand wieder ein. Wie dieser Waffen- gang verlaufen würde, ist nach den kriegerischen Ereignissen des vorigen JahreS und bei der heutigen Höbe der türkischen Kriegsbereitschaft kein Zweifel. Die Pforte könnte mit Zuversicht dem Augenblick entgegen- sehen, wo ihre Kolonnen im Morawathal sich wieder in Bewegung setzen würden, um, voraussichtlich in kürzester Frist, einen Frieden auf Gnade und Ungnade zu erzwingen. Dennoch hat die Pforte jetzt auS freiem Willen die Fürsten von Serbien und Montenegro eingeladen, unmittelbar mit ihr über die Herstellung des Friedens zu verhandeln, und zwar zeigt sie dabei, wie es heißt, die versöhnlichsten Absichten: sie ist geneigt, mit dem besiegten Serbien auf Grund des Status quo Frieden zu schließen und Montenegro sogar eine kleine Gebietserweite­rung zu bewilligen. Diese gemäßigte Stimmung erklärt sich aus dem Wunsche der Pforte, möglichst bald wieder zu normalen Verhältnissen zu gelangen, deren Störung die fremde Einmischung herbeigeführt hat und auch wieder herbeiführen würde. Aber sie erklärt sich auch auS einem andern Grund. Indem sich die Pforte an Serbien und Monte­negro wendet, holt es mittelbar damit auch die Absichten Rußlands aus. Die Ungewißheit, was Rußland nach dem Scheitern der Konfe­renz zu thun beginnt, liegt schwer auf dem gesummten Europa, am schwersten aber auf der Türkei, die dadurch zu verzweifelten und kost­spieligen Rüstungen genöthigt ist. Ihr liegt vor Allem daran, zu wissen, war ihr zugedacht ist. Ein Mittel, hiezu zu gelangen, ist das Angebot nach Belgrad oder Cettinje. Sind die beiden Fürsten ohne weitere Umstände zum Frieden bereit, so kann die Pforte darauf schließen, daß Rußland auf eine Aktion verzichtet; machen sie Weiterungen, suchen sie auszuweichen, so wird die Pforte wissen, daß Rußland nur darum zögert, um den ihm passenden Augenblick zum Losschlagen zu wählen. Indessen übt die Diplomatie den stärksten Druck auf Rußland, um er vom KriegSentschlusse zurückzuhalten. Man darf dies namentlich aus der Haltung der englischen griffe schließen. Bekanntlich war die Times während der letztverfloffsnen Monate der eifrigste Vertheidiger der rus­sischen Politik und sogar Anwalt einer russisch-englischen Aktion. Jetzt aber, nach einer ihrer mit unbefangenster Miene auSgeführten Schwen­kungen, droht sie den Russen mit entschiedener Ungnade, falls sie, die einfache Konsequenz ihres bisherigen Verhaltens ziehend, zu einer ener­gischen Aktionspolitik gegen die Türkei übergehen, und so sagt sie auch in ihrem neuesten Leitartikel (v. 27. d):Der Krieg wäre ein Krieg der Leidenschaft und nicht der Staatsklugheit, unnöthig und deßwegen ungerecht. Der Kaiser Alexander kann alle seine Zwecke erreichen ohne einen Einfall auf türkischer Gebiet; tritt er zurück, so wird die Welt für seine Sinnesänderung und den dadurch erlangten wirklichen Gewinn viel zu dankbar sein, um sich mit dem Ehrenpunkt weiter zu beschäf­tigen." Allerdings richtet die Times ihre Mahnung gleichzeitig auch nach der anderen Seite: Die Pforte solle trachten, die möglichen Ver­suchungen Rußlands zu einem Angriffskriege bei Seite zu schaffen, d. h. sie solle mit Serbien und Montenegro schnell Frieden schließen und die zugesagten Reformen in den aufständischen Provinzen rascher anbahnen, als dies auf dem schwerfälligen Wege ihrer neuen Verfassung möglich sein würde.

Nach demR. u. St-A" ist der Landerausschuß für Elsaß- Lothringen auf den 5. Febr. einberufen.

