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M 25.
Himmler Anzeiger.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
^Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,?
und Samstag- mit der Berliner Provinzial-Lorrespondenz.
Dienstag den 30. Januar.
1877.
Amtliches. |
Steckbrief. j
Gegen den Korbmacher Johanne- Schmidt von Langenselbold ; ist wegen Unterschlagung richterlicher Haftbefehl erlassen worden.
ES wird um Festnahme des Schmidt und Ablieferung dessel- • ben in hiesiges Gefängniß ersucht.
Hanau, 27. Januar 1877.
Der Staats-Anwalt Sporleder.
Hots- Versteigerung.
Freitag den 2. Februar er., von Vormittags 9 Uhr ab, sollen im Portierhaus der Pulverfabrik folgende, auf dem Terrain der Pulverfabrik lagernde Hölzer gegen sofortige Baarzahlung öffentlich an den Meistbietenden verkauft werden:
84 Stück Eichen-Stämme,
6 „ Buchen-Stämme,
49 „ Kiefern-Stämme,
107 Rmtr. Eichen-Scheit,
64 „ „ Astknüppel,
16,9 Hdrt. „ Reiser,
46 Rmtr. „ Erdstöcke,
1 „ Rüstern-Astknüppel,
17 „ Buchen-Scheit,
19 „ „ Astknüppel,
7 „ „ Erdstöcke,
6,5 Hdrt. „ Reiser, 0,1 „ Birken-Reifer,
941 Rmtr. Kiefern-Scheit, 179 „ „ Astknüppel,
145 „ „ Erdstöcke,
57,8 Hdrt. „ Reiser, 0,6 „ „ Stangen, 2 Rmtr. Erlen-Scheit, 3 „ „ Astknüppel, 0,5 Hdrt. „ Reiser, 1 Rmtr. Aspen- Scheit, 0,5 Hdrt. Aspen-Reiser, Hanau den 24. Januar 1877. (630)
Königliche Direction der Pulverfabrik.
Für die Bureaudienerstelle bei dem Steuercommissariat und Meldeamt wird eine in der Stadt orientirte und sonst qualifizirte Persönlichkeit gesucht. Schriftliche Bewerbungen werden bis zum 14. k. MtS. aus dem Stadthaus« angenommen und wird bemerkt, daß dar Einkommen der Stelle auf 800 Mark jährlich festgesetzt ist.
Hanau am 27. Januar 1877.
Der Oberbürgermeister (659) Cassian.
Holzversteigerung.
Donnerstag den 1. Februar 1877, Vormittags 10 Uhr an* saugend, wird in der Rückinger Gemeinde-Waldung verschiedenes Nutzholz öffentlich versteigert:
58 Pappel-Stämme von 6 bis 12 Meter Länge und 30 bis 60 Centimeter Durchmesser,
49 Erlen-Stämme von 6 bis 10 Meter Länge und 20 bis 39 Centimeter Durchmesser,
3 Hainbuchen von 6 Meter Länge und 29 bis 37 Centi« Meter Durchmesser.
Ruckingen am 27. Januar 1877. (660)
Der Bürgermeister
Dietz.
Zur Beaufsichtigung der Wilhelmsbader Anlagen wird eine geeignete Persönlichkeit — Militair-Jnvalide rc. — gesucht. Derselbe erhält freie Wohnung am WilhelmSbad und event, eine kleine Geldvergütung. Reflectanten wollen sich bei mir melden. (677) __________________Bell, Domainen-Rentmeister.________________
Tagesschau.
Zeitbetrachtungen.
K. b. Schw. Stert.
Wenn es nicht bloß auf die Bör e berechnet ist, so zeugt eS von einer wunderbaren Naivität, daß österreichische Stimmen Rußland verhöhnen über die Sackgasse, in welche seine Politik gerathen sei. ES liegt doch auf der Hand, daß, da die Pforte den Waffenstillstand mit Serbien und Montenegro über den 1. März zu verlängern abgelehnt hat, Rußland sich nur die Friedensbedingungen dieser Staaten, welche bisher von der Pforte als unannehmbar abgelehnt worden sind, anzu- eignen braucht, um einen ganz stattlichen casus belli zu haben. — Der Enthusiasmus über die türkische Verfassung wird auch rasch abgekühlt sein, sobald die Wahlen anfangen und vollends die Gewählten zusam- mentleten.
Leicht bei einander wohnen die Gedanken, Doch hart im Raume stoßen sich die Sachen.
Die Muhamedaner, welche bisher allein bewaffnet und durch daS bett Christen entzogine R cht der Zeu^ichaft Herren über deren Leben und Eigenthum waren, werden sich weht leicht solcher Rechte begehen, und die Jahrhunderte alten Klagen der christlichen Bevölkerungen sollen jetzt ohne irgend einen Akt der Gesetzgebung beseitigt sein, weil die christlichen Norabeln im großen Räch zu Konstantinopel unter Umständen, welche nur dort Wenigen bekannt fern können, für Ablehnung aller von den christlichen Mächten vorgeschiazenen Reformen gestimmt haben? Keine Zeit ist geeigneter, als die G genwart, um von jenem Glauben zu heile», als ob die bloße Verfassung schon eine Wunderkraft besäße, den Leiden der Staaten abzuhelfen. Wenn in Deutschland die Wahlen schon so unerwartete Resultate ergeben haben, so läßt sich noch weniger berechnen, welche Ergebnisse aus den Wahlen hervorgehen werden, die bei einer ganz unvorbereiteten Bevölkerurg stattfinden. Und statifinberr müssen sie, denn Midhat Pascha hat ja den Sultan, Europa und seinen Zumuthungen gegenüber, immer hinter dem schützenden Vorhang seiner Stände verschwinden lassen. Welche Fülle von Wünschen und Beschwerden wird dann austauchen, welches Licht wird in alle Winkel der türkischen Wirthschaft geworfen werden! Die Friedenssehnsucht der Oesterreicher ist sehr gerechtfertigt; denn um es allen seinen Böller- stämmen recht zu machen, müßte Graf Andrassy nach auSgbrochenem Kriege den Russen böhmische Regimenter und den Türken ungarische Regimenter zu Hülfe schickn. Auch daS Drusche Reich hat, angesichts feiner Stellung zu Frankreich, keinen Grund, einen orientalischen Krieg zu wünsche». Diese subjekrioen Gefühle sollten jedoch die Presse nicht verleiten, ihr Publikum mit voreiligen Friedensaussichten zu täusche« und einen diplomatischen Veteranen, wie Graf Gortschakoff in geradezu komischem Lichte Hwzustellen, während doch selbst ein Gegner, wie Julian Klaczko (tn seinem merkwürdigen Buche: Zwei Kanzler) mit der größten Anerkennung von der Geschicklichkeit deS russischen Staatsmanns spricht.
— Im preuß. Abgeordnetenhaus« ist die neue Fraktionklisie erschienen. Nach derselben zählt die natioral-liberale Fraktion 174 Mitglieder, das Zenti um 84 nebst 4 Hospitanten (Äruel, v. Gerlach, v. Grote und Pahlwann) die Fortschliti spartet 66, die Frerkonservative« 34, die Neukonservatioen 24 nebst 2 Hospitanten (Landrath Rührig und Kammerherr Graf zu Tulenburg), die Polen 14 und die Altkonservir- tiven 9 Mitglieder. Zu keiner Fraktion gehören 19 Abg., nämlich: die 4 Minister Achenbach, Graf zu Eulenburg, Falk und Friedenihalx der Präsident des Hames, v. Bennigsen, und außerdem v. Bockum- DolffS, o. Bonin, Greifs, Hchl, der Prinz zu Hohenlohe, Horst, Kasch, Kreutz, Krüger, Lassen, Löwe, Schmidt (Stetiin), Steltzer und WulfS- Heiu. Erledigt sind 3 Mandate durch den kürzlich erfolgten Tod der Abg. v. Breza, Lehseld und Weißermel.