Der Kaiserlicher Botschafter Freiherr von Werther hat Kon­stantinopel am 27. d. M. verlassen, nachdem er den Wirklichen Lega- tionS-Rath Dr. Busch als interimistischen Geschäftsträger auf der Pforte vorgestellt. ~ _

Berlin, 30. Januar. Abgeordneten-HauS. (Fortsetzung.) In der heutigen (9.) Sitzung theilte der Präsident mit, daß ein Antrag der Abg. Reichensperger auf Prüfung des SrlaffeS des Ober-Präsiden- ten der Rheinprovinz vom 5. Februar 1876, betreffend die Beschlag­nahme der Pfarrdotalgüter, eingegangen sei. In dritter Berathung ge­nehmigte da» HauS ohne Debatte den Gesetzentwurf, betreffend die Um« zugSkosten der Staatsbeamten. Darauf wurde die zweite Berathung des Etats der Domänenverwaltung fortgesetzt. Auf die Beschwerde« des Abg. Quadt in Betreff der BernsteinregalS und der augenblicklichen Handhabung desselben durch die Regierung entgegnete der Regierung»« kommiffar Geheimer Ober-Finanz-Rath Dreßler, daß da» Regal auf

Amtliches. i

Gefunden: Ein Rädche" aus ^ner Uhr. Ein gelber linker Glacähandsckuh. Eine braune Kinderichürze. Eine Zugkette.

Zugelaufen: Ein schwarzer Hund mit weißer Brust, männl. J Geschlecht.

Hanau, am 31. Januar 1877.

______________________KönigkicheK LandratbSamt.______________________

Submistion.

Die durch den Umbau des Leinpfades durch die Hainstädter In- ; sel, Gemarkung Großkrotzenburg, auf 1600 M. veranschlagten Arbei- ten und Lieferungen sollen auf dem Wege der öffentlichen Submission 5 vergeben werden.

Kostenanschlag und Bedingungen liegen im Büreau des Unter- ; zeichneten vom 1. bis 9. Februar cr. zur Einsichtnahme auf.

Unternehmer wollen ihre Offerten bis

zum 10. Februar cr, Vormittags 11 Uhr, portofrei und versiegelt an den Unterzeichneten mit der Aufschrift: Herstellnngsarbeiten am Leinpfad" einreichen, zu welcher Stunde die Eröffnung der Submission im Beisein erschienener Submittenten im Amtslokale der Königl. Bau-Inspektion, Neue Anlage 5d, stattfindet.

Hanau den 30. Januar 1877.

Der Königliche Bau-Inspektor

_________________________Grau_____________________(697)

Holzverkauss-Bekauntmachung.

Am Montag den 12. Februar, Vormittags 9 Uhr, sollen = im Gasthof zum Löwen in Salmünster aus allen Schutzbezirken der Oberförsterei Salmünster, insbesondere den Forstorten Kuppe, Greten- berg, Hirschborn, Steinküppel, Markberg, Lange-Berg, öffentlich meistbietend verkauft werden:

2400 Rmtr. Eichen-Scheit- und Knüppelholz, 600 Rmtr. Bu- chen-Scheit- und Knüppelholz, 1000 Rmtr. Kiefern-Scheit- u. Knüp­pelholz, 300 Rmtr. Kiefern-Reiser knüppel, 60 Hundert Eichen- und Buchen-Wellen; außerdem vom vorjährigen Einschlag 500 Rmtr. Kie­fern-Stamm- und 250 Rmtr. Kiefern-Reiserknüppel; das Eichen- und ; Buchen-Scheit ist Anbruchholz. Nähere Auskunft wird vom unter- i zeichneten Oberförster ertheilt und werden die Forstschutzbeamten das i Holz auf Verlangen nachweisen. (298/1.) -

Salmünster den 28. Januar 1877.

Der Königliche Oberförster

_____________________________Hintz._______________________________

Holzverkauf.

Nächsten Dienstag de« 6 Februar d I., Vormittags 9 Uhr, sollen in der Frank'schen Gastwirthschaftzum ForsthauS" aus den Schlägen Scheuer, Schöne Tanne und Judenschlag, circa

69 Rmtr. Kiefern-Scheit, s

38 Astknüppel,

6,7 Hdrt. Reis 3. Klasse,

20 Rmtr. Stockholz 1. Klaffe,

1 Birken-Scheit»

7 Aspen-

1 Astknüppel,

0,7 Hdrt. Reis 3. Klaffe,

3,5 Rmtr. Stockholz 1. Klasse;

öffentlich meistbietend verkauft werden.

ForsthauS Neuhof den 27. Januar 1877. (689)

Der Oberförster

... _______________Menger._________________________

Tagesschax.

Die Vasallen der Pforte.

_ . Der Waffenstillstand zwischen der Pforte und ihren aufständischen l Vasallen, dar einzige Werk, dar der Konferenz gelungen ist, läuft am | schien Februar ab. Ist bis dahin der Friede nicht zu Stande gekom- ü